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Niko Kovač et Monaco, c‘est fini (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Freitag, 31.12.2021, 00:22 (vor 1482 Tagen) @ Sneider
bearbeitet von Will Kane, Freitag, 31.12.2021, 00:30

Sehe ihn überhaupt nicht als Top Trainer. Aber smarter Typ mit christlicher Prägung. Dachte immer, der würde mal Sportchef. Als Trainer wird er nie topTop. Für Hertha kann’s aber für 1-2 Jahre reichen. Mal sehen.

Ich persönlich bin der Auffassung, dass Niko Kovač für bestimmte Mannschaften/Clubs schon der richtige Trainer ist. Die Konstellation muss eben die passende sein. Dafür muss er kein Trainer der absoluten Spitzenklasse sein.

Die SGE hat er als quasi Trainernobody vor dem Abstieg gerettet, was kaum jemand für möglich gehalten hätte. In der darauffolgenden Saison hat er das Team ins Mittelfeld der Tabelle und ins Pokalendspiel geführt. Und in der dann folgenden Spielzeit ins obere Mittelfeld weiterentwickelt und mit ihr das Pokalfinale gewonnen.

Kovač war für die Eintracht genau der richtige Trainer zur richtigen Zeit. Er hat einer völlig verunsicherten und desorganisierten Mannschaft genau das gegeben, was sie brauchte. Einen Fußball mit generellem Defensivansatz und kompakter Defensive, mit Kontern über schnelle Außen und mit langen Diagonalpässen aus dem Mittelfeld. Keine taktischen Finessen, dafür klare Strukturen, die jeder Spieler verstehen und verinnerlichen konnte. Und Kovač hatte das richtige Händchen, den richtigen Spieler an den richtigen Platz zu setzen. Und das bei nicht leichten Bedingungen infolge diverser Spielerwechsel. Atmosphärisch stimmte es zwischen Trainer und Team; wenn man so will ein (smarter) Underdogtrainer, der ein Underdogteam (relativ) erfolgreichen Underdogfußball spielen ließ.

Bei Monaco fand Kovač ebenfalls ein völlig verunsichertes und desorganisiertes Team vor. Und mit seinem diüußbaklerischem Ansatz hatte er in seine ersten Saison nach einigen Startschwierigkeiten auch Erfolg. Er führte das Team auf Rang 3 und hatte bis kurz vor Saisonende sogar noch Chancen auf die Meisterschaft. Das ‚Spielermaterial‘ war jedoch ein anderes als in Frankfurt. Eigentlich eher für einen offensiven Fußballansatz geeignet, technisch-spielerisch stärker, aber auch kapriziöser, launischer, auch eigenständiger. Direkt zu Beginn der zweiten Saison zeigte sich, dass es da zwischen Trainer und Teilen des Teams hakt. Auch die eine oder andere Entscheidung bezüglich der Besetzung bestimmter Positionen war unglücklich und vergrößerte den Spalt zwischen Trainer Rund Teilen des Teams. Insbesondere die Entscheidung für Nübel auf der Torhüterposition kostete Monaco nicht wenige Punkte zu Saisonbeginn und wurde stark diskutiert (Für L‘Équipe gehört Nübel zu den ‚Flops der Saison‘). Es dauerte ein Zeit, in der sich die Mechanismen auf dem Spielfeld wieder einstellten und das Team wieder Anschluss nach oben gewann. Wobei auch andere Faktoren eine Rolle spielten. Den Zwist zwischen Trainer rund Teilen des Teams konnte das aber wohl auch nicht mehr kitten. Viele Spieler wollen offensiven Fußball spielen und keinen disziplinierten Defensivfußball mit Konteransätzen.

Bayern und Kovač war ein einziges Missverständnis. Da trafen zwei völlig unterschiedliche Vorstellungen von Fußball aufeinander. Team und Trainer waren da völlig auseinander. Was dann trotz Double scheitern musste. Wobei Kovač nur Trainer bei Bayern werden konnte, weil es unter den Granden einen Machtkampf gab. Sowohl Hoeneß, als auch Rummenigge wollten sich durchsetzen. Rummenigge wollte unbedingt Tuchel und Hoeneß wollte unbedingt Tuchel verhindern. Am Ende kam dann Kovač dabei heraus.

Ein Topteam mit fußballerisch hohem Anspruch dürfte für Kovač nach meinem Dafürhalten trotz aller möglichen Anfangserfolge das falsche Team sein, das haben seine bisherigen Stationen mMn gezeigt. Aber ein in Schwierigkeiten steckendes fußballerisch weniger ambitioniertes Team wäre in meinen Augen genau seine Kragenweite. Vielleicht für zwei, drei Jahre. Was schon länger wäre als die durchschnittliche Verweildauer eines Bundesligatrainers. Bei der Hertha und anderswo.


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