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Ehemalige: Shinjis Vertrag aufgelöst (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 03.10.2020, 14:14 (vor 2205 Tagen) @ bambam191279

Weil Kagawa auch bei Real Saragossa keine Chance mehr hat, wurde der Vertrag aufgelöst.


Ohne mich da weit aus dem Fenster zu lehnen, weiss mn glaub ich immer deutlicher, warum Kloppo den Turnaround nicht mehr schaffen konnte/wollte.

Böse gesagt, die Spieler sind/waren zum großen Teil ans Limit/übers Limit gegangen und "Freunde" "entsorgt" man nicht so leicht.....

Vielleicht war aber dies über Jahre hinweg auch Teil des sportlichen "Problems" nach Kloppo.
Erbhöfe und Dankbarkeit für die Vergangenheit, statt sportlicher Qualität.
Und das meine ich nichtmal böse, sondern eher als Erklärung.

LG

Ein wesentlicher Grund warum Klopp zum BVB gekommen ist, war die Zusage der Clubführung, dass er sein fußballerisches Konzept ohne Bedingungen implementieren durfte. Mit einer Ausnahme: Ein äußerst eng gesteckter finanzieller Rahmen den Kader betreffend.

Man trennte sich zügig von Spielern, die nicht in dieses Konzept passten und verpflichtete dafür neue, die wiederum kostengünstig sein mussten. Das hat deshalb funktioniert, weil die meisten neuen Spieler fußballerisch zwar maximal eher gehobener Bundesligadurchschnitt waren, aber andererseits bestimmte Fähigkeiten mitbrachten, die sie ganz spezifisch für das Kloppsche Konzept geeignet machten. Dies traf auch für die meisten Spieler zu, die man behalten hatte.

In anderen spezifischen Konzepten anderer Trainer oder wenn bei anderen Clubs kompletter fußballerische Fähigkeiten erforderlich waren, funktionierten diese Spieler nach ihren Wechseln nicht oder deutlich weniger. Ein wesentlicher Grund dafür, dass nur sehr wenige BVB-Spieler sich in der Nationalmannschaft durchsetzen konnten; halt die fußballerisch kompletteren.

Nun ist es so, dass kein fußballerisches Konzept für die Ewigkeit geschmiedet ist. Das hat auch Klopp erkannt oder erkennen müssen. Ein Konzept muss adjustiert, angepasst, weiterentwickelt, in Teilen geändert und ergänzt werden. Ein steter Prozess. Klopps Fußball beim BVB musste sich irgendwann mit dem Thema des eigenen Ballbesitzspiels auseinandersetzen. Klopp hat dann vielleicht die eine oder andere adäquate Lösung gefunden, aber für die notwendige qualitative Niveauanhebung des Spiels bei eigenem Ballbesitz gehalten ihm schlicht auch die geeigneten Spieler, die kompletteren Fußballer.

Ich erinnere mich noch gut an unser Spiel bei den Bayern in der Hinrunde der letzten Saison unter Klopp 14/15. Zuvor hat es in etlichen Spielen gehakt, auch weil (neben anderen Problemen) die gegnerischen Teams dem BVB schlicht nicht mehr den Raum für sein Pressing-/Gegenpressingspiel gegeben haben. Sie haben uns den Raum im Mittelfeld nebst Ball schlicht überlassen und dafür die Räume im eigenen Verteidigungsdrittel mit modernen taktischen Mitteln vernagelt haben. Eine Spielweise, die uns auch heute noch (bei einem anderen eigenen spielerisch-taktischen Ansatz) Probleme bereitet.
Die Bayern jedoch traten gewohnt anders auf, wollten dominieren. Was unserer Spielweise voll entgegenkam. Folgerichtig führten wir zur Halbzeit mit 0:1 durch einen schönen Kontertreffer von Reus.

Der entscheidende Faktor für unser Spiel war, dass wir das Spiel der Bayern in seiner Entstehung behindert bzw. empfindlich gestört haben. Klopp hatte Shinji ganz speziell auf Xabi Alonso angesetzt. Das Pressingspiel Shinjis war derart erfolgreich, dass Alonso für das Aufbauspiel der Bayern, für das er eminent wichtig war, fast komplett ausfiel.

Nur hatte Guardiola das natürlich auch mitbekommen und stellte seine Mannschaft entsprechend darauf ein. Alonso zog sich quasi auf eine Liberoposition zurück und Shinji hatte in seinem Raum nichts mehr zu pressen. Stattdessen wurde das Pressing der Borussen sozusagen mehr aus der Tiefe heraus und über außen bzw. einrückende Außenverteidiger umspielt. Das Spiel kippte mehr und mehr, die Chancen der Bayern nahmen zu. Und Klopp hatte dagegen kein Mittel. Entschieden wurde das Spiel am Ende durch die Einwechselung Ribérys. Guardiola hatte Subotic als Schwachpunkt in unserer immer mehr schwimmenden Defensive ausgemacht und Ribéry genau auf ihn angesetzt. Der Ausgang ist bekannt.

Klopp wusste sehr wohl, dass er mit seinem bisherigen Konzept so nicht weitermachen konnte. Aber für die notwendigen Änderungen/Anpassungen/Ergänzungen hätte er andere Spieler benötigt; komplettere Fußballer. Nicht nur einen oder zwei, sondern einige mehr. Was möglicherweise zu Konflikten mit der Clubführung geführt hat.

Bei Liverpool hingegen sieht man, dass Klopp nach der Implementierung seines Konzepts sukzessive dieses quasi gleitend anpasst. Und sich die dafür notwendigen Spieler holt; zuletzt Thiago. Jetzt hat er allerdings auch das dafür notwendige Kleingeld zur Verfügung.

In der ersten Saison unter Tuchel konnte man sehr schön sehen, wie er das bisherige fußballerische Konzept in Teilen beibehalten, aber eben auch teilweise geändert und es adjustiert und ergänzt hat. Nicht von ungefähr konnten wir in einer für die Bayern sehr gut laufenden Saison diesen bis kurz vor Saisonschluss auf den Fersen bleiben. Nach meiner Einschätzung waren wir auf dem richtigen Weg.

Dass dabei der eine oder andere Spieler nicht mehr so gefragt war, weil er einfach mir seinen Fähigkeiten nicht mehr gepasst hat, gehört zu diesem Veränderungsprozess dazu. Schade, das dann ausgerechnet unsere besten Fußballer gegangen sind und nicht adäquat ersetzt werden konnten.

Aber das ist alles passé.

Das heutige Spiel gegen den SC Freiburg ist Gegenwart.

Und ich hoffe auf einen überzeugenden Sieg, auch wenn es schwer werden wird.


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