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Einschätzung eines Anwalts zu den Klagen (Sonstiges)

guy_incognito, Rhein-Neckar, Mittwoch, 11.11.2020, 09:28 (vor 1886 Tagen) @ Micawber

Gut möglich, dass selbst Trump und seine Gefolgsleute selbst nicht an größere Erfolgschancen dieser teils abstrusen Klagen glauben.

Die denken gar nicht, bzw. Trump hat während seiner gesamten Amtszeit nie wirklich strategisch gedacht. Wieso sollte er jetzt damit anfangen?

Dennoch wird er diese Strategie weiterverfolgen, weil er damit nur gewinnen kann. Denn selbst wenn die Klagen abgeschmettert werden, wird das für ihn und seine Sekte lediglich ein weiteres Indiz dafür sein, dass es eine große Verschwörung des "Establishments" gegen Trump gibt.

Für seine Sekte ist eh alles irrelevant, was an sie herangetragen wird. Aber sollte Trump z.B. vor den Supreme Court ziehen (ich gehe nicht davon aus), würde das in einem ziemlichen Desaster enden, dem vermutlich kürzesten Prozess in dessen Geschichte. Und das bliebe bei einem größeren Teil der Republikaner hängen, damit hätte er nichts mehr, um Leute außerhalb der Blase auf seine Seite zu ziehen (zumindest in Bezug auf Wahlbetrug).

Und der Supreme Court arbeitet dann doch trotz konservativer Mehrheit recht berechenbar und verfassungstreu. Selbst Brett Kavanaugh hat angedeutet, dass er einen Großteil von Obamacare für verfassungskonform hält. Das könnte im Frühjahr ein ziemliches Debakel für die GOP geben.

Zumindest bei großen Teilen der republikanischen Wähler dürfte diese Strategie auch verfangen, es gab z.B. schon eine Umfrage, nach der die große Mehrheit die Wahlen als unfair bzw. manipuliert einstufte.

Das hat sicherlich auch mit dem Zeitpunkt der Umfrage direkt nach der Wahl zu tun. Wenn nun aber reihenweise Klagen in Minutenschnelle von z.T. konservativen Richtern auf Ebene der Bundesstaaten abgeschmettert werden, dürfte das die Wogen recht schnell glätten.

Ich finde die Frage interessanter, wann Mitch McConnell aus seinem Schützengraben kommt. Irgendwann wird er Farbe bekennen müssen, wenn das amtliche Ergebnis steht und alle Klagen abgewiesen wurden.

Und je besser er seine Dolchstoßlegende in die Köpfe der Leute bekommt, desto besser ist seine Verhandlungsposition, wenn es um sein weiteres Schicksal geht. Evtl. wird er dann z.B. für eine friedliche bzw. reguläre Machtübergabe Forderungen, etwa nach Straffreiheit für sich und seinen Clan aufstellen und sich Optionen für die nächste Präsidentenwahl offenhalten, wenn nicht für sich, dann z.B. für Sohn oder Tochter.

Ich will nichts ausschließen. Aber Don Jr. und Eric sind ziemliche Dünnbrettbohrer und Speichellecker des Papas. Der Name Trump allein reicht nicht, um Leute zu ziehen

Ivanka fehlt die notwendige Kriegsrhetorik, auch wenn sie charakterlich ähnlich abstoßend ist. Am ehesten könnte es Jared Kushner machen, aber ich denke nicht, dass er es 2024 versucht.


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