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Watzke in - Wie man auf Rudi Völler als DFB Sportdirektor gekommen ist... (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 21.01.2023, 12:06 (vor 1102 Tagen) @ Liberogrande

Wenn es um den DFB geht, ist es ganz witzig, dass da irgendwelche Altherrenrunden spontan aus dem Bauch zentrale Posten vergeben. Ich habe direkt ein anachronistisches Bild von einem Kreisliga-Vereinsheim mit Eichenholz, Frikadellen und Biergeruch vor Augen. Irgendwie gemütlich. Ich befürchte nur mittlerweile, dass das beim BVB nicht zwingend immer anders läuft, was auch einige Entscheidungen der letzten Jahre erklären würde.

Bierhoff hat anders agiert. Natürlich gab es auch unter ihm eine Art Vetternwirtschaft, aber das ist immer und überall so. Es kommt auf das Ausmaß an.

Der DFB als Organisation (= die große Mehrzahl der Funktionäre) hat sich seit Klinsmann immer von neuen Ideen, die auch geänderte Strukturen und Verfahren bedeuten, gestört gefühlt. An der Oberfläche hat man nolens volens mitgemacht, weil es politisch opportun war. Unter der Oberfläche sah dies anders aus.

Vieles von dem, was Bierhoff immer vorgeworfen wurde (z.B. die Entfremdung zwischen Nationalelf und Fußballanhängern in Deutschland durch die Stilisierung der DFB-Auswahl zur Marke, die Abkapselung der Nationalmannschaft von den DFB-Strukturen, die wachsende Distanz zwischen Clubs und DFB, etc.) lag daran, dass Bierhoff durchaus notwendige und sinnvolle Änderungen eingeleitet hat, die Schraube dann aber überdreht hat. Wobei sein eigentlicher Kardinalfehler das zu lange Festhalten an Löw als Bundestrainer war.

Außerdem bediente Bierhoff als Typ ‚glatter Manager‘ die negativen Vorurteile in weiten Teilen der Fußballanhängerschaft nur allzu gut. Völler als ‚Kumpeltyp‘ als ‚Mann aus dem Volke‘ dagegen bedient die positiven Vorurteile in genau diesem Teil der Fußballanhängerschaft.

Inhalte sind da jetzt nicht gefragt. Darum geht es dieser Runde um Watzke, Neuendorf und Co auch gar nicht. Es geht um Symbole, und Völler für Bierhoff (die übrigens eine herzliche gegenseitige Abneigung verbunden hat) ist das stärkste Symbol, was man aussenden kann.

Ob man dabei bedacht hat, dass sich die Zielgruppe selbst geändert hat bzw. ob sich innerhalb dieser Zielgruppe Veränderungen vollzogen haben, kann man durchaus mit einem Fragezeichen versehen.

Wobei man nicht unberücksichtigt lassen sollte, dass dieses ‚Gremium‘ nur eine von zwei Arbeitsgruppen ist. In der anderen, in den Medien und der allgemeinen Diskussion kaum präsenten Arbeitsgruppe, geht es in der Tat ums Eingemachte. Da werden bestehende Inhalte und Strukturen auf Veränderungsmöglichkeiten geprüft und Alternativkonzepte erarbeitet. Diese zweite, in den Medien kaum thematisierte Arbeitsgruppe ist auch anders zusammengesetzt als die erste. Und diese erste hat vielleicht auch die Aufgabe dafür zu sorgen, dass die zweite in Ruhe arbeiten kann.

Es würde mich nicht wundern, wenn nach der Heim-EM 2024 neue Strukturen auch mit Köpfen aus dieser Arbeitsgruppe versehen werden, insbesondere mit Philpp Lahm und Célia Šašić.


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