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Illegales IPTV genutzt? Vorladung der Polizei (Fußball und Sport allgemein)

davidd, München, Samstag, 25.07.2026, 10:35 (vor 10 Stunden, 22 Minuten) @ Eastwood

Aber auf dieses Gehampel mit drei unterschiedlichen Anbietern und dann ist doch nicht alles dabei, hatten die schlicht keinen Bock.

Ein Teil des Problems ist halt hausgemacht. Ich war mehrfach Sky-Kunde und hatte jedes Mal das Gefühl, dass dort noch immer die Vertragslogik der 90er herrscht: lange Laufzeiten, komplizierte Kündigungen, Rücksendestress, ständig wechselnde Rabattmodelle und am Ende weiß niemand mehr, ob er gerade einen fairen Preis zahlt oder nur deshalb mehr bezahlt, weil er nicht drei Mal gekündigt hat.

Gleichzeitig zahle ich völlig problemlos für Dienste wie Spotify oder auch BVB TV. BVB TV ist für mich sogar der absolute Sweet Spot. Ich komme meistens ohnehin nicht dazu, die Spiele live zu sehen. Also schaue ich sie später – spoilerfrei und ganz in Ruhe – wenn hier alle schlafen. Für einen fairen Preis bekomme ich genau das, was ich möchte: alle Dortmund-Spiele, unkompliziert und ohne Vertragsakrobatik. Dafür zahle ich wirklich gerne.

Was ich ablehne, sind Geschäftsmodelle, bei denen ich mich als Kunde eher wie ein (verarschtes) Vertragsobjekt als wie ein Kunde fühle.

Das eigentliche Problem: Es gibt schlicht keine echte legale Alternative. Wenn mir VW nicht mehr gefällt, kaufe ich halt einen KIA. Wenn mir Spotify nicht gefällt, gehe ich zu Apple Music oder Deezer. Aber wenn mir Borussia Dortmund am Herzen liegt und ich die Spiele live sehen möchte, kann ich eben nicht einfach den Anbieter wechseln. Wer nicht jedes Wochenende ins Stadion fahren kann, hat faktisch nur die Wahl, dieses System zu akzeptieren oder auf seinen Verein zu verzichten.

Das macht illegales IPTV weder legal noch richtig. Aber ich kann zumindest nachvollziehen, warum manche Menschen irgendwann sagen: „Dieses System möchte ich nicht mehr unterstützen.“ Aber komplett auf Bewegtbilder seines Herzensvereins kann man auch schwer verzichten. Und solange die Antwort der Rechteinhaber nicht ein besseres, einfacheres und faireres Angebot ist, sondern noch mehr Exklusivität, noch mehr Zersplitterung und noch mehr Vertragskonstrukte, wird das Problem aus meiner Sicht eher größer als kleiner werden.

Spotify hat die Musikpiraterie massiv reduziert. Netflix hat Tauschbörsen und illegale Streamingportale jahrelang weitgehend zurückgedrängt. Weil das legale Angebot plötzlich einfacher, fairer und bequemer war als das illegale.

Wenn morgen Amazon Prime mit genügend Geld aus der Deckung käme und für einen fairen Preis, monatlich kündbar alle Spiele aus einer Hand anbieten würde, bin ich überzeugt, dass der IPTV-Markt innerhalb kürzester Zeit so gut wie tot wäre.

Wir investieren zu viel Energie in die Bekämpfung der Symptome und zu wenig in die Frage, warum Menschen überhaupt nach solchen Alternativen suchen.


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