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Historischer Einwurf (BVB)

Gerling, Hoppecke, Mittwoch, 18.02.2026, 23:07 (vor 1 Stunden, 49 Minuten) @ Schoeneschooh

Was für eine abgrundtief schlechte Musik, da bin ich bei dir.

Aber jedem das seine>


Google den Spruch mal in Zusammenhang mit der NS-Zeit und entscheide dann für dich, ob du ihn ggf. aus deinem Sprachgebrauch streichen möchtest. Mir war das bis vor ein paar Monaten nicht bewusst und ich verzichte nun darauf. Muss aber jeder selbst entscheiden.

Ganz spannendes Thema. Der Missbrauch durch die Nationalsozialisten ist so ziemlich das zynischste, was man mit Sprache machen kann - hier wird ein jahrtausendealter Rechtsgrundsatz (siehe dazu Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Jedem_das_Seine ) in einer Art und Weise verwendet, dass es der menschenverachtenden Ideologie des NS dient.

Sollte man das Sprichwort, das in seinem Ursprung eigentlich eher auf gerechten Lohn bzw. Anerkennung im positivsten Sinne von "jeder soll das, was er sich redlich verdient hat, auch bekommen" abzielte, nach dem Missbrauch durch die Nationalsozialisten nun nicht mehr verwenden?

Ich würde mir Begriffe, die von den Nazis missbraucht worden sind, die im Ursprung aber etwas ganz anderes bedeuteten, nicht von diesen vereinnahmen lassen wollen. Am Ende geht es aber wie immer um Bewusstsein und einen reflektierten Umgang mit Sprache.

Für die, die darüber noch mehr lesen wollen, ein Lesetipp: Von Matthias Heine gibt es das Buch "Verbrannte Wörter: Wo wir noch reden wie die Nazis - und wo nicht". Darin sind auch Wörter wie "Aktion" (im NS immer ein Codewort für Massenerschießungen oder Säuberungen, z.B. Aktion T4 oder Aktion Reinhardt) oder "betreuen" - ein zynischer Euphemismus für die Ermordung von Juden (Heine zitiert einen Tätigkeitsbericht der SS von 1942: »Die Judentransporte trafen in regelmäßigen Abständen in Minsk ein und wurden von uns betreut. So beschäftigten wir uns bereits am 18. und 19. 6. 1942 wieder mit dem Ausheben von Gruben im Siedlungsgelände.« (S. 45, Kindle Edition).


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