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Offener Brief Ultras GE (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 12.12.2020, 14:09 (vor 1859 Tagen) @ Basti Van Basten

Ihr habt Schalke schlicht und ergreifend nicht verstanden.


Auch wenn ich die Situation der Schalker momentan sehr genieße, finde ich es mal wieder bezeichnend wie sich die Fans selbst sehen. "Ihr habt Schalke nicht verstanden" bedeutet im Umkehrschluss, dass sie es haben. Aber nur die Vorstände und Funktionäre tragen die Schuld an der Situation.

Gar nix haben die Mitglieder, Fans und insbesondere die Ultras, verstanden. Die haben seit 20 Jahren Tönnies und seine Lakaien immer und immer wieder auf Mitgliederversammlungen in ihren Ämtern bestätigt. Jetzt mit dem Finger auf diese Leute zu zeigen ist zu einfach.

Jahrelang haben sie mit Stolz "Wir sind noch ein Verein - die anderen sind nur noch Konzerne" daher palavert ohne wirklich die Möglichkeiten eines Vereins zu nutzen. Sie werfen den Funktionären vor, den Slogan "Wir lieben dich" ohne Bedeutung zu füllen, dabei sind sie es selbst die mit ihrem Abstimmungsverhalten dem "Verein" jegliche Bedeutung genommen und aus ihm einen inhaltsleeren Slogan gemacht haben.

Hier haben nicht nur die Verantwortlichen, sondern insbesondere auch seine Mitglieder versagt und letztere versagen weiter, weil sie nichts anderes machen als einen Schuldigen zu suchen ohne sich aber selbst mal zu hinterfragen.

Vor längerer Zeit habe ich ein Gespräch mit einem mir sehr gut bekannten Anhänger der Blauen geführt, der eine Protestaktion der Mitglieder und Fans gegen den Sponsor gazprom unterstützen wollte. Die Handvoll Initiatoren dieser Protestaktion erhofften sich eine Ablehnung dieses von Gerhard Schröder vermittelten Sponsors, da dieser nicht mit den Werten des Vereins in Einklang stünde.

Die Frustration bei den Initiatoren war groß, weil sich nicht mehr als ein gutes Dutzend Unterstützer fanden, obwohl man in Fanclubs und bei Mitgliedern intensiv für diese Sache geworben hatte. Auch hardcore-Blaue aus der Nordkurve hätten sich sich dahingehend geäußert, dass so ein Sponsor vielleicht nicht schön sei, aber das wichtigste der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Mannschaft sei. Da müsse man nicht immer so genau hinschauen, woher das Geld käme. Besser ein solcher Sponsor, alsdass das Licht ausginge. Außerdem hätte doch mit Schröder ein hochrangiger Politiker den Deal vermittelt. Etc.

Mein Bekannter meinte zu mir, Brecht habe mit seinem Satz, dass zuerst das Fressen und dann die Moral käme, vollkommen richtig gelegen. Und das dies wahrscheinlich im Fußball überall so wäre. Aber er wisse ja, dass ich mir darüber keine Illusionen machen würde. Was stimmt.

Offenbar gibt es nun in der Krise einen Wettlauf darum, wer sich als der bessere Schalker darstellt, Dabei wäre jetzt kritische Selbstreflexion aller Beteiligten notwendig. Aber darauf sollte man bei den Blauen nicht hoffen.


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