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Tradition ist kein Feuer das man bewacht, sondern eine Flamme die man weiterträgt (BVB)

Thor, Köln, Dienstag, 28.07.2026, 17:55 (vor 1 Tag, 0 Stunden, 42 Min.) @ Redaktion schwatzgelb.de

Ich verstehe die Sorgen und die Romantik im Artikel absolut. Das Westfalenstadion ist Heimat, Herzschlag und mit unzähligen Erinnerungen.
Aber wer die Zukunft ausschließlich als Bedrohung sieht, vergisst, dass auch das Westfalenstadion 1974 ein moderner, fast schon pragmatischer Zweckbau war, der erst durch uns Fans zu dem Mythos wurde, der er heute ist.
Wenn wir ehrlich sind: Früher haben die Menschen auch ihr Wasser aus dem Fluss geholt und mit Holz geheizt. Das hatte eine tiefe Tradition, Verbundenheit und Romantik – und trotzdem nutzt heute jeder ein modernes Badezimmer.
Wer sich aus lauter Angst um die Tradition neuen Möglichkeiten komplett verschließt, wird irgendwann kein Hüter der Geschichte mehr, sondern selbst Teil davon. Ich erinnere an die gute alte Telefonzelle, das Wählscheibentelefon oder Kaisers berühmter Satz: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“
Die Herausforderung besteht doch nicht darin, starr am Status Quo festzuhalten, sondern den Mut zu haben, den nächsten Schritt zu gehen – ohne die Seele zu verkaufen.
Ein größeres, modernes Stadion, finanziert über 30 Jahre auf einem stabilen, breiten Fundament aus Sponsoren und Dritt-Events, bedroht den sportlichen Erfolg nicht – es sichert ihn ab. Selbst Schlacke wird irgendwann über die Schulden hinwegkommen und die Einnahmen ihrer Turnhalle gewinnbringend nutzen.
Der Unterschied ist aber doch: der BVB kann aus deren Fehlern lernen und es von Tag eins an schlauer, nachhaltiger und vor allem eigenkapitalstärker aufbauen.
Wenn wir eine 35.000er-Südtribüne unantastbar machen, die Ticketpreise an der Basis sichern und drumherum Einnahmen im VIP- und Eventbereich maximieren, dann opfern wir die Fankultur nicht – wir rüsten sie für die nächsten 50 Jahre auf.
Oder um es mit ein paar wahren Worten auf den Punkt zu bringen:

„Wer nichts verändern will, der wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.“ — Gustav Heinemann

„Veränderung ist das Gesetz des Lebens. Diejenigen, die nur auf die Vergangenheit oder die Gegenwart blicken, werden die Zukunft verpassen.“ — John F. Kennedy

Und am Ende schwebte über solchen Grundsatzdebatten schon immer die hartnäckige Weisheit: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“
Wir müssen keine Angst vor der Zukunft haben, solange wir sie selbst gestalten. Der Verein Borussia Dortmund und seine Fans sind stark genug für 100.000 Menschen in einen Stadion – und eine neue Gelbe Wand bleibt das Herz, egal wie groß die Hülle drumherum ist oder wo die Hülle steht.


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