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Neu auf schwatzgelb.de: Eine Frage der Identität (BVB)

Muli, Siegen;Block 12, Samstag, 27.03.2021, 02:56 (vor 2053 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Es würde mich wohl die ganze Nacht kosten, so viele Ausrufezeichen wie ich dem Artikeln gerne geben würde.

Meine Freunde und ich verbringen gerade unsere Mittzwanziger 24-27 mit einer 6-8 köpfigen Gruppe, in der alle im Bereich 15-30 Spiele pro Saison liegen. Also sehr viel auch auswärts und auch oft/meistens International dabei.
Im Alter von 17-20 haben wir in unserer Konstellation die Meisterjahre mit CL-Finale erlebt und somit wahrscheinlich die letzte “romantische” Zeit des Fußballs. Bis Corona haben wir uns schon stundenlang auf den Busfahrten darüber aufgeregt, dass wir mittlerweile auf der Tribüne kein Deut besser als die Bayern sind, weil selbst in geilen und emotionsgeladenen Auswärtsspielen wie Frankfurt oder Mönchengladbach die Hälfte des Gästeblocks regungslos das Spiel verfolgt oder maximal “dauernörgelt”. Zusätzlich eine neue Generation Instagram, die sich als Könige der Kurve fühlen, weil sie mit ihren 16 Lenzen im Dunstkreis der Ultras stehen und denen das eigene Getue wichtiger als Borussia Dortmund ist. Da bin ich sehr gespannt ob sich das mit der Reife legt oder ob die Ultras da in Zukunft aufgrund dieser Charaktere ein Nachwuchsproblem bekommen. Man bekommt teilweise das Gefühl, dass es den Jüngeren nicht um die Ultrakultur oder Borussia Dortmund geht, sondern um reine Selbstprofilierung.

Aber das waren die Vor-Corona Probleme die im aktuellen Stadium völlig überbewertet scheinen. Der ganze Scheiss rund um die FIFA und UEFA liegt ja seit Jahren im Argen, hat jedoch durch Corona und die fehlende Chance der Fans auf lautstarke Kritik deutlich an Fahrt aufgenommen.
Wurden früher die Sargnägel noch im Jahresrhytmus in den Fußball gehämmert, werden sie es mittlerweile gefühlt monatlich. Und diese Reform ist kein Nagel sondern ein Bolzen.

In der aktuellen Pandemie wird ja im Zuge der Infektionszahlen gerne von einer Exponentialkurve gesprochen.
Im metaphorischen Corona-Vergleich befindet sich der Fußball aus Fansicht nach jahrelangem Anlauf der Verbände im rapiden Abwärtsfall der Exponentialkurve.
Alle Intensivbetten sind hoffnungslos überfüllt und das Gesundheitssystem ist überlastest.

Vielleicht wird es bald Zeit dem Amateursport (noch) mehr Zeit zu widmen.


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