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Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen (Sonstiges)

Zico80, Mittwoch, 16.12.2020, 11:59 (vor 1850 Tagen)

Da solche Dinge in der aktuellen Corona und Trainerwechselzeit gerne unter den Tisch fallen, hier noch ein interessantes Diskussionsthema. Der CDU- "Bundesfachausschuss für Wirtschaft, Arbeitsplätze und Steuern" schlägt vor: "Langfristig sollten die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten schrittweise privatisiert werden" - "sollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf Aufgaben beschränkt werden, die private Anbieter nicht oder nur unzureichend gewährleisten können«. Also faktisch die Abschaffung der öffentlichen Medien.

Link zum Artikel

Damit folgt der Auschuss den Empfehlungen von Steve Bannons Thinktank "Die Bewegung" und falls die ganze CDU folgt, schliesst sie sich dem Weg der Antidemokraten aus anderen Ländern an. Boris Johnson (schafft gerade die BBC ab), der nationalistischen Schweizer SVP (haben letztes Jahr ein Referendum ergriffen, um die öffentlich rechtlichen zu eleminieren - aber das Volk hat deutlich für die Erhaltung gestimmt), der nationalistischen Partei Dänemarks, der Fidesz Partei von Victor Orban (der ja sowieso Ziehsohn von Helmut Kohl und ein dicker Buddy der Union ist - vor allem von dem Teil aus Bayern). Pis aus Polen, Marie LePen aus Frankreich, die Strache und Kurz für ÖVP und FPÖ aus Österreich oder die AFD aus Deutschland versuchen ebenfalls den ÖR auszubremsen, da dieser dummerweise auch Fakten berichtet und nicht auschliesslich ihre Märchen.

Das Vorbild scheinen Länder ohne öffentlichen Rundfunk zu sein, beispielsweise die USA oder Brasilien, wo heute ein Grossteil der Meinungsbildung über Whatsapp, Facebook, Instagramm, Twitter und co abläuft. Offensichtlich ist das nun auch das Ziel mindestens eines Teils der Union, der Streit in Sachsen Anhalt und die Aussagen von Werteunion und Friedrih Merz sind ja weitere Hinweise darauf. Wieso das ihr Ziel ist, darf man gerne die Union selber fragen.

Ich halte den Preis für unangemessen

Foreveralone, Dortmund, Freitag, 18.12.2020, 11:30 (vor 1848 Tagen) @ Zico80

Es ist nunmal für einen Großteil der Bürger (ja, sind alle wutbürgerisch und politisch radikal) nicht mehr nachvollziehbar, warum man für unnütze Unterhaltung wie Traumschiff, etlichen Krimis und dem Fernsehgarten statt einem konkreten Bildungsauftrag(zu dem auch sicherlich Kultur gehört, richtig) Gebühren abdrücken sollte. Das ganze könnte man sicherlich für die Hälfte des Preises anbieten.


Dabei ist es auch egal ob es 15€ oder 25€ sind.

ÖR endlich Gesundschrumpfen

DomJay, Köln, Mittwoch, 16.12.2020, 22:15 (vor 1850 Tagen) @ Zico80
bearbeitet von DomJay, Mittwoch, 16.12.2020, 22:19

Also zunächst würde dein Posting der AFD zur Ehre gereichen. Man nehme einen kleinen Fakt einer These und ergänze das Ganze um populistische Anteile. Sorry aber nichts anderes hast du getan.

Böse Möchte aus den USA soufflieren der Union, wahrscheinlich als Rache für den Wahlbetrug aus Frankfurt ;) Undemokraten weil anderer Meinung? Man muss in einer Demokratie halt auch andere Ansichten akzeptieren können, ohne Gleich in Extreme zu Verfallen.

Zum Thema: Der ÖR muss dringend auf ein gesundes Maß gekürzt werden. Das lineare Fernsehen ist am Ende und dennoch leistet man sich haufenweise Sender. ARD und ZDF als große Konkurrenten gegeneinander, die beide ähnliche Dinge tun. Das Gleiche im Radio. Siehe Wahlen, ARD und ZDF berichten und rechnen hoch. Muss das der ÖR machen? Hm, schwierig. In den „bösen“ USA funktioniert das sogar trotz der deutlich gefärbten Sender. So war es dieses Jahr mit FOX eigentlich der GOP Haussender der das Ergebnis zuerst berichtet hat.

Top Sport, Serien, Dokumentationen können tatsächlich auch Private Sender liefern. Bleibt für mich am Ende Information und Niesche, die schützenswert aber schlecht gefördert ist. Fußball gehört zB für mich nicht dazu. Auch, wo der allgemeine Sinn darin liegt, ehemaligen Fußballern die Rente zu vergolden.

Ganz abschaffen würde ich den ÖR niemals, dafür bringen die lokalen Sendeanstalten ab und an doch zu wichtige und interessante Sachen. Die Frage ist eher, wie man den Sparwillen der ÖR denn wirklich forcieren kann.

Denn parallel haben wir einen Streit um einen Entschluss zu einer Erhöhung des Beitrags, weil nicht alle Abstimmungsberechtigten brav zustimmen. Das ist dann auch ein seltsames Demokratieverständnis irgendwie.

Bin da bei dir

Basti Van Basten, Romania, Donnerstag, 17.12.2020, 11:25 (vor 1849 Tagen) @ DomJay

Man sollte in einem ersten Schritt den Rundfunkbeitrag um 20% kürzen und es den Sendern überlassen, wo sie Ausgaben reduzieren.

Ein paar Jahre später könnte man das noch einmal machen. Zusammen mit der Inflation dürfte sich der Beitrag dann auch mehr als halbiert haben.

Auch die Sender hätten damit genug Zeit, sich auf die ausbleibenden Einnahmen einzustellen.

Die müssen endlich mal lernen, dass es zur Grundversorgung nicht zwei Telenovelas, 4 Quizshows und 4 Krimis benötigt. So sah das Programm von ZDF und ARD nämlich letzten Freitag aus.

Einsparpotenzial ist also definitiv vorhanden.

Bin da bei dir

the mirrorblack, Hohenlimburg, Donnerstag, 17.12.2020, 12:34 (vor 1849 Tagen) @ Basti Van Basten

Also private Sender gucke ich überhaupt nicht, 0,0.
Von den ÖR ab und zu Auslandjournal, Markus Lanz, Heute Show, Nachrichten.
Was ich nicht verstehe: wieviele Krimis will man denn noch senden? Wer schaut sich die ganzen Krimiserien an? Unglaublich, wieviele es gibt.

ÖR endlich Gesundschrumpfen

Cthulhu, Essen, Donnerstag, 17.12.2020, 09:09 (vor 1850 Tagen) @ DomJay

Top Sport, Serien, Dokumentationen können tatsächlich auch Private Sender liefern. Bleibt für mich am Ende Information und Niesche, die schützenswert aber schlecht gefördert ist. Fußball gehört zB für mich nicht dazu. Auch, wo der allgemeine Sinn darin liegt, ehemaligen Fußballern die Rente zu vergolden.

Puh, also wenn ich mir die Qualität von Dokumentationen auf den ÖR anschaue, auch in Kombination damit, wie viel Sendezeit dafür eingeräumt wird, halte ich Sender wie ZDFInfo für essentiell wichtig, es sei denn, ich brauche Informationen zu Panzern, Flugzeugen oder großen Schiffen, dann gehe ich zu N24.

Oder zu Pro7, wenn ich wissen möchte, wie viele Fußballfelder Pommes Jumbo Schreiner essen kann.

ÖR endlich Gesundschrumpfen

Fisheye, Donnerstag, 17.12.2020, 03:29 (vor 1850 Tagen) @ DomJay

Das ist Satire ?!

ÖR endlich Gesundschrumpfen

Eisen, DO, Mittwoch, 16.12.2020, 22:33 (vor 1850 Tagen) @ DomJay

Allein wieviele Radiosender es gibt in NRW:

EinsLive
EinsLive Digg
WDR 2
WDR 3
WDR 4
WDR 5

Bestimmt gibt es noch mehr. Haben die eigentlich einen der Waffel? Ich bin wirklich pro ÖR, das ist auch das einzig lineare, was ich im TV gucke. ARTE, 3 Sat, Phoenix, ZDF Info sind klasse. Aber braucht es die zig Dritten? Braucht es auch noch Tagesschau24 und One? Muss es Will, Plasberg und Maischberger sein? Dazu die ganze Vorabendkacke, 100 Tatorte, und und und. Das ist einfach Zuviel und jetzt wollen die noch mehr und jammern was von Einsparpotenzial erschöpft. Das ist unglaublich.

ÖR endlich Gesundschrumpfen

Hatebreed, Donnerstag, 17.12.2020, 01:20 (vor 1850 Tagen) @ Eisen

Allein wieviele Radiosender es gibt in NRW:

EinsLive
EinsLive Digg
WDR 2
WDR 3
WDR 4
WDR 5

Letztendlich spricht man "nur" jede Altersgruppe bzw. Zielgruppe damit an.
Ich bin damit zufrieden, obwohl ich nur im Auto manchmal Radio höre.

Aber braucht es die zig Dritten?

Regionalfernsehen? Auf jeden Fall.

ÖR endlich Gesundschrumpfen

HoschUn, Ort, Mittwoch, 16.12.2020, 23:25 (vor 1850 Tagen) @ Eisen

Allein wieviele Radiosender es gibt in NRW:

EinsLive - 0,21€
EinsLive Digg - 0,04€
WDR 2 - 0,49€
WDR 3 - 0,39€
WDR 4 - 0,15€
WDR 5 - 0,51€

... deiner GEZ-Gebühr.

ÖR endlich Gesundschrumpfen

Ulrich, Freitag, 18.12.2020, 11:30 (vor 1848 Tagen) @ HoschUn

Allein wieviele Radiosender es gibt in NRW:

EinsLive - 0,21€
EinsLive Digg - 0,04€
WDR 2 - 0,49€
WDR 3 - 0,39€
WDR 4 - 0,15€
WDR 5 - 0,51€


... deiner GEZ-Gebühr.

Die Frage ist aber, in wie weit ist das eine Milchmädchenrechung?

Große Teile der Infrastruktur im Hintergrund braucht man, egal wie viele Sender man hat. Dazu Journalisten vor Ort in den einzelnen Städten, Korrespondenten, etc.

Ich jedenfalls bin froh, dass ich mir aus dem Pool WDR5 und WDR2 aussuchen kann. Bei WDR5 fühle ich mich Morgens, Mittags und am späten Nachmittag am besten informiert. Und wenn dort Sendungen, die mir nicht so zusagen kommen, schalte ich auf WDR2 um.

ÖR endlich Gesundschrumpfen

Foreveralone, Dortmund, Freitag, 18.12.2020, 11:20 (vor 1848 Tagen) @ HoschUn

Allein wieviele Radiosender es gibt in NRW:

EinsLive - 0,21€
EinsLive Digg - 0,04€
WDR 2 - 0,49€
WDR 3 - 0,39€
WDR 4 - 0,15€
WDR 5 - 0,51€


... deiner GEZ-Gebühr.

Ich liebe diese Art der Postings.

ÖR endlich Gesundschrumpfen

bigfoot49, Leipzig, Mittwoch, 16.12.2020, 23:31 (vor 1850 Tagen) @ HoschUn

Ist doch egal, wieviel Cent es pro Person “nur” sind. Wenn es danach geht, kann man ja noch zehn weitere Sender erschließen?

Letztendlich ist es fremdes Geld.
Die gleiche Einstellung nervt mich persönlich auch immer schon bei EU-/Bundes-/Länder-/Kommunalgelder, wenn es heißt, dass kommt von dort, hier gibt es noch eine Förderung und wir als Kommune brauchen nur noch die Summe X dazu geben.

Das Geld muss erstmal erwirtschaftet (oder gedruckt ;-) werden und damit sollte man bedacht handeln. Sonst sinkt nämlich auf ganz natürliche Art und Weise die Akzeptanz (und wird von Radikalen noch befeuert).

ÖR endlich Gesundschrumpfen

Elmar, Mittwoch, 16.12.2020, 22:40 (vor 1850 Tagen) @ Eisen

Bei einigen Sachen gehe ich dir Recht. Insbesondere die seichte Massenunterhaltung muss nicht sein.
Aber die vielen Regionalsender finde ich positiv. Das lokale Informationsbedürfnis ist riesig und gerade hier kommen weder das Internet noch Private adäquat als Ersatz in Frage.
In NRW ist das mit den Radiosendern schon extrem. De Facto gibt es ja keine nennenswerte private Konkurrenz.

ÖR endlich Gesundschrumpfen

Argyle, Köln, Donnerstag, 17.12.2020, 03:07 (vor 1850 Tagen) @ Elmar

Bei einigen Sachen gehe ich dir Recht. Insbesondere die seichte Massenunterhaltung muss nicht sein.
Aber die vielen Regionalsender finde ich positiv. Das lokale Informationsbedürfnis ist riesig und gerade hier kommen weder das Internet noch Private adäquat als Ersatz in Frage.
In NRW ist das mit den Radiosendern schon extrem. De Facto gibt es ja keine nennenswerte private Konkurrenz.

Ist das wirklich so? Einen Satz später gibst du ja schon die Antwort. Die Regionalen haben sich halt auch jahrzehntelang eingenistet, da bleibt überhaupt kein Platz für private Konkurrenz. Dem WDR gehört die halbe Kölner Innenstadt. Er leistet kulturell auch weitaus mehr als die Lokalzeit und das ARD Morgenmagazin, ich denke da an Filmstiftungen, die Orchester und natürlich sehr hochwertige Film-, Doku- und Radioproduktionen. Lässt es ich mit mehr als einer Milliarde EUR pro Jahr (!) aber auch verdammt teuer bezahlen. Das ist mittlerweile einfach jenseits von gut und böse...

ÖR endlich Gesundschrumpfen

Floatdownstream, Lünen, Mittwoch, 16.12.2020, 22:48 (vor 1850 Tagen) @ Elmar

Schalte mal zwischen 16 und 18 Uhr die 3. Programme durch. Da läuft - für jede Region getrennt natürlich - die Voll-Berieselung und man kann eine Jute-Tasche in einer Telefon-Schalte gewinnen, die zeigen, wie man einen Tofu-Burger macht und richtig recycled. Also am Ende überall das Gleiche. Und immer schön kuschelig. Das ist keine Information, das ist Voll-Verarsche. Das kann komplett alles weg. Von den eigenen Sinfonie-Orchestern, zig Klassik-Sendern und eigenen Big-Bands ganz zu schweigen. DA wprde 1 bundesweites Programm komplett reichen.

ÖR endlich Gesundschrumpfen

Elmar, Mittwoch, 16.12.2020, 22:51 (vor 1850 Tagen) @ Floatdownstream

Diversität in der Kunst zu fördern, finde ich auch nicht so verkehrt.

ÖR endlich Gesundschrumpfen

Punkt, Osnabrück, Donnerstag, 17.12.2020, 09:31 (vor 1850 Tagen) @ Elmar

das muss aber nicht über den öffentlichen rundfunk passieren.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Jacky Colo, Dortmund, Mittwoch, 16.12.2020, 20:25 (vor 1850 Tagen) @ Zico80

Eine Reform würde ich mehr als begrüßen.
Mir will es einfach nicht in den Sinn warum mit dem Geld teure Fußballrechte etc. gekauft werden, die ansonsten andere frei empfangbare Private nehmen würden. WM, EM, Bundesliga weg. Da bleiben Milliarden übrig. Das Geld müsste für andere Sportarten ausgegeben werden, die ansonsten keiner das Geld in den Allerwertesten bläst.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Ulrich, Mittwoch, 16.12.2020, 20:37 (vor 1850 Tagen) @ Jacky Colo

Eine Reform würde ich mehr als begrüßen.
Mir will es einfach nicht in den Sinn warum mit dem Geld teure Fußballrechte etc. gekauft werden, die ansonsten andere frei empfangbare Private nehmen würden. WM, EM, Bundesliga weg. Da bleiben Milliarden übrig. Das Geld müsste für andere Sportarten ausgegeben werden, die ansonsten keiner das Geld in den Allerwertesten bläst.

Dir ist hoffentlich klar, dass Sky, DAZN und Co. ohne Fußball in den Öffentlich-Rechtlichen noch deutlich teurer wären?

Ich weiß nicht, wie realistisch "Über 1000 Pfund im Jahr" in Großbritannien etwa ist, aber deutlich teurer als in Deutschland dürfte es auf jeden Fall sein.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Jacky Colo, Dortmund, Mittwoch, 16.12.2020, 21:09 (vor 1850 Tagen) @ Ulrich

Es muss weiterhin im FreeTV zu sehen sein, aber auch RTL, Sat1 und Co sind FreeTV. Für die DFL fällt der aktuelle Höchstbieter weg und für die Nationalmannschaft wird sich auch jemand finden.
Aber im Free TV wird das weiterhin zu sehen sein und falls nein müssten sie halt wieder einspringen. Aber aktuell überbieten sie einfach die Privaten, weil Geld "keine" Rolle spielt. Aber das ist in meinen Augen nicht der Auftrag für den ÖR.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Voomy, Berlin, Mittwoch, 16.12.2020, 21:45 (vor 1850 Tagen) @ Jacky Colo

RTL, Sat1 etc sind nach der Definition des Rundfunkstaatsvertrags kein Free-TV, da bist du falsch informiert.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

bigfoot49, Leipzig, Mittwoch, 16.12.2020, 21:48 (vor 1850 Tagen) @ Voomy

Ist aber auch nirgends gesetzlich geregelt, dass das Premium Gelddruck Produkt Bundesliga in den ÖR gegen einen möglichst hohen Betrag ausgestrahlt werden muss, oder?

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Voomy, Berlin, Mittwoch, 16.12.2020, 22:12 (vor 1850 Tagen) @ bigfoot49

Die Auslegung dessen, was der ÖR dank des Rundfunkstaatsvertrags ausstrahlen muss, sind vielfältig. Die gegenwärtigen Entscheidungen der Gerichte sehen beispielsweise die Sportschau als verpflichtend an. Dass man nicht mehr auf die Qualifkationsspiele besteht (und diese somit hat zu RTL "passieren" lassen), ist ein Zugeständnis an den Zeitgeist.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Ulrich, Mittwoch, 16.12.2020, 22:09 (vor 1850 Tagen) @ bigfoot49

Ist aber auch nirgends gesetzlich geregelt, dass das Premium Gelddruck Produkt Bundesliga in den ÖR gegen einen möglichst hohen Betrag ausgestrahlt werden muss, oder?

Stichwort "Grundversorgung". Zumindest zu Kurzberichten gibt es sogar ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

Übrigens würden die unterschiedlichen Privatsender auch davon profitieren, wenn z.B. weniger Spielfilme, Serien, etc. im Öffentlich-Rechtlichen ausgestrahlt würden. Auch auf dem Gebiet bewirkt die aktuelle Situation, dass die Zuschauer nicht bereit sind, viel Geld für private Sender auszugeben.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Ulrich, Mittwoch, 16.12.2020, 21:17 (vor 1850 Tagen) @ Jacky Colo

Es muss weiterhin im FreeTV zu sehen sein, aber auch RTL, Sat1 und Co sind FreeTV. Für die DFL fällt der aktuelle Höchstbieter weg und für die Nationalmannschaft wird sich auch jemand finden.
Aber im Free TV wird das weiterhin zu sehen sein und falls nein müssten sie halt wieder einspringen. Aber aktuell überbieten sie einfach die Privaten, weil Geld "keine" Rolle spielt. Aber das ist in meinen Augen nicht der Auftrag für den ÖR.

RTL und Co. sind über über viele Ausstrahlungswege nicht mehr Free TV. Über SAT noch per SD, aber die Abschaltung ist bereits beschlossene Sache. HD ist per Sat und per DVB-T2 Pay TV.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Jacky Colo, Dortmund, Mittwoch, 16.12.2020, 21:34 (vor 1850 Tagen) @ Ulrich

Ok. Das wusste ich nicht, da ich SAT habe und da alles in SD frei empfange. Ist das per Kabel und DVBT nicht mehr frei?
HD ist kla, aber SD auch nicht?

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Ulrich, Mittwoch, 16.12.2020, 21:42 (vor 1850 Tagen) @ Jacky Colo

Ok. Das wusste ich nicht, da ich SAT habe und da alles in SD frei empfange. Ist das per Kabel und DVBT nicht mehr frei?
HD ist kla, aber SD auch nicht?

SD gibt es über DVB-T2 nicht. Man braucht für alle privaten Sender ein Abo und eine Karte. Man muss Geld zahlen und kann zudem Sendungen wohl nicht mehr aufzeichnen. Es darum, dass man nicht mehr aufnehmen und dann beim späteren Anschauen die Werbung überspringen kann. Und bei SD über Sat läuft wohl gelegentlich ein Text mit dem Hinweis auf die Abschaltung 2023(?).

P.S.: Was Kabel angeht, weiß ich nicht, wie es dort ausschaut. Hängt ggf. vom Anbieter ab.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

bigfoot49, Leipzig, Mittwoch, 16.12.2020, 20:48 (vor 1850 Tagen) @ Ulrich

Ist mir aber neu, dass der Auftrag des ÖR ist die Abopreise für Fußballübertragungen bei Pay-TV-Anbietern niedrig zu halten.
;-))

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Ulrich, Mittwoch, 16.12.2020, 20:51 (vor 1850 Tagen) @ bigfoot49

Ist mir aber neu, dass der Auftrag des ÖR ist die Abopreise für Fußballübertragungen bei Pay-TV-Anbietern niedrig zu halten.
;-))

Das mag Dir neu sein, aber der Zusammenhang ist klar.

Solange es eine Grundversorgung über die Öffentlich-Rechtlichen gibt, sind die Kunden nicht bereit so viel Geld auszugeben wie etwa in GB.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

bigfoot49, Leipzig, Mittwoch, 16.12.2020, 21:02 (vor 1850 Tagen) @ Ulrich

Ach Ulrich.

Klar bedingt das eine das andere.
Deinem Vorredner ging es darum, dass das Geld woanders besser investiert wäre. Da kamst du auf einmal mit dem Zusammenhang an. Aber der Auftrag der ÖR ist nun ganz einfach mal nicht den Beitrag für das Pay-TV niedrig zu halten.

Zudem sicherlich auch irgendwelche Privatsender die Free-TV-Übertragung übernehmen würden. Nur nicht zu diesem Preis, den die ARD bereit war zu zahlen.
Die DFL wird kaum darauf erpicht sein, dass es keine Free-TV-Übertragung mehr geben sollte.

Was für ein Irrer Plan

Eisen, DO, Mittwoch, 16.12.2020, 19:54 (vor 1850 Tagen) @ Zico80

Welch Geistes Kind muss man da sein?

Allerdings dürfen die ÖR gerne abspecken. 8 Mrd. reichen nicht. Ich glaube ich spinne. Dutzende TV-und Radiosender, teure Sportrechte, unzählige eigenproduzierte Serien und Filme, mehrere Talkshows mit teuren Moderatoren und 500.000€ für Carmen Nebel pro Sendung. Das ist eindeutig Zuviel des Guten...

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

istar, Mittwoch, 16.12.2020, 19:49 (vor 1850 Tagen) @ Zico80

Du machst aus einer - Zitat aus dem verlinkten Artikel - "Einzelmeinung" ein "Union möchte... abschaffen".

Da könnte man glatt auf die Idee kommen, du machst das beruflich.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Voomy, Berlin, Mittwoch, 16.12.2020, 20:31 (vor 1850 Tagen) @ istar

Und du hast dir offenbar nichteinmal die Mühe gemacht, den Artikel zu lesen, sonst wäre dir aufgefallen, dass das genau so ins Positionspapier übertragen wurde. Die Bewertung als "Einzelmeinung" durch den CDU-Sprecher wird hier nämlich für etwas genutzt, das ein ganzer Meinungsflügel der CDU verabschiedet hat. Wie war das also mit dem Leseverständnis?

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

istar, Mittwoch, 16.12.2020, 22:15 (vor 1850 Tagen) @ Voomy

Und du hast dir offenbar nichteinmal die Mühe gemacht, den Artikel zu lesen, sonst wäre dir aufgefallen, dass das genau so ins Positionspapier übertragen wurde. Die Bewertung als "Einzelmeinung" durch den CDU-Sprecher wird hier nämlich für etwas genutzt, das ein ganzer Meinungsflügel der CDU verabschiedet hat. Wie war das also mit dem Leseverständnis?

Selbstverständlich hab ich den Artikel gelesen. Und ob der Fachausschuss das so in sein Positionspapier geschrieben hat oder nicht ist erst dann relevant, wenn es im Wahlprogramm auftaucht.

Nur dann wäre die Überschrift richtig (Union möchte... abschaffen) , so ist es in etwa Blödzeitungsniveau.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Voomy, Berlin, Mittwoch, 16.12.2020, 22:19 (vor 1850 Tagen) @ istar

Die Überschriften in den meisten Zeitungen war "Union-Wirtschaftsflügel möchte...." von daher ist die Überschrift fernab von falsch. In anderen Ausgaben war es "Union-Wirtschaftsexperten fordern..." (zugegeben, zusammen mit diversem anderen Kram, wie etwa Blödsinn bei der Bahn). Es ist aber nun einmal keine Einzelmeinung und auch nicht eine Meinung von irgendwelchen Spinnern, sondern ein Postiionspapier von Leuten, die gerade unter einer z.B. Merz-CDU nicht völlig ohne Macht wären.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

istar, Mittwoch, 16.12.2020, 23:00 (vor 1850 Tagen) @ Voomy

Die Überschriften in den meisten Zeitungen war "Union-Wirtschaftsflügel möchte...." von daher ist die Überschrift fernab von falsch. In anderen Ausgaben war es "Union-Wirtschaftsexperten fordern..." (zugegeben, zusammen mit diversem anderen Kram, wie etwa Blödsinn bei der Bahn). Es ist aber nun einmal keine Einzelmeinung und auch nicht eine Meinung von irgendwelchen Spinnern, sondern ein Postiionspapier von Leuten, die gerade unter einer z.B. Merz-CDU nicht völlig ohne Macht wären.

Der Fachausschuss soll Ideen zur programmatischen Erneuerung, zum Wahlprogramm, liefern.
Darüber wird dann noch viel diskutiert werden und es wird so niemals eins zu eins im Wahlprogramm auftauchen.

Da würde ich eine Kiste Hansa-Pils drauf wetten.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Voomy, Berlin, Mittwoch, 16.12.2020, 23:47 (vor 1850 Tagen) @ istar

Die Wette würde ich niemals anfechten. Es ist trotzdem ein bisschen schmutzig, gerade unter dem Eindruck von Sachsen-Anhalt, das einfach so in den Raum zu werfen und vergiftet die Debatte noch ein bisschen mehr.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

HoschUn, Ort, Mittwoch, 16.12.2020, 17:34 (vor 1850 Tagen) @ Zico80

Also, ich kann mich an eine Zeit erinnern, da wollte Bundeskanzler Helmut Kohl die ARD durch Schrumpfung quasi abschaffen. Der niedersächsiche Ministerpräsident Gerhard Schröder drohte daraufhin des Kanzlers Lieblingssender ZDF abzuschaffen. Guido Westerwelle grätschte von der Seite rein und brachte den Vorschlag das ZDF an die Börse zu bringen und so zu privatisieren.

Ist alles nichts neues.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Voomy, Berlin, Mittwoch, 16.12.2020, 17:46 (vor 1850 Tagen) @ HoschUn

Und wenn wir zurückblicken, auf die Post, die Telekom, die Bahn oder die Treuhand, sollten wir drei Kreuze im Kalender machen, dass das nicht gelungen ist.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

HoschUn, Ort, Mittwoch, 16.12.2020, 18:00 (vor 1850 Tagen) @ Voomy

Und wenn wir zurückblicken, auf die Post, die Telekom, die Bahn oder die Treuhand, sollten wir drei Kreuze im Kalender machen, dass das nicht gelungen ist.

Helmut Kohl hat es doch versucht, ist aber an den Ministerpräsidenten gescheitert. Am Ende ist Rundfunk Ländersache und die werden sich niemals geschlossen auf eine Abschaffung einigen.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Ulrich, Mittwoch, 16.12.2020, 17:39 (vor 1850 Tagen) @ HoschUn

Also, ich kann mich an eine Zeit erinnern, da wollte Bundeskanzler Helmut Kohl die ARD durch Schrumpfung quasi abschaffen. Der niedersächsiche Ministerpräsident Gerhard Schröder drohte daraufhin des Kanzlers Lieblingssender ZDF abzuschaffen. Guido Westerwelle grätschte von der Seite rein und brachte den Vorschlag das ZDF an die Börse zu bringen und so zu privatisieren.

Ist alles nichts neues.

Damals gab es ganz konkrete wirtschaftliche Interessen der Kohl-Spezis Kirch und Springer. Die wollten sich große Teile des "Kuchens" der öffentlich-rechtlichen Sender schnappen und untereinander aufteilen. Und für Kohl wären auch einige Brosamen in Form von Spenden -eventuell auch für seine schwarzen Kassen- abgefallen.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

HoschUn, Ort, Mittwoch, 16.12.2020, 17:51 (vor 1850 Tagen) @ Ulrich

Also, ich kann mich an eine Zeit erinnern, da wollte Bundeskanzler Helmut Kohl die ARD durch Schrumpfung quasi abschaffen. Der niedersächsiche Ministerpräsident Gerhard Schröder drohte daraufhin des Kanzlers Lieblingssender ZDF abzuschaffen. Guido Westerwelle grätschte von der Seite rein und brachte den Vorschlag das ZDF an die Börse zu bringen und so zu privatisieren.

Ist alles nichts neues.


Damals gab es ganz konkrete wirtschaftliche Interessen der Kohl-Spezis Kirch und Springer. Die wollten sich große Teile des "Kuchens" der öffentlich-rechtlichen Sender schnappen und untereinander aufteilen. Und für Kohl wären auch einige Brosamen in Form von Spenden -eventuell auch für seine schwarzen Kassen- abgefallen.

Kohls Hass auf den "Rotfunk" ist deutlich älter als seine Bekanntschaft mit Kirch. Dass sich da gleiche Interessen ergänzt haben steht außer Frage, aber die allgemeine Politisierung des ÖR ist uralt. Und das über Parteigrenzen hinweg. Und solange das irgendein bedeutungsloser Ausschuss der CDU will, und nicht gerade wie damals, der aktuelle Bundeskanzler und der kommendene Kanzlerkandidat & Kanzler gleichzeitig öffentlich fordern, solange würde ich mir noch keine Sorgen machen.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Ulrich, Mittwoch, 16.12.2020, 18:21 (vor 1850 Tagen) @ HoschUn

Kohls Hass auf den "Rotfunk" ist deutlich älter als seine Bekanntschaft mit Kirch. Dass sich da gleiche Interessen ergänzt haben steht außer Frage, aber die allgemeine Politisierung des ÖR ist uralt. Und das über Parteigrenzen hinweg. Und solange das irgendein bedeutungsloser Ausschuss der CDU will, und nicht gerade wie damals, der aktuelle Bundeskanzler und der kommendene Kanzlerkandidat & Kanzler gleichzeitig öffentlich fordern, solange würde ich mir noch keine Sorgen machen.

Dass Kohl seine Feindschaften pflegte, ist klar. Aber die Attacke kam zu einem Zeitpunkt, als Kirch und Springer ihre Aktivitäten deutlich ausbauten. Und beide schielten neidisch auf Staaten, in denen das private Fernsehen eine deutlich dominantere Position hatten.

Letztendlich ist der Ausschuss, der den Vorschlag gemacht hat in der CDU sicherlich bei weitem nicht mehrheitsfähig. Dass aber so etwas überhaupt auf den Tisch kam, das zeigt ein weiteres mal, dass die CDU aktuell komplett führungs- und orientierungslos ist.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

el_ayudante, Dortmund-Süd, Mittwoch, 16.12.2020, 12:54 (vor 1850 Tagen) @ Zico80

Ich wäre stark dafür die Öffentlich-Rechtlichen zu beschneiden, aber definitiv nicht abzuschaffen!

Der unabhängige Informations- und Berichterstattungsauftrag kann sich auf weniger Sender (TV und Rundfunk) beschränken.
Die vielen Spartensender sind zwar schön für die Diversität, aber bringen Sie einen Mehrwert (außerhalb subjektiver Vorlieben)?
ARD-Alpha, One, ZDF neo, ZDF Info,usw. gucke ich zwar zwischendurch auch mal, wenn etwas Spannendes läuft. Aber auch nicht mehr, als die anderen ÖR oder Privaten mir auch bieten könnten.
Hinzu kommt, dass jeder Sender seine eigene Mediathek etc betreibt, sprich eine große Infrastruktur für jedes Senderprojekt geschaffen wurde.

Gleiches gilt für den Rundfunk. 70 ÖR Rundfunksender auf Frequenz plus ein viel weiteres Spektrum an Internetradios. Eine riesige Infrastruktur.

8 Milliarden € GEZ-Gebühren-Einnahmen jährlich, das ist schon ein Batzen.

Mal ein wenig gesundschrumpfen und die Beiträge senken, dann bekommt man die Bevölkerung auch wieder mit ins Boot!

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Zico80, Mittwoch, 16.12.2020, 13:30 (vor 1850 Tagen) @ el_ayudante

Ich wäre stark dafür die Öffentlich-Rechtlichen zu beschneiden, aber definitiv nicht abzuschaffen!

Der unabhängige Informations- und Berichterstattungsauftrag kann sich auf weniger Sender (TV und Rundfunk) beschränken.

Darüber kann man natürlich diskutieren.

> Die vielen Spartensender sind zwar schön für die Diversität, aber bringen Sie einen Mehrwert (außerhalb subjektiver Vorlieben)?
[quote]ARD-Alpha, One, ZDF neo, ZDF Info,usw. gucke ich zwar zwischendurch auch mal, wenn etwas Spannendes läuft.
[/quote]

Ein Mehrwert ist beispielsweise, das kleinere Programme ausporbiert werden und es von dort auch ins Hauptprogramm schaffen können, die sonst nicht entstehen würden bzw. nicht zugänglich würden.

Aber auch nicht mehr, als die anderen ÖR oder Privaten mir auch bieten könnten.

"Könnten" ist korrekt ausgedruckt. Was alle diese bieten, was viele privaten weltweit nicht hinbekommen (Extrembeispiel: Foxnews), ist eine relativ unabhängige Berichterstattung. Auf Phoenix läuft gerade die aktuelle Bundestagsdebatte live. Für mich einduetig ein Mehrwert eines Spartensenders, bei Privaten habe ich diese noch nie gesehen.

Das man einzelne Programme nicht mag oder sich nicht anschaut,ist aus meiner Sicht kein gutes Argument gegen den ÖR, weil diese Vorlieben nun mal bei jedem verschieden sind und man dann nie auf einen grünen Zweig kommt.


[quote]Hinzu kommt, dass jeder Sender seine eigene Mediathek etc betreibt, sprich eine große Infrastruktur für jedes Senderprojekt geschaffen wurde.
[/quote]

Da bin ich dabei, dass kann man sicher effizienter organisieren.


Gleiches gilt für den Rundfunk. 70 ÖR Rundfunksender auf Frequenz plus ein viel weiteres Spektrum an Internetradios. Eine riesige Infrastruktur.

8 Milliarden € GEZ-Gebühren-Einnahmen jährlich, das ist schon ein Batzen.

Das ist es. Aus meiner Sicht wären die Opportunitätskosten der Abschaffung aber dramatisch höher, sowohl finanziell als auch gesellschaftlich. In Europa machen sich immer viele lustig über bspw. die dummen Amis die Trump hinterherlaufen und glauben die Wahl ist geklaut oder die dummen Brasilianer die Ihren Regenwald abrennen. Beides wäre mMn. in beiden Ländern deutlich schwerer durchzuführen, in denen es unabhängige Nachrichten durch öffentlichen Rundfunk gibt. Und das die finanziellen Kosten allein für diese beiden Vorgänge und ihre Folgen sind dramatisch höher als 8 Milliarden im Jahr


Mal ein wenig gesundschrumpfen und die Beiträge senken, dann bekommt man die Bevölkerung auch wieder mit ins Boot!

Nach kurzer Überlegung fällt mir auf, dass dies eigentlich längst passiert ist. Seit 2009 gab es keine Erhöhung. Was bedeutet, dass der Beitrag durch Inlfation heute ist ca. 20-25 % weniger Wert ist als 2009, die Erhöhung jetzt nach so langer Zeit deutlich geringer als 20-25% ist. Was real einem Schrumpfen der Beiträge entspricht. Wobei man es eigentlich mit der Kaufkraftentwicklung vergleichen müsste, bin aber jetzt zu faul die Zahlen rauszusuchen:-)

Aber eigentlich war eine Beschneidung auch nicht der Vorschlag des CDU Auschusses, sondern eine Abschaffung.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

el_ayudante, Dortmund-Süd, Mittwoch, 16.12.2020, 14:19 (vor 1850 Tagen) @ Zico80

Wir sehen das sehr ähnlich, so wie ich dich verstehe.
Nur was die Erhöhung betrifft, muss man dazu jedoch auch rechnen, dass die ÖR natürlich weitere Einnahmen durch Werbung etc. haben, welche auch gestiegen sind und durchaus den fehlenden Inflationsausgleich kompensieren (zumindest wenn ich das gerade beim schnellen Googlen richtig an Zahlenmaterial gesehen habe).

Letztendlich läuft es aber auf die selbe Idee hinaus: Unternehmensstrukturen straffen, Infrastruktur optimieren.

Wie gesagt, bin ich selber Konsument von Spartenkanälen, dennoch sollte man diese einzeln möglichst objektiv bewerten (und das natürlich nicht rein kaufmännisch).
Kanäle wir 3Sat und Arte haben ja zum Beispiel auch durch ihre grenzüberschreitenden Kooperationsansätze einen anderen Stellenwert, als zum Beispiel ARD Alpha/One/ZDF neo. Auch die regionalen Sender sollten für sich stehenbleiben.

Meiner Meinung nach dürfte man ruhig offensiver reformieren und dies auch plakativ kundtun.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Voomy, Berlin, Mittwoch, 16.12.2020, 14:31 (vor 1850 Tagen) @ el_ayudante

Das Problem mit der Werbung ist, dass sie keine Rolle bei der Berechnung der Beiträge spielen darf. Die Statistiken aus dem Netz geben zum Beispiel nur Zahlen aus bis 2017 wieder, alles andere sind Prognosen. In der Logik, in der es heißt "der ÖR hat doch erhöhte Werbeeinnahmen, warum dann Beiträge?" müsste man wohl nach 2020, wo vermutlich die WErbeeinnahmen drastisch nach unten gehen, ja auch sagen "Wir brauchen eine starke Erhöhung!".

Das muss man voneinander unabhängig sehen.

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el_ayudante, Dortmund-Süd, Mittwoch, 16.12.2020, 16:51 (vor 1850 Tagen) @ Voomy

Das Problem mit der Werbung ist, dass sie keine Rolle bei der Berechnung der Beiträge spielen darf. Die Statistiken aus dem Netz geben zum Beispiel nur Zahlen aus bis 2017 wieder, alles andere sind Prognosen. In der Logik, in der es heißt "der ÖR hat doch erhöhte Werbeeinnahmen, warum dann Beiträge?" müsste man wohl nach 2020, wo vermutlich die WErbeeinnahmen drastisch nach unten gehen, ja auch sagen "Wir brauchen eine starke Erhöhung!".

Das muss man voneinander unabhängig sehen.

Berechtigter Einwurf, hatte ich nicht bedacht. Vor allem nochmals in Bezug auf "Werbeabhängigkeit" die auch Zico80 weiter unten anspricht.

Dementsprechend den Punkt aus meiner Argumentationskette streichen ;-)

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Dimmsonen, tiefste Eifel, Mittwoch, 16.12.2020, 14:43 (vor 1850 Tagen) @ Voomy

Ich kann zwar nichts inhaltlich dazu beitragen, außer dass ich ein großer Freund der ÖR bin und das Programm im größeren Umfang nutze(gute Nacht Doku im Bett auf Neo, Radio auf längeren Fahrten usw.), aber mir gefällt gerade die Diskussionskultur sehr gut. Als ich das Thema las rechnete ich mit dem Schlimmsten, aber es liest sich wie ein guter Diskurs, ohne geflame und Beleidigungen. Hach, schön. Danke

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Zico80, Mittwoch, 16.12.2020, 14:37 (vor 1850 Tagen) @ Voomy

Das Problem mit der Werbung ist, dass sie keine Rolle bei der Berechnung der Beiträge spielen darf. Die Statistiken aus dem Netz geben zum Beispiel nur Zahlen aus bis 2017 wieder, alles andere sind Prognosen. In der Logik, in der es heißt "der ÖR hat doch erhöhte Werbeeinnahmen, warum dann Beiträge?" müsste man wohl nach 2020, wo vermutlich die WErbeeinnahmen drastisch nach unten gehen, ja auch sagen "Wir brauchen eine starke Erhöhung!".

Das muss man voneinander unabhängig sehen.

Vor allem geht es ja darum, unabhängige Programme zu machen. Je grösser der Einfluss des Werbegeldes ist, desto grösser auch die Gefahr von Interessenkonflikten.

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Voomy, Berlin, Mittwoch, 16.12.2020, 13:38 (vor 1850 Tagen) @ Zico80

Aber eigentlich war eine Beschneidung auch nicht der Vorschlag des CDU Auschusses, sondern eine Abschaffung.

Nichts anderes. Und wenn man es nicht komplett abgeschafft bekommt, möchte man mit der Hilfe des Medienfonds mehr Einfluss auf die Programmgestaltung haben. Das war schon in der Debatte in Sachsen Anhalt so, das ist zumindest in der Politik bei den Gegnern des ÖR der ganze Kern der Kritik. Denen geht es nicht um Beitragszahler, um Erhöhungen oder so etwas - es geht nur darum, dass sie mehr Einfluss darauf haben wollen, wie der ÖR über sie berichtet.

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Zico80, Mittwoch, 16.12.2020, 14:46 (vor 1850 Tagen) @ Voomy

Aber eigentlich war eine Beschneidung auch nicht der Vorschlag des CDU Auschusses, sondern eine Abschaffung.


Nichts anderes. Und wenn man es nicht komplett abgeschafft bekommt, möchte man mit der Hilfe des Medienfonds mehr Einfluss auf die Programmgestaltung haben. Das war schon in der Debatte in Sachsen Anhalt so, das ist zumindest in der Politik bei den Gegnern des ÖR der ganze Kern der Kritik. Denen geht es nicht um Beitragszahler, um Erhöhungen oder so etwas - es geht nur darum, dass sie mehr Einfluss darauf haben wollen, wie der ÖR über sie berichtet.

Absolut. Deswegen hab ich auch (unvollständig) mit aufgelistet, wer in anderen Ländern sich so damit beschäftigt. Da befindet sich die CDU in ziemlich antodemokratischer Geselschaft. Und es wirkt zumindest so, als ob ihr Ziel auch sehr undemorkatisch ist: Entweder wir bestimmen was gesendet wird oder es wird abgeschafft. Eigentlich schon ziemlich starker Tobak und sehr sehr undemokratisch - um nicht zu sagen radikal undemokratisch.

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Voomy, Berlin, Mittwoch, 16.12.2020, 13:10 (vor 1850 Tagen) @ el_ayudante

Ich möchte da einen Beitrag aus der letzten ÖR Debatte von mir selbst reinwerfen, bei dem ich gerade zu faul bin, alles noch einmal zu schreiben:

https://www.bvb-forum.de/index.php?mode=entry&id=2002843

Kurz zusammengefasst: Viele der Änderungen, die von vielen gefordert werden, sind bereits eingeleitet. Weil aber nun einmal eine Menge Leute mitreden und auch in Politik und Wirtschaft viele Leute ein Interesse am derzeitigen Zustand des ÖR haben, gehen diese Änderungen nur sehr langsam voran. Sie sind aber da.

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BoisII, Mittwoch, 16.12.2020, 13:28 (vor 1850 Tagen) @ Voomy

Ich fand deinen Beitrag damals sehr interessant, war aber zu beschäftigt, um darauf zu antworten. Ich paar Punkte, die mir beim ÖR immer wieder durch den Kopf gehen:

- Ein Problem sind ja die Pensionsansprüche. Würde es nicht Sinn machen, diese abzuspalten und abzuschreiben, um zum einen auf einem annehmbareren Level weiter zu machen und auch diese Ausrede wegzunehmen? Wenn man klar sagt, dass dort Fehler passiert sind und es über Steuern bezahlen würde, wäre es außerdem gerechter, da bei Steuern ja das Einkommen etc. berücksichtigt wird.

- Könnte man nicht die Bezahlung z.B. an TV-L anpassen? Es kann doch nicht sein, dass da ein System selbst die eigenen Gehälter festlegen kann. Ein Intendant würde dann eben so viel wie ein Universitätsrektor bekommen. Ich verstehe auch nicht, warum man mit so vielen Freiberuflern arbeiten muss. Oder auch, warum man Produktionen dann nicht selbst macht, sondern bei irgendwelchen "Subunternehmen", sodass man am Ende nicht mal volle Rechte hat, obwohl man es komplett bezahlt hat.

- Exorbitante Summen für "Experten" oder "Starmoderatoren" verstehe ich auch nicht. Ich weiß nicht, wo sowas nötig sein muss. Ich finde im Übrigen auch, dass die prominenten Moderatoren häufiger wechseln müssten. Wäre es für eine pluralistische Meinungsbildung nicht gut, wenn die "prominenten" Talkshows nicht immer nur von den gleichen vier Personen gemacht werden würden? Subjektive Meinung kommt ja immer durch.

- Ein Problem sehe ich außerdem darin, dass man nicht eine ernsthafte Debatte über den Begriff der Grundversorgung im Zeitalter der Streaminganbieter führt. Muss der Begriff heutzutage noch genauso ausgelegt werden, wie damals als das BVG entschieden hat? Ist nicht Unterhaltung mittlerweile so weit verfügbar, dass das jeder nach Belieben für sich selbst gestalten kann? Gleiches gilt für die teuren Sportrechte.

- Die Programmgestaltung finde ich auch sehr bimodal: Es gibt sehr viel für Kinder und dann wieder sehr viel für "ältere" Menschen. Für die 15-45 Jährigen wird meiner Meinung nach extrem wenig geboten. Klar gibt es Dokumentationen etc., aber ich beziehe mich hier eher auf den Unterhaltungspart.

Einfach mal ein paar Punkte in den Raum geworfen.

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Voomy, Berlin, Mittwoch, 16.12.2020, 13:37 (vor 1850 Tagen) @ BoisII

Ich versuche mal nach besten Wissen und Gewissen zu antworten. Dass das alles nur meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke sind ist sicher klar, es gibt bestimmte auch Leute beim ÖR die viele Dinge auf die eine oder andere Weise anders sehen:

- Ein Problem sind ja die Pensionsansprüche. Würde es nicht Sinn machen, diese abzuspalten und abzuschreiben, um zum einen auf einem annehmbareren Level weiter zu machen und auch diese Ausrede wegzunehmen? Wenn man klar sagt, dass dort Fehler passiert sind und es über Steuern bezahlen würde, wäre es außerdem gerechter, da bei Steuern ja das Einkommen etc. berücksichtigt wird.

Da habe ich leider keine Ahnung von - von der ganzen Materie nicht. Ich weiß nicht ob und wie das funktionieren und ob das fair wäre. Allerdings sind die Pensions- und Altersansprüche definitiv ein Problem und liegen auf der ganzen ÖR-Debatte wie ein großer Schleier. 'Irgendwas' sollte in jedem Fall getan werden.

- Könnte man nicht die Bezahlung z.B. an TV-L anpassen? Es kann doch nicht sein, dass da ein System selbst die eigenen Gehälter festlegen kann. Ein Intendant würde dann eben so viel wie ein Universitätsrektor bekommen. Ich verstehe auch nicht, warum man mit so vielen Freiberuflern arbeiten muss. Oder auch, warum man Produktionen dann nicht selbst macht, sondern bei irgendwelchen "Subunternehmen", sodass man am Ende nicht mal volle Rechte hat, obwohl man es komplett bezahlt hat.

Der Umstieg auf die Masse an Freiberuflern war ja eine Konsequenz aus dem Pensions- und Anspruchsdesaster. Du wirst beim ÖR als Freiberufler nicht gut bezahlt, aber solide. Dazu kommt halt die logische Flexibilität, die nur dann zu bezahlen, wenn sie wirklich gebraucht werden. Dazu kommt, dass der ÖR in den vergangenen Jahren einfach sein Spektrum so erweitert hat, dass du immer mehr "Spezialisten" brauchst und weniger festes Personal, das du nur in einem Bruchteil der Szenarien einsetzen kannst. Die Anpassung an TV-L für Festangestellte des ÖR - puh. Ich entscheide ungerne über die Gehälter von anderen Leuten. :)

- Exorbitante Summen für "Experten" oder "Starmoderatoren" verstehe ich auch nicht. Ich weiß nicht, wo sowas nötig sein muss. Ich finde im Übrigen auch, dass die prominenten Moderatoren häufiger wechseln müssten. Wäre es für eine pluralistische Meinungsbildung nicht gut, wenn die "prominenten" Talkshows nicht immer nur von den gleichen vier Personen gemacht werden würden? Subjektive Meinung kommt ja immer durch.

Sicher, das wäre ein mögliches Szenario. Es ist aber schon so, dass man auch beim ÖR auf Zuschauerbindung setzt. Das Gesicht von Wolf Blitzer ist z.B. untrennbar mit CNN verbunden und jeder dort drüben weiß das. Sowas hätte man wohl auch gerne im ÖR. Dazu kommt der Pull-Faktor: Leute, die eine Sendung mit Lanz einschalten, weil Lanz da ist und nicht weil die Sendung für sie interessant klingt. Anne Will gilt als sehr reputabel, sowohl für Gäste als auch Zuschauer. Ich denke es wird eher aus dieser Blickwarte betrachtet.

- Ein Problem sehe ich außerdem darin, dass man nicht eine ernsthafte Debatte über den Begriff der Grundversorgung im Zeitalter der Streaminganbieter führt. Muss der Begriff heutzutage noch genauso ausgelegt werden, wie damals als das BVG entschieden hat? Ist nicht Unterhaltung mittlerweile so weit verfügbar, dass das jeder nach Belieben für sich selbst gestalten kann? Gleiches gilt für die teuren Sportrechte.

Ich denke eine Debatte über Grundversorgung und Rundfunkstaatsvertrag ist in jedem Fall nötig und somit auch eine Anpassung des ÖR auf das 21. Jahrhundert unter dem Eindruck des Internets. Das wird aber mehr von Außen als von Innen verhindert. Die Leute im ÖR würden gerne sehr viel mehr mit den heutigen Möglichkeiten arbeiten als vom Rundfunkstaatsvertrag dazu gezwungen zu werden, bestimmte Formate und Inhalte weiter so zu unterhalten.

- Die Programmgestaltung finde ich auch sehr bimodal: Es gibt sehr viel für Kinder und dann wieder sehr viel für "ältere" Menschen. Für die 15-45 Jährigen wird meiner Meinung nach extrem wenig geboten. Klar gibt es Dokumentationen etc., aber ich beziehe mich hier eher auf den Unterhaltungspart.

Dafür bin ich nicht genug im Marketing. Nach meiner absolut persönlichen Einschätzung hat man es in den letzten Jahren durchaus geschafft, die 15-20 Jährigen mit bspw. FUNK stärker zu binden, es schalten eine Menge der 20-35 Jährigen Sendungen wie Bares für Rares ein. Wie gesagt, da habe ich einen anderen Eindruck, empirisch belegen könnte ich den aber nicht.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

BoisII, Mittwoch, 16.12.2020, 13:49 (vor 1850 Tagen) @ Voomy

Danke für die Antworten! Ich glaube, es ist wichtig und richtig den ÖR zu diskutieren, ohne dass man nur in schwarz und weiß denkt. Es ist ein komplexes Thema mit vielen unterschiedlichen Interessen, sodass ich mich da auch nicht wirklich auskenne...

Die Anpassung an TV-L für Festangestellte des ÖR - puh. Ich entscheide ungerne über die Gehälter von anderen Leuten. :)

Ich weiß nicht, ob der Punkt richtig rüber gekommen ist. Die Leistung anderer zu beurteilen, ist immer schwierig. Ich denke aber, dass überall wo im Prinzip "Zwangsgelder" verteilt werden, in dem Sinne, dass sich jeder ohne Wahl daran beteiligen muss, klare Regeln gelten müssen und auch eine besondere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gegeben ist. Das betrifft dann eben den ÖR, aber auch meiner Meinung nach zum Beispiel den Gesundheitssektor und den öffentlichen Bildungssektor. Das Argument "Wenn wir nicht so viel bezahlen, dann gehen die Leute in die freie Wirtschaft" finde ich hierbei immer ein wenig vorgeschoben. Dann sollen die Leute das halt machen. Es wird auch danach noch genug Leute geben, die es trotzdem gut und gerne machen.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Voomy, Berlin, Mittwoch, 16.12.2020, 13:55 (vor 1850 Tagen) @ BoisII

Achso, ja, den Punkt verstehe ich völlig. Dazu sei gesagt, dass die Bezahlung beim ÖR jetzt auch nicht transparenter ist, als bei den meisten anderen Unternehmen. Man hört da immer wieder irgendwelche Zahlen, bei denen ich mir relativ sicher bin, dass sie nicht stimmen können - weil man sich natürlich auch mal mit den Kollegen darüber austauscht, was sie denn eigentlich monatlich auf das Konto bekommen.

Jan Hofer hat zum Beispiel kürzlich mal dargelegt, wie die Bezahlung für einen Tagesschau-Sprecher aussieht. Das war doch ein gutes Stück weniger, als ich erwartet habe, einfach weil die Tagesschau-Sprecher in der redaktionellen Hierarchie des ÖR schon die Löwen sind. (https://www.merkur.de/leben/geld/jan-hofer-gehalt-ard-tagesschau-sprecher-verdienst-rente-honorar-letzte-sendung-krawatte-zr-90130643.html). Das Beispiel hinkt natürlich wieder, weil ich es so verstehe, dass auch Hofer "nur" ein Freier ist.

Ob man solche Sachen dann auch fair mit einer Bindung an die Tarifverträge abbilden kann oder ob es fairer wäre, sie nach dem Prinzip des öffentlichen Dienst zu bezahlen, weiß ich nicht. Ich weiß nicht, ob ein Medienunternehmen - und nichts anderes sind ARD und ZDF am Ende des Tages - so funktionieren kann.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Zico80, Mittwoch, 16.12.2020, 13:44 (vor 1850 Tagen) @ Voomy

Danke auf jeden Fall für die konstruktiven Beiträge an euch beide, Voomy's alten Post kannte ich auch noch nicht.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Candamir85, Siegen, Mittwoch, 16.12.2020, 12:38 (vor 1850 Tagen) @ Zico80

Da solche Dinge in der aktuellen Corona und Trainerwechselzeit gerne unter den Tisch fallen, hier noch ein interessantes Diskussionsthema. Der CDU- "Bundesfachausschuss für Wirtschaft, Arbeitsplätze und Steuern" schlägt vor: "Langfristig sollten die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten schrittweise privatisiert werden" - "sollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf Aufgaben beschränkt werden, die private Anbieter nicht oder nur unzureichend gewährleisten können«. Also faktisch die Abschaffung der öffentlichen Medien.


Der zweite Vorschlag ist aber durchaus diskussionswürdig. Mir geht es schon etwas gegen den Strich, dass die ÖR beispielsweise Riesensummen für Sportübertragungen auf den Kopf hauen. Es reicht, wenn Eurosport, DAZN und Co übertragen. Die Kernkompetenz der ÖR sollte bei Nachrichten, politischer Bildung oder gut recherchierten Dokus liegen, die private Anbieter aus Kostengründen gar nicht oder nur mit der gewünschten "Färbung" eines Geldgebers produzieren würden.

Auch über eine Verschlankung sollte dringend nachgedacht werden. Damit meine ich nicht die Regionalprogramme. Aber ARD plus ZDF braucht es nicht - es gibt hintendran ja schließlich noch haufenweise Spartensender.


Mit etwas mehr Genügsamkeit würde man der ewigen Debatte auch die Dynamik nehmen. Was mir vierteljährlich abgebucht wird, ist mir definitiv zu viel, wenngleich ich grundsätzlich ein Befürworter der ÖR bin.

Union möchte öffentlichen Rundfunk abschaffen

Zico80, Mittwoch, 16.12.2020, 13:59 (vor 1850 Tagen) @ Candamir85

Da solche Dinge in der aktuellen Corona und Trainerwechselzeit gerne unter den Tisch fallen, hier noch ein interessantes Diskussionsthema. Der CDU- "Bundesfachausschuss für Wirtschaft, Arbeitsplätze und Steuern" schlägt vor: "Langfristig sollten die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten schrittweise privatisiert werden" - "sollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf Aufgaben beschränkt werden, die private Anbieter nicht oder nur unzureichend gewährleisten können«. Also faktisch die Abschaffung der öffentlichen Medien.

Der zweite Vorschlag ist aber durchaus diskussionswürdig. Mir geht es schon etwas gegen den Strich, dass die ÖR beispielsweise Riesensummen für Sportübertragungen auf den Kopf hauen. Es reicht, wenn Eurosport, DAZN und Co übertragen. Die Kernkompetenz der ÖR sollte bei Nachrichten, politischer Bildung oder gut recherchierten Dokus liegen, die private Anbieter aus Kostengründen gar nicht oder nur mit der gewünschten "Färbung" eines Geldgebers produzieren würden.

Das kommt dann darauf an, was man unter Aufgaben versteht, "die die privaten nicht erfüllen können". Für mich hört sich der Vorschlag an wie "ausser Phoenix und Arte kann alles weg", was auch Deiner Definiton nahekommt. Damit würden die öffentlichen aber vermutlich auf die Einschaltqouten von Arte, Phoenix oder NTV beschränkt und würden vermutlich ihre Breitenwirkung verlieren. Und somit auch ihre Aufgabe auch nur noch "unzureichend gewährleisten". Ist aber natürlich nur eine Vermutung.


Auch über eine Verschlankung sollte dringend nachgedacht werden. Damit meine ich nicht die Regionalprogramme. Aber ARD plus ZDF braucht es nicht - es gibt hintendran ja schließlich noch haufenweise Spartensender.

Dabei gibt es das ZDF doch nur weil - verkürzt gesagt- der CDU die ARD zu "links" war. Damals waren sie also offensichtlich für Meinungspluralität und im weitesten Sinne "Diversity".

Ich sehe es aber auch anders als Du, weil ich die Beispiele Österreich und Brasilien vor Augen habe: In Östereich gibt es nur den ORF als grosse öffentlich Rundfunkanstalt (glaube ich). Und der steht sowohl von ÖVP als auch von SPÖ ständig unter Druck und stehen ziemlich allein auf weiter Flur, weil sie sie nun mal mit Ihren Lügen konfrontieren. Hätte Strache auf Ibiza nicht sein wahres Gesicht so perfekt in Szene lassen, würde es wahrscheinlich heute auch in Österreich stärke Versuche geben, das ORF abzuschaffen.

In Brasilien ist es noch krasser. ÖR gibt es nicht und die Folha de Sao Paulo ist die einzige grosse Zeitung, die nicht sehr weit rechts steht, neutral berichtet und dementsprechend heftig (auch physisch) attackiert wird. Von daher finde ich 2 unabhängige ORganisationen gar nicht so doof.


Mit etwas mehr Genügsamkeit würde man der ewigen Debatte auch die Dynamik nehmen. Was mir vierteljährlich abgebucht wird, ist mir definitiv zu viel, wenngleich ich grundsätzlich ein Befürworter der ÖR bin.

Wieviel wärst Du denn freiwillif bereit zu zahlen?

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Ulrich, Mittwoch, 16.12.2020, 12:12 (vor 1850 Tagen) @ Zico80

Im Grunde nehmen diese Leute die Thesen wieder auf, die in den Achtzigern und Neunzigern von Teilen von CDU und CSU vertreten wurden. Damals hießen die Strippenzieher im Hintergrund Kirch und Springer.

Heute aber würden die Profiteure Murdoch und Co. heißen. Und auch die Union würde unter einem deutschen Fox News leiden. Profiteur wäre die AfD. Das ist das eigentlich irre an der Sache.

Mir scheint, es gibt in der Union noch reichlich U-Boote der AfD. Nicht nur in Ostdeutschland. Und man schafft es einfach nicht, diese Leute raus zu setzen.

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