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Bibel als Fundament (BVB)

Nietzsche, Freitag, 04.07.2025, 00:06 (vor 195 Tagen) @ nico36de

So jemand ist nicht wirklich gläubig. Sein Leben basiert nicht auf der Religion, sondern auf anderen Werten.


Du merkst aber schon, dass du genau das tust, was du religiösen Menschen vorwirfst? Du stellst deine Sichtweise auf die Welt als absolute Wahrheit dar.

Ich glaube, Du missverstehst, was ich zu sagen versuche. Ich fälle doch gar keine Urteile, ich werte überhaupt nicht. Ich mache einfach nur eine Fallunterscheidung.
Was passiert, wenn Glaubenssätze mit anderen Werten kollidieren? Das ist doch eine ganz alltägliche Erfahrung.
Und dann ist die Frage, was Leute höher schätzen, die Regeln der Religion oder die aus Gesetzen und Vernunft?

Wenn jemand die Bibel liest und nur die Teile für sich annimmt, die er mit seinem vernünftigen, modernen, toleranten Weltbild verbinden kann, dann ist doch sein Grundwert nicht die Religion. Er weiß schon vorher, was gut und richtig ist.
Seine Werte und sein Leben basieren also nicht auf seiner Religion, sondern auf etwas anderem.
Das ist keine Wertung, das ist eine logische Notwendigkeit.

Ich verstehe gerade nicht, wie Du daraus einen Vorwurf konstruieren kannst.

Finde ich selbst als jemand, der mit Religion rein gar nichts anfangen kann, deutlich unangenehmer als eine ganze Reihe von mir gut bekannten religiösen Menschen (u.a auch ein evangelischer Pfarrer), die da sehr viel toleranter sind und nicht im Traum auf die Idee kämen, so kleinkariert zu denken.

Wie gesagt, ich glaube, Du hast irgendwas falsch verstanden oder ich habe es unklar ausgedrückt. Eine Fallunterscheidung ist nichts von dem, was Du mir vorwirfst.

Was ist an einem Glauben denn erst(haft), wenn ich jederzeit Teile davon ignorieren kann, weil meine eigentlichen Grundwerte etwas anderes sagen? Dann bin ich doch in erster Linie nicht gläubig und nehme nur die Dinge an, die ich sowieso schon richtig finde.


Ganz abgesehen davon, dass Glauben und Religion nicht das Gleiche sind: nenn mir doch einmal auch nur drei maßgebliche Grundwerte des evangelischen Glaubens, die man missachten müsste, um ein deinen Maßstäben entsprechendes Leben zu führen.

Ich mache solche Wertungen gar nicht. Ich habe gar keine Maßstäbe.

Deine "Argumentation" ist auf dem Niveau der Extremisten in allen Religionen, die keinerlei Toleranz kennen und darauf beharren, dass man nur gläubig ist, wenn man ihrer Interpretation der religionsprägenden Märchenbücher folgt.

Ok, nehmen wir an, jemand sagt, er sei gläubig. Nu steht in der Bibel, man solle dem Sklaven geben, was des Sklaven sei. Der Gläubige denkt, dass Sklaverei eine schlechte Sache ist und das irgendwie anders gemeint sein muss, bzw. man es anders verstehen soll.
Wie kommt der darauf? Er muss doch irgendeinen inneren Kompass haben, der ihm sagt, dass Sklaverei falsch ist. Und der Kompass gewinnt bei Lebensentscheidungen gegen die Ansichten in der Bibel.
Jetzt kann derjenige zwar sagen, er sei gläubig, aber was bedeutet das eigentlich? Wenn er seine Religion überprüft, ob sie überhaupt zu seinem Kompass passt?

Gerade für vernünftige Menschen ergeben sich bei Religionen doch ständig Probleme. Einige Beispiele:
Gott hat alles erschaffen? Also auch das Böse. Wieso? Was soll das?
Gott ist allmächtig. Kann er einen Stein erschaffen, den er selber nicht heben kann? Das ist logisch nicht auflösbar. Allmacht ist ein unlogisches Konzept.
Warum tut Gott nichts gegen furchtbares Leid? Kann er nicht oder will er nicht?
Soll ich die Bibel wörtlich befolgen oder auslegen? Und woher weiß ich, was wie auszulegen ist? Warum steht das da nicht?
Wenn Gott einen Plan für alles hat, wieso dann beten?
Gab es die Sintflut? Falls ja, was war mit Fischen?

Die Liste ist endlos. Wenn man von sich sagt, man sei gläubig, muss man damit doch irgendwie umgehen. Und wenn man einige Dinge zur Seite legt, weil sich doch arg altertümlich anfühlen, dann heißt das doch nur, dasss man bereits ein funktionierendes Wertesystem hat. Was genau tut dann die Religion und was bedeutet gläubig?

Dieses logische Problem ergibt sich doch auf jeden Fall.
Und entweder gewinnt dann das, was in der Bibel steht oder mein moralischer Kompass, bzw. die Vernunft.

War das besser verständlich? Oder siehst Du immer noch Gründe für Vorwürfe?


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