Neu auf schwatzgelb.de: Futopia - Der Traum von einer besseren Fußballwelt (BVB)
Redaktion schwatzgelb.de , Dortmund, Dienstag, 16.08.2022, 07:38 (vor 1480 Tagen)
Fußball wird seit mehr als 2000 Jahren gespielt und war so unterschiedlich, wie die Gesellschaften verschieden sind. Wir befinden uns in diesem System nur auf einer Zeitreise um irgendwann Geschichte zu werden.
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Mattes84, München, Dienstag, 16.08.2022, 13:26 (vor 1480 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Vielen Dank für den Tipp, ich habe es mir so eben bestellt.
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Winterthur, Ort, Dienstag, 16.08.2022, 09:33 (vor 1480 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
"Ein gutes Beispiel ist die zurückliegende Pandemie, die die Autorin in drei Phasen des Fußballs einteilt. In der ersten Phase vor der Pandemie herrschte eine Stagnation.......Der Unmut gipfelte schließlich in der Vergabe der WM in den Wüstenstaat Quatar."
Die WM in Katar wurde aber bereits 2010 vergeben und ist für mich in dem Kontext nicht mit der Pandemie zu instrumentalisieren. Zumindest bekomme ich beim Lesen der Passage das Gefühl dafür.
Die WM in Katar führt uns ganz andere Probleme im Geschäft vor Augen.
Ich habe Alina übrigens zuletzt bei Bohndesliga gesehen. Viele, sehr wahre Aussagen die sie trifft. Oft kommt sie mir aber auch zu eindimensional daher. Viele ihrer Aussagen wiederholen sich, oder kommen immer wieder auf das gleiche zurück.
Ich bin sicher, dass inzwischen ein Grossteil, zumindest hier, verstanden hat, dass sich der Fussball grundlegend verändern muss, um überlebensfähig zu bleiben und um sich nicht noch mehr als ohnehin schon von der Basis zu verabschieden... Ja, das hat er bereits in grossem Aussmass. Dennoch strömen wir ja zu zig tausenden weiterhin in die Stadien, also ist es immer noch nicht schlimm genug.
Des Rätsels Lösung? Viele gute Ansätze, die jedoch tiefgreifende Veränderungen in ALLEN bereichen fordern muss. Einheitliche Gehälter bspw. bei denen jeder Profi keine Sorge haben muss, nicht überleben zu können. Aber auch nicht so hoch, dass die Floskel "Ein Fussballer kann nur X Jahre auf dem Niveau spielen" berechtigkeit findet.
Kein Mensch auf der Welt verbietet es einem Profifussballer nach seiner aktiven Karriere einen Job in der Privatwirtschaft anzunehmen. Wer der Meinung ist, er sei so besonders, dass er zu gut für einen normalen Job ist, muss dann eben sehen, wie er seine Kröten beisammen hält, das es bis zum Lebensabend reicht.
Warum machen wir es den Amerikanern in dem Bereich nicht nach? Wir könnten damit nicht nur den Fussball nachhaltig verändern, wir könnten auch wieder Spannung schaffen UND unser Schulsystem vielleicht ein wenig attraktiver machen.
Schulen bauen analog zu den USA ein Schulsport System auf, garantieren den Sportlern somit eine Schulbildung, tun etwas für ihren Ruf und bereiten sie auf den Profisport vor. Dann wird meinetwegen gedraftet... Ja, jeder Spieler spielt dann erstmal dort, wo er gedraftet wird. Dann gibt es meinetwegen Standardverträge über 3 Jahre Laufzeit mit dem Vorrecht, nach 2 Jahren wechseln zu können... Nach 3 Jahren rutscht man dann vielleicht wieder in den Draft und der nächste Verein kann zuschlagen.
Die TV und Sponsoren Gelder werden auf ALLE vereine gleich aufgeteilt, jeder bekommt den selben Etat, sodass das grosse Geld grosser Vereine keine Rolle mehr spielt.
Ich persönlich glaube, dass wir nur dann wieder wirklichen Konkurrenzkampf bekommen, bei dem jeder die gleichen Chancen hat.
Natürlich hat das ganze viele Lücken und ungereimtheiten... Aber das ist ja heute nicht anders, wenn nicht sogar schlimmer.
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Sascha, Dortmund, Mittwoch, 17.08.2022, 09:31 (vor 1479 Tagen) @ Winterthur
Die TV und Sponsoren Gelder werden auf ALLE vereine gleich aufgeteilt, jeder bekommt den selben Etat, sodass das grosse Geld grosser Vereine keine Rolle mehr spielt.
Ich persönlich glaube, dass wir nur dann wieder wirklichen Konkurrenzkampf bekommen, bei dem jeder die gleichen Chancen hat.
Ich sehe gar nicht, dass gleiche Chancen für alle das erstrebenswerte Ziel ist. Letztendlich bezieht der Fußball auch seine Faszination durch "epochale" Vereine, deren Name Glanz und Glamour mitklingen lassen.
Oder mal platt gefragt: Würde man sich hier wirklich auf eine CL freuen, in der Mannschaften wie Getafe, Brighton, Montpellier und Lecce den Lostopf 1 bilden, weil sie sich in der letzten Saison als Meister durchgesetzt haben.
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Winterthur, Ort, Mittwoch, 17.08.2022, 15:25 (vor 1479 Tagen) @ Sascha
Ich sehe gar nicht, dass gleiche Chancen für alle das erstrebenswerte Ziel ist. Letztendlich bezieht der Fußball auch seine Faszination durch "epochale" Vereine, deren Name Glanz und Glamour mitklingen lassen.
Oder mal platt gefragt: Würde man sich hier wirklich auf eine CL freuen, in der Mannschaften wie Getafe, Brighton, Montpellier und Lecce den Lostopf 1 bilden, weil sie sich in der letzten Saison als Meister durchgesetzt haben.
Und ich sehe das als eine pauschal arrogante Haltung in der wir uns als Gralshüter aufführen. Ja, man würde sich sicher auf die CL freuen, wenn Getafe gegen Brighton spielen. Vielleicht nicht Du und ich, aber sicher andere. Und wer sind wir, ihnen das zu verweigern, nur weil es "schon immer anders war"?
Sieh es doch mal so. Mit solch tiefgreifenden veränderungen, wer weiss ob dann nicht Getafe der nächste epochale Verein werden kann? Oder FC Hintertupfingen? Who knows.
Ich bin jedenfalls von dem Geschäft inzwischen so weit weg und angewiedert, das ich einm vollkommen neuen System mit weit offenen Armen gegenüber stehe.
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Sascha, Dortmund, Mittwoch, 17.08.2022, 15:36 (vor 1479 Tagen) @ Winterthur
Ich sehe gar nicht, dass gleiche Chancen für alle das erstrebenswerte Ziel ist. Letztendlich bezieht der Fußball auch seine Faszination durch "epochale" Vereine, deren Name Glanz und Glamour mitklingen lassen.
Oder mal platt gefragt: Würde man sich hier wirklich auf eine CL freuen, in der Mannschaften wie Getafe, Brighton, Montpellier und Lecce den Lostopf 1 bilden, weil sie sich in der letzten Saison als Meister durchgesetzt haben.
Und ich sehe das als eine pauschal arrogante Haltung in der wir uns als Gralshüter aufführen. Ja, man würde sich sicher auf die CL freuen, wenn Getafe gegen Brighton spielen. Vielleicht nicht Du und ich, aber sicher andere. Und wer sind wir, ihnen das zu verweigern, nur weil es "schon immer anders war"?
Sorry, aber das ist doch Unsinn. Es gibt Vereine, die einen eigenen Reiz aufgrund einer großen Geschichte haben und deren Name einen sofort elektrisiert. Ich bin mir auch sehr sicher, dass z.B. die Frankfurter sich auch als CL-Neuling besonders auf die Duelle gegen einen "großen" Club freuen und lieber Neapel als Donezk zugelost bekommen.
Der Reiz ist doch einfach das komplette Paket aus Historie, Stadion, Fan etc.
Sieh es doch mal so. Mit solch tiefgreifenden veränderungen, wer weiss ob dann nicht Getafe der nächste epochale Verein werden kann? Oder FC Hintertupfingen? Who knows.
Aber genau das soll doch das Ziel sein. Zu verhindern, dass es Vereine gibt, die über längeren Zeitraum an der Spitze sind.
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pactum Trotmundense, Syburg, Mittwoch, 17.08.2022, 09:17 (vor 1479 Tagen) @ Winterthur
Warum machen wir es den Amerikanern in dem Bereich nicht nach? Wir könnten damit nicht nur den Fussball nachhaltig verändern, wir könnten auch wieder Spannung schaffen UND unser Schulsystem vielleicht ein wenig attraktiver machen.
Schulen bauen analog zu den USA ein Schulsport System auf, garantieren den Sportlern somit eine Schulbildung, tun etwas für ihren Ruf und bereiten sie auf den Profisport vor. Dann wird meinetwegen gedraftet... Ja, jeder Spieler spielt dann erstmal dort, wo er gedraftet wird. Dann gibt es meinetwegen Standardverträge über 3 Jahre Laufzeit mit dem Vorrecht, nach 2 Jahren wechseln zu können... Nach 3 Jahren rutscht man dann vielleicht wieder in den Draft und der nächste Verein kann zuschlagen.
Aus einem ganz einfachen Grund: die Amis haben ein geschlossenes System und es geht dort um nordamerikanische Sportarten. Im Fußball, bei der MLS, funktioniert es ja nicht, weil dort eben nicht die MLS die Topliga der Welt ist. Auch bei der WNBA klappt es nicht. Da spielen die besten Spielerinnen nur, wenn in den gut zahlenden Ligen Pause ist, wobei sich das ändern kann, weil Russland gerade etwas an Attraktivität für Spielerinnen eingebüßt hat. Obwohl in der russischen Liga teilweise das zehnfache gezahlt wird als in der WNBA.
Solange du ein geschlossenes System hast, ist sowas brauchbar. NHL, NBA, NFL und MLB sind eben die "gelobten Länder in denen Milch und Honig fließt" in den jeweiligen Sportarten. Im Fußball sollte die SuperLeague ein solches geschlossenes System werden, aber das ist bekanntlich gescheitert. Aktuell ist es eben so, dass du als Spitzenfußballer die freie Auswahl hast.
Allerdings entwickelt sich die englische Premier League ganz deutlich zu einer Liga, die man mit den nordamerikanischen Ligen vergleichen kann. In Asien und Nordamerika ist das die Liga der Ligen für die Fußballfans und damit hast du als Liga die ganz fetten Einnahmen gesichert. Spanien zerstört sich gerade selbst, Frankreich ist nur PSG, Italien hat in Europa noch eine gewisse Strahlkraft und in der italienischen Diaspora und die Bundesliga zerstört sich gerade genauso wie Spanien. Wenn du als Spieler eine Legende werden willst und zudem die richtig fette Asche holen möchtest, musst du nach England und genau das passiert ja auch. Real und Barcelona, aber auch Juve und die beiden Mailänder kriegen inzwischen nur noch das was die EPL übrig lässt.
Die TV und Sponsoren Gelder werden auf ALLE vereine gleich aufgeteilt, jeder bekommt den selben Etat, sodass das grosse Geld grosser Vereine keine Rolle mehr spielt.
Das entspricht aber z.B. überhaupt nicht dem amerikanischen System. Da halten die Franchises die Medienrechte an ihren Spielen und vermarkten sich eigenständig. Übertragen auf die Bundesliga würde das heißen, dass Bayern oder auch wir die Hoheit haben. Wenn Sky, DAZN, Amazon, AppleTV, whoever unsere Spiele übertreigen wollen, müssen sie die von uns verlangten Preise zahlen. Entsprechend wird ein Club wie Bochum oder Freiburg noch deutlicher im Nachteil sein als jetzt schon.
Ich persönlich glaube, dass wir nur dann wieder wirklichen Konkurrenzkampf bekommen, bei dem jeder die gleichen Chancen hat.
Nein, den wird es nicht geben, da die Bundesliga einfach zu unattraktiv für Spieler ist, als dass sie sich in ein solches System pressen lassen würden. Das könnte mal in der EPL klappen. Aber eben auch nur, wenn man dort als Spieler mit diesem System deutlich über den anderen Ligen verdient. So ein Draft beinhaltet nämlich auch die Abgabe des Grundrechts auf Arbeitnehmerfreizügigkeit. Da UK nicht mehr in der EU ist, können sie da eine Insellösung (ha, Wortwitz, ich bin so gut!) finden. In einem EU-Land würde sowas aber spätestens beim EuGH scheitern. Siehe Bosman.
Natürlich hat das ganze viele Lücken und ungereimtheiten... Aber das ist ja heute nicht anders, wenn nicht sogar schlimmer.
Ach, weißt du, es ist einfach das alte Phänomen, dass die Wiese vom Nachbar immer grüner ist als die eigene und man sich grundsätzlich auch in der langsameren Schlange beim Einkaufen befindet. Es sieht für uns toll aus, weil wir es nicht haben und uns immer nur auf die positiven Seiten konzentrieren. Dabei ignorieren wir, dass diese Ligen in den USA z.B. regelrechte Geldstaubsauger sind und auch die Spieler dort Gehälter erzielen von denen Fußballer in unseren Topligen träumen können. Selbst ein Messi und ein Ronaldo kommen nicht an die Gehälter ihrer Äquivalente im Baseball heran. Dafür zahlst du als Fan für Eintrittskarten richtig Asche, das Pay-TV für dein (und NUR dein Team, keine anderen Spiele) kostet mehr als DAZN, im Stadion kriegst du kein Getränk für unter 10 Dollar (ohne Pfand) und das Essen kostet ebenfalls einen Preis, da träumt der Papst von.
Es kommt nicht von ungefähr, dass es in amerikanischen Serien und Filmen ein Ding ist, wenn jemand Karten für ein Spiel hat und damit den Angeber macht, Eindruck schindet oder jemanden besticht. Spiele sind dort einfach mal richtig teure Ereignisse, die man sich nicht regelmäßig leisten kann, wenn man "nur" zur mittleren Mittelschicht gehört. Deswegen sind Sportsbars auch so ein Ding dort. Ein Abend im Pub ist einfach wesentlich günstiger als ein Abo im TV und Stadionbesuche sind Luxusevents.
Das alles sieht man nicht, wenn man von Drafts, salary caps, etc. spricht. Für die Fans ist es dort nicht besser als im Fußball und als Sportler wirst du, bei entsprechendem Talent und Leistung, genauso mit Geld zugeschüttet. Die Ungleichheit existiert auch dort. Es gibt zwar mehr unterschiedliche Meister als in der Bundesliga. Das liegt aber daran, dass in jeder Liga so ungefähr 10 narzisstische Multimilliardäre dabei sind, die auch bereit sind für einen Titel Privatvermögen zuzuschießen um Verluste auszugleichen. Die wirtschaftlich agierenden Franchises werden nicht Meister. Wobei es immer wieder mal auch Ausnahmen gibt. Aber die sind so häufig wie eine Meisterschaft von Stuttgart oder Bremen bei uns in der Liga.
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Winterthur, Ort, Mittwoch, 17.08.2022, 15:21 (vor 1479 Tagen) @ pactum Trotmundense
Zur Kenntnis genommen ;)
Bin jedoch einfach vielfach anderer Meinung. Und nur weil dinge gerade theoretisch nicht funktionieren, heisst es ja nicht, dass man sie nicht mal weiter denken sollte.
Klar funktioniert das in den USA unter anderen Rahmenbedingungen. Aber wer sagt, dass diese nicht Europaweit geschaffen werden können? Da hätte die UEFA mal Pläne die sie ausarbeiten könnte.