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Kosten Polizeieinsatz (Spieltage)

Matze_82, Rheinhessen, Samstag, 14.02.2026, 10:38 (vor 3 Stunden, 3 Minuten) @ DomJay

Wenn mal wieder über die Überstundenbelastung der Polizisten in den Hundertschaften gestöhnt wird und das Land NRW mit Weiterreichung der Kosten drohen sollte, kann man ja mal den gestrigen Abend nehmen, um exemplarisch den Sinn und die Verhältnismäßigkeit abzufragen.

Da waren vor der Nord ja so viele Bullerei-Bullis wie ich es sonst nur von Derby kenne. Da fehlte eigentlich nur der obligatorische Wasserwerfer. Was soll dieser Schwachsinn? Es gibt keine "ritualisierten" Feindschaften zur Mainzer Szene, bei denen darüber hinaus auch nicht völlig überraschend war, dass sie das in eine karnevalistische Mottofahrt verwandelt haben.

Dieses Aufgebot erschließt sich mir absolut null.

Der öffentliche Dienst baut seit Jahren massiv Stellen auf, so ganz generell gesprochen, und nicht alle davon sind wertschöpfend, mal so ganz wertfrei gesagt, während jedes Jahr zehntausende Industriejobs dauerhaft verlagert (nicht gestrichen, weil das in der Öffentlichkeit immer gerne als "gestrichen" beschrieben wird) werden. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch eine politisch aktiv angetriebene Form von "de-stressnig" ist, damit nicht zu viel Unruhe im Volk aufkommt, bietet man nette Jobs im öffentlichen Dienst an. Dass diese Rechnung auf Dauer natürlich nicht aufgehen wird, rein volkswirtschaftlich, steht auf einem anderen Blatt, aber was interessiert das die jeweils aktuell im Amt stehenden Leute, was in 5 oder 10 Jahren ist?
Könnte mir gut vorstellen, dass man jetzt einfach auch was machen muss, mit all den Polizei-Beamten, um bei dem Beispiel zu bleiben. Da bietet sich ein Bundesliga-Spiel an, um alle mal mit einem Marschbefehl zu versehen.

Du meinst, es gebe zu viele Polizeibeamte? Das wäre dann mal der größte Blödsinn seit langem.

Ich habe diese Heeresgruppen von Beamten vor der Nordtribüne auch bereits seit geraumer Zeit wahrgenommen. Selbst bei Spielen, wo der Gegner im Grunde ohne Auswärtsfans kommt. Offenbar hat man ausreichend Kapazitäten bei der POLNRW, wie ließe sich das sonst erklären?


NRW dürfte gut 40K Polizeibeamte haben. Von den Überstunden fange ich jetzt gar nicht erst an. Wenn dann 100 oder 200 (oder selbst 500) vor der Nordtribüne stehen ist das jetzt vielleicht dem Anlass nicht angemessen oder überzogen, aber dennoch keine hohe Anzahl - selbst wenn noch zahlreiche Parallelveranstaltungen stattfinden sollten.


Grundsätzlich halte ich es auch für richtig, ausreichend Personal an Polizeibeamten vorzuhalten, ähnlich wie bei Kita-Mitarbeitern, Lehrern usw.
In NRW sind ungefähr 60k Polizeibeamte in Summe beschäftigt, enthalten sind hier aber auch die Bürojobs (aktuell werden 3.000 Stellen pro Jahr in NRW neu bewilligt). Die Überstunden der Beamten glaube ich allerdings gerne sofort, man sieht ja auch im öffentlichen Raum nicht selten die völlige Fehlallokationen der eingesetzten Kräfte, wie Sascha berichtet, wohl auch gestern Abend. Daran kann der Beamte auf der Straße auch nichts ändern, habe einen in der entfernten Familie, der erzählt mir immer seine Schoten und wie die Kollegen einen Brass auf die Führung haben. Und wenn ich dann so an das ein oder andere Video aus dem Alltag denke, beispielsweise das aus Arnsberg von vor ein paar Wochen, wo dann 5-6 Streifenwagen zusammengezogen werden um einen betrunkenen Mann mit Dachlatte im Anschlag unter Kontrolle zu bringen, dann ist nachvollziehbar, dass der Apparat in Summe einfach mit der Arbeitszeit überhaupt nicht mehr klarkommen kann. ;-) :-P


Wieviele wären denn deiner Meinung nach angemessen, um einen Betrunkenen mit Dachlatte unter Kontrolle zu bringen?


Ein Streifenwagen à 2 Beamte. Ein kräftiger sauerländischer Landwirt würd's aber auch alleine hinkriegen.


Das ist absoluter Blödsinn. Im Vordergrund steht als erstes Eigensicherung und nicht heldenhaftes eins-gegen-eins-ich-bin-ein-echter-Mann-Getue.
Ich geh auch nicht davon aus,dass Arnsberg grade ne Großlage hatte, deswegen werden die auch einfach verfügbar gewesen sein.
Und der sauerländische Landwirt wird das vielleicht hingekriegt haben, vielleicht hätte er auch die Dachlatte an den Schädel geknallt bekommen,wäre doof hingefallen und liegt dann mit Hirnblutungen im künstlichen Koma.

Du meinst 4 ausgebildete Cops mit Schusswaffe sind zu wenig für einen wild gewordenen Dorftrottel?

Dann haben wir definitiv ein Qualitäts und kein Quantitätsproblem.

Aber manche sind halt eher bei der Einstellung "viel hilft viel"


Nur weil der Betrunkene doppelt sieht, werden aus 1 Streifenwagen mit 2 Beamten in echt keine 4 ;)

Daneben, gut das die ne Waffe haben. Damit stimmt es, zwei Beamten können das Thema sehr schnell und permanent lösen. Nur will das eher niemand oder?


Also der Vorgang hat im Nachgang zu ordentlicher Verunsicherung der Bevölkerung geführt, eben weil es fast 30 Minuten gedauert hat, bis man den marodierenden, schmächtigen Mann stoppte.


Und zu was hätte es geführt, hätte man ihn erschossen? Wahrscheinlich zu deutlich mehr Betroffenheit.

Und mehr Aufwand und Kosten nebenbei. Bestatter, Tatortreiniger, Anwälte, Richter usw.

So ist es. Deeskalation, zahlenmäßige Überlegenheit und Beachtung der Eigensicherung schützt die eingesetzten Kräfte und am Ende auch den Störer. Wie robusteres Auftreten ausgehen kann zeigten ja beispielsweise die Amateure von ICE in den USA. Dann lieber ne halbe Stunde Einsatz als 4 Sekunden Ballern.


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