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Neu auf schwatzgelb.de: Die DFL und der Investor: Gebrannte Kinder: Symbiose (BVB)

stfn84, Köln, Donnerstag, 22.02.2024, 19:56 (vor 727 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Für mich gäbe es in diesem Kontext ganz viele wichtige Fragen, die sich weder Fan(szenen) noch die Öffentlichkeit gestellt haben. Was waren und sind denn die (echten) Alternativen?

Ich halte es für wenig realistisch, dass die DFL autark zur Einschätzung kam, dass man mal wieder frisches Geld benötigen würde. Schließlich lizensiert sie die Clubs, die auch - aber nicht nur - in Corona-Zeiten massiv an Geld einbüßten.

Der Großteil der Bundesligisten hat seit jeher zu schlecht gewirtschaftet. Die Blauen sind ja nun nicht erst seit gestern verschuldet, die Kölner wussten schon immer mit Geld um sich zu werfen und die Verpfändung künftiger Einnahmen kennen wir auch nicht nur aus aktuellen Geschäftsgebaren anderer Clubs.
Der größte Fehler war und ist, dass man in den Boom-Jahren nicht genügend Geld zur Seite gelegt hatte, stattdessen das Geld in den Kader gepumpt hat um die Wahrscheinlichkeit auf die Champions League Teilnahme - und die damit verbundenen, erheblichen Geldflüsse - zu erhöhen. Dem BVB gelang das seit nunmehr 14 Jahren fast immer. Viele andere scheiterten, gerieten in Schieflage. Trotzdem sollte man auch einpreisen, dass es z.B. beim BVB allein 120 Millionen Euro Verlust durch Covid gab.

Entsprechend wäre für mich relevant, warum es den kritischen Fanszenen seit langen Jahren nicht gelingt im eigenen Wohnzimmer (Club) entsprechend Einfluss zu nehmen bzw. nehmen zu wollen. Jeder Club ist in erster Linie für sich selbst verantwortlich. Der BVB hat sich die Corona-Verluste insbesondere durch eine weitere Kapitalerhöhung am Aktienmarkt refinanziert, statt Fremdkapital aufzunehmen wie es bei anderen Clubs der Fall war.

Warum sollte der geplatzte Deal der DFL, bei dem nur ein recht geringer Geldbetrag direkt an die Clubs geflossen wäre, nun zu einem Umdenken der Clubs führen? Ich halte es für ziemlich naiv nun anzunehmen, dass die überfällige Erkenntnis nun bei den Clubchefs dieses Landes ankam.
Es wäre für mich viel logischer, dass vor allem Jene, denen das Wasser bis zum Hals steht, nun bereit sind noch größere Gift-Schränke zu öffnen.
Der erste Fußball Club Köln ist da ja ein maximal gutes Beispiel, wobei denen das Wasser bis über die Haarspitzen steht. Statt des Investors war der Club der Auffassung, dass man doch bitte weitere Anstoßzeiten etabliert, gerne auch den Namen der Bundesliga für Sponsoring frei gibt oder DFL-Kredite zu Lasten anderer Clubs (Bürgschaft) abschließt. Die Speerspitze der "Anti-Investor"-Gruppe mit kruden Ideen, welche die im Kontext des Investors von den Fanszenen genannten Horrorszenarien also deutlich schneller und schlimmer hätte umsetzen wollen; es bleibt spannend, was aus dieser Ecke nun kommen wird.

Es bleibt zu hoffen, dass der Sieg der Fanszenen, nicht noch (sehr) teuer bezahlt wird. Die Annahme, dass man die Wahl zwischen Investoreneinstieg und solidem Wirtschaften gehabt hätte, ist ziemlich absurd. Ich denke, dass das auch der Großteil in der Kurve weiß.

Was den Text angeht wollte ich abschließend noch auf einen, dezent kruden Aspekt im Text hinweisen:

Und weil ich weiß, wie sich in den nächsten Tagen und Wochen geäußert werden wird: Wie uns jetzt erklärt wird, warum es zur Absage kam. Es wird kein Take zu absurd sein! Den Anfang hat schon ein ehemaliger Einsatzleiter im Fokus gemacht. Uns wird noch schwindelig werden…

Ich halte es für ziemlichen Schwachsinn, dass man Dinge miteinander verquicken will, die Nichts miteinander zu tun haben.


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