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Bayern immer gefährlich, aber ohne Aura. (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Mittwoch, 19.02.2025, 12:07 (vor 336 Tagen) @ koom

Man kann sagen, was man will, aber Salidhamdzic/Kahn haben irgendwie eine Ära beendet der unverwundbaren Bayern. Sicherlich holen sie noch Meistertitel, aber als Einäugiger unter den Blinden. Will auch nicht sagen, dass diese Bayern "schlecht" sind, aber sie sind recht weit davon entfernt, diese bittere Todesmaschine zu sein, die sie jahrzehntelang waren.

Man sollte dabei nie vergessen, dass Brazzo und Oli die beiden Kandidaten waren, auf die sich Uli und Kalle verständigt hatten.

Kalle hatte sich ja dann völlig zurückgezogen, während Uli ‚einfaches‘ Aufsichtsratsmitglied blieb. Und sämtliche auch nur einigermaßen relevanten Entscheidungen des Vorstands müssen bei den Bayern vom Aufsichtsrat genehmigt werden. D.h. Insbesondere Spieler-/Trainerverpflichtungen, Trainerdemissionen, Vertragsverlängerungen, etc. Was bedeutet, dass Uli Hoeneß z.B. über die später gerade von ihm viel kritisierten Vertragsverlängerungen einschließlich teils massiver Gehaltserhöhungen für Goretzka und Co informiert war und sie mit einem Veto hätte verhindern können.

Entscheidend für die von Dir geschilderte Entwicklung waren in meinen Augen die Trainerwechsel zu Flick und dann Nagelsmann. Beginnend mit dem zweiten Flick-Jahr, nachdem Thiago die Bayern verlassen hatte, begann die Vernachlässigung der defensiven Absicherung im Mittelfeld der Bayern. Symbolisiert dann durch die Besetzung des defensiven/zentralen Mittelfeldes mit Kimmich und Goretzka, die auch der Nationalmannschaft nicht gut getan hat. Nagelsmann hat aus seien Erfahrungen bei Bayern als Bundestrainer dann durchaus selbstkritisch ja auch seine entsprechenden Konsequenzen gezogen.


Der Grund dabei für mich ist die Unfähigkeit, hinten unüberwindbar zu sein. Das hat nicht mal was mit der puren Qualität der Spieler zu tun, sondern eher so ein genereller "Bruder Leichtfuß"-Modus, der dafür sorgt, das man eigentlich bei einem Angriff gegen die Bayern nicht mehr diese Ausweglosigkeit der Situation spürt, sondern - manchmal nur mit etwas mehr Glück - recht nah an eine gute Torchance kommt.

Kompany nimmt dieses Risiko voll in Kauf. Die Mannschaft soll sehr hoch stehen und durch Pressing und schnelles Passspiel den Gegner gar nicht erst zum Atmen kommen lassen. Sollte dennoch ein Ballverlust vorkommen, muss sofort das Gegenpressing greifen. Die letzte Abwehrlinie noch vor der Mittellinie bilden nur die beiden Innenverteidiger. Dahinter dann als Art Libero ein hochstehender Keeper.

Greift das Gegenpressing nicht oder dem Gegner ist es gelungen ein strategisch günstiges Areal in der eigenen Hälfte zu besetzen, dann hebelt ein Steilpass aus der gegnerischen Hälfte auf einen durchbrechenden schnellen Stürmer die gesamte Bayerndefensive aus, zumal die Außenverteidiger im Kompany-System auch sehr hoch stehen sollen. Dann kann man nur noch auf die Schnelligkeit der zurückeilenden Innenverteidiger oder des hochstehenden Keepers setzen. Was dann durchaus auch eine trügerische Hoffnung sein kann.


Ich mache da viel an Kimmich fest, der zwar tolle Pässe spielt und ein grandioses Auge dafür hat, aber einfach kein Sechser ist, der da hinten Sicherheit verbreitet. Wenns brennt, ist er nie da. Oder manchmal sogar der Auslöser des Brandes.

Den Konkurrenten der Bayern kann gar nicht besseres passieren als eine Vertragsverlängerung Kimmichs. Denn der wird sich seine Postion auf dem Feld („Ich bin ein Sechser“) in den Vertrag schreiben lassen.

Kimmich ist ein guter rechter Außenverteidiger und er kann ein sehr guter 8er sein. Aber ein absichernder (und aus der Tiefe aufbauender) 6er ist er nicht. Zumal er schlicht seine Position nie hält. Er will immer alles machen und überall eingreifen. Klar, seine Chipbälle haben schon Klasse und seine Flanken durchaus auch. Aber sein Positionsspiel ist für einen Sechser einfach nicht passend. Er will aber auch keinen absichernden Spieler neben oder hinter sich. In Verbindung mit Kompanys Spielstil werden die Bayern insbesondere international Problem bekommen bzw. sie haben sie bereits. In der Bundesliga wird das von den Gegnern noch viel zu wenig ausgenutzt.

Tuchel hatte dies übrigens erkannt und thematisiert. Man hat dann sogar mit Palhinha einen absichernden Sechser mit einjähriger Verzögerung verpflichtet , aber Kompany will einen solchen Spielertyp nicht.

Das ganze Thema wird spannend bleiben und noch spannender werden.

Aber okay, wir haben unsere eigenen Probleme…


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