Neu auf schwatzgelb.de: Warum es falsch von Christiano Ronaldo und Co. ist, nach Saudi-Arabien zu wechseln: Saudi-Arabien und die Verantwortlichkeit der Spieler (BVB)
Redaktion schwatzgelb.de
, Dortmund, Donnerstag, 31.08.2023, 11:31 (vor 907 Tagen)
Saudi-Arabien hat in diesem Sommer den Transfermarkt kräftig durcheinander gewirbelt. Anders als bei Versuchen von China, oder den USA lockte der Golfstaat auch Stars im besten Alter in die eigene Liga. Mit Gehältern, bei denen die Spieler nicht nein sagen konnten. Hätten sie aber tun sollen.
Haben Fussballprofis mehr "gesellschaftliche Verantwortung" als Wirtschaftslenker und Politiker?
Schleicheisen, Anner Rur ohne "h", Donnerstag, 31.08.2023, 16:19 (vor 907 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Das ist so die Frage die ich mir stelle...
Ich hatte mich zuerst über den Kommentar gefreut weil mich die Geschehnisse im Weltfussball immer mehr verwirren. Also: wenn ich Zeit dafür habe mich dafür zu interessieren ;-)
Dann hab ich den Kommentar gelesen und war irgendwie unzufrieden.
Dann kam als erster Kommentar der (noch) direkt hier drunter steht mit der Rundumkritik an "unserem Wirtschaftssystem und dem Kapitalismus im Allgemeinen". Oder so...
Solch simple Denkmuster mag ich nicht (und finde die noch oder derzeit existierenden Kapitalismus Gegenentwürfe auch nicht so anziehend...). Das hat mich aber dennoch auf die Fährte meiner Unzufriedenheit gebracht:
Weshalb sollen ausgerechnet Fussballprofis (bzw Ich AGs) sich anders verhalten als respektierte bzw "führende" Mitglieder unserer Gesellschaft???
"Unsere" Verflechtungen, also die der "westlichen Welt", mit echten Arschloch"systemen", mögen das nun Staaten oder Firmen oder Verbände oder sonstige Organisationen sein, haben nicht mit dem Kolonialismus angefangen und sind heute vielzählig und vielfältig wie nie zuvor...
EADS, heute Airbus, hat dem Saudi ordentliche Überwachung auf höchstem technischen Niveau für seine Grenzen geliefert, der Bundesgrenzschutz zeigt dann dem saudischen Kollegen was er mit den gewonnenen Informationen anfängt- bringt ihm also auch das schiessen bei- und wenn das dann irgendwann mal ein öffentliches Thema wird folgt betretenes Schweigen.
Und wenn "dem Deutschen" droht kalt zu werden weil ein russischer Diktator sich plötzlich verhält wie ein Diktator und der Deutsche sich das vorher nicht vorstellen konnte muss dann der grüne Wirtschaftsminister zum Scheich fliegen und ganz lieb nach ein bisschen Ersatzgas fragen.
Alles also nicht so schlimm?
NEIN, im Gegenteil: alles ganz furchtbar schlimm!
Aber eben ALLES: die Geschäftemacherei mit "solchen Staaten und Firmen", Politik immer nach Tagesform und -anspruch ohne "moralischen Kompass". Und eben Fussballspielen bei potentiellen Massenmördern.
Alles gleich Scheisse!
Und so lange "wir" als Gesellschaft(en) sich so indifferent verhalten und für den eigenen wirtschaftlichen Vorteil auf ein bisschen Gerechtigkeit für den Rest der Welt "verzichten": mit welchem Recht sollen wir von "den Fussballern", die ja nicht häufig oder zuallererst mit grossen intellektuellen Leistungen jenseits des Platzes auffallen, verlangen sich anders zu verhalten als der Rest "ihrer Welt".
So lange "wir" als westliche Gesellschaften da selber nicht eindeutiger sind kann man das mE nicht tun.
Saudi-Arabien und die Verantwortlichkeit der Spieler
Rupo, Ruhrpott, Thursday, 31.08.2023, 11:27 (vor 907 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Moin,
wir haben das Thema letztens Vereinsübergreifend bei nem Bier diskutiert. Im Prinzip halten uns SA, Katar und die anderen halt den Spiegel vor das Gesicht und ziehen uns am Nasenring durch den Zirkus. Unsere ganze dekadente, kapitalistische Lebensweise die auf: Ausbeutung von Ressourcen (wir ballern das Geld nach Katar und Co. für Gas mit denen sie dann halt Spielzeug kaufen), Geld als Macht im eigentlichen Sinne, Definition der Macht über 'ich bin besser als Du' Sport, etc. ausgelegt ist.
Das ganze hat ja schon mit der ach so tollen PL begonnen und einzelne Vereine wie ManCity, Barca, Real, Bayern, PSG, etc.
SA geht jetzt nur den nächsten logischen Schritt und kauft 'Stars', der nächste Schritt wird die Teilnahme an der CL sein (es wird schon einen Weg geben, wie El GVI das begründen und durchsetzen wird) und die weitere Vergabe von Turnieren und Endspielen.
Beste Grüße,
Thomas
Nicht mit Čeferin!
SebWagn, HH Harvestehude, Donnerstag, 31.08.2023, 16:51 (vor 907 Tagen) @ Rupo
SA geht jetzt nur den nächsten logischen Schritt und kauft 'Stars', der nächste Schritt wird die Teilnahme an der CL sein (es wird schon einen Weg geben, wie El GVI das begründen und durchsetzen wird) und die weitere Vergabe von Turnieren und Endspielen.
Immer wieder wird diskutiert und gemunkelt über die künftige Teilnahme von Klubs aus Saudi-Arabien in der Champions League. UEFA-Präsident Aleksander Čeferin schließt diese Tür nun. Die Transferaktivitäten der superreichen Konkurrenz kritisiert er als "nicht den richtigen Weg".
Aleksander Čeferin hat Berichte zurückgewiesen, wonach künftig womöglich auch Klubs aus Saudi-Arabien in der Champions League mitspielen könnten. "Nur europäische Vereine können an der Champions League, der Europa League oder der Europa Conference League teilnehmen", antwortete der 55 Jahre alte Präsident der Europäischen Fußball-Union UEFA auf eine entsprechende Frage der französischen Sportzeitung "L'Équipe".