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Arnd Zeigler und das Attentat (BVB)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Dienstag, 18.04.2017, 12:01 (vor 3180 Tagen) @ Schleicheisen
bearbeitet von FourrierTrans, Dienstag, 18.04.2017, 12:07

ICh habe mir gestern die aufgezeichnete letzte Sendung von "Zeiglers wunderbarer Welt des Fussballs" angesehen und war dann doch ein wenig erstaunt: ich hatte nichts konkretes erwartet aber doch gedacht, er würde das Thema in irgendeiner Form aufgreifen.

Und dann hält er direkt zu Beginn ein Foto vom Torjubel gegen Eintracht hoch und meint nur lapidar "Dortmund ist zurück in der Spur weshalb wir über den Anschlag nicht mehr sprechen müssen" oder so ähnlich.

Und das fand ich doch ein wenig grotesk, nimmt die Sendung doch sonst für sich in Anspruch, relevante Themen rund um Fussball auch einmal tiefergehend zu beleuchten. Und da hätte es für mich jede Menge spannender Sachen gegeben die man hätt besprechen können, umgang mit einem trauma, die Rolle der BVB Granden bzw die der UEFA Bosse, hätte es Alternativen zur CL Spiel Austragung gegeben etcetc.

Aber: nur der Spruch und dann heiter ab ins Nordderby.

Bei den ganzen Preziosen rund um Rasenredbull war er nicht so schüchtern und hat ja minutenlang seine inszenierten Selbstgespräche gebracht, die Wochen nach dem RB Spiel immer wieder die mahnend- kritischen Anmerkungen. unn jetzt, wo es wirklich was zu besprechen geben würde- nix.

Und nun würde mich interessieren, ob das jemand anders auch ähnlich sieht oder ob ich nur zu empfindlich bin weil ich glaube, dass Herr Z. den BVB nicht fürchterlich mag.

Das kommt immer ganz drauf an, wie die Fußballmedienmafia ein Ereignis einordnet. Der Angriff auf die RB Fans war für die Branche "Fußball" sehr schlecht. RB ist für die Bundesliga und für alle, die dort ihr Geld verdienen, ein Umsatztreiber. Ein Konstrukt, welches frisches Kapital in die Branche pumpt. Grundsätzlich sind kritische Stimmen gegenüber allem was nicht in die Kategorie eierlegende Wollmilchsau-Klatschpappenfan passt (was natürlich nicht heißt, dass Gewalt zu tolerieren ist) nicht erwünscht und werden medial niedergewalzt. Man will halt Geld verdienen, möglichst ohne Nebengeräusche. Deshalb galt für alle Medienvertreter und Fußball-Offiziellen: Möglichst lange auf das Ereignis an der Roten Erde herumreiten, bis man auch dem letzten ins Gehirn gehemmert hat, dass RB eine ganz tolle Initiative ist und die sowieso widerspenstige Dortmunder Szene nur aus Schwerverbrechern besteht, die Kinder töten wollen. Eine Wand der Schande, sozusagen.

Eine ganz andere Geschicht ist dann der Anschlag auf den Mannschaftsbus. Das schadet dem Image des Fußballs ganz massiv. Ein Angriff auf die eine Hälfte des Kapitals, nämlich die Mannschaft eines Vereins (die andere Hälfte sind die Klatschpappenfans, die fleißig alles konsumieren, was die Vereine und die UEFA/FIFA/DFB so zu bieten haben), ist im höchsten Maße gefährlich für die Geldmaschinerie Fußball. Nicht auszudenken, wenn die Leute wegbleiben, weil sich Radikale den Fußball als neue Terrorplattform ausgesucht haben. Und was natürlich auch blöd wäre: Wer tot ist, kann kein Fußball mehr spielen. Daher gilt es: Schulter an Schulter mit der (jetzt auf einmal wieder) einmalig kumpelkameradschaftlichen Südtribüne zusammenstehen (die Blöd druckte eine Seite in Gelb mit "You'll never walk alone" am Tag danach in ihrer Printausgabe), die bösen Terroristen (wer auch immer es war) verdammen, aber hopp hopp am nächsten Tag wieder alle aufs Feld und ins Stadion, bevor es nachher noch zu einem Bandstillstand in der Geldruckfabrik Fußball kommt. Es ist aus medial-strategischen Gründen nicht sinnvoll länger und ausgiebiger über das Attentat zu berichten als nötig, weil es nachher in den Köpfen der Kunden ein Unbehagen auslösen könnte, wenn sie an Fußball denken. Das will man natürlich vermeiden. Von daher "You'll never walk alone", "Heute sind wir alle schwarz-gelb" und "Wir lassen uns vom Terror nicht unterkriegen" bis man in ein paar Monaten wieder die gleiche Fanszene auseinanderpflückt, weil ein paar Anti-RB-Plakate hochgehalten werden. Ein Zeigler macht da natürlich auch nicht sein eigenes Ding sondern ist der Mainstreamsportmedien-Meinung genauso untergeordnet, wie der Schleimer Breyer und wie sie alle heißen auch.


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