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Meyergustav, Ostercappeln, Samstag, 23.11.2024, 04:26 (vor 440 Tagen) @ Blarry

Mit den unterschlagen 27 Millionen, die ihm nachgewiesen wurden, hätte die Staatskasse 500 Fachkrankenpfleger ein Jahr lang bezahlen können. Aber wer braucht die schon. Kommt doch niemand zu Schaden, wenn Krankenhäuser unterbesetzt sind.

Als Steuerberater bin ich geneigt, zu erläutern, warum deine Ansicht nicht richtig ist. Die hinterzogenen Steuern resultierten aus sog. Spekulationsgewinnen, die er über einen relativ kurzen Zeitraum erzielt hat. Wir haben in Deutschland die Versteuerung nach Zeitabschnitten, nämlich nach Kalenderjahren bei der ESt. Bei Spekulationsgeschäften besteht im Gegensatz zu anderen Einkünften nicht die Möglichkeit, Verluste zurückzutragen. Hoeneß hat nämlich nicht aufgehört zu spekulieren, sondern sein Kapital aus den Spekulationsgewinnen innerhalb kurzer Zeit wieder verloren. Die Verluste konnte er aber nur in die Zukunft vortragen. Dieser Vortrag war nutzlos, da er mit den Spekulationen aufgehört hat. Auch wenn das Prinzip der Versteuerung nach Zeitabschnitten und des Verweigerns eines Verlustrücktrags nicht als verfassungswidrig angesehen wird, verstößt es doch faktisch gegen das Prinzip der Versteuerung nach der Leistungsfähigkeit, denn über den gesamten Zeitraum hat Hoeneß offensichtlich keinen Spekulationsgewinn gemacht. Die hinterzogenen Steuern wurden geschätzt. Bei der Schätzung wurden Sicherheitszuschläge vorgenommen, was bei Schätzungen üblich ist (statt 18,5 Mio. wurden 27 Mio. EUR geschätzt). Diese hinterzogenen Steuern hat Hoeneß an den Staat nachträglich entrichtet, zuzüglich der Hinterziehungszinsen, die auch in der Nullzinsphase 6% p.a. betragen. Um bei deinem Bild zu bleiben, hat insofern die Steuerhinterziehung dazu beigetragen, dass deutlich mehr Fachkrankenpfleger bezahlt werden konnten. Hätte Hoeneß seine Spielsucht anders ausgelebt und wäre z.B. in Monaco in ein Casino gegangen, wäre er straffrei geblieben und Vater Staat hätte in die Röhre geguckt. Egal, ob man Hoeneß hasst oder nicht, ihn einen Schwerverbrecher zu nennen, ist objektiv gesehen übertrieben, zumal er sich ja auch nachweislich für eine Reihe von sozialen Projekten engagiert hat.


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