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Unsere Bewertung - und die der Bayern (Fußball und Sport allgemein)

markus, Donnerstag, 22.10.2026, 17:54 (vor 4 Stunden, 12 Minuten) @ TerraP

Ich habe mal den Copilot gefragt, da ich diese Frage auch interessant finde.

„Der Gedankenfehler liegt aus meiner Sicht darin, dass du vom Unternehmenswert des FC Bayern auf den Wert einer frei handelbaren Minderheitsbeteiligung am BVB schließt. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Ein paar Punkte:

1. Die 4 Mrd. Euro beim FC Bayern sind keine Börsenbewertung

Wenn vom FC Bayern mit etwa 4 Mrd. Euro gesprochen wird, dann basiert das meist auf:
Forbes-Schätzungen,
Transaktionen mit strategischen Investoren (Adidas, Audi, Allianz),
Vergleichsbewertungen anderer europäischer Spitzenclubs.
Das sind Bewertungen, die ein strategischer Investor akzeptiert hat oder die Analysten schätzen.

Eine Börse funktioniert anders:
Dort gibt es täglich Käufer und Verkäufer.
Der Kurs spiegelt wider, was Investoren heute für die Aktie zahlen wollen.
Fußballaktien sind bei vielen Anlegern schlicht unbeliebt.
Deshalb kann ein Unternehmen theoretisch 2 Mrd. wert sein, aber an der Börse mit 500 Mio. gehandelt werden.

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2. Der BVB hat einen strukturellen Börsenabschlag

Investoren kaufen Aktien normalerweise wegen mindestens eines dieser Punkte:
steigende Gewinne
Dividenden
Übernahmefantasie
Einfluss auf das Unternehmen
Beim BVB ist fast alles davon schwach ausgeprägt.

Einfluss
Selbst wenn jemand 20 %, 30 % oder mehr Aktien kauft, kontrolliert er den Verein nicht wirklich.

Übernahmefantasie
Ein Käufer kann den BVB nicht einfach wie ein Industrieunternehmen übernehmen und anschließend nach Belieben umstrukturieren.
Die 50+1-Regel und die Vereinsstruktur begrenzen den Wert einer Kontrollmehrheit erheblich.

Erträge
Fußballclubs haben notorisch geringe Margen.
Wenn mehr Geld reinkommt:
steigen oft die Spielergehälter,
steigen Transferausgaben,
wird wieder investiert.
Für Aktionäre bleibt vergleichsweise wenig übrig.

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3. Der FC Bayern ist ökonomisch in einer anderen Liga

Der vielleicht wichtigste Punkt:
Viele Fans denken: Bayern ist vielleicht doppelt so groß wie Dortmund.
Ökonomisch ist der Abstand deutlich größer.
Der FC Bayern hat:
wesentlich höhere internationale Bekanntheit,
deutlich stärkere Sponsorenverträge,
eine über Jahrzehnte aufgebaute Dominanz,
regelmäßig Champions-League-Endrunden,
eine extrem stabile Ertragsbasis.
Bei globalen Marken entstehen oft sehr nichtlineare Bewertungen.
Beispiel:
Marke A macht 600 Mio. Umsatz.
Marke B macht 900 Mio. Umsatz.
Dann ist B nicht automatisch 50 % mehr wert, sondern manchmal 200 oder 300 % mehr wert.
Das sieht man auch außerhalb des Fußballs.

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4. Warum kauft dann niemand alle BVB-Aktien?

Das ist die spannende Frage.
Nehmen wir an, die Börse bewertet den BVB mit 350 Mio. Euro und jemand könnte tatsächlich alle Aktien für 600 Mio. Euro einsammeln.
Dann hätte er:
keinen vollständigen Zugriff auf den Verein,
keine Garantie auf hohe Gewinne,
keine sichere Exit-Möglichkeit,
kaum Synergien wie bei einem normalen Unternehmenskauf.
Die Frage lautet also nicht:
"Ist der Verein mehr wert als 600 Mio.?"
Sondern:
"Ist die frei handelbare Beteiligung für einen Finanzinvestor mehr als 600 Mio. wert?"
Und da lautet die Antwort des Marktes bislang offenbar: eher nein.

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5. Warum die Diskrepanz trotzdem so extrem wirkt

Meiner Meinung nach wird der BVB tatsächlich mit einem deutlichen Abschlag gehandelt.
Das liegt vor allem daran, dass Fußballaktien bei institutionellen Investoren einen schlechten Ruf haben:
schwer prognostizierbare Ergebnisse,
hoher Einfluss sportlicher Zufälle,
geringe Margen,
wenig Aktionärsrechte,
kaum Übernahmefantasie.

Dadurch landet der BVB in einer Art Bewertungsnische:
Für Fußballfans attraktiv, für klassische Kapitalmarktinvestoren kaum.
Deshalb kann gleichzeitig wahr sein:
Der BVB ist als Fußballmarke wahrscheinlich weit mehr wert als seine aktuelle Marktkapitalisierung suggeriert.
Die BVB-Aktie kann trotzdem jahrelang günstig bleiben, weil kaum jemand diese Art von Beteiligung besitzen möchte.

Kurz gesagt: Die riesige Lücke entsteht weniger dadurch, dass der BVB "nur" Dortmund ist, sondern vor allem dadurch, dass eine börsennotierte Minderheitsbeteiligung an einem Fußballclub für die meisten Investoren ein deutlich weniger attraktiver Vermögenswert ist als eine strategische Beteiligung an einer globalen Spitzenmarke wie dem FC Bayern. Das rechtfertigt vielleicht nicht das Verhältnis 4 Mrd. zu 300 Mio., erklärt aber einen großen Teil der Diskrepanz.“

Ich selbst finde die Aktie an sich uninteressant. Wachstumsmöglichkeiten sind kaum vorhanden. Sportlich kann es nicht mehr nach oben, wohl aber nach unten gehen. Dividendenwachstum gibt es auch nicht. Manchmal wird sogar gar nichts ausgeschüttet. Wenn das genügend andere Anleger ebenso sehen, kommt es zu einem entsprechenden Abschlag.


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