schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Real - Bayern in der CL! Was meint ihr, wie geht es aus? (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Mittwoch, 08.04.2026, 20:08 (vor 8 Stunden, 23 Minuten) @ koom

Real hat in den letzten 18 Saisons (diese eingerechnet) nur fünf mal die Meisterschaft geholt, bei der Copa siehts nich besser aus. In der gleichen Zeitspanne sind sie sechs mal CL Sieger geworden. Der Spielstil Barcas passt mMn. einfacher besser wenns gg die vermeintlich Kleinen geht.


...und der Umkehrschluss: Reals Spielweise/Charakter passt besser zu den "großen" Spielen.

DAs ist ja auch die Kunst: Du musst eine Spielweise habe bzw. genügend Wege, um in Spitzenspiele gegen gleichwertige Mannschaften defensiv wie offensiv Optionen zu haben. Und das muss dann auch funktionieren, wenn du gegen eine Mannschaft antrittst, die 11 Verteidiger auf dem Feld hat.

Auf den BVB gemünzt: Ich wünsche mir weiterhin sehr einen echten Standardspezialisten. Das kann entweder sowas sein wie Leverkusens Grimaldo, der aus ruhenden Bällen eine hohe Gefahr entwickelt - aber das kann auch bspw. ein richtig guter Standardtrainer sein, der dann der Mannschaft gute Varianten und Spezialtraining mit gibt.

Aber nochmal zurück zu dem Thema:

Guardiola wird durchaus immer vorgeworfen, dass seine Spielidee sehr gut ist um speziell auch kleine Gegner konstant besiegen zu können. Aber das er in "großen" Spielen scheitert. An sich eine müssige Diskussion, CL hat er ja geholt. Aber bei dem Geld- und sonstigen Einsatz, den er zeigt, überraschend selten (2mal Barca, 1x ManCity). Aber so richtig beständig die CL gewinnt eigentlich nur Real Madrid. Und deren Spielansatz ist - sagen wir mal: zynisch. Du kannst sie nicht runterbrechen auf eine Philosophie. Charakteristisch ist eher, dass jeder einzelne Spieler von der einen auf die andere Minute plötzlich 2 Gänge hochschaltet und seine individuelle Klasse ausreizt. Wo vorher das Spiel 20-30 Minuten dahinplätscherte, drückt das ganze Team plötzlich ein hartes Gegenpressing, geht wahnsinnig in 1-gegen-1 Duelle, alles fährt hoch. Und diese Charakteristik gabs schon bei Mourinho, Del Bosque, danach auch Zidane und wer auch immer.

Ich denke, diese Linie wird generell sehr stark durch die Kaderzusammenstellung bestimmt, die vor allem extreme Individualisten ins Auge fasst und keine typischen Mannschaftsspieler, die da eine Rolle erfüllen. Also lieber einen eigensinnigen Solisten wie Mbappe, Vini Jr., Bellingham - und dadurch, dass die ganze Mannschaft so gestrickt ist, entsteht dort ein gegenseitiger Druck und Ansporn.

Wobei Pep mit Barça jedes Jahr mindestens einen Titel holte und die CL in vier Jahren zweimal gewann. Das war schon ungewöhnlich gut.

Die CL-Bilanz bei ManCity hingegen sieht da (ähnlich dem PSG) eher mau aus. Einmal in all den Jahren ist bei allem was man an Argumenten vorbringen mag beim getätigten Mitteleinsatz mAn zu wenig. Und in diesem Jahr hatte er wie bei Barça die nahezu perfekte Mannschaft beisammen.

So ganz ohne Spielidee sehe ich Real übrigens nicht. Zumindest was die jüngere Vergangenheit anbelangt, als man quasi Dauergewinner der CL war. Natürlich nicht vergleichbar mit Barça oder von Pep oder Kloppo trainierten Teams. Aber in dieser Phase hatte man stets ein Grundgerüst an System/Formation und Aufgabenverteilung, ganz gleich ob nun unter Zizou oder Ancelotti. Ein klares 4-3-3 mit dem Herzstück des Hyper-Mittelfeldes Kroos-Modrić-Casemiro, bei dem jeder seine Aufgabe hatte und diese auch wahrnahm. Innerhalb dieses Grundgerüsts konnte die Spielweise und taktische Ausrichtung sehr pragmatisch variieren. Die Klasse dieser Spieler gewährleistete auch, dass dies die unterschiedlichen Ausrichtungen auch beherrschten. Ein Trainer, der daran etwas ändern wollte, scheiterte. Oder vielleicht besser ausgedrückt, die Mannschaft ließ ihn scheitern.

Das Mittelfeld der Superklasse ist Geschichte und der fließende Übergang zu den Nachfolgern hat nicht so funktioniert wie erhofft. Da ist schon eine ziemlich große Lücke entstanden. Geblieben ist sicherlich die Fokussierung auf die individuelle Klasse der Spieler. Insofern fand ich es gelinde gesagt erwas befremdlich, dass Real einen ‚Konzepttrainer‘ wie Xabi Alonso verpflichtete. Dass dieser die diversen Individualisten (und Diven) in ein spielerisches Konzept mit Rollenverteilungen würde bringen wollen und dabei jeden Spieler als Teil des Ganzen ansehen würde, musste den Real-Bossen eigentlich klar gewesen sein. Genauso, dass dies zu Konflikten zwischen Trainer und diversen Statspielern führen würde.

Aber vielleicht sollte Alonso ja auch anderes auf die Beine stellen, weil man die Konstellation der Vorgeneration als nicht kopierter angesehen hat. Wozu es allerdings ganz anderer Spielertypen benötigt hätte. Was die Clubführung mit Sicherheit nicht mitmachen würde. Kloppo wusste schon, warum er Sirenenrufe der Königlichen stets ignoriert hat.

Was Real braucht ist kein Trainer oder Fußballlehrer, sondern eine Art Regisseur, der seine (Schau-)Spieler glänzen lässt und sich selbst zurücknimmt.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


schwatzgelb.de unterstützen

1559817 Einträge in 16732 Threads, 14374 registrierte Benutzer Forumszeit: 09.04.2026, 04:32
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln