Neu auf schwatzgelb.de: Die DFL und der Investor: Gebrannte Kinder: Symbiose (BVB)
Für mich gäbe es in diesem Kontext ganz viele wichtige Fragen, die sich weder Fan(szenen) noch die Öffentlichkeit gestellt haben. Was waren und sind denn die (echten) Alternativen?
Ich halte es für wenig realistisch, dass die DFL autark zur Einschätzung kam, dass man mal wieder frisches Geld benötigen würde. Schließlich lizensiert sie die Clubs, die auch - aber nicht nur - in Corona-Zeiten massiv an Geld einbüßten.
Der Großteil der Bundesligisten hat seit jeher zu schlecht
gewirtschaftet. Die Blauen sind ja nun nicht erst seit gestern
verschuldet, die Kölner wussten schon immer mit Geld um sich zu
werfen und die Verpfändung künftiger Einnahmen kennen wir auch
nicht nur aus aktuellen Geschäftsgebaren anderer Clubs.
Der größte Fehler war und ist, dass man in den Boom-Jahren nicht
genügend Geld zur Seite gelegt hatte, stattdessen das Geld in den
Kader gepumpt hat um die Wahrscheinlichkeit auf die Champions
League Teilnahme - und die damit verbundenen, erheblichen
Geldflüsse - zu erhöhen. Dem BVB gelang das seit nunmehr 14
Jahren fast immer. Viele andere scheiterten, gerieten in
Schieflage. Trotzdem sollte man auch einpreisen, dass es z.B.
beim BVB allein 120 Millionen Euro Verlust durch Covid gab.
Entsprechend wäre für mich relevant, warum es den kritischen Fanszenen seit langen Jahren nicht gelingt im eigenen Wohnzimmer (Club) entsprechend Einfluss zu nehmen bzw. nehmen zu wollen. Jeder Club ist in erster Linie für sich selbst verantwortlich. Der BVB hat sich die Corona-Verluste insbesondere durch eine weitere Kapitalerhöhung am Aktienmarkt refinanziert, statt Fremdkapital aufzunehmen wie es bei anderen Clubs der Fall war.
Warum sollte der geplatzte Deal der DFL, bei dem nur ein recht
geringer Geldbetrag direkt an die Clubs geflossen wäre, nun zu
einem Umdenken der Clubs führen? Ich halte es für ziemlich naiv
nun anzunehmen, dass die überfällige Erkenntnis nun bei den
Clubchefs dieses Landes ankam.
Es wäre für mich viel logischer, dass vor allem Jene, denen das
Wasser bis zum Hals steht, nun bereit sind noch größere
Gift-Schränke zu öffnen.
Der erste Fußball Club Köln ist da ja ein maximal gutes Beispiel,
wobei denen das Wasser bis über die Haarspitzen steht. Statt des
Investors war der Club der Auffassung, dass man doch bitte
weitere Anstoßzeiten etabliert, gerne auch den Namen der
Bundesliga für Sponsoring frei gibt oder DFL-Kredite zu Lasten
anderer Clubs (Bürgschaft) abschließt. Die Speerspitze der
"Anti-Investor"-Gruppe mit kruden Ideen, welche die im Kontext
des Investors von den Fanszenen genannten Horrorszenarien also
deutlich schneller und schlimmer hätte umsetzen wollen; es bleibt
spannend, was aus dieser Ecke nun kommen wird.
Es bleibt zu hoffen, dass der Sieg der Fanszenen, nicht noch (sehr) teuer bezahlt wird. Die Annahme, dass man die Wahl zwischen Investoreneinstieg und solidem Wirtschaften gehabt hätte, ist ziemlich absurd. Ich denke, dass das auch der Großteil in der Kurve weiß.
Was den Text angeht wollte ich abschließend noch auf einen, dezent kruden Aspekt im Text hinweisen:
Und weil ich weiß, wie sich in den nächsten Tagen und Wochen geäußert werden wird: Wie uns jetzt erklärt wird, warum es zur Absage kam. Es wird kein Take zu absurd sein! Den Anfang hat schon ein ehemaliger Einsatzleiter im Fokus gemacht. Uns wird noch schwindelig werden…
Ich halte es für ziemlichen Schwachsinn, dass man Dinge miteinander verquicken will, die Nichts miteinander zu tun haben.
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22.02.2024, 19:54
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