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Die Asian Wintergames gehen an... (Fußball und Sport allgemein)

Vati Morgana, Dienstag, 04.10.2022, 16:56 (vor 1210 Tagen) @ Grigori
bearbeitet von Vati Morgana, Dienstag, 04.10.2022, 17:05

Korrekt, ich hinterfrage den konkreten Nutzen eines Boykotts. Ob du die Glotze an oder aus machst hat doch gar keine Auswirkung auf die Messung der TV-Quote, die letztlich für den Werbemarkt relevant ist.

Der Erfolg sollte sich am Ende irgendwie schon monetär bei Ausrüstern, Hauptsponsoren oder TV-Anstalten messen lassen. Anders wären die letzten Jahre deutlich mehr auf der Strecke geblieben als die gierigen Mäuler im Fußball immer weiter aufgerissen wurden?

Selbst wenn diese WM im wirtschaftlichen Desaster enden sollte und den Veranstaltern signalisiert werden konnte, dass es an mangelndem Interesse aufgrund der Menschenrechtslage liegt, was haben die Wanderarbeiter davon? Glaubst du wirklich, danach bekommen die alle einen Tarifvertrag und dürfen ihren Kollegen heiraten? Natürlich nicht.

Natürlich nicht.

Ein Boykott der WM in Katar wird vor allem auch nichts an der wirtschaftlichen Misere in den Ländern ändern, aus denen die Menschen dorthin zum arbeiten kommen. Sie tun das nämlich, weil die heimische Lage so dermaßen beschissen ist, dass menschenunwürdige Arbeit in Katar das kleinere Übel ist.

Es ist aber auch keine Bewerbung für den Friedensnobelpreis sinnlose Stadien für sechs Spiele in der Wüste hochzuziehen um damit Paartausend Wanderarbeiter das Überleben zu sichern.
Der Fußball löst sicherlich nicht die Ungerechtigkeit der Welt auf, das dürfte mit einer Vergabe nach Katar aber auch in keinster Weise der Anspruch gewesen sein.


Der einzig offensichtliche Nutzen eines WM-Boykotts besteht für den Boykottierenden selbst: Er kann sich der Illusion hingeben, etwas gutes zu bewirken.

Falsch. Der Sinn besteht darin aufzuzeigen, dass das Greenwashing von Staaten zulasten von Natur und Menschenleben seine Grenzen hat.
Wenn die WM ein Desaster würde, würde es vielleicht verhindern, dass demnächst , die Eishockey-WM, Skispringen oder Olympia nach Katar vergeben wird, dafür wieder komplett sinnlose Ressourcen verschwendet werden um schließlich klimatische Bedingungen zu schaffen, die an anderen Teilen der Erde von Hause aus - noch - gegeben sind.

Gleichzeitig würden den Verantwortlichen der FIFA die Argumente ausgehen, so dass man nicht umhin käme sie demnächst zu ersetzen.


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