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Der BVB-Quartalsfinanzbericht 3. Quartal 2019/2020 ist online (BVB)

Jurist81, Freitag, 15.05.2020, 16:24 (vor 2324 Tagen) @ Chappi1991
bearbeitet von Jurist81, Freitag, 15.05.2020, 16:31

Ich würde die Einbußen über den Daumen gepeilt ungefähr bei 7 Millionen in dem Quartal beziffern. Also noch nichts dramatisches.

Weniger Umsatz oder weniger Ertrag? Verglichen mit Q2, Q3 2018/19 oder mit Q3 wie es hypothetisch ohne Corona gelaufen wäre?

Ich bin kein Bilanzenmensch wie Du, aber ich finde hier folgende Aspekte interessant:

1. Weniger Umsatz aus Spielbetrieb in Folge des wegfallenden Heimspiels gegen die Blauen sowie auf Grund des DFB-Pokalauswärtsspiels: Im Vergleich zum Q3 2018/2019 einen um 2,05 Mio EUR geringeren Umsatz. Dieser Wert dürfte so - zumindest zur Hälfte - auch auf Q2 und auf Q3hyp zutreffen, da die Umsätze aus dem Spielbetrieb relativ konstant sein sollten.

2. Weniger Umsatz aus TV-Vermarktung: ca. 2,9 Mio EUR weniger als in Q3 2018/2019. Und das verwirrte mich bei der Ad hoc-Meldung. Das ist ja keine Cash Flow-Betrachtung sondern eine Bilanz. Dieser Aspekt wird aber nun aufgeklärt: Wegen der Suspensierung des Spielbetriebes hat der BVB eine Risikoneubewertung vorgenommen und die Forderung insoweit korrigiert. Man hat offenbar den Betrag angesetzt, den die Liga ausgeschüttet hat ("Die Vermarktungserlöse aus der nationalen TV-Vermarktung verringerten sich, bedingt durch die geringere Ausschüttung durch die DFL").Dies gilt laut Bericht auch für die Sponsoringeinnahmen. Hier befürchtet man Erstattungsansprüche.

Da aber die TV-Einnahmen insgesamt gestiegen sind, dürfte das Defizit im Vergleich zu Q3hyp wohl eher bei 4 bis 4,5 Mio EUR liegen.

3. Obgleich die Werbeeinahmen im Vergleich zum Vorjahresquartal beträchtlich gestiegen sind, hat man hier einerseits das Risiko der Rückerstattung, wenn die Saison abgebrochen wird. Andererseits sieht man bereits jetzt, dass "es schwierig wird, in der kommenden Saison auslaufende Werbeverträge adäquat zu ersetzen." Obwohl man die ggf. die Sponsoringeinnahmen erstatten muss, befinden sich in der Konzernbilanz nur Rückstellungen iHv 848.000 EUR. Das Risiko für die laufende Saison scheint also gering zu sein.

4. Nicht in der Konzernbilanz konnte ich die Ticketrückerstattung finden, ggf. verbirgt diese sich unter "sonstige finanzielle Verbindlichkeiten". Dieser Betrag dürfte sich aber auch erst im Q4 deutlich bermerkbar machen.

5. Die Liquidität ist deutlich niedriger als im vergangenen Jahr. Statt 51 Mio EUR Cash, haben wir am 31.03.2020 nur 18 Mio EUR Cash gehabt. Wie angekündigt gibt uns der Kontokorrentkredit in Höhe von 60 Mio EUR Luft zum atmen. In Ansehung von Rücklagen in Höhe von 260 Mio EUR und trotz Werteinbrücken durch Corona immensen stillen Reserven (immatrielle Vermögenswerte 265 MIO gegenüber Marktwert laut TM 586 Mio EUR - ohne die Verliehenen) sollten wir hier im Bedarfsfall reelativ leicht Fremdkapital aufnehmen können.

6. Im Winter wurden abgegeben: Weigl, Alcacer und Bruun Larsen für die drei hat man (einschließich nachträglicher Transferentgelte- Dembele?) 54,6 Mio EUR eingenommen. Durch die Medien gingen Ablösen in Höhe von 52 Mio Eur für die drei, das dürfte also passen. Da Weigl und Bruun Larsen aber mit je 1 EUR in der Bilanz stehen durften, passt die angegeben Ablöse bei der Verpflichtung von Alcacer nicht, da hier ein Restbuchwert von 22,632 Mio EUR in der Bilanz ausgewiesen wird.

7. Apropos pastst nicht: Im Halbjahresbericht haben wir immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 243,663 Mio Eur. Hiervon haben wir Abgäbgen in Höhe von 22,632 Mio EUR und Abschreibungen in Höhe von 26,56 Mio EUR, macht summa summarum 194,471 Mio EUR Wert vor Zugängen. Im Winter wurden Haaland und Can für kolportierte 45 Mio EUR Ablöse (20 Mio +25 Mio EUR) verpflichtet. Doch statt 239,471 Mio EUR weist die Bilanz immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 265.029 Mio EUR auf. Stecken hier auch Handgelder und Kaufnebenkosten drin? Oder waren die Ablösesummen höher?

Kannst Du ein wenig Licht ins Dunkle bringen, Chappi, oder habe ich da maches falsch bewertet?

Insgesamt sehen die Zahlen recht solide aus. Die Effekte von Corona werden sich aber auf Q4 und das kommende Jahr massiv niederschlagen.

Nachtrag:

Spannend finde ich auch folgende Angabe, versteckt auf Seite 39: Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen und der bestehenden Verhältnisse am Transfermarkt, die sich auf anstehende Abgänge von Trasnferrechten in einer der nächsten Wechselperioden beziehen, wurden langfristige immanterielle Vermögenswerte in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte umgegliedert". Das bedeutet mE zweierlei: Einerseits fehlen in den oben angeführten Vermögenswerten weitere 10,7 Mio EUR. Andererseits klingt das so, als habe man bereits Kaufverträge über Spieler abgeschlossen, oder?


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