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Neu auf schwatzgelb.de: Der stete Tropfen (BVB)

Phil, Donnerstag, 07.10.2021, 08:34 (vor 1853 Tagen) @ RE_LordVader

Und doch ist es immer wieder auch eine Verzerrung, die man durchaus feststellen darf.

Natürlich hat sich der Fußball nicht zum guten entwickelt. In meinen Augen ist das größte Problem dabei aber tatsächlich, dass man bei allen kommerziellen Profesionalisierung vergessen hat, die Integrität dessen zu wahren, was eben am wichtigsten ist: Den (sportlichen) Wettbewerb. Das ist eigentlich der große Fehler bzw. der entscheidende Faktor.

Denn Kommerzialisierung war im Profisport dann eben schon sehr lange ein großes Thema. In den 70er und 80er Jahren lief das halt deutlich amateurhafter ab und nur in Inseln. Aber es gab so viel "Unfug", den man da trieb, nur um etwas mehr Geld reinzuholen, da sehe ich nun im Prinzip erst einmal gar keinen so großen Unterschied zu heute.

Was es allerdings gab: Verbände, die sich eben gegen all diese Bemühungen stellten und immer wieder Schranken runterließen und vor allem die Integrität des Wettbewerbs schützten. Das fiel dann mit Beginn der 90iger immer weiter weg, da die Verbände selbst zu Playern wurden (allerdings durchaus auch erpresst durch die Vereine. Nicht zuletzt auch durch den BVB, der damals ja in dem Zusammenschluss der großen Klubs da maßgeblich mit am Rad drehte).


Insofern kann man ja nun nicht sagen, dass man 1988 irgendwie noch bodenständiger war, als man Andreas Möller mit wirklich halsbrecherischen Verhandlungen und Deals nach Dortmund lockte oder man dann eben mit Nike einen Ausrüster unter Vertrag nahm, der das ganze Ding gezielter anging (inklusive Neongelb).

Auch waren die Spieler damals, man denke nur an Thomas Helmer und dessen Abgangsversuche (mit dem Plan, zunächst nach Auxerre zu wechseln, weil er dann billiger gewesen wäre und dann direkt zum FC Bayern), durchaus nicht "vereinsliebender" (die Bedingungen waren schlicht andere, weil Spieler gar nicht so leicht die Option hatten zu wechseln; selbst bei auslaufenden Verträgen).

Auch die "Heldenverehrungen" für Spieler a la Marcel Schmelzer muss man dann ja mal hinterfragen, wenn man sie schon so positiv hervorhebt in dem Kontext, dass man sie mit dieser "amoralischen und nur auf Geld fixierten" Branche vergleicht. Schmelzer selbst z.B. wäre doch ohne mit der Wimper zu zucken nach Katar gewechselt, um dort noch ein wenig Fußball zu spielen - für viele Petro Dollar.

Es ist völlig klar, dass (auch der BVB) diese Branche zu oft zu sehr aufs schnelle(!) Geld schielt. Und dafür auch Geschäfte abschließt, die einfach nur noch schwer zu vermitteln sind. Auch ist (für mich) klar, dass man dieses Spiel zu sehr verramscht (indem man zu viel davon anbietet). Und ja, das Produkt ist schlechter geworden.

Das alles wird der Branche auch (durch Corona nur noch befeuert) noch auf die Füße fallen. Denn die Zeiten des ewigen Wachstums und immer weiter hochdrehen, gehen zu Ende. Immer mehr wenden sich ab. Immer mehr verlieren peu a peu das Interesse.

MFG
PHIL


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