Viele Baustellen und Differenzen (BVB)
Wenn man unter die Saison einen Strich macht, wird klar, dass der BVB oder "wir" einige Themen haben, die sich dringend ändern müssen, besonders, wenn der BVB wieder Spaß machen soll.
Ich habe die Mannschaft am Freitag kurz, sehr kurz (!) bei der Vorstellung des Fanfliegers erlebt und muss sagen, dass mir nochmal sehr deutlich geworden ist, dass vielen Spielern nicht bewusst ist, was den Fans der Verein bedeutet und wie wichtig es ist, dass sich die Profis auch mal Zeit nehmen, für die Leute, die den Club 24 Stunden leben. Es waren 30 Fans da, die bei dem Wettbewerb, den Flieger zu gestalten, gewonnen hatten und das Team hat gerade mal 5 Minuten Zeit, um sich vor dem Flieger, getrennt von den Fans, fotografieren zu lassen.
Begleitet wurde das Event von Interviews, in denen Carsten Cramer vor allem die Größe des Vereins hervorhebt, während der CEO von Eurowings, vielleicht auch unter dem Eindruck des live im Stadion erlebten Frankfurt-Spiels, die Fans als das Element unterstrich, was den Fußball erst so schön macht.
Die Spieler unseres Clubs können vielleicht auch gar nichts dafür, dass sie so unnahbar geworden sind. Da war die Pandemie, viele Verletzungen und eine Erwartungshaltung, dass man das Maximale aus der Saison holt und zumindest die Chance auf "einfache Titel" nutzt. Das ist in dieser Saison kräftig daneben gegangen.
In diese Gesamtsituation kommen dann Themen wie Haaland, Moukoko, Rose, Hummels (usw ), wo der aktuelle Fußball und das aktuelle Geschehen auf dem Platz zweitrangig ist. Endlos wird über Themen diskutiert, die davon ablenken, dass der BVB keine Einheit ist.
Selbst bei uns Fans geht es doch immer wieder um andere Themen. Einerseits will man Leidenschaft sehen, kämpfende Spieler, denen man auch mal einen Fehler verzeihen kann, anderseits führen Gehaltszusagen des BVB natürlich dazu, dass man entsprechend Spieler früher kritisiert oder gar lächerlich macht.
Der BVB holt nach dem Pokalsieg im letzten Jahr eine punktemäßig relativ ungefährdete Vizemeisterschaft und wir müssen feststellen, dass wir schon auch neidisch nach Bochum, Schalke usw. schauen, weil dort die Emotionen überkochen.
Währenddessen trällern die Ultras wehmütige, spielunabhängige "Wir sind Dir treu bis in den Tod"-Lieder und man wundert sich, dass der Rest des Stadions nur noch gelegentlich mitklatscht oder eben aufstöhnt, weil Schuuuuulz oder Zagadou über den Ball schlagen.
Auch da könnten natürlich Mitspieler oder Führingsspieler mit aufmunternden Gesten den Eindruck vermitteln, dass man als Team solche Fehler verzeiht, vielmehr sich dann eher noch mehr unterstützen kann, aber gerade unser Kapitän fällt immer gerne negativ auf, indem er abfällige Handbewegungen zeigt, als wäre es ihm schon 1985, auf der Osttribüne sitzend, auf den Geist gegangen, dass die hochbezahlten Profis keinen Ball anstoppen können.
Machen wir uns nichts vor: der BVB wird viel Glück und Erfolg brauchen, um wieder Identität für Spieler, Fans und Presse zu stiften. Mir tut da der Trainer von den Verantwortlichen noch am meisten leid, denn er kann nur versuchen, Klopp 2.0 zu sein, aber den wird es eben nicht geben. Das soll nicht bedeuten, dass Rose keine Aktien daran hat, die Stimmung wieder zu heben, aber die Umstände und das Umfeld machen es ihm nicht leicht.
Schönen Sonntag, ich habe fertig
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holgernova,
08.05.2022, 08:30
- Viele Baustellen und Differenzen - Garum, 08.05.2022, 09:36
- Viele Baustellen und Differenzen - Bananenbernie, 08.05.2022, 09:05
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