Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht (BVB)
Redaktion schwatzgelb.de , Dortmund, Sonntag, 20.03.2022, 08:36 (vor 1643 Tagen)
Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht... Meine Ansicht zu Bellinghams Knockout und dem Verhalten in der Folge.
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
Rupo, Ruhrpott, Sonntag, 20.03.2022, 14:58 (vor 1643 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Top Artikel!
Im Radio waren sie auch Baff das Jude weiter gezockt hat.
Das geht einfach nicht. Wenn Er nach ner Minute zusammen gebrochen wäre oder nach dem nächsten Zweikampf und wir hätten einen Eriksen Moment gehabt :-(
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
Ravenga, In der Ruhr liegt die Kraft, Sonntag, 20.03.2022, 14:38 (vor 1643 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Diesbezüglich müssen auch wir Fans uns hinterfragen. Ein Beispiel: Angenommen wir haben ein sehr wichtiges/schweres Spiel, DFB-Pokal-Halbfinale oder so. Wir können zwar eine schlagkräftige Truppe aufstellen, aber unsere Personaldecke ist ziemlich dünn, auf der Bank sitzen hauptsächlich Spieler von den Amateuren und der A-Jugend. Nach ein paar Minuten Spielzeit zieht sich einer unserer Schlüsselspieler, für den es keinen adäquaten Ersatz auf der Bank gibt, eine ordentliche Kopfverletzung zu, will aber weiterspielen. Genau diese Situation hatten wir damals in der CL gegen Napoli, als Sven Bender der letzte verbleibende Defensivspieler war, in der IV spielte und nach einem Zusammenprall blutüberströmt behandelt werden musste. Eigentlich hätten wir Manni sofort auswechseln und dafür Koray Günter bringen müssen, der aber bis dato keine einzige Minute im Profibereich absolviert hatte. Hätten wir das Spiel anschließend verloren oder unentschieden gespielt, wären wir aus der CL ausgeschieden, aber Manni hat weitergespielt und sich auch durch diese Aktion eine Art Legendenstatus bei den Fans erarbeitet ("Iron Manni"). Permanent die Knochen hinzuhalten kommt halt bei uns Fans gut an.
Wenn wir beim Verhüten von Schädelverletzungen konsequent sein wollen, müssen wir im Zweifel solche Situationen klaglos akzeptieren und die sich daraus ergebenen sportlichen Nachteile in Kauf nehmen, also im Härtefall 85 Minuten mit nem Vertragsamateur/Jugendspieler antreten und diesem Spieler dann auch Fehler zugestehen. Daran habe ich erhebliche Zweifel.
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
DJZigzag, Sonntag, 20.03.2022, 13:51 (vor 1643 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Die Spieler können ja den P Czech Helm aufsetzen - ich würde das sogar machen an Ihrer Stelle gerade auf der 8 oder 6- oder so spielen wie Götze der noch nie in seiner Karierre ein Kopfballduell geführt hat
Kein Kopfball-Verbot für Kinder
Rupo, Ruhrpott, Sonntag, 20.03.2022, 15:03 (vor 1643 Tagen) @ DJZigzag
In England sind sie weiter
*
Der englische Verband FA hat auf die Studie bereits reagiert und Kopfballtraining für Kinder verboten.
*
https://sport.sky.de/fussball/artikel/fussball-news-kopfball-verboten-in-england-steigt-heute-ein-besonderes-spiel/12418544/34356
Vielleicht wird das Spiel auch so geändert, dass es keine Kopfbälle mehr gibt, wäre natürlich fundamental.
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
DomJay, Köln, Sonntag, 20.03.2022, 13:59 (vor 1643 Tagen) @ DJZigzag
Die Spieler können ja den P Czech Helm aufsetzen - ich würde das sogar machen an Ihrer Stelle gerade auf der 8 oder 6- oder so spielen wie Götze der noch nie in seiner Karierre ein Kopfballduell geführt hat
Die eitlen Fußballer mit ihren Star Friseuren und Helme? Ne me fais pas rire…
sehe das eher wie Rose
klsch, Ort, Sonntag, 20.03.2022, 13:14 (vor 1643 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
"Da versuchen Leute vor dem Fernseher mit einer Chipstüte in der Hand es besser zu beurteilen als der Doc, der Physio und der Spieler selbst." so oder so ähnlich hat er das gesagt.
Wir sollten etwas Vertrauen in die Medizinische Abteilung haben das sind Leute vom Fach und vor allem sind sie vor Ort und Stelle.
Ich würde es mir nicht zutrauen selbst wenn ich Arzt wäre eine Ferndiagnose zu stellen.
Manchmal sieht es schlimmer aus als es ist das kennt jeder selber.
Was machen eigentlich Boxer die bekanntlich K.o. gehen wieder aufstehen und gewinnen können.
Gehört der Boxsport jetzt wegen den Kopftreffern auch Verboten?
sehe das eher wie Rose
Rupo, Ruhrpott, Sonntag, 20.03.2022, 14:55 (vor 1643 Tagen) @ klsch
Hi,
der Boxsport ist aber professionell im Gegensatz zum Fußball was das Thema betrifft.
https://www.boxverband.de/wichtigste-schutzbestimmungen/
https://www.aerzteblatt.de/archiv/79371/Boxen-akute-Komplikationen-und-Spaetfolgen
man hat hier auch aus der Vergangenheit gelernt, wobei man natürlich zwischen Amas und Profis unterscheiden muss. Aber insgesamt werden die Kämpfer besser überwacht, wobei das Thema Spät Folgen natürlich immer noch nicht 100 % geklärt ist.
Beste Grüße,
Thomas
sehe das eher wie Rose
klsch, Ort, Sonntag, 20.03.2022, 15:22 (vor 1643 Tagen) @ Rupo
Ein guter Unterschied ist das beim Boxsport ein neutraler Arzt entscheidet.
Aber welche Tests macht er "zähle bis 5" "nenne den heutigen Tag" ggf. Pupillenreflex das war es.
Ich bin mir nicht sicher ob der Boxsport da besser steht, den ich kann mir vorstellen das bei Jude genau die tests gemacht wurden. Er hat sie bestanden und genau wie beim Boxsport durfte er halt entsprechend weiter spielen und genau wie beim Boxsport erfolgt im nachhinein eine zusätzliche Untersuchung. Hat auch Rose in der Pk so bestätigt.
sehe das eher wie Rose
Rupo, Ruhrpott, Sonntag, 20.03.2022, 15:38 (vor 1643 Tagen) @ klsch
Beim Boxen hast Du:
1. den Ringrichter, der kann auch schon unterbrechen.
2. den Team Arzt (voreingenommen)
3. den neutralen Arzt
Beim Fußball hast Du nur die eigenen Ärzte...
Wichtig ist auch noch beim Boxen geht es erst einmal nicht weiter...
Beim Fußball geht es mit 10:11 weiter und das erzeugt natürlich Druck...
sehe das eher wie Rose
LevyFreeman, Hamburg, Sonntag, 20.03.2022, 13:45 (vor 1643 Tagen) @ klsch
"Da versuchen Leute vor dem Fernseher mit einer Chipstüte in der Hand es besser zu beurteilen als der Doc, der Physio und der Spieler selbst." so oder so ähnlich hat er das gesagt.
Wir sollten etwas Vertrauen in die Medizinische Abteilung haben das sind Leute vom Fach und vor allem sind sie vor Ort und Stelle.
Ich würde es mir nicht zutrauen selbst wenn ich Arzt wäre eine Ferndiagnose zu stellen.
Manchmal sieht es schlimmer aus als es ist das kennt jeder selber.Was machen eigentlich Boxer die bekanntlich K.o. gehen wieder aufstehen und gewinnen können.
Gehört der Boxsport jetzt wegen den Kopftreffern auch Verboten?
Sagen wir es mal so: Jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch sollte eigentlich davon absehen Boxen als Sport zu betrieben. Die Kosten für die eigene Gesund sind enorm. Demenz, Alzheimer, Nervendegeneration - die Studien sind alle ziemlich eindeutig.
Beim Fussball ist es natürlich nicht das selbe Gefahrenlevel, aber die Risikofaktoren sind die Selben. Ich glaube Fussballer haben im Vergleich zu nicht Fussball spielenden Menschen immer noch ein 3-4 erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken. Es gab ja vor Kurzem mal den Vorschlag, Kopfbälle im Fussball zu verbieten, weil Spieler, die besonders oft den Ball mit dem Kopf spielen, wohl ein besonders hohes Risiko tragen. Klingt im ersten Moment absurd und wird niemals passieren, aber man sollte das Risiko, gerade für Profis, nicht einfach so abtun.
sehe das eher wie Rose
Scherben, Kiel, Sonntag, 20.03.2022, 13:28 (vor 1643 Tagen) @ klsch
"Da versuchen Leute vor dem Fernseher mit einer Chipstüte in der Hand es besser zu beurteilen als der Doc, der Physio und der Spieler selbst." so oder so ähnlich hat er das gesagt.
Wir sollten etwas Vertrauen in die Medizinische Abteilung haben das sind Leute vom Fach und vor allem sind sie vor Ort und Stelle.
Ich würde es mir nicht zutrauen selbst wenn ich Arzt wäre eine Ferndiagnose zu stellen.
Manchmal sieht es schlimmer aus als es ist das kennt jeder selber.
Zumindest ist es albern, wenn man Rose vom Fernseher aus vorwirft, dass er dieses oder jenes hätte tun sollen. Die Crux ist ja, dass man eben nicht direkt Gehirnerschütterungen diagnostizieren kann. Schon gar nicht vom TV aus und erst recht nicht als medizinischer Laie.
Insofern fände ich es gut, wenn man eine Regel wie beim Rugby hätte, wo man Spieler temporär zur Untersuchung aus- und ggf. wieder einwechseln kann, sollte der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bestehen. Samt Untersuchung durch unabhängiges medizinisches Personal. So muss man sich auf die jeweils eigenen Ärzte verlassen. Und die entscheiden ja auch nicht immer gleich, siehe Bellingham vs. Tauer.
sehe das eher wie Rose
AGraute, Sonntag, 20.03.2022, 14:00 (vor 1643 Tagen) @ Scherben
"Da versuchen Leute vor dem Fernseher mit einer Chipstüte in der Hand es besser zu beurteilen als der Doc, der Physio und der Spieler selbst." so oder so ähnlich hat er das gesagt.
Wir sollten etwas Vertrauen in die Medizinische Abteilung haben das sind Leute vom Fach und vor allem sind sie vor Ort und Stelle.
Ich würde es mir nicht zutrauen selbst wenn ich Arzt wäre eine Ferndiagnose zu stellen.
Manchmal sieht es schlimmer aus als es ist das kennt jeder selber.
Zumindest ist es albern, wenn man Rose vom Fernseher aus vorwirft, dass er dieses oder jenes hätte tun sollen. Die Crux ist ja, dass man eben nicht direkt Gehirnerschütterungen diagnostizieren kann. Schon gar nicht vom TV aus und erst recht nicht als medizinischer Laie.Insofern fände ich es gut, wenn man eine Regel wie beim Rugby hätte, wo man Spieler temporär zur Untersuchung aus- und ggf. wieder einwechseln kann, sollte der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bestehen. Samt Untersuchung durch unabhängiges medizinisches Personal. So muss man sich auf die jeweils eigenen Ärzte verlassen. Und die entscheiden ja auch nicht immer gleich, siehe Bellingham vs. Tauer.
Was ich an der Diskussion nicht ganz verstehe ist, warum nun ein Unterschied zwischen Kopf- und allen anderen Verletzungen gemacht wird.
Grundsätzlich befürworte ich auch den Schutz der Spieler. Warum sollte z.b. ein neutraler Arzt nur bei Kopfverletzungen entscheiden dürfen?
Ist es bei dem Gedankengang nicht konsequenter wenn bei jeder verletzungsvedingten Unterbrechung nur der neutrale Arzt auf den Platz darf und die Entscheidung über weiterspielen oder nicht treffen darf?
Und eine Frage an die Football Fans: bedeutet ein Protokoll nicht in der Praxis, dass jede Kopfverletzungen zu einer Auswechslung führt?
Wenn man eine Gehirnerschütterung nicht testen kann wird doch kein neutraler Arzt einen Spieler weiterspielen lassen?
sehe das eher wie Rose
PePopp, Sonntag, 20.03.2022, 14:11 (vor 1643 Tagen) @ AGraute
bearbeitet von PePopp, Sonntag, 20.03.2022, 14:21
"Da versuchen Leute vor dem Fernseher mit einer Chipstüte in der Hand es besser zu beurteilen als der Doc, der Physio und der Spieler selbst." so oder so ähnlich hat er das gesagt.
Wir sollten etwas Vertrauen in die Medizinische Abteilung haben das sind Leute vom Fach und vor allem sind sie vor Ort und Stelle.
Ich würde es mir nicht zutrauen selbst wenn ich Arzt wäre eine Ferndiagnose zu stellen.
Manchmal sieht es schlimmer aus als es ist das kennt jeder selber.
Zumindest ist es albern, wenn man Rose vom Fernseher aus vorwirft, dass er dieses oder jenes hätte tun sollen. Die Crux ist ja, dass man eben nicht direkt Gehirnerschütterungen diagnostizieren kann. Schon gar nicht vom TV aus und erst recht nicht als medizinischer Laie.Insofern fände ich es gut, wenn man eine Regel wie beim Rugby hätte, wo man Spieler temporär zur Untersuchung aus- und ggf. wieder einwechseln kann, sollte der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bestehen. Samt Untersuchung durch unabhängiges medizinisches Personal. So muss man sich auf die jeweils eigenen Ärzte verlassen. Und die entscheiden ja auch nicht immer gleich, siehe Bellingham vs. Tauer.
Was ich an der Diskussion nicht ganz verstehe ist, warum nun ein Unterschied zwischen Kopf- und allen anderen Verletzungen gemacht wird.
Grundsätzlich befürworte ich auch den Schutz der Spieler. Warum sollte z.b. ein neutraler Arzt nur bei Kopfverletzungen entscheiden dürfen?
Ist es bei dem Gedankengang nicht konsequenter wenn bei jeder verletzungsvedingten Unterbrechung nur der neutrale Arzt auf den Platz darf und die Entscheidung über weiterspielen oder nicht treffen darf?
Weil Kopfverletzungen für den Spieler selbst nicht einzuschätzen sind, der Spieler demnach in aller Regel sagen wird, dass es schon irgendwie geht (Extrembeispiel Kramer) und das Problem einer Kopfverletzung Langzeitfolgen (-> CTE) sind.
Bei einem Muskelfaserriss wird der Spieler sich in der Regel freiwillig auswechseln lassen und wenn er weiter macht, ist das Risiko halt ein Bündelriss. Führt dann zwar zu einer längeren Pause, im schlimmsten Fall zur Sportinvalidität aber immerhin nicht zu einer Demenz.
Und eine Frage an die Football Fans: bedeutet ein Protokoll nicht in der Praxis, dass jede Kopfverletzungen zu einer Auswechslung führt?
Wenn man eine Gehirnerschütterung nicht testen kann wird doch kein neutraler Arzt einen Spieler weiterspielen lassen?
Du musst erst mal raus, da werden dann einige Tests gemacht und wenn sich dabei der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ergibt bzw erhärtet, bist du raus. Ansonsten darfst du anschließend wieder rein. Der Vorteil ist vor allem, dass die Untersuchung durch unabhängige Ärzte erfolgt, die im Gegensatz zum Mannschaftsarzt nicht den Druck haben den Spieler irgendwie spielfähig zu halten. Kramer hatte ich ja bereits erwähnt. Ein vernünftiger, unabhängiger Arzt hätte den niemals zurück auf den Platz lassen dürfen, aber es war halt das WM-Finale und Kramer ein wichtiger Spieler.
Dass Trainer Druck auf die Ärzte ausüben ist kein Geheimnis. Teilweise geht das sogar soweit, dass die Expertise des Arztes komplett ignoriert wird (Mourinho fällt mir da beispielsweise ein)
sehe das eher wie Rose
AGraute, Sonntag, 20.03.2022, 14:35 (vor 1643 Tagen) @ PePopp
Weil Kopfverletzungen für den Spieler selbst nicht einzuschätzen sind, der Spieler demnach in aller Regel sagen wird, dass es schon irgendwie geht (Extrembeispiel Kramer) und das Problem einer Kopfverletzung Langzeitfolgen (-> CTE) sind.
Bei einem Muskelfaserriss wird der Spieler sich in der Regel freiwillig auswechseln lassen und wenn er weiter macht, ist das Risiko halt ein Bündelriss. Führt dann zwar zu einer längeren Pause, im schlimmsten Fall zur Sportinvalidität aber immerhin nicht zu einer Demenz.
Aber wo und wieso wird eine Grenze gezogen?
Wenn es um den vollständigen Schutz der Spieler geht müssten neutrale Ärzte vorm Spiel und bei Verletzungen während des Spiels entscheiden dürfen.
Oder müssen wir erst warten bis Spieler der NFL wegen einer längeren Ausfallzeit oder Sportinvalidität klagen (Auf nicht-Kopfverletzungen bezogen)?
Ich denke, dass die Ärzte der Vereine halt immer noch Ärzte sind und in Sinne des Patienten entscheiden.
Und eine Frage an die Football Fans: bedeutet ein Protokoll nicht in der Praxis, dass jede Kopfverletzungen zu einer Auswechslung führt?
Wenn man eine Gehirnerschütterung nicht testen kann wird doch kein neutraler Arzt einen Spieler weiterspielen lassen?
Du musst erst mal raus, da werden dann einige Tests gemacht und wenn sich dabei der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ergibt bzw erhärtet, bist du raus. Ansonsten darfst du anschließend wieder rein. Der Vorteil ist vor allem, dass die Untersuchung durch unabhängige Ärzte erfolgt, die im Gegensatz zum Mannschaftsarzt nicht den Druck haben den Spieler irgendwie spielfähig zu halten
Gibt es Zahlen oder könnt ihr schätzen wie das Verhältnis zwischen weiterspielen und auswechseln ist?
sehe das eher wie Rose
Blarry, Essen, Sonntag, 20.03.2022, 14:28 (vor 1643 Tagen) @ PePopp
Weil Kopfverletzungen für den Spieler selbst nicht einzuschätzen sind, der Spieler demnach in aller Regel sagen wird, dass es schon irgendwie geht (Extrembeispiel Kramer) und das Problem einer Kopfverletzung Langzeitfolgen (-> CTE) sind.
Da würde ich den Ärzten aber nicht alle Verantwortung aufbürden, denn Sportler können bei der Untersuchung immer noch lügen, und tun es auch. Wenn einer drei Minuten nach dem Zusammenprall wieder geradeaus laufen kann, nicht doppelt sieht und sich zumindest grob örtlich und zeitlich orientiert zeigt, ist im Prinzip schon alles Diagnostische getan, was sich vor Ort an Diagnostik für eine Kopfverletzung auffahren lässt. Fürs generelle Wohlbefinden, Schmerzen, Übelkeit etc. muss man sich auf den Patienten verlassen. Und der wird mit 18 Jahren eher nicht daran denken wollen, dass sein Hirn mit Anfang 50 die Konsistenz eines Schwamms haben könnte, sondern auf der Stelle auf ein Weiterspielen drängen.
Davon ab habe ich nicht den Eindruck, dass die Teamärzte da besonders fahrlässig agieren. Bei Spielern, die auch nach der Untersuchung noch sichtlich durch den Wind sind, wird in der Regel doch ausgewechselt.
Apropos: ist CTE nicht eher ein Problem bei vielen kleineren Einschlägen, z.B. in Kopfballstärke? Ich meine, dass der Stand der Forschung sei, dass da schwerere traumatische Kopfverletzungen weniger eine Rolle spielen als wiederholte leichte Erschütterungen.
Du musst erst mal raus, da werden dann einige Tests gemacht und wenn sich dabei der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ergibt, bist du raus. Ansonsten darfst du anschließend wieder rein.
Was im Football kein Umstand ist, weil du währenddessen auf dem Feld ersetzt wirst. Ich weiß nicht, wie das im Fußball ohne Weiteres implementiert werden könnte, für fünf Spielminuten einen anderen Spieler reinzubringen, der danach wieder raus muss. Stichwort "Missbrauchspotenzial": 88. Minute, knapper Rückstand, du nimmst deinen "kopfverletzten" 1,72-Meter-Flügelstürmer zugunsten einer Innenverteidigerkante raus, und bekommst keinen Spielerwechsel angerechnet.
sehe das eher wie Rose
PePopp, Sonntag, 20.03.2022, 14:47 (vor 1643 Tagen) @ Blarry
bearbeitet von PePopp, Sonntag, 20.03.2022, 14:50
Apropos: ist CTE nicht eher ein Problem bei vielen kleineren Einschlägen, z.B. in Kopfballstärke? Ich meine, dass der Stand der Forschung sei, dass da schwerere traumatische Kopfverletzungen weniger eine Rolle spielen als wiederholte leichte Erschütterungen.
Viele kleine Schläge können genauso schlimm sein, aber am Schlimmsten sind weitere Erschütterungen wenn die Gehirnerschütterung bereits da ist. Also wenn du erst einen starken Knock bekommst und damit weiterspielst und dann noch ein paar Kopfbälle machst, ist das Gift.
Grundsätzlich ist da aber auch noch einiges an Forschung offen. Die Risikofaktoren sind aber ziemlich eindeutig.
Du musst erst mal raus, da werden dann einige Tests gemacht und wenn sich dabei der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ergibt, bist du raus. Ansonsten darfst du anschließend wieder rein.
Was im Football kein Umstand ist, weil du währenddessen auf dem Feld ersetzt wirst. Ich weiß nicht, wie das im Fußball ohne Weiteres implementiert werden könnte, für fünf Spielminuten einen anderen Spieler reinzubringen, der danach wieder raus muss. Stichwort "Missbrauchspotenzial": 88. Minute, knapper Rückstand, du nimmst deinen "kopfverletzten" 1,72-Meter-Flügelstürmer zugunsten einer Innenverteidigerkante raus, und bekommst keinen Spielerwechsel angerechnet.
Vorschläge in der Richtung gibt es ja einige - zusätzliche Wechsel, evtl. dann auch für den Gegner, Rückwechsel, etc.
sehe das eher wie Rose
simie, Krefeld, Sonntag, 20.03.2022, 13:21 (vor 1643 Tagen) @ klsch
Was machen eigentlich Boxer die bekanntlich K.o. gehen wieder aufstehen und gewinnen können.
Ist irgendwie ein schlechtes Beispiel. Gerade bei Boxern findet man tatsächlich viele, die Jahre nach ihrer Karriere an den Folgen der Kopftreffer leiden.
Gehört der Boxsport jetzt wegen den Kopftreffern auch Verboten?
Es ist zumindest sicherlich ein Grenzfall, bei dem es durchaus gute Argumente für ein Verbot gibt.
sehe das eher wie Rose
PePopp, Sonntag, 20.03.2022, 13:18 (vor 1643 Tagen) @ klsch
bearbeitet von PePopp, Sonntag, 20.03.2022, 13:25
Was machen eigentlich Boxer die bekanntlich K.o. gehen wieder aufstehen und gewinnen können.
Gehört der Boxsport jetzt wegen den Kopftreffern auch Verboten?
Es hat schon einen Grund warum eine CTE im Volksmund auch gerne als Boxer-Syndrom bezeichnet wird. Das Problem ist eben kein akutes, sondern ein chronisches.
Vielleicht braucht der Fußball aber auch erst mal eine Klagewelle wie die NFL ehe gehandelt wird. Da waren auch früher jede Menge Ärzte aktiv und trotzdem würden die Spieler nicht rausgenommen. Erst seit dem zwingenden Concussion Protocol hat sich da ein bisschen was geändert. https://en.as.com/en/2022/01/05/nfl/1641391764_141116.html
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
uwelito, Wambel forever, Sonntag, 20.03.2022, 12:53 (vor 1643 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Vielen Dank für den Beitrag. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass man sich in solchen Situationen nicht auf Trainer oder Teamärzte verlassen kann/darf, wenn es darum geht, auch im Zweifelsfall die Gesundheit des Sportlers immer über den unmittelbaren Erfolg zu stellen. Eine mögliche Lösung wäre eine interne offizielle Regel, die der Verein aufstellt und an die man sich halten muss. Es in bestimmten Fällen also z.B. kategorisch zu einer Auswechslung kommen muss. Dein Appell wird leider, so muss man befürchten, erst mal verhallen. Es gilt aber dranzubleiben.
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
micha87, bei Berlin, Sonntag, 20.03.2022, 09:50 (vor 1643 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Vielen Dank für Einordnung, die Anzahl an Spielern die leiden muss nach der Karriere ist viel zu hoch und weitere Spieler werden unweigerlich folgen. Kein Sieg ist es wert das zu riskieren, den Verantwortlichen scheint das nicht bewusst zu sein, ansonsten gäbe es diese Gladiator-Mentalität nicht.
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
wildwux, Münster, Sonntag, 20.03.2022, 12:53 (vor 1643 Tagen) @ micha87
Ich verstehe in dieser Beziehung auch die Spieler nicht, die scheinen völlig unorganisiert zu sein, irgendeine Art Gewerkschaft oder Interessenvertretung hat bei den Fußballprofis und den Vereinen nichts zu melden.
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
uwelito, Wambel forever, Sonntag, 20.03.2022, 12:59 (vor 1643 Tagen) @ wildwux
Ich verstehe in dieser Beziehung auch die Spieler nicht, die scheinen völlig unorganisiert zu sein, irgendeine Art Gewerkschaft oder Interessenvertretung hat bei den Fußballprofis und den Vereinen nichts zu melden.
Aber es ist doch nicht so, dass Spieler zum Weitermachen gezwungen werden. Es geht darum, dass das von Spielern gewollte Weitermachen bei unabwägbaren oder offensichtlichen Risiken regeltechnisch verhindert werden muss. Der Spieler ist hier also kein Opfer, sondern in der Regel ein Mitverantwortlicher.
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
wildwux, Münster, Sonntag, 20.03.2022, 13:18 (vor 1643 Tagen) @ uwelito
So meine ich das auch nicht. Natürlich will ein 18 jähriger sofort weiterspielen. Es müssen halt in den Regularien festgelegte Prozesse automatisch in Kraft treten, die die Spieler vernünftig untersuchen und vor Langzeitschäden schützen, so etwas gibt es ja schon im amerikanischen Profisport.
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
Tremonius III, Ort, Sonntag, 20.03.2022, 13:53 (vor 1643 Tagen) @ wildwux
So meine ich das auch nicht. Natürlich will ein 18 jähriger sofort weiterspielen. Es müssen halt in den Regularien festgelegte Prozesse automatisch in Kraft treten, die die Spieler vernünftig untersuchen und vor Langzeitschäden schützen, so etwas gibt es ja schon im amerikanischen Profisport.
Ein Spieler bestimmt doch sonst auch nicht über seine Aufstellung oder ein Pausieren, sondern der Trainer(stab).
Wieso wird ausgerechnet dann, wenn der Spieler sichtlich angeknockt ist und taumelt, sich die Augen reibt und prustet, der Trainer(stab) Reinier zum Aufwärmen und Einwechseln schickt auf den Spieler gehört!?
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
PePopp, Sonntag, 20.03.2022, 14:27 (vor 1643 Tagen) @ Tremonius III
So meine ich das auch nicht. Natürlich will ein 18 jähriger sofort weiterspielen. Es müssen halt in den Regularien festgelegte Prozesse automatisch in Kraft treten, die die Spieler vernünftig untersuchen und vor Langzeitschäden schützen, so etwas gibt es ja schon im amerikanischen Profisport.
Ein Spieler bestimmt doch sonst auch nicht über seine Aufstellung oder ein Pausieren, sondern der Trainer(stab).
Wieso wird ausgerechnet dann, wenn der Spieler sichtlich angeknockt ist und taumelt, sich die Augen reibt und prustet, der Trainer(stab) Reinier zum Aufwärmen und Einwechseln schickt auf den Spieler gehört!?
Weil der Trainer in der Regel auch will, dass der Spieler weitermacht (sofern er nicht sichtlich in seine Leistung beeinträchtigt ist) - zumindest in wichtigen Spielen. Ansonsten hätte er ihn ja gar nicht erst aufgestellt. Klar, wenn es 4:0 steht wird ihm die Auswechslung leichter fallen und auch der Spieler ist dann eher damit einverstanden.
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
PePopp, Sonntag, 20.03.2022, 13:07 (vor 1643 Tagen) @ uwelito
bearbeitet von PePopp, Sonntag, 20.03.2022, 13:14
Ich verstehe in dieser Beziehung auch die Spieler nicht, die scheinen völlig unorganisiert zu sein, irgendeine Art Gewerkschaft oder Interessenvertretung hat bei den Fußballprofis und den Vereinen nichts zu melden.
Aber es ist doch nicht so, dass Spieler zum Weitermachen gezwungen werden. Es geht darum, dass das von Spielern gewollte Weitermachen bei unabwägbaren oder offensichtlichen Risiken regeltechnisch verhindert werden muss. Der Spieler ist hier also kein Opfer, sondern in der Regel ein Mitverantwortlicher.
Das Problem ist, dass ein Spieler das Risiko gar nicht einschätzen kann. Grundsätzlich nicht weil zumindest den meisten die medizinische Expertise fehlt und in der Situation wo es den Schlag gegen den Kopf gegeben hat schon gleich gar nicht.
Natürlich wird ein Spieler gerade in einem wichtigen Spiel bei engem Spielstand sagen, dass er meitermacht wenn er noch halbwegs gerade laufen kann. Dafür braucht es unabhängige Experten um das zu beurteilen und den Spieler auch dann rauszunehmen, wenn er selbst noch weitermachen will. Eigentlich sollte der Mannschaftsarzt ein solcher sein, aber die Erfahrung zeigt nun mal, dass da gerne auch dann Mal das Okay gegeben wird wenn der Trainer oder Spieler es will auch wenn es medizinisch kontraindiziert ist.
Also klar kannst du sagen, dass der Spieler mitverantwortlich ist, aber ich sehe es so, dass der Spieler keine Verantwortung haben sollte, weil er überhaupt nicht in der Lage ist eine vernünftige Entscheidung zu treffen.
Neu auf schwatzgelb.de: Wieder eine Kopfverletzung, wieder weitergemacht
Ulrich, Sonntag, 20.03.2022, 13:02 (vor 1643 Tagen) @ uwelito
Ich verstehe in dieser Beziehung auch die Spieler nicht, die scheinen völlig unorganisiert zu sein, irgendeine Art Gewerkschaft oder Interessenvertretung hat bei den Fußballprofis und den Vereinen nichts zu melden.
Aber es ist doch nicht so, dass Spieler zum Weitermachen gezwungen werden. Es geht darum, dass das von Spielern gewollte Weitermachen bei unabwägbaren oder offensichtlichen Risiken regeltechnisch verhindert werden muss. Der Spieler ist hier also kein Opfer, sondern in der Regel ein Mitverantwortlicher.
So ist es. Es geht in so einer Situation auch wesentlich darum, den Spieler vor sich selbst zu schützen.