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Die Mehrheit der deutschen Gesellschaft war seit 1990 "anders drauf" (Spieltage)

Alones, Freitag, 31.05.2024, 21:26 (vor 596 Tagen) @ Franke
bearbeitet von Alones, Freitag, 31.05.2024, 21:36

Aber es verdammen, dass Waffen produziert und einem angegriffenen Land zur Verfügung gestellt werden? Wäre es etwa besser, das angegriffene Land seinem Schicksal zu überlassen? Wir in Deutschland wollen das nicht, aber es wird uns von Putin aufgezwungen.

Ja, Putin ist schuld, dass wir nun Deals mit Rheinmetall abschließen. Damit ist der Ukraine sicherlich geholfen. Die Freiheit wird schließlich im Westfalenstadion verteidigt. Legt doch mal eine andere Platte auf, es wird langweilig.

Ansonsten mag dich das jetzt vllt. schockieren, aber Europa und die Ukraine sind nicht der Nabel der Welt. Alleine in Afrika finden in diesem Moment nicht minder schlimme Kriege statt. Und wer exportiert Waffen dorthin? Du kannst es dir denken. Wo landen die? Weiß man oft nicht so genau... aber ab und zu kommt doch was raus. Ein schönes Beispiel für die Geschäftspraktiken von Rheinmetall ist die Partnerschaft mit Denel und das daraus entstandende Joint Venture in Südafrika. So hat Rheinmetall Denel beispielsweise zahlreiche Waffen an alle möglichen Länder in Afrika geliefert, u.a. an den Sudan.

Sudan? Da war doch was? Ah ja... Hier mal eine kleine Liste an Gäueltaten und Verbrechen aus dem dortigen Bürgerkrieg:

- Zahlreiche Massaker
- Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt
- Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten
- Hungersnot als Kriegswaffe
- Folter und willkürliche Inhaftierungen
- Angriffe auf Zivilisten und humanitäre Arbeiter
- Etc. pp.

Und das ist nur einer von vielen Konflikten, die Rheinmetall durch seine amoralischen Geschäftspraktiken mitbefeuert hat. Selbst wenn ich also deiner Argumentation folge, dass die aktuelle Ukrainepolitik völlig alternativlos ist (was ich ausdrücklich nicht tue), kann ich den Rest nicht einfach ausklammern und sagen "Ja gut, ist zwar scheiße, aber durch die Ukraine haben die halt jetzt mal einen gut". Das ist ein globaler Konzern, der global Kriege befeuert und daran kräftig mitverdient. Nur weil Annalena Baerbock medienwirksam keine Tränen deswegen vergießt, heißt das nicht, dass es diese Kriege und Konflikte nicht gibt.

Wer hier von einem "notwendigen Übel" spricht, macht sich schlichtweg lächerlich, wenn er ähnliche Verbrechen in der Ukraine anprangert, aber die restliche Welt völlig ausblendet, weil es doch so gut in die eigene Agenda passt.

Werte und Moral sind universelle Haltungen, und keine geopolitischen Kampfbegriffe, die nur dann aus der Mottenkiste geholt werden, wenn es gerade opportun ist.


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