Neu auf schwatzgelb.de: Investoreneinstieg bei der DFL - Unnötig oder notwendig?: Grundwerte und Investoren beim BVB (BVB)
Redaktion schwatzgelb.de
, Dortmund, Sonntag, 07.05.2023, 19:03 (vor 1194 Tagen)
Die Diskussion um den geplanten Investoreneinstieg läuft immer noch auf Hochtouren. Unser Autor Phil mit seiner Sicht der Dinge.
Private-Equity-Investoren und ihre Renditen
markus, Dienstag, 09.05.2023, 12:17 (vor 1192 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Weil es unten Thema war, hier eine Quelle dazu. Fazit: Die Renditen und damit auch die Renditeerwartungen sind bei Private-Equity-Investoren höher als die allgemeinen Marktrenditen.
Warum sollte man in Unternehmen außerhalb der Börse investieren?
Private-Equity-Investoren beteiligen sich an etablierten Unternehmen mit unerschlossenem Potenzial. Die Renditechancen sind dementsprechend hoch: Zwischen 2000 und 2019 haben Private-Equity-Fonds für ihre Anleger eine durchschnittliche Rendite (IRR) von 13,9 Prozent nach Kosten erzielt – in etwa sieben Prozentpunkte mehr als der weltweite Aktienmarkt. Im Top-Quartile, dem besten Viertel der Fonds, lag die Rendite sogar bei 27,1 Prozent.
https://www.liqid.de/liqid-magazin/private-equity-was-sie-wissen-sollten
Was mir viel zu kurz kommt: Konzentration auf Auslandsvermarktung ist ein Fehler
Kruemelmonster09, Montag, 08.05.2023, 21:42 (vor 1193 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Was mir insgesamt viel zu kurz kommt:
Die DFL möchte vorallem in der Auslandsvermarktung die Umsätze steigern.
Ich denke dieser Weg kann nicht, in den Maßen die man sich erhofft, gelingen.
Woher soll das Interesse kommen?
Die Premier League überstrahlt alles. In den letzten Jahren haben wir eine immer heftigere Konzentration auf die Premier League erlebt. Dadurch wurde dort immer mehr Geld erwirtschaftet.
Die Premier League zieht in immer extremeren Maße die qualitativ hochwertigen Spieler und Trainer an. Bei Jungs mit potentieller Weltklasse innerhalb der Bundesliga gibt es doch nur noch zwei Optionen:
Die Premier League, oder Real Madrid.
Je länger diese Phase andauert, desto manifestierter wird diese Sonderstellung.
Also, wo will man im Ausland das große Geld verdienen?
Schaut man sich die großen "Fußball-Wachstumsmärkte" doch mal an... Welche sind das am Ende überhaupt (welche finanziell lohnenswert sind)?
Die USA und China vielleicht. Indien eventuell? Australien?
All diese Länder haben ja auch eigene Ligen, welche durch einen Fußballboom im Land mit der Zeit qualitativ immer besser werden.
Ein Fußball interessierter US Amerikaner schaut sich eventuell zuerst die Premier League an. Dann eventuell noch die MLS. Wenn diese qualitativ besser wird, mit Sicherheit die MLS. Und dann? Wenn man dann noch Lust hat, vielleicht regelmäßig ein Spiel von Real Madrid und/oder die Champions League.
Wie vermessen ist denn der Gedanke, dass man eine große Gruppe außerhalb Europas für die Bundesliga begeistern könnte?
Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller und langfristig vermutlich lukrativer wieder den nationalen Markt zu stärken.
Dieser Weg wirft kurzfristig dann eventuell wieder etwas weniger Geld ab, sorgt aber für langfristige Bindung.
Geht allerdings diese lokale Bindung flöten (und auf dem Weg sind wir aktuell) und der Traum der großen Auslandsvermarktung geht ebenfalls den Bach runter, was bleibt dann?
Was mir viel zu kurz kommt: Konzentration auf Auslandsvermarktung ist ein Fehler
stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 22:16 (vor 1193 Tagen) @ Kruemelmonster09
Wie ist denn Deine Idee für eine Stärkung des nationalen Marktes?
Derzeit gibt es zwei Anbieter. Vermutlich nicht mehr lange. Woher soll das Geld kommen?
Was mir viel zu kurz kommt: Konzentration auf Auslandsvermarktung ist ein Fehler
Kruemelmonster09, Dienstag, 09.05.2023, 18:25 (vor 1192 Tagen) @ stfn84
Wie ist denn Deine Idee für eine Stärkung des nationalen Marktes?
Derzeit gibt es zwei Anbieter. Vermutlich nicht mehr lange. Woher soll das Geld kommen?
Entschuldigung für die späte Antwort.
Wir haben national ein abnehmendes Interesse am Fußball.
Zusätzlich kommt eine Generation, die kaum Interesse am deutschen Vereinsfußball hat.
Die Tribünen "werden immer älter".
Immer weniger Kinder spielen Fußball im Verein.
Meiner Meinung nach ist es wichtig national wieder erreichbarer zu sein, wieder bodenständiger, um auf diesem Weg eine Bindung aufzubauen.
Dieser Weg wird vermutlich auch Geld kosten.
Langfristig wird es aber der einzige Weg sein, den der deutsche Fußball hat. Ohne Basis stirbt er national dahin... Und ohne Fankultur ist die Bundesliga international noch trister als eh schon und lässt sich noch schlechter vermarkten.
Was mir viel zu kurz kommt: Konzentration auf Auslandsvermarktung ist ein Fehler
Fisheye, Montag, 08.05.2023, 22:45 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Wie ist denn Deine Idee für eine Stärkung des nationalen Marktes?
Derzeit gibt es zwei Anbieter. Vermutlich nicht mehr lange. Woher soll das Geld kommen?
Es kommt kein Geld. Weder aus dem nationalen noch dem internationalen Markt. Der nationale Markt ist ausgeschöpft, für den internationalen Markt ist die Bundesliga viel zu langsam und langweilig
Was mir viel zu kurz kommt: Konzentration auf Auslandsvermarktung ist ein Fehler
Blarry, Essen, Montag, 08.05.2023, 22:30 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Die Idee der nationalen Eigenvermarktung der Ligaspiele steht ja im Raum. Fuffi pro Monat fürs Gesamtpaket, Zehner fürs Tagesticket oder Einzelspiel, fertig. Angesichts der aktuellen Preise für Sky plus DAZN wäre das noch die untere Grenze, und alles in allem sogar günstiger für den regelmäßigen Zuschauer. Und damit kann die DFL immer noch einzelne Spiele an externe Sendeanstalten verkaufen, und obendrein genauso 14:30 Minuten jeder Halbzeitpause mit Werbung vollpacken wie Sky es tut.
Was mir viel zu kurz kommt: Konzentration auf Auslandsvermarktung ist ein Fehler
stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 22:36 (vor 1193 Tagen) @ Blarry
Also soll die DFL sich selbst die Rechte abkaufen, um dann per Stream für 50 Euro pro Monat alle Liga-Spiele anbieten zu können?
Wenn ich mit 4 Millionen Abonnenten rechne (derzeit 3,4 bei Sky) komme ich auf eine Lücke von 900 Millionen Euro+, die dann eben über Werbung finanziert werden muss. Zzgl. aller Kosten für die Herstellung und Verbreitung der Bilder. Halte ich für amüsant.
Was mir viel zu kurz kommt: Konzentration auf Auslandsvermarktung ist ein Fehler
Blarry, Essen, Montag, 08.05.2023, 22:54 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Huh? Ich komme bereits mit 2 Millionen Abonnenten bereits an nationalen Einnahmen auf die 1,2 Mrd. Euro jährlich, die die Bundesliga z.Zt. insgesamt aus der TV-Vermarktung einnimmt. International ist auch noch bisschen was zu holen. Und das erstmal nur als Grundstock, mit einer kleinen angenommenen Abonenntenzahl.
Was mir viel zu kurz kommt: Konzentration auf Auslandsvermarktung ist ein Fehler
Liqin, Kassel, Montag, 08.05.2023, 22:50 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Falls die DFL national wirklich eine Eigenvermarktung anstrebt, hoffe ich dass sie sich vorher bei den ehemaligen Entscheidungsträgern von arena tv Informationen einholen, wie man das nicht macht :).
Die haben damals in großen Sphären geplant und am Ende waren es ein Bruchteil der anvisierten Abonnenten.
"Als man im Dezember 2005 die Bundesliga-Rechte kaufen konnte, gab Arena sechs Millionen Abo-Kunden als Ziel aus;[6] Mitte 2007 waren es aber erst 1,1 Millionen Abo-Kunden."
Was mir viel zu kurz kommt: Konzentration auf Auslandsvermarktung ist ein Fehler
binaural, Dienstag, 09.05.2023, 08:12 (vor 1193 Tagen) @ Liqin
Damals war die Einstellung der Deutschen zum Pay TV noch eine andere. Dies hat sich mit den ganzen Streaming Anbietern geändert. Willst Du was anderes sehen, musst Du zahlen. Dies ist jetzt auch in den Köpfen angekommen. Daher denke ich ist die Bereitschaft zu zahlen eine andere.
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stfn84, Köln, Sonntag, 07.05.2023, 21:44 (vor 1194 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Eine (Rückkehr zur) Diskussion in der Sache würde der Thematik gut tun. Guter Impuls, dass es vielleicht auch Grautöne gibt und es zu einfach ist, alle potentiellen, negativen (Weiter-)Entwicklungen des Profifußballs auf diese Frage zu verkürzen.
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Sascha, Dortmund, Montag, 08.05.2023, 08:25 (vor 1194 Tagen) @ stfn84
Wobei ich es befremdlich finde, Florian Homm als positives Beispiel zu nehmen. Von der Rettung abgesehen, hat er auch ohne offizielles Mandat, dafür aber mit einem Faxgerät Einfluss genommen. Und dass er danach von Polizei und Rockergruppen gejagt wurde, spricht auch nicht gerade für moralische Integrität. Also eigentlich genau das, was aktuell an Befürchtungen geäußert wird.
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stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 09:08 (vor 1194 Tagen) @ Sascha
So gelang es dem BVB auch in seiner schwersten und tatsächlich existenzbedrohenden Lage in den Jahren 2004/2005, mit Hilfe von Investoren der zwielichtigen Natur (ohne Florian Homms Geld wären wohl fast alle Rettungsversuche gar nicht erst in die Umsetzungsphase gekommen) und bekannten Investmentbanken wie Morgan Stanley, sich aus den Schlingen der drohenden Insolvenz zu befreien und z.B. auch das alleinige Eigentum am Westfalenstadion wieder zu erlangen …
Das liest sich jetzt für mich nicht so, als sei Florian Homm als positives Beispiel und best practise benannt worden. Aber, soweit ich mich erinnere, hat er dem BVB genützt und nicht geschadet. Ich erinnere mich nicht, dass er die Zerstückelung des Spieltages oder Spiele im Ausland forciert hat/wollte.
Dein Hinweis auf die Moral ist zwar nachvollziehbar, aber zeigt für mich zumindest deutlich auf, dass hier zig Diskussionspunkte zusammengefasst und verknappt werden sollen.
Geht es jetzt um Investoren? Spieltagszerstückelung? Eintrittspreise? Fanrechte? Investment ja, aber nur wenn x Faktoren erfüllt sind?
Es gibt zig Dinge die man im modernen Fußball kritisieren muss. Dazu gehört bspw. die fehlende Weitsicht im Management, die Kostenstruktur etc. Das hat aber 0,0 mit einem Investoreneinstieg zu tun und es macht zudem wenig Sinn das für alle Proficlubs zu diskutieren. Das ist dann schon Arbeit pro Club und Fangruppe.
Ich bin kein Jubelperser der sich über Investoren-Einstiege freuen würde. Aber ich kann schon nachvollziehen, dass sich die Proficlubs in diese Lage gebracht haben. Blöd, aber zT eben auch nicht änderbar (Corona und deren Auswirkungen waren ja nunmal kaum planbar, langfristige Verträge eben nicht von heute auf morgen auflösbar, etc.).
Unter gewissen Rahmenbedingungen kann ein Investment also sogar gut ausgehen. Anstatt die Diskussion auf Ja/Nein zu verknappen wäre es aus meiner persönlichen Sicht sinnvoller die wichtigsten Punkte zu diskutieren und rote Linien aufzuzeigen. Das passiert aktuell nicht, da man sich zu deutlich und grundsätzlich positioniert hat. Am Ende wird es dann wie bei 12:12 zu einer Entscheidung der Clubs kommen - und die Fanszene guckt im Zweifel verdutzt, weil man sich nicht über das wie sondern nur über das ob unterhalten hat.
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Sascha, Dortmund, Montag, 08.05.2023, 10:13 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Aber dass auch die moralische Komponente zu berücksichtigen ist, sieht man doch bei der Hertha. Da holt man sich eine PE-Gesellschaft ins Haus, die dann ihrerseits Geld in Saudi-Arabien dafür einsammelt.
Das ist dann auch nur noch graduell besser als City, Newcastle oder PSG
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stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 11:38 (vor 1193 Tagen) @ Sascha
Also für mich ist das Thema jetzt dann schwer zu greifen.
Ist man grundsätzlich gegen den Einstieg eines Investors? Oder nur, wenn dieser sich Geld aus Saudi Arabien holt? Was ist mit der Bundesrepublik, die mit Ländern wie Saudi Arabien handelt, sogar Rüstungsgüter dorthin ausführen lässt?
Ein Einstieg von Abu Dhabi & Co. bei Newcastle, City oder PSG ist doch nicht gleichzusetzen mit einem Investoren-Einstieg bei der DFL, bei der es um eine bessere Vermarktung der (internationalen) TV Rechte und damit neben erhoffter Expertise eben auch um Liquidität geht.
Wenn wir eine Diskussion über Moral in der Bundesliga oder bei Bundesligisten führen wollen, dürften wir relativ schnell zum Schluss kommen, dass man sich das nicht mehr guten Gewissens angucken darf.
Was ist mit unseren Sponsoren? Inwieweit arbeiten die mit "Schurkenstaaten" zusammen? Wie viele PE-Unternehmen sind bei Evonik oder Puma aktiv? Warum bieten wir unseren Top Sponsoren bwin, bybit und hector network eine Werbeplattform?
Kurzum: Sind wir (und andere Bundesligisten) überhaupt in der Position den moralischen Zeigefinger zu erheben?
Das alles hat nicht die Schlussfolgerung, dass man den Investoren-Deal nun kritiklos begleiten muss und am besten noch applaudierend daneben stehen soll. Es geht aber darum, dass man eine sachliche Diskussion führt, die zumindest die Option einer Konsensentscheidung vorsieht.
Die Zerstückelung der Spieltage etc. wurde ohne PE und Florian Homm et al. forciert. Ebenso die geringe Wertschätzung von Fan-Interessen. Statt zu sagen, "Investorendeal geht grundsätzlich gar nicht, denn das Geld ist schmutzig und führt dazu, dass wir bald 9 Anstoßzeiten haben" ist in meinen Augen eben Schwachsinn und eine fehlgeleitete Diskussion.
mE sollte man eher versuchen kompromissbereit Wege aufzuzeigen unter welchen Rahmenbedingungen das ganze so funktionieren kann, dass man alle Interessen unter einen Hut bringt.
Wenn man aber nur "den alten Fußball zurück haben will" wird man das schon so deutlich sagen müssen und entsprechend auf die Barrikaden gehen müssen. Diese Überladung des Investoren-Themas tut der Sache offensichtlich nicht gut.
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Sascha, Dortmund, Montag, 08.05.2023, 14:21 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Mein Problem mit Investoren, setzt sich aus mehreren Fragmenten zusammen. Die moralische Komponente ist ein Teil davon. Blackstone und Co. verdienen ihr Geld zum Teil eben auch mit moralisch mehr als fragwürdigen Geschäften.
Ist das jetzt nicht auch schon mit Sponsoren der Fall? Ja, in einigen Fällen sicherlich. Aber das ist doch kein Argument, diese Geschäfte noch weiter auszubauen.
Eine andere Komponente sind eben sich sicherlich verschlechternde Bedingungen für Fans durch Salamispieltage und veränderte Anstoßzeiten. Das wird so kommen und wenn ein Funktionär kommt und etwas gegenteiliges behauptet, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass er lügt. Irgendwoher muss der Einnahmensprung für die Rendite ja herkommen. Niemand zahlt auf einmal ein paar Milliarden mehr für das gleiche Produkt, nur weil die DFL Anteile verkauft hat.
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stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 15:23 (vor 1193 Tagen) @ Sascha
Du wirfst ja einfach Annahmen in den Raum und sagst: Wird so kommen, das wäre ja sonst dumm.
Finde ich einigermaßen stumpfsinnig. Zudem hat das 0,0 mit einem Investor zu tun, sondern gilt grundsätzlich auch gegenüber der jetzigen Struktur in der DFL. Schließlich hat keine Heuschrecke Montagsspiele vereinbart, es waren die Clubvertreter. Und es zeigt auch, dass es Protest der auf die Sache konkret ausgerichtet sein kann, der sodann auch etwas bewirkt. Man ist aber ja inzwischen in der Schleife, dass man es in jedweder Konstellation ablehnt.
Wenn ich es richtig begreife, sind 12,5% der Erlöse aus der TV-Vermarktung bei gleichbleibenden Erlösen eine ziemlich gute Verzinsung. Auf 20 Jahre gerechnet kommt man da ja auf eine Wertsteigerung von 50-75%. Wenn man meint mehr erlösen zu können, partizipieren Investor und DFL Clubs, ohne, dass man einen Fixbetrag (wie bei einem Kredit) zurück zahlen müsste. Man will damit Expertise (Vermarktung) und Liquidität generieren.
Ich finde es einigermaßen albern, wenn man das mit Sponsoren nicht ganz so eng sieht, es aber als Kritikpunkt für Investoren nimmt. Das ist ja situative Moralkeule par excellence.
Wenn ich, was ich zu 100% nachvollziehen kann, derartigen Geldgebern keine Plattform bieten möchte, muss ich mich zwangsläufig vom Bundesliga-Fußball verabschieden. Woher kommen denn die Einnahmen der UEFA, wer steckt hinter Sky&DAZN?
Statt in der Sache auf rote Linien (Keine weitere Zerstückelung der Spieltage, keine Pflichtspiele im Ausland, …) hinzuweisen, wird der Sachverhalt so dargestellt als ob man die Wahl zwischen alter Welt (Bundesliga mit Wettbewerb) vs. neuer Welt (Investor = alles böse des modernen Fußballs) hätte. Das ist in etwa so, als würde man sagen „die Milliarden die wir nach Brüssel überweisen können wir 1:1 in die Krankenversorgung investieren“ (=populistischer Schwachsinn).
Um das nochmal festzuhalten:
Man darf das alles gerne ablehnen. Die aktive Fanszene hat das schon sehr deutlich getan.
Ich finde, dass man aber wenigstens darauf hinweisen darf, dass die DISKUSSION zu diesem Thema auch auf Fanseite recht dürftig, eindimensional und in der Sache nicht wirklich konstruktiv verläuft.
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Sascha, Dortmund, Montag, 08.05.2023, 15:51 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
bearbeitet von Sascha, Montag, 08.05.2023, 15:57
Es ist ja nicht einmal klar formuliert, worauf sich die 12,5 % beziehen...
Und ich gebe gerne zu, dass ich mir da eine platte und sehr eindimensionale Sichtweise erlauben.
Wie gesagt, ich bin felsenfest davon überzeugt, dass mit dieser Geschichte eine weitere Verschlechterung der Bedingungen für Stadiongänger einhergeht. Schon die sehr schwammige Informationspolitik der DFL zeigt mir, dass sich da etliche Kröten für Fans verstecken.
Und am Ende werden die Millionen wieder auf den Konten von Spielern, Beratern und Funktionären landen. Ich will gar nicht sachlich und ergebnisoffen diskutieren, ob ich dafür zukünftig Sonntag Abend um 22 Uhr im Stadion sitzen soll, sondern dem ganzen einfach nur den Stinkefinger zeigen.
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stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 16:58 (vor 1193 Tagen) @ Sascha
Es ist ja nicht einmal klar formuliert, worauf sich die 12,5 % beziehen...
Soweit ich das der Berichterstattung entnehmen kann, sind es 12,5% der Einnahmen. Die sind national sicherlich sehr gut, international aber sehr dürftig. In Summe kommt man da derzeit wohl auf 1,2-1,3 Mrd. Euro p.a.
Jetzt kann man unterschiedliche Szenarien entwickeln. Zumindest ist es in meinen Augen sinnvoll, wenn der „Partner“ (Investor, Satan, oder wie auch immer man den bezeichnen will) eine variable Vergütung mit leistungsabhängigen Faktoren bekommt.
Und ich gebe gerne zu, dass ich mir da eine platte und sehr eindimensionale Sichtweise erlauben.
Ist ja auch ok und sei Dir unbenommen. Gleichwohl wird man anmerken dürfen, dass man die eindimensionale Betrachtung eines komplexen Sachverhalts eben als nicht sonderlich zielführend betrachten darf. Ich sage nicht, dass Deine Meinung "falsch" ist, sondern nur, dass es mir missfällt, wenn man einfach irgendwelche Behauptungen in den Raum stellt und so tut, als ob es genau so käme. Aber nur, wenn es auch den Investor gibt. Ansonsten wäre nämlich alles dufte.
Ist es nicht. Das wissen wir.
Aber wir sind auch nur ein Teil des BVB.
Wenn die vom Verein beauftragte KGaA zum Schluss kommt, man müsse das machen, sollte man sich damit eben sachlich auseinander setzen. Wäre zumindest der faire Anspruch, auch wenn man andere Herangehensweisen wählen kann. Offensichtlich.
Wie gesagt, ich bin felsenfest davon überzeugt, dass mit dieser Geschichte eine weitere Verschlechterung der Bedingungen für Stadiongänger einhergeht. Schon die sehr schwammige Informationspolitik der DFL zeigt mir, dass sich da etliche Kröten für Fans verstecken.
Das eine hat mit dem anderen ja wenig zu tun.
Wir sind leiderprobt. Wir haben in den letzten Jahren viele Kröten schlucken müssen. Aber das lag bisher nicht an einem Investor - so fair muss man doch sein. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass das so kommen könnte (!). Deine Aussage mag also stimmen, kann aber auch Quatsch sein. Weil manches eben überhaupt noch nicht feststehen dürfte.
Und jetzt kommen ein paar Dinge zusammen:
Gegen sie Spieltagszerstückellung gab es konkrete Proteste, man hat im Nachgang die Interessen der Fans (besser) berücksichtigt.
Dabei ging es aber eben um ganz konkrete Proteste in der Sache, inkl. dezidierter Argumentation.
Jetzt wirkt es so, als seie die Diskussion so engstirnig und verknappt, dass es in meinen Augen unredlich und unverschämt wird.
Wenn ich sage, dass man den Club-/DFL-Vertretern nicht glauben darf, weil sie uns eh immer nur belügen und kleinhalten wollen, ist das eine legitime Position. Dann ist aber die logische Schlussfolgerung, dass auf der nächsten Mitgliederversammlung des BVB die Abberufung der Geschäftsführung der KGaA zu diskutieren und entscheiden ist.
Der Wettbewerb in der Liga ist in vielen Bereichen tot. Daran ändert auch keine Meisterschaft des BVB etwas. Das ändern aber auch nicht 60% von 2-3 Milliarden, die bei Gleichverteilung ca 56-83 Millionen Euro für jeden der 36 Proficlubs rein gar nichts. Das Geld kann man dann in Infrastruktur stecken, wenn man es nicht bereits tat und in diesem Punkt für gute Arbeit belohnt wird.
Es geht hier aber eben sowohl um Professionalisierung (mehr Erlöse) und Liquidität. Mehr als bei einem Kredit. Im besten Fall so gestrickt, dass alle daran verdienen.
Das nun mit dem modernen Fußball zu verquicken ist ein stück weit eben schlichtweg Nonsens, da es nicht kausal zusammen hängt.
Und am Ende werden die Millionen wieder auf den Konten von Spielern, Beratern und Funktionären landen. Ich will gar nicht sachlich und ergebnisoffen diskutieren, ob ich dafür zukünftig Sonntag Abend um 22 Uhr im Stadion sitzen soll, sondern dem ganzen einfach nur den Stinkefinger zeigen.
Das ist voll ok.
Es muss darüber diskutiert werden, dass die Millionen nicht einfach irgendwo bei windigen Beratern oder. den Dembélé dieser Welt versacken. Aber man muss einpreisen was überhaupt möglich ist. Zudem hat auch das 0,0 mit dem Einstieg eines Investors zu tun, es ist eine grundsätzliche Problematik.
Und ich glaube, dass diese Herangehensweise ein Bärendienst für die Faninteressen ist.
Das aktuelle Auftreten erinnert in Teilen an das meiner Kita-Kinder: Ich will aber…
Man fordert maximale Transparenz und Diskussion, steht hierfür aber gar nicht zur Verfügung.
Statt die roten Linien klar zu benennen und „Spielregeln“ aus Sicht der Fanszene aufzuzeigen, sagt man einfach, dass das grundsätzlich scheisse ist. Aber, realistisch betrachtet, wird es wohl so kommen, wenn denn die Clubs zustimmen. Dann im Nachgang umzuschwenken und zu sagen: „Wir finden dich, Investor, zwar maximal scheisse, aber wir verlangen nun mit am Tisch sitzen zu dürfen“ ist eine Mischung aus Naivität und eigener Überhöhung. Ich persönlich hielte eine grundsätzliche Bereitschaft zur Diskussion da einfach für zielführender. Vielleicht wird die auch geführt, bei mir kommt es aber nicht so an.
Neu auf schwatzgelb.de: Investoreneinstieg bei der DFL - Unnötig oder notwendig?: Grundwerte und Investoren beim BVB
markus, Montag, 08.05.2023, 18:17 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Statt die roten Linien klar zu benennen und „Spielregeln“ aus Sicht der Fanszene aufzuzeigen, sagt man einfach, dass das grundsätzlich scheisse ist. Aber, realistisch betrachtet, wird es wohl so kommen, wenn denn die Clubs zustimmen. Dann im Nachgang umzuschwenken und zu sagen: „Wir finden dich, Investor, zwar maximal scheisse, aber wir verlangen nun mit am Tisch sitzen zu dürfen“ ist eine Mischung aus Naivität und eigener Überhöhung. Ich persönlich hielte eine grundsätzliche Bereitschaft zur Diskussion da einfach für zielführender. Vielleicht wird die auch geführt, bei mir kommt es aber nicht so an.
Es gab SG Interviews zu diesem Thema in denen sachliche Kritik geäußert wird. Von daher würde ich davon ausgehen, dass dies in den Kommunikationskanälen so auch an den Verein herangetragen und kommuniziert wird. Dass man das so nicht auf Transparenten schreiben kann und dort eher plakativ ein „Nein zu Investoren“ drauf schreibt, sollte logisch sein. Schließlich wird so ein Transparent nur für wenige Sekunden für die breite Öffentlichkeit sichtbar. Das kann nur mit einfachen Botschaften funktionieren.
https://www.schwatzgelb.de/artikel/2023/im-gespraech-mit/interview-theunity
Neu auf schwatzgelb.de: Investoreneinstieg bei der DFL - Unnötig oder notwendig?: Grundwerte und Investoren beim BVB
stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 20:41 (vor 1193 Tagen) @ markus
Da darf und sollte man sicherlich unterscheiden.
Die Fan- und Förderabteilung hat natürlich einen sehr klaren Auftrag, der im Interview auch klar benannt wird. Genau darum geht es mir ja: Es muss ein kritischer, aber in der Sache konstruktiver Umgang mit Sachverhalten erfolgen. Die Fan- und Förderabteilung soll Dinge nicht nur kritisch hinterfragen, sondern sie agiert nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne der Fans.
Deshalb ist es gut und richtig, dass es da zwischen eV und KGaA Austausch und Diskussionen gibt.
Der Verweis auf den gerechten und fairen Wettbewerb ist gut und schön, hat aber ja 0,0 mit einem Investor zu tun.
Zudem sind dann solche Passagen im Interview:
schwatzgelb.de: Bleiben wir doch gleich beim Investorendeal. Warum steht ihr dem kritisch gegenüber?
Tobias: Ein Investor ist erstmal kein Geldgeber, sondern ein Geldnehmer. Er gibt Geld, um nachher eine Rendite herauszubekommen.
Der Satz ist natürlich Quatsch, vor allem in Bezug auf die (bekannten) Details des Deals.
Machen wir es also bitte konkret.
Der Investor soll 2 Mrd. Euro geben.
Er erhält dafür ca. 20 Jahre lang 12,5% der Einnahmen aus den TV Rechten (aktuell ca. 1,3 Mrd Euro p.a.). Das sind 162.500.000 Euro p.a., über 20 Jahre also 3,250 Milliarden Euro. Der Investor hat dann in 20 Jahren eine ganz akzeptable Wertentwicklung hinbekommen, wenn es ihm gelingt, die Erlöse konstant auf diesem Niveau zu halten. Wenn er einen besseren Job macht, bekommt er mehr Geld. Jeder Club der DFL aber eben auch.
Dann kommt eine Annahme:
Also muss ja etwas passieren, um das Produkt erfolgreicher, besser, attraktiver zu machen.
Das kann sein. Ist aber ebenfalls unabhängig von einem Investor zu sehen. Zudem wird unterstellt, dass das eine zwangsläufige Konsequenz ist.
Ist aber eben nicht der Fall. Oder gibt es dafür eine Quelle?
Die nächste Frage lautete:
schwatzgelb.de: Welche Gefahren seht ihr?
Tobias: Es gibt viele Szenarien, die man an die Wand malen kann. Ob das am Ende so passieren wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber in der Mitgliedschaft gibt es Bedenken, und wir sind damit beauftragt worden, für Kommunikation und Transparenz zu sorgen.
Vollkommen richtig, sehr legitim.
Was die Fans mitunter kritisch beäugen ist die Frage, was das für Investoren sind, die sich in Stellung bringen. Der BVB hat in den letzten Jahren im Bereich CSR in den letzten Jahren eine wunderbare Arbeit geleistet. Deshalb muss die Frage erlaubt sein, ob ein Investor dieselben Werte vertritt.
Ebenfalls legitim. Aber warum wird da dann nicht unser Sponsoring beleuchtet? Krypto-Börsen sind ok, aber ein Investor der - wie Sascha es formulierte - Geld in Saudi Arabien macht, bitte nicht? Die Frage zu stellen ist richtig und wichtig, aber es muss doch im Gesamtkontext betrachtet werden. Zudem wäre dann doch auch die Abstimmung darüber inwieweit die Mitglieder des BVB (und nicht nur der FA, die natürlich in erster Linie "kritische Fans" vereinen dürfte) einen Investoren-Deal mittragen würden, das einzig demokratische an der Angelegenheit. Ich wäre mir da nicht so sicher, was die Mehrheit der BVB Fans will. Meine Filterblase entspricht definitiv nicht der Mehrheit der über 100.000 Mitglieder.
Neu auf schwatzgelb.de: Investoreneinstieg bei der DFL - Unnötig oder notwendig?: Grundwerte und Investoren beim BVB
markus, Montag, 08.05.2023, 21:37 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Da darf und sollte man sicherlich unterscheiden.
Die Fan- und Förderabteilung hat natürlich einen sehr klaren Auftrag, der im Interview auch klar benannt wird. Genau darum geht es mir ja: Es muss ein kritischer, aber in der Sache konstruktiver Umgang mit Sachverhalten erfolgen. Die Fan- und Förderabteilung soll Dinge nicht nur kritisch hinterfragen, sondern sie agiert nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne der Fans.
Deshalb ist es gut und richtig, dass es da zwischen eV und KGaA Austausch und Diskussionen gibt.Der Verweis auf den gerechten und fairen Wettbewerb ist gut und schön, hat aber ja 0,0 mit einem Investor zu tun.
Wenn die Verteilung der Gelder weiterhin so sein sollte, dass die großen Vereine ein deutlich größeres Stück vom Kuchen abbekommen als die kleinen, spätere Aufsteiger gar nichts erhalten sollen (obwohl sie im Zeitraum innerhalb 20 Jahre aufsteigen), dann verfestigt man den Status Quo und dann hat es eben doch einen Zusammenhang zwischen (un-)fairem Wettbewerb und dem Investor.
Und davon ist realistisch auszugehen. Die beiden großen Vereine Bayern und Dortmund jammern übrigens auf hohem Niveau. Beide Vereine sind hervorragend durch Corona gekommen und sind auch ohne Investor liquide. Beide werden aber wahrscheinlich überproportional von den Geldern profitieren.
Zudem sind dann solche Passagen im Interview:
schwatzgelb.de: Bleiben wir doch gleich beim Investorendeal. Warum steht ihr dem kritisch gegenüber?
Tobias: Ein Investor ist erstmal kein Geldgeber, sondern ein Geldnehmer. Er gibt Geld, um nachher eine Rendite herauszubekommen.
Der Satz ist natürlich Quatsch, vor allem in Bezug auf die (bekannten) Details des Deals.
Machen wir es also bitte konkret.
Der Investor soll 2 Mrd. Euro geben.
Er erhält dafür ca. 20 Jahre lang 12,5% der Einnahmen aus den TV Rechten (aktuell ca. 1,3 Mrd Euro p.a.). Das sind 162.500.000 Euro p.a., über 20 Jahre also 3,250 Milliarden Euro. Der Investor hat dann in 20 Jahren eine ganz akzeptable Wertentwicklung hinbekommen, wenn es ihm gelingt, die Erlöse konstant auf diesem Niveau zu halten. Wenn er einen besseren Job macht, bekommt er mehr Geld. Jeder Club der DFL aber eben auch.
Etwas mehr als 50% in 20 Jahren ist aber keine Rendite, für die ein Investor so viel Geld locker macht. Mal zum Vergleich: der MSCI World Index wächst im Schnitt um 7%/Jahr und verdoppelt sich somit alle zehn Jahre. Das Geld einfach und ohne Aufwand in diesen Index reinbuttern, würde nach 20 Jahren 8 Milliarden bringen. Und das bei deutlich geringerem Risiko, denn der Index fußt breit diversifiziert auf über 1.600 Unternehmen weltweit. Höhere Risiken (und das ist ein Invest in einem einzigen und dazu kleinen Unternehmen wie die DFL) erfordern höhere Renditechancen. Sonst macht ein Investor das nicht. Hier wurden vor einigen Tagen 10% Rendite genannt. Das dürfte an Erwartungen realistisch sein, weil man, wie erwähnt, ansonsten einfach die durchschnittlichen 7% bei deutlich weniger Risiko mitnehmen könnte.
Dann kommt eine Annahme:
Also muss ja etwas passieren, um das Produkt erfolgreicher, besser, attraktiver zu machen.
Das kann sein. Ist aber ebenfalls unabhängig von einem Investor zu sehen. Zudem wird unterstellt, dass das eine zwangsläufige Konsequenz ist.
Ist aber eben nicht der Fall. Oder gibt es dafür eine Quelle?
Das ist die logische Konsequenz. Wie will man denn sonst die Renditeerwartungen erfüllen? Das geht nur mit ganz massiven Änderungen.
Die nächste Frage lautete:
schwatzgelb.de: Welche Gefahren seht ihr?
Tobias: Es gibt viele Szenarien, die man an die Wand malen kann. Ob das am Ende so passieren wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber in der Mitgliedschaft gibt es Bedenken, und wir sind damit beauftragt worden, für Kommunikation und Transparenz zu sorgen.
Vollkommen richtig, sehr legitim.
Was die Fans mitunter kritisch beäugen ist die Frage, was das für Investoren sind, die sich in Stellung bringen. Der BVB hat in den letzten Jahren im Bereich CSR in den letzten Jahren eine wunderbare Arbeit geleistet. Deshalb muss die Frage erlaubt sein, ob ein Investor dieselben Werte vertritt.
Ebenfalls legitim. Aber warum wird da dann nicht unser Sponsoring beleuchtet? Krypto-Börsen sind ok, aber ein Investor der - wie Sascha es formulierte - Geld in Saudi Arabien macht, bitte nicht? Die Frage zu stellen ist richtig und wichtig, aber es muss doch im Gesamtkontext betrachtet werden. Zudem wäre dann doch auch die Abstimmung darüber inwieweit die Mitglieder des BVB (und nicht nur der FA, die natürlich in erster Linie "kritische Fans" vereinen dürfte) einen Investoren-Deal mittragen würden, das einzig demokratische an der Angelegenheit. Ich wäre mir da nicht so sicher, was die Mehrheit der BVB Fans will. Meine Filterblase entspricht definitiv nicht der Mehrheit der über 100.000 Mitglieder.
Es ist aber in einer Demokratie auch erlaubt, andere von etwas zu überzeugen. Die Fanszene tut dies mit Argumenten und Transparenten. Die Kryptobörse Coinbase würde ich nicht auf eine Stufe stellen mit Ländern, die Menschenrechte mit Füßen treten. Mit Krypto verliert man höchstens Geld (oder gewinnt es). Saudi Arabien diskriminiert Menschen.
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stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 22:12 (vor 1193 Tagen) @ markus
Wenn die Verteilung der Gelder weiterhin so sein sollte, dass die großen Vereine ein deutlich größeres Stück vom Kuchen abbekommen als die kleinen, spätere Aufsteiger gar nichts erhalten sollen (obwohl sie im Zeitraum innerhalb 20 Jahre aufsteigen), dann verfestigt man den Status Quo und dann hat es eben doch einen Zusammenhang zwischen (un-)fairem Wettbewerb und dem Investor.
Wir sprechen von 1,2 Mrd. Euro, also in etwa von den Erlösen die es derzeit jedes Jahr für die TV Rechte gibt. Einmalig. Und dabei ist nun der aktuelle Verteilungsschlüssel problematisch? Ist doch sehr eindimensional.
Wenn Du Bayern und Dortmund rausnimmst und alles Geld gleich verteilst, sprechen wir über eine Einmalzahlung von ca. 35 Millionen Euro.
Und davon ist realistisch auszugehen. Die beiden großen Vereine Bayern und Dortmund jammern übrigens auf hohem Niveau. Beide Vereine sind hervorragend durch Corona gekommen und sind auch ohne Investor liquide. Beide werden aber wahrscheinlich überproportional von den Geldern profitieren.
Also für den BVB ist das ein Stück weit lustig...
Der BVB hat in den letzten zwei Saison mehr als 100 Millionen Euro Verlust gemacht. "hervorragend durch Corona gekommen" wäre da nicht meine Zusammenfassung.
Etwas mehr als 50% in 20 Jahren ist aber keine Rendite, für die ein Investor so viel Geld locker macht. Mal zum Vergleich: der MSCI World Index wächst im Schnitt um 7%/Jahr und verdoppelt sich somit alle zehn Jahre. Das Geld einfach und ohne Aufwand in diesen Index reinbuttern, würde nach 20 Jahren 8 Milliarden bringen. Und das bei deutlich geringerem Risiko, denn der Index fußt breit diversifiziert auf über 1.600 Unternehmen weltweit. Höhere Risiken (und das ist ein Invest in einem einzigen und dazu kleinen Unternehmen wie die DFL) erfordern höhere Renditechancen. Sonst macht ein Investor das nicht. Hier wurden vor einigen Tagen 10% Rendite genannt. Das dürfte an Erwartungen realistisch sein, weil man, wie erwähnt, ansonsten einfach die durchschnittlichen 7% bei deutlich weniger Risiko mitnehmen könnte.
Aha.
https://www.boerse.de/renditedreieck/MSCI-World/XC0009692739
Dann legen wir heute mal all unser Geld in den MSCI World an. 7% sind ja garantiert, woll? ;-)
Das kann sein. Ist aber ebenfalls unabhängig von einem Investor zu sehen. Zudem wird unterstellt, dass das eine zwangsläufige Konsequenz ist.
Ist aber eben nicht der Fall. Oder gibt es dafür eine Quelle?
Das ist die logische Konsequenz. Wie will man denn sonst die Renditeerwartungen erfüllen? Das geht nur mit ganz massiven Änderungen.
Ganz konkret die Frage an Dich: Das ist nur beim Investoren-Deal so? Oder grundsätzlich?
Es ist aber in einer Demokratie auch erlaubt, andere von etwas zu überzeugen. Die Fanszene tut dies mit Argumenten und Transparenten.
Absolut!
Die Argumente, siehe weitere Postings, habe ich ja ein stück weit auf- und angegriffen. Lass uns gerne konkret diskutieren, statt grds.
Die Kryptobörse Coinbase würde ich nicht auf eine Stufe stellen mit Ländern, die Menschenrechte mit Füßen treten. Mit Krypto verliert man höchstens Geld (oder gewinnt es). Saudi Arabien diskriminiert Menschen.
Mir geht es darum, welche Eigentümer-Struktur diese windigen Firmen haben.
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markus, Dienstag, 09.05.2023, 08:01 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Also für den BVB ist das ein Stück weit lustig...
Der BVB hat in den letzten zwei Saison mehr als 100 Millionen Euro Verlust gemacht. "hervorragend durch Corona gekommen" wäre da nicht meine Zusammenfassung.
Trotzdem ist der BVB liquide und hat das wegstecken können. Man wäre nicht einmal darauf angewiesen, jetzt schon Bellingham für über 100 Millionen zu verkaufen, ganz im Gegenteil: Man versucht ihn Gerüchten zufolge zu halten mit einem (für den BVB) Rekordgehalt von 14 Millionen/Jahr.
Etwas mehr als 50% in 20 Jahren ist aber keine Rendite, für die ein Investor so viel Geld locker macht. Mal zum Vergleich: der MSCI World Index wächst im Schnitt um 7%/Jahr und verdoppelt sich somit alle zehn Jahre. Das Geld einfach und ohne Aufwand in diesen Index reinbuttern, würde nach 20 Jahren 8 Milliarden bringen. Und das bei deutlich geringerem Risiko, denn der Index fußt breit diversifiziert auf über 1.600 Unternehmen weltweit. Höhere Risiken (und das ist ein Invest in einem einzigen und dazu kleinen Unternehmen wie die DFL) erfordern höhere Renditechancen. Sonst macht ein Investor das nicht. Hier wurden vor einigen Tagen 10% Rendite genannt. Das dürfte an Erwartungen realistisch sein, weil man, wie erwähnt, ansonsten einfach die durchschnittlichen 7% bei deutlich weniger Risiko mitnehmen könnte.
Aha.
https://www.boerse.de/renditedreieck/MSCI-World/XC0009692739Dann legen wir heute mal all unser Geld in den MSCI World an. 7% sind ja garantiert, woll? ;-)
Im schrieb „im Schnitt“. Garantiert ist natürlich nichts. Wenn du die Dividenden noch drauf rechnest, sind wir sogar bei über 7%
Seit seiner Auflage am 31. Dezember 1969 erzielte der MSCI World als Kursindex eine durchschnittliche Rendite von 6,34 Prozent pro Jahr (Stand: 30. Dezember 2022). Inklusive Dividenden und abzüglich Quellensteuer beträgt die annualisierte Rendite 8,62 Prozent.
Und ja, das kann man als realistische Rendite dann auch erwarten. Natürlich kann sie auch niedriger oder höher sein. Der Punkt ist, dass ein Invest in ein einzelnes Unternehmen wie die DFL, noch dazu ein sehr kleines Unternehmen, ein enorm hohes Risiko darstellt. Das macht ein Investor nur dann, wenn die Renditechancen im Vergleich zu risikoärmeren Anlagen auch deutlich höher sind. Bei 10% Renditeerwartung komme ich nach 20 Jahren auf eine Summe (einschließlich eingesetztes Kapital) von über 13 Milliarden.
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stfn84, Köln, Dienstag, 09.05.2023, 09:47 (vor 1192 Tagen) @ markus
Also für den BVB ist das ein Stück weit lustig...
Der BVB hat in den letzten zwei Saison mehr als 100 Millionen Euro Verlust gemacht. "hervorragend durch Corona gekommen" wäre da nicht meine Zusammenfassung.
Trotzdem ist der BVB liquide und hat das wegstecken können. Man wäre nicht einmal darauf angewiesen, jetzt schon Bellingham für über 100 Millionen zu verkaufen, ganz im Gegenteil: Man versucht ihn Gerüchten zufolge zu halten mit einem (für den BVB) Rekordgehalt von 14 Millionen/Jahr.
Wenn wir über einen Investoren-Einstieg beim BVB sprechen würde, wäre die Situation und die daraus resultierende Bewertung aber doch eine völlig andere.
Wir sprechen aber über einen Investoren-Einstieg bei einer Vermarktungsgesellschaft der DFL. Selbst Borussia Dortmund hat in den Corona-Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag verloren - Transferflops nicht mal enthalten...
Wenn in Deutschland nur ein Team von 35 gut durch diese Zeit kam (RB mal außen vor), dann muss man schon mal über den Status Quo sprechen können.
Zudem ging es mir initial vor allem darum, dass der BVB nicht gestärkt aus den letzten Jahren kam. Borussia hat sehr viel Geld verloren.
Im schrieb „im Schnitt“. Garantiert ist natürlich nichts. Wenn du die Dividenden noch drauf rechnest, sind wir sogar bei über 7%
Seit seiner Auflage am 31. Dezember 1969 erzielte der MSCI World als Kursindex eine durchschnittliche Rendite von 6,34 Prozent pro Jahr (Stand: 30. Dezember 2022). Inklusive Dividenden und abzüglich Quellensteuer beträgt die annualisierte Rendite 8,62 Prozent.
Und ja, das kann man als realistische Rendite dann auch erwarten. Natürlich kann sie auch niedriger oder höher sein. Der Punkt ist, dass ein Invest in ein einzelnes Unternehmen wie die DFL, noch dazu ein sehr kleines Unternehmen, ein enorm hohes Risiko darstellt. Das macht ein Investor nur dann, wenn die Renditechancen im Vergleich zu risikoärmeren Anlagen auch deutlich höher sind. Bei 10% Renditeerwartung komme ich nach 20 Jahren auf eine Summe (einschließlich eingesetztes Kapital) von über 13 Milliarden.
Auch hier - zunächst möchte ich mal darauf hinweisen, dass mich diese Argumentation befremdet. Während offensichtlich einige "Heuschrecken", die angeblich immer und überall nur ein Ziel haben, für eine Beteiligung an der Vermarktungsgesellschaft 2 Milliarden Euro bieten, fällt einigen Fans auf, dass das ja gar keine gute Idee sein kann?
Zunächst einmal gibt es neben der Rendite ja auch steuerliche Vorteile. Ganz grundsätzlich dürfte der Investor die Investition von 2 Mrd Euro sicherlich abschreiben oÄ, sodass auf die angenommene Rendite auch noch weitere Effekte einzahlen.
Dann kommt dazu, dass es unterschiedliche Rendite-Szenarien gibt.
Hier wird es dann direkt knifflig, weil sofort der Unkenruf der Spieltags-Auffächerung kommt. Das hat mit dem Investoren-Einstieg aber doch gar nicht unmittelbar zu tun, da dies auch unabhängig davon passiert ist und weiter passieren kann.
Je länger ich darüber nachdenke, desto wahrscheinlicher halte ich die weitergehende Zerstückelung der Spieltage sofern kein Investor einsteigt. Schließlich gibt es ja offensichtlich den Bedarf nach Liquidität. Kann man scheisse finden, ist aber ja wohl so.
Man wird immer analysieren, wie ist mein Produkt und wie kann ich das Maximum da raus holen. Auch hier: egal ob mit oder ohne Investor.
In England gibt es an normalen Spieltagen 5-7 Ansetzungen bei 10 Partien. In Deutschland sind wir bei 5-6 Ansetzungen für 9 Partien. Spanien hat es komplett aufgesplittet, sich aber nie über Fankultur etc. definiert. Das ist in Deutschland ja noch das echte Alleinstellungsmerkmal, weshalb ich grundsätzlich davon ausgehe, dass man das nicht so ohne weiteres opfern würde. Unabhängig davon, dass man sodann als Fanszene auch Möglichkeiten des Protestes hat, die ggf. sogar "wirksam" sind.
Es ist doch logisch, dass sich die Bieter mehr von ihrem Investment versprechen, als eine 2% Verzinsung. Das legt aber nicht den Schluss nahe, dass sie auf jeden Fall 9 Ansetzungen pro Spieltag, wobei 10 Spiele dann in den USA und 10 in Riad stattfinden müssen, einführen werden und die Clubs da überhaupt keine Veto-Option hätten.
Neben monetären Anreizen gibt es aber natürlich noch das Prestige, welches der erfolgreiche Bieter dann mit dem Produkt Bundesliga und den Teams als Faktor einpreisen kann. Das sind alles Faktoren, die den Deal ja offensichtlich doch attraktiv genug machen.
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markus, Dienstag, 09.05.2023, 11:29 (vor 1192 Tagen) @ stfn84
Zunächst einmal gibt es neben der Rendite ja auch steuerliche Vorteile. Ganz grundsätzlich dürfte der Investor die Investition von 2 Mrd Euro sicherlich abschreiben oÄ, sodass auf die angenommene Rendite auch noch weitere Effekte einzahlen.
Die gleichen steuerlichen Vorteile dürfte man allerdings auch haben, wenn man sich in einer Unternehmenstruktur befindet und auf dem Kapitalmarkt mit Anteilen an Unternehmen eindeckt.
Es ist doch logisch, dass sich die Bieter mehr von ihrem Investment versprechen, als eine 2% Verzinsung. Das legt aber nicht den Schluss nahe, dass sie auf jeden Fall 9 Ansetzungen pro Spieltag, wobei 10 Spiele dann in den USA und 10 in Riad stattfinden müssen, einführen werden und die Clubs da überhaupt keine Veto-Option hätten.
Neben monetären Anreizen gibt es aber natürlich noch das Prestige, welches der erfolgreiche Bieter dann mit dem Produkt Bundesliga und den Teams als Faktor einpreisen kann. Das sind alles Faktoren, die den Deal ja offensichtlich doch attraktiv genug machen.
Der Vergleichsmaßstab sind aber nicht 2%. Als Investor will man Geld verdienen (was nur mit Renditen oberhalb der Inflationsrate möglich ist) und nicht Geld vernichten. Ich bin da eher bei den Usern, die hier neulich 10% in den Raum geworfen haben. Das halte ich für absolut realistisch, eben weil halt schon der relativ langweilige MSCI World im Schnitt über 7% abwirft bei sehr breiter Risikostreuung.
Zwar diversifizieren die Investoren selbst auch dadurch, dass sie neben der DFL weitere Investments haben. Insofern findet da auch eine gewisse Risikostreuung statt. Allerdings macht das gesamte Konstrukt nur dann Sinn, wenn man damit die allgemeine Marktrendite outperformen kann.
Da frage ich mich, wie soll das gehen ohne Mitspracherecht und ohne gravierende Änderungen?
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stfn84, Köln, Dienstag, 09.05.2023, 13:37 (vor 1192 Tagen) @ markus
Also nochmal: Was sich die PE-Firmen versprechen weiß ich nicht, denn ich kenne weder alle Details des Deals noch die Unternehmensstrategie der Bieter. Die ist mir im Grunde auch komplett egal. Ich kann nur sagen, dass selbst bei gleichbleibenden Erlösen eine akzeptable Rendite herum kommt. Nur weil PE in Summe x% erwirtschaftet, wird das nicht bei jedem Invest passieren müssen.
Unabhängig davon sei der Hinweis auf bereits involvierte Player erlaubt. Was genau veranstaltet CVC in Spanien?
Die 10 Ansetzungen gab es vorher, ebenso die Pokal-Endspiele im Ausland.
Vielleicht hat CVC mit Expertise die Möglichkeiten der internationalen Vermarktung einfach genutzt und die Erlöse gesteigert (wodurch automatisch auch das Investment an Wert gewinnt)?
Wenn man meint, dass der Einstieg eines Investors zu Einschnitten bei den Fanrechten führt, dann kann man das natürlich genauso vertreten.
Ich würde mir aber die Frage stellen: Was passiert wenn es keinen Investor/Geldgeber gibt?
Anzunehmen, dass nur Investoren dazu führen würden, dass die Fanrechte eingeschränkt und Interessen der Stadiongänger gering geschätzt werden, ist albern und nachgewiesenermaßen Unsinn.
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markus, Dienstag, 09.05.2023, 15:17 (vor 1192 Tagen) @ stfn84
Also nochmal: Was sich die PE-Firmen versprechen weiß ich nicht, denn ich kenne weder alle Details des Deals noch die Unternehmensstrategie der Bieter. Die ist mir im Grunde auch komplett egal. Ich kann nur sagen, dass selbst bei gleichbleibenden Erlösen eine akzeptable Rendite herum kommt. Nur weil PE in Summe x% erwirtschaftet, wird das nicht bei jedem Invest passieren müssen.
Es geht erstmal um die Erwartungen. Natürlich kommt es vor, dass einige Investitionen in die Hose gehen und die Rendite unter den Erwartungen bleibt. Aber zu glauben, dass da irgendein Investor investieren wird mit dem Plan unter Marktdurchschnitt abzuschneiden, ist doch naiv. Dann investiert er einfach gleich in den Markt.
Unabhängig davon sei der Hinweis auf bereits involvierte Player erlaubt. Was genau veranstaltet CVC in Spanien?
Die 10 Ansetzungen gab es vorher, ebenso die Pokal-Endspiele im Ausland.
Vielleicht hat CVC mit Expertise die Möglichkeiten der internationalen Vermarktung einfach genutzt und die Erlöse gesteigert (wodurch automatisch auch das Investment an Wert gewinnt)?Wenn man meint, dass der Einstieg eines Investors zu Einschnitten bei den Fanrechten führt, dann kann man das natürlich genauso vertreten.
Ich würde mir aber die Frage stellen: Was passiert wenn es keinen Investor/Geldgeber gibt?Anzunehmen, dass nur Investoren dazu führen würden, dass die Fanrechte eingeschränkt und Interessen der Stadiongänger gering geschätzt werden, ist albern und nachgewiesenermaßen Unsinn.
Wer nimmt das denn an? Das geht weder aus den beiden Interviews hervor, die ich oben verlinkt habe, noch aus dem Handeln der Fanszene in den letzten 20 Jahren. Für Fanrechte wird seit mehr als 20 Jahren gekämpft. Und die Befürchtung, dass diese Rechte schneller und stärker eingeschränkt werden, wenn dort ein Investor prächtig mitverdienen will, ist auch nicht zu weit hergeholt.
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Blarry, Essen, Montag, 08.05.2023, 21:44 (vor 1193 Tagen) @ markus
Wenn die Verteilung der Gelder weiterhin so sein sollte, dass die großen Vereine ein deutlich größeres Stück vom Kuchen abbekommen als die kleinen, spätere Aufsteiger gar nichts erhalten sollen (obwohl sie im Zeitraum innerhalb 20 Jahre aufsteigen), dann verfestigt man den Status Quo und dann hat es eben doch einen Zusammenhang zwischen fairem Wettbewerb und dem Investor.
Und davon ist realistisch auszugehen. Die beiden großen Vereine Bayern und Dortmund jammern übrigens auf hohem Niveau. Beide Vereine sind hervorragend durch Corona gekommen und sind auch ohne Investor liquide. Beide werden aber wahrscheinlich überproportional von den Geldern profitieren.
Das Gegenargument dazu ist, dass 20 Millionen für finanziell eh gut aufgestellte Bayern oder Borussias nicht unbedingt mehr Kaufkraft und Signifikanz haben, als zehn Millionen für eine Hertha BSC, deren Zukunft im Profisport zusammen mit hunderten Arbeitsplätzen auf der Kippe steht.
Wie man es auch dreht und wendet, bei den Summen, die am Ende zu den Vereinen durchsickern sollen, macht die Verteilung den Braten nicht so fett, dass man ihretwegen auf die Barrikaden gehen bräuchte. Selbst eine inverse Verteilung wird Bochum nicht dauerhaft um die Champions-League-Plätze mitspielen lassen. Da braucht man sich nicht einreden, dass sich am Wettbewerb irgendetwas ändern würde.
Wichtiger ist doch, wie die konkreten Zukunftspläne der DFL mit dem Investment aussehen. Was will man ändern, wie will man sich international besser aufstellen, und welche Mehreinnahmen stellt man damit den Vereinen über die nächsten zehn, 20 Jahre in Aussicht?
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markus, Montag, 08.05.2023, 22:05 (vor 1193 Tagen) @ Blarry
Wenn die Verteilung der Gelder weiterhin so sein sollte, dass die großen Vereine ein deutlich größeres Stück vom Kuchen abbekommen als die kleinen, spätere Aufsteiger gar nichts erhalten sollen (obwohl sie im Zeitraum innerhalb 20 Jahre aufsteigen), dann verfestigt man den Status Quo und dann hat es eben doch einen Zusammenhang zwischen fairem Wettbewerb und dem Investor.
Und davon ist realistisch auszugehen. Die beiden großen Vereine Bayern und Dortmund jammern übrigens auf hohem Niveau. Beide Vereine sind hervorragend durch Corona gekommen und sind auch ohne Investor liquide. Beide werden aber wahrscheinlich überproportional von den Geldern profitieren.
Das Gegenargument dazu ist, dass 20 Millionen für finanziell eh gut aufgestellte Bayern oder Borussias nicht unbedingt mehr Kaufkraft und Signifikanz haben, als zehn Millionen für eine Hertha BSC, deren Zukunft im Profisport zusammen mit hunderten Arbeitsplätzen auf der Kippe steht.Wie man es auch dreht und wendet, bei den Summen, die am Ende zu den Vereinen durchsickern sollen, macht die Verteilung den Braten nicht so fett, dass man ihretwegen auf die Barrikaden gehen bräuchte. Selbst eine inverse Verteilung wird Bochum nicht dauerhaft um die Champions-League-Plätze mitspielen lassen. Da braucht man sich nicht einreden, dass sich am Wettbewerb irgendetwas ändern würde.
Wichtiger ist doch, wie die konkreten Zukunftspläne der DFL mit dem Investment aussehen. Was will man ändern, wie will man sich international besser aufstellen, und welche Mehreinnahmen stellt man damit den Vereinen über die nächsten zehn, 20 Jahre in Aussicht?
Mir fällt da nicht viel Potential ein außer mehr Sendezeit durch Spieltagszerstückelung. Wer die Premier League als Vorbild hat, wird deren Konzept übernehmen wollen. Dort laufen keine Spiele parallel, was in der Auslandsvermarktung Gold wert ist. Wir gönnen uns eine Konferenz mit fünf Spielen gleichzeitig. Das hat aber halt zur Folge, dass aus 450 Minuten 90 Minuten Sendezeit gemacht werden.
Den Rest kann man nicht einfach kopieren. Während in England jede Woche Topspiele laufen, weil dort mehrere namhafte Clubs und weltklasse Spieler um den Titel mitspielen, schlagen wir uns mit El Plastikos/Kackikos/Schrottikos herum. Je nachdem wer von den ganzen Kirmesvereinen gerade gegeneinander antritt. Und die kriegst du ja auch nicht einfach so durch Traditionsvereine wie Lautern oder HSV ersetzt. Und selbst wenn, bezweifle ich, dass die die gleiche weltweite Strahlkraft aufbauen können, wie englische Vereine.
Man will 750 Millionen in eine eigene Streaming Plattform investieren. Das kann sinnvoll sein. Aber auch das wird allein deshalb nicht unbedingt von deutlich mehr Menschen abonniert werden, wenn das Produkt weiter so schlecht ist.
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Blarry, Essen, Montag, 08.05.2023, 22:43 (vor 1193 Tagen) @ markus
Vielleicht liegt der Bremsklotz ja vor dem Wörtchen "weltweit". Die Bundesliga kann es im internationalen Vergleich nicht mit Premier League und La Liga aufnehmen. Muss sie das denn überhaupt? Internationale Einnahmen in diesen Sphären wird die DFL niemandem versprechen können, der seine Sinne beisammen hat.
Der heimische Markt kann aber ruhig noch weiter gemolken werden. In England kostet es (je nach Quellen und Umfang der Pakete) irgendwo zwischen 700 und 1000 Pfund jährlich, alle Premier-League-Spiele im Fernsehen schauen zu können. Daran kann man sich ruhig orientieren, der deutsche Fußballfernsehfan schluckt die Kröte zuverlässig.
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stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 22:14 (vor 1193 Tagen) @ markus
Lass uns doch bitte über die Alternativen reden.
Du wirst doch nicht annehmen, dass es nur eine Wahl zwischen Investor und kein Investor (und damit kein Fokus auf Auslandsvermarktung / Erlössteigerung) gibt, oder?
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markus, Dienstag, 09.05.2023, 08:32 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Lass uns doch bitte über die Alternativen reden.
Du wirst doch nicht annehmen, dass es nur eine Wahl zwischen Investor und kein Investor (und damit kein Fokus auf Auslandsvermarktung / Erlössteigerung) gibt, oder?
Auch das könnte eine Alternative sein. Fokus auf die nationale Liga mit einer gleichmäßigeren Verteilung der TV Gelder. Dann ist man international zwar noch deutlicher abgeschlagen. Allerdings würde die Bundesliga spannender werden, mehr Abonnenten im Inland anziehen und den Nachteil, den die großen Profiteure (Bayern und Dortmund) durch die andere Verteilung der TV Gelder zunächst hätten, vielleicht langfristig wieder wett machen. Natürlich ist das nicht realistisch. Die Platzhirsche werden ihren Status Quo zementieren und die größten Stücke des Kuchens abhaben wollen.
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stfn84, Köln, Dienstag, 09.05.2023, 09:24 (vor 1192 Tagen) @ markus
Wir wünschen uns alle den Wettbewerb der 90er zurück, aber dahin sind alle Brücken abgebrannt.
Zudem wäre ich mir nicht sicher, ob alle BVB Mitglieder dafür wären, dass wir unsere Wettbewerbsposition zu Gunsten anderer Clubs aufgeben.
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bambam191279, Dortmund, Dienstag, 09.05.2023, 10:14 (vor 1192 Tagen) @ stfn84
Wir wünschen uns alle den Wettbewerb der 90er zurück, aber dahin sind alle Brücken abgebrannt.
Zudem wäre ich mir nicht sicher, ob alle BVB Mitglieder dafür wären, dass wir unsere Wettbewerbsposition zu Gunsten anderer Clubs aufgeben.
Es wurde auch in einem Strang mit dem "Willen" der Stadiongänger argumentiert.....
Und ja, gleich kommt jemand dass man immer wieder gut an Karten kommt.....
Aber nicht jeder hat Bock 50€ fürn Sitzer zu zahlen oder sich für 15.-€ auf die Süd zu stellen.
Ferner brauchen wir übers Derby,CL oder Topsspielen nicht reden.
Es gibt genug BVB Fans die aus Diversen Gründen nicht ins Stadion gehen können/wollen und die gerne am TV mit dem BVB mitfiebern. Es ist halt ein Geschäft und kein Breitensport dem jeder Live und im Stadion beiwohnen kann/will.....
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stfn84, Köln, Dienstag, 09.05.2023, 11:02 (vor 1192 Tagen) @ bambam191279
Logisch.
Zudem ist es ja im Grunde ein Segen, dass es überhaupt mittlerweile jedes Spiel live zu sehen gibt.
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bambam191279, Dortmund, Dienstag, 09.05.2023, 11:09 (vor 1192 Tagen) @ stfn84
Logisch.
Zudem ist es ja im Grunde ein Segen, dass es überhaupt mittlerweile jedes Spiel live zu sehen gibt.
Jupp.
Deswegen finde ich das Argument seitens der Stadiongänger zwar nachvollziehbar aber auch einseitig.
Und das bedeutet nicht, dass ich diese Personen verurteile oder deren Kritik nicht teile.
Aber es gibt halt mehr als 55k an BVB Fans.....
Oder wegen mit 81k.....
Vielleicht sollte man als Protest (und da schliesse ich mich gerne ein) mal auf die wirklich unleckere Stadionwurst oder das 5.-€ Bier im Stadion verzichten.
Wenn man sich überlegt, dass dort wohl locker nochmal die Einnahmen aus den Eintrittspreisen zusammen kommen.....
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stfn84, Köln, Dienstag, 09.05.2023, 13:40 (vor 1192 Tagen) @ bambam191279
Es ist schon so, dass die Stadiongänger für die Interessen der Fans "auf die Straße" gehen müssen. Und da darf es dann auch gerne so sein, dass die Interessen der Allesfahrer über die Interessen von Hans-Uwe, der zwei Spiele pro Jahr im TV verfolgt, gestellt werden.
Aber in dieser Sache geht es mir schlichtweg um Ehrlichkeit.
Wenn man keinen Investor will: Gerne, soll man ablehnen und diese Ablehnung entsprechend ausdrücken.
Wenn man aber so tut, als ob durch Investoren alles Negative nur befeuert würde, und man nun eine Wahl zwischen gut und böse hat, ist das ziemlicher Quatsch. Ob das nun bewusst oder unbewusst passiert? Keine Ahnung.
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bambam191279, Dortmund, Dienstag, 09.05.2023, 19:48 (vor 1192 Tagen) @ stfn84
Es ist schon so, dass die Stadiongänger für die Interessen der Fans "auf die Straße" gehen müssen. Und da darf es dann auch gerne so sein, dass die Interessen der Allesfahrer über die Interessen von Hans-Uwe, der zwei Spiele pro Jahr im TV verfolgt, gestellt werden.
Aber in dieser Sache geht es mir schlichtweg um Ehrlichkeit.
Wenn man keinen Investor will: Gerne, soll man ablehnen und diese Ablehnung entsprechend ausdrücken.
Wenn man aber so tut, als ob durch Investoren alles Negative nur befeuert würde, und man nun eine Wahl zwischen gut und böse hat, ist das ziemlicher Quatsch. Ob das nun bewusst oder unbewusst passiert? Keine Ahnung.
Ich habe das GEfühl, dass es eigentlich nur noch schwarz und weiss gibt, ähnlich wie bei den Bewertungen unserer Spieler....
Ich bin da aber auch gerade was die hartgesottenen betrifft zuweilen echt überfragt....
-kein Zwanni fürn Steher, geile Aktion.
-Bei jedem VAR Einsatz - Ihr macht unseren Sport kaputt (aber Entscheidungen pro BVB bejubeln)
-Alles nur noch scheiss kommerz,Cramer ist böse, Emma ist zuviel Party,Sondertrikot ist kacke,BVB MErchandise eh, die Spieler kriegen zuviel Kohle, aber Juuuuuuuuuuuuude mitgröhlen....
Ich weiss, zuweilen triffts die falschen, aber nicht einmal bei den Amas spielt Kommerz keine Rolle, der BVB ist kein "normaler" 0815 Sportverein, der ist ein Wirtschaftsunternehmen.
Und ja, gleich erzählt man mit den Unterschied zwischen dem EV und der KGaA, aber da wo Geld fließt, isset Kommerz.... Und die Fussballdamen sind die nächsten.
Ist aber der Lauf der Zeit.
Der Zirkus braucht Geld und wir sorgen mit dafür, dass genug Geld fliesst....
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stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 20:46 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Im TU Interview lese ich vor allem Annahmen:
Wir gehen davon aus, dass jemand, der bereit ist, so eine große Summe zu investieren, sich auch erheblichen Einfluss zusichern lassen wird. Weil es um Vermarktung geht, befürchten wir, dass man unter anderem Anstoßzeiten und Austragungsorte beeinflussen möchte.
Alles mögliche Szenarien. Aber unabhängig vom Investoren-Einstieg eben auch schon seit langem gängige Praxis. Siehe:
Man sieht das ja jetzt schon: Die Verbände sind beispielsweise im DFB-Pokal bestrebt, die Anstoßzeiten immer weiter auseinanderzuziehen
Das haben die Offiziellen von Verbands- und Clubseite eben beschlossen. Ohne Investor. Auf der Suche nach Geld. Die Entscheidung wurde auch kommuniziert. Ebenso wurde frühzeitig kommuniziert, dass es in diesem Jahr das AF und nicht das VF betrifft. Aber es ging halt unter. Passiert.
Und da fängt es bei mir an direkt kribbelig zu werden.
Wenn die Clubs Liquidität wollen und man den Investor ablehnt, hat man sehr wahrscheinlich das Gegenteil erreicht. Denn dann werden die Clubs noch mehr darauf angewiesen sein schnell Geld woanders her zu bekommen. Das geht dann vor allem durch mehr Spiele (siehe CL-Reform, WM-Reform). Wenn man also meint, dass man einen Investor nur laut genug ablehnen müsse um Fan-Interessen durchsetzen zu können, wird man sich noch umgucken.
Aber, um das klar zu benennen: Auch das ist eine Annahme. Ich habe dafür keinen Beleg. Es ist nur meine logische Schlussfolgerung.
In amerikanischen Sportarten und in manchen Ländern Europas geht es sogar noch weiter. In Italien spielt man das Finale des Supercups in Saudi-Arabien. In England finden nahezu keine Spiele mehr parallel statt. In Spanien wird um 22:30 Uhr angepfiffen, zur perfekten amerikanischen Übertragungszeit.
Es macht in meinen Augen wenig Sinn, dass wir den Fußball nun mit amerikanischen Sportarten vergleichen. Die Entwicklung in Italien und England kann auch ohne Investor passieren. Oder haben die den DFL-Weg nur früher umgesetzt?
22:30 Uhr in Spanien ist 13:30 Uhr an der Westküste der USA, also wohl eher nicht Prime Time an einem Samstag.
Das zweite Hauptproblem ist aus meiner Sicht die Firmen, die möglicherweise investieren. Das sind Private Equity-Gesellschaften, die nach maximalem Gewinn streben. Das ist per se nicht verwerflich, ist aber aus unserer Sicht mit einem solidarischen Fußball, wie es ihn eigentlich in der Bundesliga zumindest in Ansätzen noch gibt, schwerlich in Einklang zu bringen.
Auch hier: Welcher solidarische Fußball ist gemeint? Ist die aktuelle Verteilung solidarisch? Was passiert mit unseren Werbeeinnahmen? Geben wir die an den 1. FC Nürnberg?
Ich stelle - wohlgemerkt für mich! - folgendes fest:
Das Thema Investoren-Deal der DFL wird überladen. Mit Themen die wir schon an anderer Stelle zur Diskussion gestellt haben.
Ich finde es ebenso essentiell, dass wir die Uhr soweit es geht zurück drehen und eher mehr Parallelspiele als weniger haben, keine Pflichtspiele in Usbekistan austragen und bezahlbare Ticketpreise haben. Aber man überlädt das Thema Investoren (un?)bewusst mit anderen Themen, um Mehrheiten zu schaffen die womöglich gar nicht da sind.
Eine Umfrage unter Stadiongängern zu Fragen wie willst Du einen besseren Wettbewerb in der Liga, mehr Spiele am Samstag um 15:30 und wie wichtig sind bezahlbare Tickets würde vermutlich zu Übereinstimmungsquoten von 95+x% führen. Aber das muss ja dann weder die Mehrheit der BVB Fans sein, noch hat es einen direkten Zusammenhang mit dem Einstieg eines Investors. Warum wird es also in diesem Zusammenhang angeführt?
Es wird bewusst mit Dingen kokettiert:
Sollte es aber langfristig nicht so laufen, wie es sich der Investor vorstellt, wird dieser massiv Druck auf die DFL ausüben. Dann haben wir schnell noch eine weitere Zerstückelung des Spieltages und dann haben wir auch wieder Montagsspiele.
Wie ich weiter oben schrieb: Ich bin kein allwissender Experte. Das mag sein, kann aber auch im Gegenteil (also ohne Investor) noch viel schlimmer werden.
Im weiteren Verlauf werden dann noch Dinge gesagt, die sich inhaltlich widersprechen.
Einerseits stellt man fest, Geld schieße keine Tore. Dabei will man ja eine andere Geldverteilung, weil doch der Wettbewerb kaputt ist. Ist er aber dann auch wieder nur, weil wir viel Geld für Mittelmaß ausgegeben haben.
Das schaffe ich in meinem Alter nicht mehr - ist mir zu hoch, sorry.
Ist der Wettbewerb nun kaputt? Braucht es andere Verteilschlüssel? Warum, wenn Geld doch kein großer Faktor ist?
In den 90er Jahren konnte zu Saisonbeginn eine Handvoll Teams Meister werden. Zehn Spieltage später konnten es auch fünf andere Teams sein. Ein Aufsteiger konnte Meister werden. Das ist 25 Jahre her.
Borussia Dortmund konnte mit Jürgen Klopp zwei Meisterschaften und das erste Double der Vereinsgeschichte holen. Bitte schaut Euch den Kader der Bayern 2010, 2012 und 2022 an. Wenn man mir dann suggerieren möchte, dass das ja alles vergleichbar ist, kann ich leider nur kopfschüttelnd zur Seite gehen.
Freiburg und Union machen einen super Job. Aber der Wettbewerb zwischen Platz 4 und 16 ist ja nicht das große Problem der Bundesliga/anderer europäischer Ligen. Es ist die Kluft zu den Top-Teams.
Bayern wird in 9 von 10 Fällen Meister. Wir in 9 von 10 Fällen CL-Teilnehmer. Das ist vor der Saison klar. Das war aber nicht immer so.
Ich hätte es gerne zurück, es ist aber aktuell nicht realistisch.
Ich für meinen Teil treffe abschließend aber auch mal ein paar Annahmen:
Würde es den Clubs der DFL nur um eine bessere Vermarktung gehen, würden sie - wie der BVB und andere Clubs - eine Agentur wie SPORTFIVE beauftragen.
Das machen sie nicht.
Warum?
Weil sie offensichtlich nicht liquide sind und heute Geld brauchen, was sie morgen zurück geben.
Der 1. FC Köln hat zwischen 2021 und 2022 das Eigenkapital von 16,2 auf 3 Millionen Euro reduziert. Eintracht Frankfurt hat das Eigenkapital von 39 auf 6 Millionen reduzieren müssen. In einem Jahr! Werder Bremen hat bereits negatives Eigenkapital.
Über die Blauen müssen wir an dieser Stelle nicht reden, denke ich. Über Hertha lachen schon genügend andere...
Jetzt kann ich sagen, dass das eben Pech ist. Sollen sie halt pleite gehen.
Werden sie aber wohl nicht machen, sondern stattdessen alles in die Wege leiten um nicht "neu anzufangen" ohne Lizenz und Kapital in den Niederungen des Fußballs neu zu starten.
Der Wunsch nach fairem Wettbewerb, nach salary cap & Co. ist auch bei mir vorhanden. Er ist nur komplett unrealistisch und aktuell eben 0,0 umzusetzen.
Ich muss mich also entscheiden: Will ich dem BVB die Treue halten, werde ich auch in Zukunft Kröten schlucken müssen. Dabei will ich nicht jede Kröte schlucken und mir ist Diskussion wichtig, die Durchsetzung unterschiedlicher Interessen ist zwangsläufig und die Arbeit der FA und der kritischen Fanszene essentiell für ein Miteinander. Aber dann soll es doch auch bitte mit offenem Visier in der Sache sein.
Wenn ich nun aber so tue, als ob ich bei einem Nein zum Investor einen funktionierenden, fairen und solidarischen Wettbewerb in der Liga hätte, steigt mein Blutdruck.
Abschließend zur Causa Watzke
stfn84, Köln, Montag, 08.05.2023, 20:47 (vor 1193 Tagen) @ stfn84
Oli: Man muss sich eins auf der Zunge zergehen lassen: Aki Watzke ist in seine heutige Position gekommen, weil man 2004, 2005 hier in Dortmund mit einem ähnlichen Geschäftsmodell eigentlich vor dem Total-Kollaps stand. Damals hat man gesagt: Wir investieren jetzt in Steine und Beine und brauchen für diese Investitionen das Geld sofort. Auch damals ist man, wenn auch fremdfinanziert, eine Wette auf die Zukunft eingegangen und hat eigentlich alles verpfändet, was nicht niet- und nagelfest war.
Meine Zunge muss folgendes zergehen lassen:
Man wirft hier u.a. folgendes zusammen:
- Sale-and-Lease-back Methoden (Westfalenstadion)
- Verpfänden von Markennamen/Symbole (BVB Logo)
- Verpfänden zukünftiger Einnahmen
und vergleicht dieses mit dem geplanten Investoren-Deal der DFL.
Das ist in meinen Augen nicht nur inhaltlich hanebüchen, sondern auch ziemlich unverschämt zu suggerieren, Aki müsse es doch besser wissen und er würde den gleichen Weg wie Dr. Gott beschreiten wollen.
Zudem ist das Verpfänden von Rechten/Einnahmen bei einigen Bundesligisten aktuell schon Gang und Gäbe. Zumindest habe ich dem ein oder anderen Bericht in Kicker & Co. schon entnehmen können, dass Clubs Teile der künftigen TV Einnahmen schon verplant oder verpfändet haben, z.T. auch Transferrechte nicht mehr beim Club liegen.
Das sind dann in meinen Augen unlautere Methoden, auch wenn ich in der Sache (Welche Ziele gibt es konkret: Anstoßzeiten, Austragungsorte, andere Verteilung der TV Gelder, moralische Aspekte) sehr nahe bei TU & Co bin. Nur weil ich im Ansatz aber die gleichen Interessen habe, ist mir nicht jedes Mittel recht.