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"Entweder du wechselst in der HZ, machst Harakiri...“ (Sahin in Berlin) (BVB)

Nietzsche, Freitag, 25.10.2024, 23:18 (vor 477 Tagen) @ markus

Was soll ich falsch verstanden haben? Deine Alternative zu einem Abwehrspieler ist offenbar ein hinten aushelfender Stürmer. Das ist aber nicht das gleiche.

Ok, dann versteh es halt doch falsch. Is gut.

Ok, erklär mal, wie bei Dir der Prozess aussieht, irgendwas im Nachhinein zu bewerten? Dein Argument gilt immer für alle Entscheidungen. Man muss dann immer davon ausgehen, dass alles optimal gelaufen ist, weil es ja noch schlimmer hätte kommen können, oder?


Man kann trotz rational richtiger Entscheidungen verlieren. Es handelt sich um einen Rückschaufehler, wenn man mit Erkenntnissen, die man erst im Nachhinein gewonnen hat, meint, dass man es hätte anders machen müssen.

Das ist hier nicht der Fall. Wirklich alle haben im Moment des Wechsels gewusst, dass es falsch ist. Ich habe es sogar noch während der ersten Halbzeit gesagt. Ich habe es übrigens auch mehrfach in den letzten Jahren gesagt und sage es hier für zukünftige Situationen dieser Art: Es ist falsch, das Gegenspiel aufzugeben.

Du kannst nur die Erkenntnisse bewerten, die zum Zeitpunkt der Entscheidung bereits bekannt waren. Und die lauteten: Wir haben 2:0 geführt und es war damit zu rechnen, dass Real Gas geben wird. Dann ist es sinnvoll, hinten dicht machen zu wollen.

Nein, ist es nicht. Das ist eben die Fehlannahme, von der Du ausgehst. Wenn "hinten dicht machen" bedeutet, kein Gegenspiel mehr zu haben, ist es falsch.

Es muss auch nicht so weit gehen, dass deren Offensive komplett tot ist. Das kann gegen Real Madrid auch gar nicht der Anspruch sein. Das alleinige Ziel einer solchen Taktik ist, hinten die Schotten möglichst dicht zu machen.

Wie jetzt schon mehrfach gesagt, ist es eine schlechte Idee, nur mit möglichst vielen Leuten hinten drin zu stehen. Diese Idee von Verteidigung ist einfach schlecht.

Man verteidgt auch, wenn man selber den Ball hat. Man verteidigt, wenn man den Gegner schon beim Spielaufbau stört. Man verteidigt, wenn man den Gegner zwingt, ständig auf die Absicherung zu achten. All das gehört zu einer guten Verteidigung dazu.
Einfach nur noch einen Spieler in den eigenen Strafraum zu stellen, reicht nicht, wenn man dafür alles andere aufgibt.

Die Tatsache, dass fast alle deutlich unterlegenen Teams so agieren zeigt doch aber, dass diese Entscheidung die richtige sein muss.

Das ist, wie auch schon mehrfach gesagt, einfach nicht wahr. Fast kein Gegner kommt ins Westfalenstadion und steht nur hinten drin. Alle haben irgendeine Idee für Gegenspiel.
Eine defensive Ausrichtung ist etwas anderes, als so defensiv zu wechseln, dass man kein Gegenspiel mehr hat.

Oder hältst du alle Trainer für so benagelt, dass sie weniger wissen als ein paar absolute Foren-Laien, die niemals einen Profiklub trainieren werden, ganz einfach weil ihnen jegliche Kompetenz fehlt?

Schöner Gedanke. Zunächst einmal ist Profi-Trainer ein wesentlich komplexerer Job, als nur die richtigen Auswechslungen zu machen. Es gibt sehr viele Dinge, die ein Trainer sehr gut können kann, ohne bei Auswechslungen besonders klug zu sein.
Aber selbst dem besten Trainer kann ein Fehler passieren. Und wieso sollten Fans, die seit Jahrzehnten Fußball gucken und selber auch lange gespielt haben, nicht etwas richtig sehen und der Trainer in dem Moment falsch?
Klopp hat sein erstes Spiel gegen Hoffenheim 4:1 verloren und meinte nach dem Spiel, das nehme er auf seine Kappe, weil er etwas habe probieren wollen. Das sei in die Hose gegangen.
Es ist durchaus wahrscheinlich, dass der eine oder andere Fan während des Spiels die Meinung hatte, dass die taktische Ausrichtung nicht so schlau war. Sowas dürfte nach Deinem Argument dann ja nie vorkommen, oder?
Also nee, wir wissen hier nicht alles besser, aber es ist durchaus möglich, als Fan einen Fehler zu erkennen, der dem Trainer entgeht.

Ich habe immer mehr den Eindruck, dass viele Leute meinen, die ganz große Expertise zu haben, ohne je eine Fußballmannschaft trainiert zu haben. Von wo kommt denn die Expertise, die hier viele User haben wollen? Ich will es ja nur mal verstehen. Mehr als FC24 an der Konsole kann es jedenfalls bei den meisten Usern nicht sein.

Über 20 Jahre selber gespielt und einige Jahrzehnte aufmerksames und interessiertes Zuschauen. Da lernt man schon eine Menge. Also wenn man wirklich am Sport interessiert ist und sich nicht nur die Birne zuknallt oder Party machen will.
Am Mittwoch hat Will Kane hier einen Beitrag geschrieben, dass man Kompany auch bekäme, wenn man ihn verpflichte. Ein schöner Beitrag, der vermutlich viel Wahres enthält (weiß ich nicht genau, kenne Kompany zu wenig). Willst Du ihm auch sagen, er soll mal die Finger von der Playstation lassen?
Ich fand seinen Beitrag interessant und werde mal darauf achten, ob etwas dran ist. Vielleicht lerne ich ja noch etwas. Auch dafür ist ja so ein Forum da.

Ich frage mal andersherum: Wie kannst Du beurteilen, dass die Leute alle keine Expertise haben? Wie sähe ein Forum für jemanden aus, in dem alle Experten sind, nur er selber nicht? Geanu so, wie Du oben beschreibst, oder? Woher weißt Du, dass die mangelnde Expertise nicht bei Dir das Problem ist?
Das Argument funktioniert in beide Richtungen.

Das schmeckt dem Empfänger einer solchen Nachricht dann vielleicht nicht, wenn man ihnen das vor den Latz haut. Aber es hat schon seinen Grund, warum da Nuri Sahin sitzt und nicht irgendein User ausm Forum, der Montags wieder Steckdosen installiert oder wie ich Däumchen im Büro dreht.

Wie gesagt, Nuris Job ist komplex und er kann vielleicht ganz viele Teilbereiche ganz wunderbar. Trotzdem kann es passieren, dass er falsch wechselt und wir Normalsterblichen das sofort erkennen.

Dann korrigiere ich wie folgt: Das machen alle unterlegenen Teams so, die Punkte holen wollen. Wie oft beschweren wir uns darüber, dass es schwierig ist gegen Mannschaften, die hinten einfach den Bus parken? Eben.

Und noch ein Mal die Unterscheidung zwischen einer defensiven Grundausrichtung mit dem klaren Ziel, auch offensiv etwas zu probieren und einem Wechsel im Spiel, der der eigenen Mannschaft die offensiven Möglichkeiten nimmt, ohne die Defensive besonders zu stärken.
Es kommt so gut wie nie vor, dass ein Gegner wirklich nur hinten steht, weil es eine schlechte Idee ist.


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