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"Bloß kein Geld für Italien" (Corona)

Ulrich @, Dienstag, 24. März 2020, 17:37 (vor 63 Tagen)

Deutscher Widerstand gegen Corona-Bonds

Das könnte noch eine harte Auseinandersetzung werden. Aber säuft Italien (oder Spanien, Frankreich, etc.) ab, dann wird auch Deutschland wirtschaftlich ganz massiven Schaden nehmen.

EU-Erweiterung Die EU-Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien und Albanien

hardbreak, Ort, Mittwoch, 25. März 2020, 00:26 (vor 62 Tagen) @ Ulrich

https://www.handelsblatt.com/politik/international/eu-erweiterung-die-eu-beitrittsgespraeche-mit-...

Echt erstaunlich das man dazu noch im Moment Kapazitäten hat trotz Brexit.

"Bloß kein Geld für Italien"

Lattenknaller @, Madrid, Dienstag, 24. März 2020, 18:57 (vor 63 Tagen) @ Ulrich

Deutscher Widerstand gegen Corona-Bonds

Das könnte noch eine harte Auseinandersetzung werden. Aber säuft Italien (oder Spanien, Frankreich, etc.) ab, dann wird auch Deutschland wirtschaftlich ganz massiven Schaden nehmen.

SPON verkürzt die Debatte doch sehr plakativ.
In der El Pais klingt das alles viel sachlicher. Die werden einen Großteil der 400 Mrd. freigeben.
Es geht darum, wie das finanziert wird und in welchem Umfang die damit verbundenen Reformvorhaben entfallen dürfen. Damit einige angebliche Ökonomen (was so manche Deutschen da von sich geben, ist teils echt nicht zu ertragen) und Nordeuropäer sich zufrieden geben, wird man da Kompromisse finden und dem Kind einen anderen Namen geben. Die Situation ist eine komplett andere als in der Schuldenkrise.
Dazu sind direkte finanzpolitische Mittel der EU, wie sie Von der Leyen bereits versprochen hatte, hier v.a. Unterstützungen beim Arbeitslosengeld, im Gespräch.

"Bloß kein Geld für Italien"

Matse @, Dienstag, 24. März 2020, 17:48 (vor 63 Tagen) @ Ulrich

Das könnte noch eine harte Auseinandersetzung werden. Aber säuft Italien (oder Spanien, Frankreich, etc.) ab, dann wird auch Deutschland wirtschaftlich ganz massiven Schaden nehmen.

Was ist die Alternative?
Unbegrenztes Bail-Out?

Ich befürchte, dass die EU in dieser Krise großen Schaden nehmen wird. Und damit meine ich den Bestand in der jetzigen Form an sich.

Menschen in Italien fühlen sich aktuell von den Partnern im Stich gelassen und wenden sich anderen Akteuren zu. Für die wird sich die Frage stellen: Wofür brauche ich Brüssel, wenn mir Peking ähnliche Vorteile bieten kann?

Auf der anderen Seite werden auch die Länder, die weiter im Norden liegen (da schließe ich Deutschland und die Niederlande mit ein) auch nicht unbeschadet aus dieser Situation herausgehen und zweifelsohne auch nicht über Gebühr durch Solidarität belastet werden wollen.

Momentan sehe ich da keine gute Lösung.

"Bloß kein Geld für Italien"

Ulrich @, Dienstag, 24. März 2020, 18:27 (vor 63 Tagen) @ Matse

Das könnte noch eine harte Auseinandersetzung werden. Aber säuft Italien (oder Spanien, Frankreich, etc.) ab, dann wird auch Deutschland wirtschaftlich ganz massiven Schaden nehmen.


Was ist die Alternative?
Unbegrenztes Bail-Out?

Whatever it takes.

Natürlich wird Italien seinen Anteil leisten müssen, dort gibt es riesige Privatvermögen.


Ich befürchte, dass die EU in dieser Krise großen Schaden nehmen wird. Und damit meine ich den Bestand in der jetzigen Form an sich.

Nimmt die EU Schaden, dann wird auch Deutschland ganz massiven Schaden nehmen.


Menschen in Italien fühlen sich aktuell von den Partnern im Stich gelassen und wenden sich anderen Akteuren zu. Für die wird sich die Frage stellen: Wofür brauche ich Brüssel, wenn mir Peking ähnliche Vorteile bieten kann?

Auf der anderen Seite werden auch die Länder, die weiter im Norden liegen (da schließe ich Deutschland und die Niederlande mit ein) auch nicht unbeschadet aus dieser Situation herausgehen und zweifelsohne auch nicht über Gebühr durch Solidarität belastet werden wollen.

Momentan sehe ich da keine gute Lösung.

Auch bei der Griechenland-Krise sind wir gut aus der Sache heraus gekommen. Kleingeister wie Carsten Linnemann hingegen verursachen erst den Schaden, vor dem sie Angst haben. Der denkt ja auch jetzt bereits darüber nach, wie man die Masse der Bevölkerung unverhältnismäßig stark zur Kasse bitten kann. Genau solche Leute haben in Großbritannien dafür gesorgt, dass es zum Brexit gekommen ist.

"Bloß kein Geld für Italien"

Matse @, Dienstag, 24. März 2020, 20:18 (vor 63 Tagen) @ Ulrich

Ich befürchte, dass die EU in dieser Krise großen Schaden nehmen wird. Und damit meine ich den Bestand in der jetzigen Form an sich.


Nimmt die EU Schaden, dann wird auch Deutschland ganz massiven Schaden nehmen.

Ohne Zweifel. Die EU ist von Deutschland ebenso abhängig wie umgekehrt.

Auch bei der Griechenland-Krise sind wir gut aus der Sache heraus gekommen. Kleingeister wie Carsten Linnemann hingegen verursachen erst den Schaden, vor dem sie Angst haben. Der denkt ja auch jetzt bereits darüber nach, wie man die Masse der Bevölkerung unverhältnismäßig stark zur Kasse bitten kann. Genau solche Leute haben in Großbritannien dafür gesorgt, dass es zum Brexit gekommen ist.

Ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler, denke allerdings, dass ein Vergleich mit der Finanzkrise nicht ausreichend ist. Die Realwirtschaft wird meiner Meinung nach noch immense Schäden nehmen. Abseits dessen, was im Finanzsektor abgeht. Und ich befürchte, dass unsere Wirtschaft nach einem gewissen "Reset", deutlich hinter den führenden Akteuren der Zukunftstechnologie hinterherhinken wird. Deutlicher, als das bisher vielleicht der Fall war, weil wir noch sehr gut von der Substanz im Mittelstand profitiert haben.

Fällt das weg und kommen wir da nicht schnell wieder auf die Beine, werden wir noch mehr den Anschluss verlieren. Vermutlich stehen wir besser da als Italien, Spanien, Griechenland usw., aber global gesehen werden wir (und damit die EU in Gänze) als Wirtschaftsraum unter Umständen unter "ferner liefen" gelistet, während die Dominanz von China und den USA als Tech-Nationen zunimmt.

"Bloß kein Geld für Italien"

hardbreak, Ort, Mittwoch, 25. März 2020, 00:32 (vor 62 Tagen) @ Matse

Ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler, denke allerdings, dass ein Vergleich mit der Finanzkrise nicht ausreichend ist. Die Realwirtschaft wird meiner Meinung nach noch immense Schäden nehmen. Abseits dessen, was im Finanzsektor abgeht. Und ich befürchte, dass unsere Wirtschaft nach einem gewissen "Reset", deutlich hinter den führenden Akteuren der Zukunftstechnologie hinterherhinken wird. Deutlicher, als das bisher vielleicht der Fall war, weil wir noch sehr gut von der Substanz im Mittelstand profitiert haben.

Fällt das weg und kommen wir da nicht schnell wieder auf die Beine, werden wir noch mehr den Anschluss verlieren. Vermutlich stehen wir besser da als Italien, Spanien, Griechenland usw., aber global gesehen werden wir (und damit die EU in Gänze) als Wirtschaftsraum unter Umständen unter "ferner liefen" gelistet, während die Dominanz von China und den USA als Tech-Nationen zunimmt.


Oder es kommt wie damals durch den VW Schock dazu das alle aufwachen.
Der Abgasskandal (natürlich waren die über 30 Mrd völlig verschwendet und hätten in der Forschung mehr Sinn gemacht)hat doch dazu geführt das unsere Kernindustrie aus dem Tiefschlaf erwacht ist. Und das wohl gerade noch rechtzeitig. Sonnst wäre es ihnen wie der Elektronik Industrie ergangen.

"Bloß kein Geld für Italien"

Tigo @, Duisburg, Dienstag, 24. März 2020, 17:58 (vor 63 Tagen) @ Matse

Man wird wieder eine Lösung finden die sich für Deutschland rechnet.
An dem ganzen Geld was wir bspw. für Griechenland bereitgestellt haben haben wir bis heute guten Gewinn mit gemacht.

"Bloß kein Geld für Italien"

fabian 1909 @, Dortmund, Dienstag, 24. März 2020, 18:18 (vor 63 Tagen) @ Tigo

Man wird wieder eine Lösung finden die sich für Deutschland rechnet.
An dem ganzen Geld was wir bspw. für Griechenland bereitgestellt haben haben wir bis heute guten Gewinn mit gemacht.

*für die Banken - nicht für Griechenland.

"Bloß kein Geld für Italien"

Jurist81, Langenberg, Dienstag, 24. März 2020, 18:58 (vor 63 Tagen) @ fabian 1909

Das Geld schuldete (und schuldet noch immer) Griechenland. Und die Käufer der Anleihen sind nicht nur Banken, sondern Versorgungswerke, Versicherungen und Privatpersonen.

"Bloß kein Geld für Italien"

hardbreak, Ort, Mittwoch, 25. März 2020, 00:33 (vor 62 Tagen) @ Jurist81

Die Banken und andere hätten an Griechenland sehr viel Geld verloren wenn der Steuerzahler nicht eingesprungen wäre.

"Bloß kein Geld für Italien"

tim86, Hamburg, Mittwoch, 25. März 2020, 01:11 (vor 62 Tagen) @ hardbreak

Aber auch nur kurzfristig.
Staaten haben kein Recht einseitig ein Schuldenschnitt gegen den Willen der Gläubiger durchzusetzen.

Das musste schon Argentinien vor ein paar Jahren erfahren, nachdem ein US Bundesgericht eine argentinische Fregatte die in US Häfen lag beschlagnahmen ließ und Konten eingefroren hatte, bis Argentinien ihre Schulden mit Zinsen an jene Schuldner zurück gezahlt hat, die den Schuldenschnitt 2001 nicht zugestimmt hatten.

Sprich hätte Griechenland die Schulden nicht pünktlich Gezahlt, hätten sie kein internationalen Handel mehr betreiben können oder auch nur Konten bei nicht griechischen Banken haben können(und die griechischen wären Pleite gewesen), da zumindest die USA Massiv druck ausgeübt hätten.

"Bloß kein Geld für Italien"

hardbreak, Ort, Mittwoch, 25. März 2020, 01:15 (vor 62 Tagen) @ tim86

Aber auch nur kurzfristig.
Staaten haben kein Recht einseitig ein Schuldenschnitt gegen den Willen der Gläubiger durchzusetzen.

Das musste schon Argentinien vor ein paar Jahren erfahren, nachdem ein US Bundesgericht eine argentinische Fregatte die in US Häfen lag beschlagnahmen ließ und Konten eingefroren hatte, bis Argentinien ihre Schulden mit Zinsen an jene Schuldner zurück gezahlt hat, die den Schuldenschnitt 2001 nicht zugestimmt hatten.

Sprich hätte Griechenland die Schulden nicht pünktlich Gezahlt, hätten sie kein internationalen Handel mehr betreiben können oder auch nur Konten bei nicht griechischen Banken haben können(und die griechischen wären Pleite gewesen), da zumindest die USA Massiv druck ausgeübt hätten.

Warum wundern mich solche Urteile nicht?
Und ja trotzdem wäre das Geld für die Gläubiger weg gewesen und man hätte Griechenland erst danach helfen können ohne die Altschulden.

"Bloß kein Geld für Italien"

tim86, Hamburg, Mittwoch, 25. März 2020, 01:22 (vor 62 Tagen) @ hardbreak

Das Geld wäre für die Gläubiger aber nur weg gewesen, wenn sie zugestimmt hätten. Ansonsten hätten die USA(in Falle einer Klage der Gläubiger) dafür gesorgt, dass Grichenland zahlt oder aber im Welthandel außerhalb der EU isoliert sind.

Was Italien angeht befürchte ich, dass sie to big to save sein könnten.
Sprich, dass obwohl eine Staatspleite von Italien die Weltwirtschaft in die schwerste Kriese seit 90 Jahren stürzen dürfte, es selbst der EU schwer Fallen dürfte Italien zu retten. Vor allem wenn durch Corona gerade eine Weltwirtschaftskriese beginnt, die den Spielraum der einzigen Staaten stark einschränkt.

Bleibt zu hoffen, dass Italien sich noch lange genug hält und in Oval Office wieder ein vernünftiger Präsident ist. Dann gibt es vielleicht die Chance wenn die beiden größten Wirtschaftsräume der Welt(USA und EU) in ein gemeinsamen Kraftakt eine der größten Volkswirtschaften der Welt zu retten. Vielleicht kriegt man auch noch China und Japan mit ins Boot um die 4 größten Wirtschaftsräume zu haben.
Da eine Pleite von Italien, weltweite auswirkungen hätte.

"Bloß kein Geld für Italien"

hardbreak, Ort, Mittwoch, 25. März 2020, 01:31 (vor 62 Tagen) @ tim86

Das Geld wäre für die Gläubiger aber nur weg gewesen, wenn sie zugestimmt hätten. Ansonsten hätten die USA(in Falle einer Klage der Gläubiger) dafür gesorgt, dass Grichenland zahlt oder aber im Welthandel außerhalb der EU isoliert sind.

Was Italien angeht befürchte ich, dass sie to big to save sein könnten.
Sprich, dass obwohl eine Staatspleite von Italien die Weltwirtschaft in die schwerste Kriese seit 90 Jahren stürzen dürfte, es selbst der EU schwer Fallen dürfte Italien zu retten. Vor allem wenn durch Corona gerade eine Weltwirtschaftskriese beginnt, die den Spielraum der einzigen Staaten stark einschränkt.

Die Italiener haben mehr Geld wie wir.
Ein Lastenausgleich aller Adenauer wäre ohne Probleme möglich.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Verm%C3%B6gen_pro_Kopf

Bleibt zu hoffen, dass Italien sich noch lange genug hält und in Oval Office wieder ein vernünftiger Präsident ist. Dann gibt es vielleicht die Chance wenn die beiden größten Wirtschaftsräume der Welt(USA und EU) in ein gemeinsamen Kraftakt eine der größten Volkswirtschaften der Welt zu retten. Vielleicht kriegt man auch noch China und Japan mit ins Boot um die 4 größten Wirtschaftsräume zu haben.
Da eine Pleite von Italien, weltweite auswirkungen hätte.

Die einen sind deutlich Ärmer wie die Italiener (ich frag mich immer wie man das der eigenen Bevölkerung erklären soll) und die anderen haben nochmals deutlich eine höhere Staatsverschuldung wie Italiener.

"Bloß kein Geld für Italien"

Lattenknaller @, Madrid, Dienstag, 24. März 2020, 19:03 (vor 63 Tagen) @ Jurist81

Das Geld schuldete (und schuldet noch immer) Griechenland. Und die Käufer der Anleihen sind nicht nur Banken, sondern Versorgungswerke, Versicherungen und Privatpersonen.

Die an den Zinsen - im Gegensatz zu deutschen Anleihen - Geld verdient haben. Ist komplett in Ordnung, aber so wie Du das schreibst, klingt das wie ein komplett selbstloser Akt der Nächstenliebe.

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