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Am 31.07.2019 hat der Kicker Nico Schulz… (BVB)

Cthulhu, Essen, Dienstag, 21.06.2022, 09:12 (vor 1538 Tagen) @ Blarry

Ist das so eine Sache von wegen "das Gras ist immer grüner, wenn es erst gemäht, getrocknet und auf den Heuboden verfrachtet wurde"? Niemand hat in den letzten zirka zehn Jahren "Schmelle" und "Technik" in einem Atemzug genannt. (Was nicht ganz fair ist, weil er spielerisch in seiner Blüte um 2012 herum durchaus in Ordnung für 2012 war, und sich ein Vergleich im Abstand von zehn Jahren verbietet. Kontext ist wichtig, und Kontext schließt mit ein, wann und in welcher Ära ein Spieler aktiv ist.)

Aber Schmelles Flanken und sein chronisches Abstoppen bei Angriffen und Hintenrumspielen waren jahrelang ein Running Gag des Forums. Soweit sogar, dass nach Schulz' Transfer und ersten Einsätzen die (berechtigte?) Kritik aufkam, wie ähnlich die beiden sich auf dem Platz sahen.

Beide litten und leiden an der Transformation des Bundesligafußballs im letzten Jahrzehnt: Schmelzer, der in einer Ära des Vollgasfußballs und riesigen offenen Räumen groß geworden ist, die allerdings verschwanden, als sein Verein sportlich besser wurde und delikatere Lösungen als den Sprint von Grundlinie zu Grundlinie erforderte. Und Schulz, der aus einer Underdogtruppe mit Underdogfußball kam, wo er diese Räume eben länger hatte als Schmelle, die aber nach seinem Wechsel zu uns ebenso zu waren.

Schmelzer hatte unter anderem den Vorteil, dass er nicht mit Sancho, Brandt oder anderen Fußballern ohne irgendwelche Defensivfähigkeiten die linke Seite bearbeiten musste, sondern gerne mit Großkreutz, der sich einfach nie für einen Weg zu schade war.
Generell hatten wir da eine Mannschaft, die in der Lage war, defensiv zu denken, 22 bzw. 25 Gegentore in den Meistersaisons sprechen da eine klare Sprache, in der letzten Saison war das schon in der Hinrunde erreicht.
Trotzdem hat Schulz schon eine durchaus zu hohe Fehlerquote, um wirklich als solide durchzugehen, wobei man da natürlich nicht weiß, wie das aussähe, wenn er regelmäßig spielen würde (und mal fit bliebe).
Wäre er im Gesamtpaket nicht so unfassbar viel zu teuer wäre das mit Schulz vielleicht auch ein bisschen was anderes, so hat man einfach einen mittelmäßigen Bundesligaspieler, der einen großen Platz im Gehaltsbudget einnimmt.


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