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"Wenn ich auf die Tabelle schaue und 50 Gegentore sehe..." (BVB)

koom, Montag, 02.05.2022, 12:52 (vor 1595 Tagen) @ Rupo

was ist der Plan von Rose?

Klopp ist halt einer von vielleicht 3 (bekannten) Trainern, die derart strukturiert und formend arbeiten. Die anderen wären für mich Guardiola. Rangnick und Tuchel IMO eigentlich auch, aber die sind in ihrem Ansatz anders. Tuchel besteht nicht auf eine bestimmte Herangehensweise und ist sehr gut darin, ein Team gut einzustellen. Rangnick arbeitet sehr sehr tief und definiert erfolgreich eine Vereinsphilosophie in der Spielweise - wenn man ihn lässt.

Generell bin ich aber auch der Meinung, dass man eine Trainerhandschrift nach 2-3 Spielen erkennen muss. Bestimmte Herangehensweisen, Abläufe, Stärken müssen dort sichtbar werden, unabhängig vom Kader und der Tabellensituation. Von Mainz her kann man das recht schön sehen, wie spürbar anders ein Trainer wirken kann. Das das auch im Niveau höher geht, wurde auch schon bewiesen.

Ich fand den 1. Saison-Gladbach-Rose ziemlich cool. Klare Spielweise mit hohem Zentrumsfaktor und viel Wucht. Das war spannend und sah gut aus. Das verwarf Rose aber sehr früh beim BVB und seitdem eiert er ziemlich rum. Unter anderem die andere Herangehensweise der Gegner war wohl das Problem: Gladbach ist eher ein Underdog und spielt mit dem Rest der Liga bestenfalls auf Augenhöhe, gegen einige Gegner aber auch darunter. Der BVB hingegen spielt in der Wahrnehmung fast auf Augenhöhe mit den Bayern, ergo ist das Ziel jedes Gegners erstmal, min. einen Punkt zu holen. Für eine Gegenpressing/Konterspielweise ist das Gift. Das hat Klopp hier auch erlernen müssen (und sich angepasst).

Was ist also das Problem? Irgendwo auch der Trainer. Er wurde geholt für eine bestimmte Spielweise. Die passte entweder nicht ("falsch" gecastet) oder es war sein einziger Trick ("schlechtere Qualität des Trainers"). Ein guter Trainer kriegt auch bockige Stars eingenordet und bringt sie zu neuen guten Leistungen. Siehe Tuchel.

Aus der Ferne würde ich fast sagen, dass Rose nicht wirklich weiß, was er tun will. Es fehlt der Fokus und die damit verbundene Leidenschaft. "Sein Ding" funktionierte nicht - aus welchen Gründen auch immer, und ein Prediger ohne Glauben kann keinen Krieg auf dem Platz entfachen. Rose hofft jetzt auf 1-2 Messiase, die das extern beheben sollen. Das scheint mir der Status Quo zu sein.

IMO KANN es solche Messiase geben. Spontan hätte ich gesagt, dass mal ein vernünftiger, dominanter Sechser genau sowas machen könnte. Das Rückgrat für diese Mannschaft. Das muss kein Rastelli sein, aber einer, der diesen Sechserraum defensiv beherrscht und den Künstlern den Hintern freihält. Der muss gefunden werden.


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