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"DFB ist auf mich zugekommen!" Jürgen Klopp im MagentaTV-Interview (BVB)

donotrobme, Münsterland, Samstag, 04.07.2026, 15:38 (vor 16 Stunden, 24 Minuten) @ Motzki09

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Magenta TV dürfter der einzige Gewinner der WM aus Deutschland sein.


Ja. Eventuell noch Robin Dutt. Da gab es ein Interview, wo er daran erinnert hat, dass er 2013 oder so scharf dafür kritisiert wurde für die Aussage: es fehlen 9er und AVs. Vorgespult zu 2026: wir haben keine AVs (OK, wir durch die Jungfrau zum Kind ist evtl. Brown aufgetaucht), und 9er haben wir seit Miro Klose (auch Zufallsprodukt) und von mir aus noch Mario Gomez nicht mehr wirklich (von einem gewissen Format).

Ich bleibe dabei, diese ganze Suppe hat uns noch der Pattex-Jogi mit seiner Fixierung auf das TikiTaka von Spanien eingebrockt. Das kopieren zu wollen war ein fataler Irrweg unter dem wir noch lange leiden werden.

Hat der DFB zu lange an Löw festgehalten?
Mit Sicherheit.

Ist es aber seine Schuld, dass Deutschland zu wenige Talente auf Topniveau rausbringt?
Mit Sicherheit nicht.

Der deutsche Fußball hat meiner Ansicht nach gar nicht so lange auf Tiki-taka festgehalten. Vielmehr wurde zu lange auf Pressingverhalten geachtet. Bundesligaspieler mussten quasi nur noch rennen können und gedankenschnell sein. Der klassische Ballbesitz ist doch schon lange ein Nachteil in der Bundesliga, trotzdem werden Spielanteile gemessen, um zu zeigen, welches das angeblich bessere Team war. Das ging sogar soweit, dass der frühere Schalketrainer Tedesco absichtlich Fehlpässe forderte, um diese Pressingsituationen zu provozieren.
Wie viele kreative deutsche Spieler gibt es noch in der Bundesliga?

Dann kommt noch hinzu, dass sich mit Talenten viel Geld verdienen lässt. Aber die müssen nicht aus Deutschland kommen und die sollen auf Anhieb funktionieren. Folglich schafften es nur bestimmte Spielertypen in den Profifußball. Kleine, schmächtige Spieler, denen man nahelegen würde, mal paar Gewichte zu stemmen, fielen durch. Manche von denen konnten im Ausland ihre Karriere retten und durchstarten.
So wie es Groß, so wie Undav, ein Goosens oder ein getan haben.
Sie passten nicht zum deutschen Fußball und konnten quasi nur woanders reifen.

Diese starre Regelungen im Jugendfußball, mit der Einteilung in Geburtsjahren fördert, dass Spieler mit Geburtstag im Spätsommer bis Herbst, bessere Chancen haben als Spieler aus dem Frühjahr. In Frankreich wird nicht so stark darauf geachtet, vor allem nicht, wenn der Spieler technisch gut, aber schmächtig ist. Hier fällt solch ein Spieler durchs Raster und kleine, technisch starke Dribbler sind selten geworden.

Hinzu kommt eben diese hire&fire Mentalität in der Bundesliga. Ein, zwei schlechte Monate und ein Trainer ist weg. Wie soll da was aufgebaut werden? Ein Trainer setzt in solch einem Fall eher auf den erfahrenen, fehlerunanfälligen Spieler als auf ein Talent. Egal, ob dieser es schaffen wird, paar Fehler von dem und der Trainer ist seinen Job los. Was will ein Verein aufbauen?
In England haben sie an Arteta festgehalten als es bei Arsenal nicht so gut lief. Ein Amorim durfte über Monate bleiben.
Hier werden sie gleich entlassen und dann stellt man fest, dass es mittelfristig nicht besser wird.

Und dann ganz heikles Thema: Das hat doch früher auch schon funktioniert.
Was musste Klinsmann für eine Kritik einstecken, als er Terrabänder zum Aufwärmen mitbrachte. In den USA machen die Atheleten alle Yoga zur Steigerung der Beweglichkeit, hier wird im Doppelpass gleich darüber gelästet, wie mimosenhaft dies doch sei. Wo bleibt der Medizinball?
Dasselbe hast du auch bei Spielen im Jugendbereich. 2 Bälle auf Kleinfeld und man zählt nicht, wer wie viele Tore schießt? Undenkbar. Wo ist der Wettkampfgedanke?
Das du damit häufiger Spielsituationen schaffst und damit effektiver trainiert wird, wird übersehen. Nur Übung macht den Meister, es kann aber nur einer den Ball haben.

Unter solchen Umständen ist die Jugendausbildung und die zur Durchlässigkeit in den Profifußball so schwer, aber so bitter nötig.
Beispiel BVB: Regelmäßig spielt der Verein um deutsche Meisterschaften im Jugendbereich, trotzdem kann sich kaum ein Talent im Profifußball durchsetzen. Es ist auch quasi egal geworden, die Titel im frühen Teeniealter holt, dann holen sich die Vereine eben die guten Talente mit 15 oder 16 und hoffen darauf, dass einer zu Geld wird. Auch hier wurden all die Talente gefeiert, dabei kamen sie alle erst im späten Ausbildungsalter zum BVB. Was der Verein vorher mit seinen Talenten macht, ist dann quasi egal.

Die Probleme im deutschen Fußball sind viel tiefergehend als ein bloßes zu langes Festhalten an einer Spielidee.


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