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Neuer Vorstoß für zweigleisige 3. Liga (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 19.04.2020, 20:38 (vor 2084 Tagen) @ julianbvb

Möglicherweise wäre eine zweigleisige 3. Liga ein kleiner Schritt hin zu einer Gesundung des gesamten Systems Profifußball in Deutschland.


Kannst du näher erklären, wie du das meinst?

Wenn ich es richtig sehe, dann sind schon einige wesentliche Punkte von den Mitforisten genannt worden. Aber es gibt noch den einen oder anderen schwerwiegenden Punkt mehr.

Der mMn wichtigste Faktor ist das Personalbudget.

Eine eingleisige Dritte Liga hat mehr Leistungsdichte als eine zweigleisige. Was natürlich für jede Liga gilt. Dies war auch der entscheidende Faktor bei der Einführung der eingleisigen Bundesliga 1963, die aus den Clubs mehrerer Oberligen gebildet wurde. Der DFB hatte erkannt, dass man im internationalen Vergleich abfallen würde, wenn man nicht die Leistungsdichte in der Spitze erhöht.

Den Unterbau bildeten dann diverse Regionalligen, die dann wiederum aus demselben Grund zunächst zu einer zwei-, später dann eingleisigen 2. Bundesliga zusammengelegt wurden.

Je dichter das Leistungsniveau ist, desto mehr muss man in Spielergehälter investieren, um wettbewerbsfähige Spieler zu bekommen und zu halten. Die ehemaligen Bundesligaspieler lassen sich auch in der Dritten Liga gut dotieren. Und nicht nur die.

Das Budget der meisten Drittligisten ist arg ‚auf Kante genäht‘. Und viele drücken Schulden, oder wie man heute sagt Verbindlichkeiten. Da werden dann zusätzliche Kosten wie Stadionmiete mitunter zum Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Auch wenn es in den letzten zwei Jahren mehr Fernsehgelder gegeben haben mag, am prinzipiellen ‚Von-der-Hand-in-den-Mund-leben‘ ändert das nichts.


Gefühlt glaub ich nicht, dass Reisekosten wirklich soo ein großer Kostenpunkt für Drittligisten ist.

Es ist für mehr Clubs ein Thema, als man im ersten Moment denkt.

Es ist sicherlich nur ein Punkt von mehreren und vielleicht auch nicht der wesentlichste, aber es ist ein Punkt. Siehe oben. Man muss sich nur einmal in den Ligen darunter umschauen. Ich kenne im Südwesten so einige Clubs, die gar nicht aufsteigen wollen. Und zwar, weil sie die höheren Auflagen des DFB für die höhere Klasse gar nicht stemmen können und die weiteren Fahrten zu Auswärtsspielen dann als weitere Belastung einfach zuviel wird. Und in einer eingleisigen Dritten Liga sind die Fahrtwege nun einmal weiter als in einer z.B. zweigleisigen.

Übrigens ein wichtiges Thema bei der Regionalligareform. In Bayern und im Nordosten gibt es viele kleinere ‚Dorfvereine‘, für die weitere Fahrten aufgrund der höheren Kosten durchaus existenzbedrohend sind.


Was ich verstehe: den Abstieg aus der dritten Liga wollen alle unbedingt vermeiden. Wird man dann in die Regionalligen geworfen, wird es ganz schwer wieder aufzusteigen auf Grund der aktuellen Aufstiegsregelung.


Warum haben Drittligisten es so schwer? Weil sie den Abstieg vermeiden wollen/müssen?

In erster Linie, weil viele ihre Kaderkosten eigentlich gar nicht stemmen können.


Mit einer zweigleisigen dritten Liga wären für viele doch ebenfalls Einschnitte verbunden - wegen sinkender Attraktivität und sinkendem Fernsehgeld pro Verein.

Andererseits würde sich die Kostenseite reduzieren. Und es gäbe vielleicht mehr Derbys, die auch Zuschauer anlocken könnten.


Für absteigende Zweitligisten wäre der Gang in eine zweigleisige 3. Liga finanziell deutlich härter zu verkraften - würde man die Probleme da nicht nur etwas verlagern?

Wäre es nicht das "einfachste", bessere Aufstiegschancen für Regionalligen zu schaffen? zB 4 Regionalligen mit je einem Aufsteiger?

Siehe oben. Höhere Leistungsdichte = höherer Wettbewerb = höhere Kaderkosten = höhere latente Insolvenzgefahr

Grundsätzlich fände ich das System
1x 2. Liga
2x 3. Liga
4x Regionalliga
auch sinnvoll - ich weiß aber nicht, ob so eine Reform die finanziellen Probleme der Drittligisten so löst, wie sie sich das vorstellen. Aktuell bekommt die 3. Liga ja noch so etwas wie Restaufmerksamkeit, weil da wirklich Mannschaften gegeineinander spielen, die der gemeine Fußballfan von früher kennt. Das würde dann vielleicht auch wieder etwas verwässert.

Letztlich müssten die "Traditionsklubs" wohl die Ausgabenseite etwas zusammenstreichen bei ggf. gleichbleibenden Krediten /Stationnutzungsgebühren oder was auch immer man so für Fixkosten hat ^^

Die oft selbst klammen Kommunen werden Fußballclubs nur bedingt mit den Stadionmieten entgegenkommen wollen und können. Siehe Pleitestadt Kaiserslautern und Pleiteclub FCK.

Und an den Spielergehältern sparen würde bedeuten, dass die besten Spieler woanders hinwechseln würden.

Aber es ist schon so, nur bei -allerdings massiver- Kostenreduzierung (vor allem im Kaderbereich) könnten die Clubs einen ‚gesunden‘ Wettbewerb austragen. Aber wer glaubt schon an Konjunktive...


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