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Psychologie der Fast-Insolvenz (BVB)

SebWagn, HH Harvestehude, Sonntag, 27.08.2023, 14:29 (vor 913 Tagen)
bearbeitet von SebWagn, Sonntag, 27.08.2023, 14:40

Mich beschäftigt ein Punkt, der mit der Fast-Insolvenz des Vereines in den 2000ern zu tun hat und die Auswirkungen der Jahre danach auf die Transfers und Risikominimierung, bis zum heutigen Kader.

Aki Watzke / Thomas Treß sind heute wie damals bei uns noch für die wirtschaftlichen Gegebenheiten zuständig, geben das Geld frei für Kehl und Co und vielleicht hemmt das auch die Entwicklung des Kaders, weil nicht gut und richtig investiert wird und mit zu viel Angst, lieber 3-5 Spieler verpflichtet werden mit mittleren Mio Summen, als einer für das volle Budget

Wir haben in den letzten Jahren nie Spieler verpflichtet, die mehr als 30-35 Mio gekostet haben. Die vom Namen her nie wirklich so waren wie DER eine KRACHER. Natürlich gibt es immer Spieler die man auch für weniger bekommt, aber solche Spieler haben wir im Kader eigentlich seit Jahren. Die Spieler an denen sie wachsen können, erfahrene international gute Spieler die schon viel erlebt habe und Erfolge hatten, eine Mannschaft mitreißen durch Erfahrung oder Emotion und authentisch sind aufgrund ihrer Reputation allerdings nicht.

Risiko müsste man im finanziellen aufbauen, wenn man Spieler wie Jude 1 Jahr länger hält und dann mit finanziellem Risiko ihm einen TOP Spieler an die Seite stellt, wo er selbst dann sagt, okay REAL kann noch 1 Jahr warten. Im Idealfall bleibt er dann noch 1 Jahr, gibt etwas weniger Ablöse, aber das Team ist mit ihm und dann noch einem TOP Spieler (es gäbe da viele Namen für 50/60 Mio - das ist halt das Risiko und keine Garantie) in diesem Jahr gewachsen in der CL im Viertelfinale, etc - Jude geht und man verpflichtet direkt einen Spieler auf dem ähnlichen Niveau und nicht 2 Spieler die das kompensieren sollen.

Das ist am Ende nur ein fauler Kompromiss und eine Spirale des Durchschnitts und der Hoffnung das Spieler Sprünge machen von 2-3 Entwicklungsstufen innerhalb Saison.
Wir sehen genau diese Spirale seit Jahren

Mich beschäftigt folgender Punkt / Gegenpunkt

Obwohl die Aufteilung unseres Transferbudgets das Risiko von Fehleinkäufen minimieren kann, ist es eher offensichtlich und notwendig, ein höheres Risiko einzugehen und in 1-2 teure Top-Spieler zu investieren mit quasi einer Wette auf die Zukunft nur ohne den Sinn damit Transferprofit zu erwirtschaften, die Spieler wertbringend zu verkaufen, sondern eigene Erfolge zu feiern und um die Qualität und das Leistungsniveau der Mannschaft signifikant und langfristig zu steigern.

Dieses Vorgehen kann zwar finanziell riskanter sein, da ein größerer Anteil des Budgets in wenige Spieler investiert wird, aber sie kann auch zu einer deutlichen Entwicklung und das Wachsen der Mannschaft führen, indem sie Spieler von direkt höherer Qualität verpflichtet die in der Lage sind, sofortigen Einfluss auf das Team zu nehmen und seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Spieler wie z.B. Schulz, Hazard, Diallo, Can und andere zu verpflichten (Sabitzer und Nmecha lass ich noch raus) statt größer und teurer, ist zwar keine Sicherheit und man weiß es später immer besser, aber trotzdem stehen sie für den teuren Durchschnitt der am Ende mehr Ablöse verbrannt hat als es anders hätte laufen können.


Die scheinbare Aufteilung unseres Transferbudgets zur Minimierung des Risikos eines Fehleinkaufs führt dazu, dass statt 1-2 hochkarätigen Spielern lieber 4-5 Spieler für jeweils rund 20-30 Millionen Euro verpflichtet werden. Diese Vorgehensweise der gefühlten, psychologisch, verankerten Risikominimierung bei Watzke / Treß führt aber anscheinend auch dazu, dass die verpflichteten Spieler nicht die Qualität haben, um der Mannschaft sofort oder überhaupt entscheidend zu helfen, sie machen keinen Unterschied.

Auf Dauer und rückblickend zu den letzten Jahren schadet diese Vorgehensweise der Entwicklung der Mannschaft sogar, da bei Transfers kein signifikantes höheres Risiko für höheres internationales Niveau eingegangen wird und stattdessen "sicher" in durchschnittliche Spieler mit Potenzial investiert wird, die größtenteils (Schulz, Hazard, Diallo, Emre, Nmecha, Sabitzer, etc) welche die Liga bereits kennen und nicht das gesamte Budget auf 1-2 Spieler konzentriert.

Das in dem Kontext, dass diese, falls sie sich als Flops herausstellen vielleicht noch mit nur 50% Verlust leichter verkaufen lassen und man darauf hofft mit mehr Spielern, die Chance zu erhöhen zumindest 1 von 3-4 zu verpflichten der in die Mannschaft wächst und das Team verstärkt. Nicht unbedingt weil man das so als richtig ansieht, aber vielleicht mit der Erfahrung von 2006, unterbewusst, eine innerlich Schwelle aufgebaut hat kein Risiko einzugehen. Man sich das auch nicht eingesteht, es auch nicht mal selbst hinterfragt und nicht überbrücken kann.

Mir ist natürlich klar, die Entscheidung, wie ein Transferbudget aufzuteilen ist und wie viel Risiko man in Transfers steckt, gehört zu den komplexesten und wichtigsten Aufgaben und man hat eine Menge Verantwortung, gerade mit dem Wissen der Entwicklung 2006.

Es gibt kein "richtig" oder "falsch", verschiedene Strategien, verschiedenen Szenarien die erfolgreich sein können.

Unser BVB, der in der Vergangenheit finanzielle Schwierigkeiten hatte und in einer bedrohenden Lage war, quasi kurz vor der Insolvenz, könnte es in Person von Watzke und Treß seitdem für klüger halten, so eine Situation nie mehr entstehen zu lassen. Natürlich soll der Vorhof der Pathologie nicht wieder ein mögliches Szenario für den Verein sein. Vor dem Hintergrund scheint es nachvollziehbar das Risiko zu streuen, in mehrere Spieler zu investieren, um das Risiko von Fehleinkäufen zu minimieren, vielleicht gewollt, vielleicht ist man aber auch innerlich gefangen keine Risiken einzugehen und hält damit andererseits die Entwicklung der Mannschaft auf und erreicht langsam den Status der Stagnation.

Die Strategie, Positionen nach Abgängen mit einer Art 2 für 1 oder eine Klasse drunter wieder aufzufüllen, ohne bestimmte Risiko einzugehen hat das Team eigentlich in den letzten Jahren mehr ausgehöhlt und danach aufgefüllt mit Spielern deren wirkliche Leistungsspitze man nicht abschätzen kann und eigentlich hat sich diese Strategie als nicht erfolgreich dargestellt.

Psychologie der Fast-Insolvenz

pappnase, Montag, 28.08.2023, 10:21 (vor 912 Tagen) @ SebWagn

Bayern München hat vor nicht allzu langer Zeit einen Topstar vom FC Liverpool verpflichtet. Der ist jetzt schon wieder weg. Zum Glück für die Münchner ist den Scheichs zwischenzeitlich so langweilig geworden, dass jetzt die eigene Liga mit Geld gespült werden muss und man momentan diese Art Transferirrtum halbwegs glimpflich wieder los wird.

Was heißt das für den BVB: Es mangelt natürlich auch an Geld und Renommee, um sich mit Spielern aus dem obersten Regal zu verstärken. Aber wenn man als oberstes Ziel nicht Namen sondern Erfolg definiert, hat es in der Vergangenheit doch noch viel mehr an Fachwissen gemangelt. Auch ein x-fach höheres Budget schützt einen nicht vor Fehleinschätzungen, s.o.. Anfang der 10er Jahre war man erfolgreicher als heute, weil die Fähigkeit da war Spieler in Fähigkeiten zu zerlegen, eigene Bedarfe zu erkennen und jedem Profi zu vermitteln, was er auf dem Platz tun muss und vor allem wieso er das tun muss.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Hatebreed, Sonntag, 27.08.2023, 17:12 (vor 913 Tagen) @ SebWagn
bearbeitet von Hatebreed, Sonntag, 27.08.2023, 17:18

Wir haben in den letzten Jahren nie Spieler verpflichtet, die mehr als 30-35 Mio gekostet haben.

Weil wir uns die "Pakete" nicht leisten können bzw. uns nicht ans Bein binden wollen. Die 50+x Mio Spieler bilden schnell Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 100-150 Millionen (Handgeld, Gehalt, Provisionen, Ablöse).

Ein Fehlgriff in der Region und der Verein liegt (wieder) am Boden. Abgesehen davon sind Transfergewinne eingeplant (neben den älteren Spielern, die das Korsett der Mannschaft bilden (sollen)). Das wird bei Spielern, die schon sehr kostspielig im Einkauf sind sehr schwierig.

Ein Bellingham (und Haaland usw.) wollen halt irgendwann weg und das ganz große Geld verdienen und um die großen Titel spielen. Da wird es sicher Absprachen geben. Die werden kein Jahr länger bleiben, nur weil man ihn einen höherwertigen Spieler in Aussicht stellt.

Die scheinbare Aufteilung unseres Transferbudgets zur Minimierung des Risikos eines Fehleinkaufs führt dazu, dass statt 1-2 hochkarätigen Spielern lieber 4-5 Spieler für jeweils rund 20-30 Millionen Euro verpflichtet werden.

Bisher haben wir das genau einmal gemacht (2019/2020), weil uns auch 4 Spieler in den Preisregionen verlassen haben.

Was viele anscheinend nicht wissen: Das Geld von Bellingham können wir nicht 1:1 wieder ausgeben. Da werden Steuern drauf gezahlt und eventuell sind noch Abschreibungen fällig. Wir sind hier in der Realtität und leider nicht bei Anstoss oder Bundesliga Manager Professionel.

--
Block 24

Psychologie der Fast-Insolvenz

Davja89, Sonntag, 27.08.2023, 16:51 (vor 913 Tagen) @ SebWagn

Für mich ganz einfach:

Alles was die (minimale) Chance beinhaltet das mir mein Verein genommen wird, würde ich als falsch erachten.

Ich hab als Jugendlicher schon einmal aufm Schulklo gehockt um News von irgendeinem Finanztreffen zu erfahren ob mein Verein überlebt. Das hat mir gelangt.

Sollte hier mal eine sportlicher Zusammenbruch erfolgen über mehrere Jahre und wir gehen den Weg des HSV oder Bremen. So What. Mir hat 2008 ähnlich viel Spass gemacht wie aktuell.

Aber eine Strategie fahren die im übelsten extrem Fall den BVB in seiner heutigen Form verschwinden lässt? Niemals.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Eisen, DO, Sonntag, 27.08.2023, 17:00 (vor 913 Tagen) @ Davja89

2008; unter Doll hat dir Spaß gemacht?

Ich habe mir danach ein Jahr Auszeit von der Dauerkarte genommen, ein Fehler, den ich bis heute bereue ;)

Psychologie der Fast-Insolvenz

Davja89, Sonntag, 27.08.2023, 17:45 (vor 913 Tagen) @ Eisen

Naja war in der Zeit von 2006 bis 2010 am meisten unterwegs mit dem BVB.
War die Zeit ohne private Verpflichtungen und dem ersten Geld nach der Schule.

Ja damals hat es auch Spass gebracht. Damals wurden Siege noch richtig gefeiert. Der Zusammenhalt war besser. Von Fremden wurdest eher Bemitleidet als BVB Fan. Ich fand vieles angenehmer als heute rund um den BVB.

Hab mich damals wie heute aber auch immer relativ wenig von der Leistung von 11 Millionären beeinflussen lassen.
Fussball war immer nur der Rahmen. Und natürlich machen Siege mehr Spass als Niederlagen aber es ist eben nicht alles.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Talentförderer, Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 15:22 (vor 913 Tagen) @ SebWagn

Wir haben übrigens über 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Hauptsächlich aus Transfers. Also bitte nicht immer diesen Mythos von Kein Risiko befeuern.

Und Kracher bekommst du hier eben nicht hin. Die haben ganz andere Möglichkeiten.

Psychologie der Fast-Insolvenz

CHS ⌂ @, Lünen / Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 17:55 (vor 913 Tagen) @ Talentförderer

Wir haben übrigens über 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Hauptsächlich aus Transfers. Also bitte nicht immer diesen Mythos von Kein Risiko befeuern.

Die Aussage lautet: Es werden keine Kredite für Transfers aufgenommen. Verbindlichkeiten wird es immer geben. Alleine weil man z.B. Transfers oder Materialien bezahlen muss.

Übrigens, der BVB hat in diesem Jahr erstmals wieder Kredite afgenommen. Aber nicht für Transfers, sondern weil man ein Trainingsgelände gekauft hat bzw. sich eine Küche im Westfalenstadion gönnt.

Gruß

CHS

Psychologie der Fast-Insolvenz

Eisen, DO, Sonntag, 27.08.2023, 18:47 (vor 913 Tagen) @ CHS

Ist mir trotzdem zu dogmatisch. Man sollte keine verrückten Dinge machen, bin ich dabei. Aber man kann eine sinnvolle Investition auch Kreditfinanzieren, das kann auch ein Spieler sein.

Dieses Dogma, niemals Spieler über kredit, wird vermutlich mit Akis abtritt irgendwann auch einmal aufgeben. Muss ja nicht gleich Niemeier Ausmaße annehmen…

Psychologie der Fast-Insolvenz

DB146, Lokschuppen, Montag, 28.08.2023, 00:01 (vor 912 Tagen) @ Eisen

Ist mir trotzdem zu dogmatisch. Man sollte keine verrückten Dinge machen, bin ich dabei. Aber man kann eine sinnvolle Investition auch Kreditfinanzieren, das kann auch ein Spieler sein.

Sinnvolle Investition? Eine? Oder wenn die alleine noch nicht den gewünschten Erfolg bringt vielleicht doch zwei oder drei?! Und Schwupps hast du ganz viele Kredite am Laufen.


Dieses Dogma, niemals Spieler über kredit, wird vermutlich mit Akis abtritt irgendwann auch einmal aufgeben. Muss ja nicht gleich Niemeier Ausmaße annehmen…

Man hätte das Geld für Nmecha und Sabitzer auch einfach anders investieren können.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Sascha, Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 19:07 (vor 913 Tagen) @ Eisen

Den Kontokorrent zur Finanzierung von Verpflichtungen, wird man ja schon jetzt nutzen.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Eisen, DO, Sonntag, 27.08.2023, 19:11 (vor 913 Tagen) @ Sascha

Sicherlich, aber man hätte in der 0% Zins Phase auch mal was größeres ms Ben können ohne ein riesen Risiko einzugehen. Kein muss, aber sich selbst so zu limitieren finde ich unnötig. Ist dann vielleicht auch der konservative Unternehmer aus dem Sauerland.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Pini, Sonntag, 27.08.2023, 22:05 (vor 912 Tagen) @ Eisen

Sicherlich, aber man hätte in der 0% Zins Phase auch mal was größeres ms Ben können ohne ein riesen Risiko einzugehen. Kein muss, aber sich selbst so zu limitieren finde ich unnötig. Ist dann vielleicht auch der konservative Unternehmer aus dem Sauerland.


Die Gefahr ist bei unserer Transfer-Erfolgsquote aber groß, dass da noch 3 teure Flops bei gewesen wären. Mit mehr Geld arbeitet man ja nicht besser. Dann hast du keine bessere Mannschaft, aber Schulden. Irgendwann wirst du Schalke.

Und wie viel Geld bräuchte man überhaupt, um relevant erfolgreicher zu sein? Vermutlich wirklich viel. Sagen wir, du hättest 50 Mio mehr investiert... welches Ergebnis wäre anders gewesen? Wie hätten wir das Geld vielleicht wieder reingeholt? Bis auf letzte Saison waren größere Erfolge doch meist sehr weit weg.

Bin daher sehr froh über den konservativen Unternehmer aus dem Sauerland. Er hätte bei ein paar Transfers ruhig noch konservativer sein können. ;-)

Psychologie der Fast-Insolvenz

CHS ⌂ @, Lünen / Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 23:49 (vor 912 Tagen) @ Pini
bearbeitet von CHS, Montag, 28.08.2023, 00:04

Die Gefahr ist bei unserer Transfer-Erfolgsquote aber groß, dass da noch 3 teure Flops bei gewesen wären. Mit mehr Geld arbeitet man ja nicht besser. Dann hast du keine bessere Mannschaft, aber Schulden. Irgendwann wirst du Schalke.

Genau, das ist das Problem. Mit mehr Geld werden die Chancen vielleicht besser, den richtigen Transfer zu machen. Aber es gibt keine Garantie. Es kann jahrelang funktionieren (siehe z.B. Bremen), aber wenn es dann mal scheitert, kann es ganz schnell nach unten gehen.

Und wie viel Geld bräuchte man überhaupt, um relevant erfolgreicher zu sein? Vermutlich wirklich viel. Sagen wir, du hättest 50 Mio mehr investiert... welches Ergebnis wäre anders gewesen? Wie hätten wir das Geld vielleicht wieder reingeholt? Bis auf letzte Saison waren größere Erfolge doch meist sehr weit weg.

Naja, ein paar Pokale gab es schon. Übrigens der letzte mit den aktuellen Trainer. :-) Aber zum Thema, wenn man mehr Geld zur Verfügung hat, dann ist es halt so, dass dieses auch andere Vereine wissen und schon steigern die Preise.

Bin daher sehr froh über den konservativen Unternehmer aus dem Sauerland. Er hätte bei ein paar Transfers ruhig noch konservativer sein können. ;-)

Oder bei Verpflichtungen von Trainern. :-) Nach dem ich in meiner Fanzeit drei (von vier) Fastpleiten erlebt habe, möchte ich keine mehr erleben. Da verzichte ich lieber auf erkaufte Meisterschaften (siehe 2002).

Übrigens, die Kredite waren 2005 nicht das große Problem. Sondern man hatte keine Sicherheiten mehr. Station gehörte einem nicht, die halbe Mannschaft bzw. das Logo war verpfändet und man hatte keinen sportlichen Erfolg mehr.

Gruß

CHS

Psychologie der Fast-Insolvenz

Pini, Montag, 28.08.2023, 16:06 (vor 912 Tagen) @ CHS

Ja es gab auch jetzt Erfolge.
Wieviele Pokale mehr und daraus resultierende Mehreinnahmen wären aber mir 50 Mio Mehrinvestition wahrscheinlich gewesen?

Ich habe nichts gegen den DFB-Pokal, aber Einnahmentechnisch ist der ja im Vergleich zu Liga und CL eher überschaubar, oder nicht? Und der Titel ist zwar einer mehr auf dem Briefpapier. (Und der Gewinn für Fans immer eine tolle Sache). Aber langfristig Mehreinnahmen? Sind doch eher nicht existent.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Pini, Montag, 28.08.2023, 07:01 (vor 912 Tagen) @ CHS

Und wie viel Geld bräuchte man überhaupt, um relevant erfolgreicher zu sein? Vermutlich wirklich viel. Sagen wir, du hättest 50 Mio mehr investiert... welches Ergebnis wäre anders gewesen? Wie hätten wir das Geld vielleicht wieder reingeholt? Bis auf letzte Saison waren größere Erfolge doch meist sehr weit weg.


Naja, ein paar Pokale gab es schon. Übrigens der letzte mit den aktuellen Trainer. :-) Aber zum Thema, wenn man mehr Geld zur Verfügung hat, dann ist es halt so, dass dieses auch andere Vereine wissen und schon steigern die Preise.


Sorry, etwas unpräzise ausgedrückt. Klar hatten wir Erfolge, zu mehr Erfolgen war es in den letzten 5 Jahren aber selten knapp.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Eisen, DO, Sonntag, 27.08.2023, 15:25 (vor 913 Tagen) @ Talentförderer

Es ist aber üblich, bei Transfers nicht die volle Summe auf einmal zu bezahlen. Wir bekommen sicher auch nicht 100 Mio.€ Cash von Real. Somit ergeben sich eben bilanziell Forderungen und Verbindlichkeiten, hat nichts mit „ins Risiko gehen“ zu tun.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Talentförderer, Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 19:24 (vor 913 Tagen) @ Eisen

Natürlich ist das ein Risiko. Frag mal die Blauen wie schnell du mit den Nachzahlungen nicht mehr hinterher kommst.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Eisen, DO, Sonntag, 27.08.2023, 19:26 (vor 913 Tagen) @ Talentförderer

Nein, ist kein Risiko wenn alles mit einem sauberen Finanzplan hinterlegt ist. Blau kannst du in jedem Segment als negativ Beispiel bringen, das ist ja unfair ;)

2 Gegen-Argumente:

Floatdownstream, Lünen, Sonntag, 27.08.2023, 15:05 (vor 913 Tagen) @ SebWagn

1. Spieler, die ab z.B. 50+x-Millionen kosten, sind i.d.R. umworben von "der großen Fußball-Welt" und würden eher nicht zum "kleinen BVB" wechseln. Außerdem würde deren Gehaltniveau hier jedes Maß sprengen.
2. "Aki`s" Strategie fördert sozusagen die "Mittelmäßigkeit" (s. aktuelle Diskussion um den derzeitigen Kader), minimiert andererseits aber fast sicher das "Absturz-Risiko". Das ist aus der Niemeyer-Erfahrung heraus alternativlos.

Was m.E. erforderlich wäre: Ein Mislintat 2.0, der den Bedarf für bestimmte Positionen rechtzeitig erkennt(saisonübergreifend) und gute Leute findet, bevor es andere tun.

2 Gegen-Argumente:

Giuse87, Montag, 28.08.2023, 10:41 (vor 912 Tagen) @ Floatdownstream

Ja, ich glaube auch, dass dies der Gamechanger wäre.

Ich habe eben im Forum eine Diskussion über das richtige Maß an Wissenschaftlichkeit gelesen, in dem auch die übertriebene Fixierung auf die Wissenschaft im taktischen Bereich kritisiert wurde. Das kann ich teilweise sogar nachvollziehen. Aber im Bereich Kaderzusammenstellung würde uns ein ganzes Stück mehr Wissenschaft sehr gut tun. Denn hierbei handelt es sich um eine Position, die die mittlere und lange Frist bestimmen soll. Im Gegensatz zu einem einzelnen Spiel, in dem Psychologie und Zufall einen hohen Einfluss haben, ist die Kaderzusammenstellung eher von analytischen Parametern geprägt.

Natürlich bilde ich mir nicht ein, dass Kehl/Watzke etc. ihre Entscheidubgen nicht aus dem Bauch heraus treffen, sondern ein Team an Nerds hinter sich haben werden. Trotzdem macht es für mich nochmal einen krassen Unterschied, wie modern, analytisch fundiert die verantwortliche Person ist.

Ich möchte Kehl nicht unterstellen, komplett unanalytisxh unterwegs zu sein. Aber es wäre schon ein großer Zufall, wenn ein ehemaliger BVB-Profi zufällig auch den nötigen Background besitzt, um diese Kenntnisse mitzunehmen.

2 Gegen-Argumente:

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Montag, 28.08.2023, 10:53 (vor 912 Tagen) @ Giuse87

Ja, ich glaube auch, dass dies der Gamechanger wäre.

Ich habe eben im Forum eine Diskussion über das richtige Maß an Wissenschaftlichkeit gelesen, in dem auch die übertriebene Fixierung auf die Wissenschaft im taktischen Bereich kritisiert wurde. Das kann ich teilweise sogar nachvollziehen. Aber im Bereich Kaderzusammenstellung würde uns ein ganzes Stück mehr Wissenschaft sehr gut tun. Denn hierbei handelt es sich um eine Position, die die mittlere und lange Frist bestimmen soll. Im Gegensatz zu einem einzelnen Spiel, in dem Psychologie und Zufall einen hohen Einfluss haben, ist die Kaderzusammenstellung eher von analytischen Parametern geprägt.

Natürlich bilde ich mir nicht ein, dass Kehl/Watzke etc. ihre Entscheidubgen nicht aus dem Bauch heraus treffen, sondern ein Team an Nerds hinter sich haben werden. Trotzdem macht es für mich nochmal einen krassen Unterschied, wie modern, analytisch fundiert die verantwortliche Person ist.

Ich möchte Kehl nicht unterstellen, komplett unanalytisxh unterwegs zu sein. Aber es wäre schon ein großer Zufall, wenn ein ehemaliger BVB-Profi zufällig auch den nötigen Background besitzt, um diese Kenntnisse mitzunehmen.

Mein Eindruck ist, dass AW da schon relativ stark seinen Gusto einbringt. Manche Transfers in der Vergangenheit konnte man ja objektiv betrachtet gar nicht erklären. Bisher hat man im Verein überall Leute platziert, die, so ist mein Gefühl, einfach vieles abnicken. Reibung entsteht da fast gar keine, so ist mein Eindruck von außen. Das gilt auch für die nach Tuchel eingestellten Trainer.

2 Gegen-Argumente:

Giuse87, Montag, 28.08.2023, 12:22 (vor 912 Tagen) @ FourrierTrans

Ich gebe zu, dass dieser Eindruck entstehen kann. Vllt möchte auch nur der elende Gutmensch in mir glauben, dass es anders ist. :-)

Aber es lässt sich mindestens festhalten, dass unsere an der Spitze verantwortlichen Kaderplaner vermutlich keine Statistik/Laptop-Nerds sind, die man gerade in dieser Position voraussichtlich eher benötigt, als auf der Trainerbank.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Garum, Bornum am Harz, Sonntag, 27.08.2023, 15:04 (vor 913 Tagen) @ SebWagn

Wir waren ja nicht nur im Vorhof. Wenn ich das mal richtig verstanden habe, hatten wir schon die Harfe in der Hand. Und wer so etwas mal mit gemacht hat ist extrem vorsichtig. Allein das man sich schon Geld vom FC Bayern leihen musste???.
Nein ich finde wir machen das schon richtig. So langer der FCB finanziell so übermächtig ist sollten wir uns finanziell nicht vergaloppieren. Ein mal Insolvent ist der BVB Geschichte.
Erfolg nicht um jeden Preis.

Psychologie der Fast-Insolvenz

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Sonntag, 27.08.2023, 16:46 (vor 913 Tagen) @ Garum

Wir waren ja nicht nur im Vorhof. Wenn ich das mal richtig verstanden habe, hatten wir schon die Harfe in der Hand. Und wer so etwas mal mit gemacht hat ist extrem vorsichtig. Allein das man sich schon Geld vom FC Bayern leihen musste???.
Nein ich finde wir machen das schon richtig. So langer der FCB finanziell so übermächtig ist sollten wir uns finanziell nicht vergaloppieren. Ein mal Insolvent ist der BVB Geschichte.
Erfolg nicht um jeden Preis.

Definitiv. Im Zweifel dann eher die öffentlich kommunizierten Ansprüche runterschrauben.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Gargamel09, Sonntag, 27.08.2023, 17:02 (vor 913 Tagen) @ FourrierTrans
bearbeitet von Gargamel09, Sonntag, 27.08.2023, 17:12

Wir waren ja nicht nur im Vorhof. Wenn ich das mal richtig verstanden habe, hatten wir schon die Harfe in der Hand. Und wer so etwas mal mit gemacht hat ist extrem vorsichtig. Allein das man sich schon Geld vom FC Bayern leihen musste???.
Nein ich finde wir machen das schon richtig. So langer der FCB finanziell so übermächtig ist sollten wir uns finanziell nicht vergaloppieren. Ein mal Insolvent ist der BVB Geschichte.
Erfolg nicht um jeden Preis.


Definitiv. Im Zweifel dann eher die öffentlich kommunizierten Ansprüche runterschrauben.

Geld ist und war genügend da, man darf es nur nicht verbrennen und das haben Zorc & Staff mit einigen Transfers dann doch gemacht
Sehenden Auges mit einem Schulz, Schürrle, Götze ins Unglück zu rennen, das hatte dann am Ende doch was mit Voll ins Risiko gehen zu tun, weil nichts, was die zuvor gezeigt haben, am Ende die Ablösesumme und Gehalt wert war.
Wenn es nicht die Teenager gleichzeitig gegeben hätte, die solche Transfers überhaupt möglich gemacht haben, dann hätten die Alarmglocken geschrillt.

Ich hoffe, uns geht das Auge für Talente nicht verloren, die biederen Transfers in diesem Sommer sind mMn nicht der Weg den wir bestreiten sollten, beinhalten nicht viel Fantasie, kostet aber auf der anderen Seite zu viel Geld

Psychologie der Fast-Insolvenz

Talentförderer, Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 17:03 (vor 913 Tagen) @ Gargamel09

Das Auge geht nicht verloren, die Talente werden nur unbezahlbar.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Gargamel09, Sonntag, 27.08.2023, 17:05 (vor 913 Tagen) @ Talentförderer

Das Auge geht nicht verloren, die Talente werden nur unbezahlbar.

unbezahlbar auf was bezogen? Ich kann jetzt einige aufzählen die zu Bayer, RB gewechselt sind, mit uns in Verbindung gebracht wurden, die nicht unbezahlbar waren, weit davon entfernt sogar.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Gargamel09, Sonntag, 27.08.2023, 18:40 (vor 913 Tagen) @ Gargamel09

Und wieviele davon sind dann auch tatsächlich vor uns gelandet? … richtig.

Psychologie der Fast-Insolvenz

Gargamel09, Sonntag, 27.08.2023, 18:49 (vor 913 Tagen) @ RE_LordVader

Und wieviele davon sind dann auch tatsächlich vor uns gelandet? … richtig.

Es geht um Transfers von Talenten zu nicht unbezahlbaren Preisen, allein in diesem Sommer einige. Und man wird sehen, ob wir dann wieder vor denen landen, oder langsam durchgereicht werden...

Psychologie der Fast-Insolvenz

Gargamel09, Montag, 28.08.2023, 09:59 (vor 912 Tagen) @ Gargamel09

Nu ja, dieses Argument kam eben auch schon bei vielen Transferperioden vorher.

Und selbstverständlich können wir nicht in die Zukunft sehen... duh.

Davon ab ist der Markt auch bei "Talenten" halt unglaublich mehr aufgeheizt als vorher. Ich befürchte von Kalibern wie Haaland, Bellingham oder auch ihrerzeit Dembele oder Sancho kann die BuLi insgesamt sich verabschieden, die werden, auch auf Druck dass mit viel Geld gute bis sehr gute fertige Spieler auch aus den Topvereinen zu den Ölquellen gelockt werden.

Diese Nische, die der BVB auf hohem Niveau besetzt hatte, ist so gut wie zu. Man muss, wie andere Vereine schon länger, auf immer unsicherere/unfertigere Spieler zurückgreifen. Dass kann gut gehen, hat aber immer häufiger auch Misserfolge in Aussicht.

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