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Schade (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 15.04.2023, 14:18 (vor 1018 Tagen) @ Ravenga

Obwohl ich Rückholaktionen gegenüber skeptisch bin, hatte ich bei Ilkay insgeheim immer die leise Hoffnung er möge zum BVB zurückkehren.

Wenn uns seit Jahren ein Spielertyp fehlt, dann ist das mMn einer wie Gündogan. Fußballerisch, strategisch, taktisch.

Ilkay hat es nach wie vor drauf. Und nach meiner Einschätzung noch zwei, drei gute Jahre vor sich.

Wirklich schade ein meinen Augen, dass es ihn zu Barça und nicht zum BVB zieht. In Barcelona war er ja (wie Reus) schon einmal ein heißer Kandidat, als ihm seine Verletzung dazwischenkam. Insofern wahrscheinlich für ihn persönlich die beste Lösung.


Hat sich ja jetzt eh erledigt, aber ich bin nicht ganz unglücklich darüber, dass es mit dieser Rückholaktion nichts geworden ist. Was das Sportliche angeht, kann ich deinem Beitrag nur zustimmen, allerdings hätte ich bei einer Gündogan-Verpflichtung durchaus Risiken für den BVB gesehen. Einerseits hätte er hier nicht bei Null begonnen, dafür sind seine Leistungen, die maßgeblich zum Double und zum Einzug ins CL-Finale beigetragen haben, hier noch zu präsent. Die Erwartungshaltung wäre enorm gewesen, denn unterbewusst hätten viele Fans seine damaligen Leistungen als Soll betrachtet. Das war meiner Meinung nach einer der Gründe, warum beispielsweise Sahin, Kagawa oder Götze hier im zweiten Anlauf gescheitert sind, weil man sie (z.T. unterbewusst) immer an ihren Spitzenleistungen der Jahre 2010-2013 gemessen hat, obwohl sie ihren Spielstil in der Zwischenzeit z.T. grundlegend geändert haben. Das würde bei Gündogan sicher nicht großartig anders aussehen.
Außerdem denke ich, bei aller sportlicher Wertschätzung, dass Ilkay schon einigermaßen vom milliardenschweren Starensemble ManCitys und von Guardiola bzw. dessen System profitiert und dass er als Einzelspieler nicht uneingeschränkt die internationale Topklasse verkörpert, in die er gerne eingeordnet wird. Zweifelsohne ist er ein hervorragender Techniker, Taktgeber und kreativer Kopf, aber er ist nicht unbedingt der "Kondensationskeim", an dessen Charakter und Können sich andere, schwächere Spieler aufrichten können. Sieht man meines Erachtens ganz gut in der Nationalmannschaft, wo er außerhalb des guardiola'schen Kollektivs Probleme hat, der Mannschaft seinen Stempel aufzudrücken. Bei ManCity werden Ilkays Defizite unter anderem von 70 Millionen-Mann Rodri ausgeglichen, aber wenn diese Aufgabe beispielsweise einem formschwachen Salih Özcan zufällt, kann der Glanz eines Ilkay Gündogan ganz schnell verfliegen und er würde hier im Forum in Null Komma Nix vom Star zum "Pirouettendreher". Hatten wir ja alles schon.
Aber gut, am Ende alles eine Hätte-Wäre-Wenn-Diskussion ;)

Deine Einwände kann ich in großen Teilen sehr gut nachvollziehen und sie sind sicherlich gewichtig.

Guardiola hat über Jahre hinweg seine Mannschaft zu einer wie geölt funktionierenden Passmaschine geformt, die in dieser Art ihresgleichen sucht. Natürlich hat er dabei andere finanzielle Rahmenbedingungen als die allermeisten anderen Clubmanager dieser Fußballwelt, was die Rekrutierung der einzelnen passenden Bauteile (sprich Spieler) erheblich erleichtert. Da aber kein Spieler perfekt ist und jeder seine mehr oder weniger ausgeprägten Defizite hat, muss Guardiola diese einzelnen individuellen Defizite genau beim Zusammenwirken auf dem Spielfeld berücksichtigen wie die jeweiligen individuellen Stärken. Gerade das Weltklassemittelfeld mit Rodri, Gündogan und de Bruyne zeigt, wie Stärken sich ergänzen und Schwächen kompensiert werden. Was dann auch die Klasse Guardiolas zeigt.

Sehr interessant in diesem Zusammenhang finde ich, wie Guardiola bei Vorstößen Rodris seine Defensive absichern lässt. Der eher nicht sehr geschmeidige Innenverteidiger Stones wird vor die Abwehr gezogen und nimmt im Sechserraum eine Abräumerfunktion vor einer sich bildenden Dreierkette wahr. Damit hat die Mannschaft einen Mittelfeldspieler für die Offensive mehr ohne die Defensive zu entblößen.

Wenn man nun (richtigerweise) auf die durchaus vorhandenen Defizite Ilkays und eine wahrscheinlich fehlende Kompensation dieser Defizite durch schwächere Mitspieler beim BVB hinweist, dann sollte man nicht außer acht lassen, dass solche Defizite durch taktische Maßnahmen des Trainers ebenso kompensiert werden können (siehe das Beispiel Stones). Guardiola sollte keinen Alleinanspruch auf Ideen in puncto Taktik besitzen. Wenn ein Trainer allerdings eher taktisch unflexibel agiert, wird es sicherlich kritischer. Aber dann hat man ein ganz anderes grundsätzliches Problem.

Sahin, Kagawa oder Götze kamen sämtlich aus einer Krise zum BVB zurück und konnten dem Team letztlich nicht weiterhelfen. Das gilt nach meiner Einschätzung auch für Hummels, der zwar eine starke Rückrunde hinter sich hatte, aber davor ein langes Tief zu verzeichnen hatte. Außerdem verhinderte oder erschwerte zumindest seine Rückkehr den Neuaufbau eines anderen, von den Strukturen der Vergangenheit losgelösten Teams. Dies alles wäre
bei Gündogan in meinen Augen nicht der Fall. Zum einen käme er nicht aus einer Krise, sondern in Topform zu uns. Zum anderen würde er mMn nicht den Weg zu vergangenen Strukturen ebnen, sondern im Gegenteil uns das bringen, was uns seit Jahren fehlt und uns den Weg in die aus meiner Sicht notwendige fußballerische Zukunft weist.

Aber klar, alles Konjunktiv und im Prinzip nicht relevant.


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