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Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris (Fußball und Sport allgemein)

Nummer3, Ort, Montag, 03.02.2020, 20:12 (vor 2159 Tagen)

Seit mittlerweile gut 15 Jahren bin ich jetzt Schiedsrichter in den Kreisligen.
Gut möglich, dass ich den ein oder anderen hier also auch schon einmal gepfiffen habe, bzw. er mich bei einer Spielleitung gesehen hat.

Ich frage mich bei der aktuellen Diskussion: Worüber wird eigentlich diskutiert?

Ich zitiere aus dem Regelheft:

Ein Spieler wird verwarnt bei:
- Protestieren durch Worte oder Handlungen

Im meinem DFBnet stehen pro Saison ca. 40-50 Spielleitungen, macht also im Schnitt allein in den letzten 10 Jahren mindestens 400 Spiele.

Früher habe ich viel durchgehen lassen und oftmals Verständnis gezeigt, Fußball ist ja ein emotionaler Sport, manche Spiele habe ich deswegen aus der Hand gegeben.… Vor einigen Jahren habe ich meinen Pfeifstil geändert, d.h:

Vor dem Spiel teile ich beiden Mannschaften in der Kabine mit, dass meine Entscheidungen auf dem Spielfeld unantastbar sind. Ebenso möchte ich „meine Ruhe“ haben. Was also fällt Spielern ein, ständig zu reklamieren und das Spiel mit abfälligen verbalen Äußerungen und Gesten den Schiedsrichter (mich) und das Spiel zu stören?

Was ist das Ergebnis meiner persönlichen Änderung? Ich habe auch bei „kritischen“ Spielen in der Regel Ruhe. Das erste Meckern wird konsequent geahndet. Es funktioniert also. In den letzten Jahren habe ich in Erinnerung, dass maximal 2-3 Spieler deshalb mit Gelb-Rot (Meckern/Meckern) geflogen sind.


Was geht in den Köpfen mancher Leute vor, einen neutralen Schiedsrichter wegen einer Entscheidung anzuschreien etc.?


Wieso funktioniert das in vielen anderen Sportarten, aber nicht beim Fußball?

Und: Es kann für den Amateurfußball nur von Vorteil sein, wenn es in den oberen „Fernseh“ligen auf die Agenda kommt und genauso geahndet wird, eben mit Gelb- und Gelb-Rot.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

flaschenkind, Saarlouis, Dienstag, 04.02.2020, 14:21 (vor 2158 Tagen) @ Nummer3

danke für den bericht.

mich nervt das schauspielern, ball blockieren und reklamieren beim fussball auch.

bezeichnender weise wird ein spieler, der so vorgeht oft als "er ist mit allen wassern gewaschen", "er lebt fussball", "er wollte den sieg mehr" kommentiert. der bvb unter klopp und auch danach wurde oft für seine faire(re) spielweise kritisiert (auch hier im forum: "zu brav", "die lassen sich doch abkochen".

zu allem unglück nehmen sich die kleinsten den fussballprofi zum vorbild. so wird schon ab der f-jugend alles fleissig nachgemacht (oft selbst gesehen in den letzten 20 jahren).

beim handball, football oder eishockey, in dem spieler noch viel mehr aufeinander prallen geht es ja auch. was gepfiffen wird gilt. wer protestiert ist unten durch. kriegt zeitstrafe, technisches foul, spielstrafr etc. eine wohltat.

ich würde mich freuen, wenn man in der bundesliga konsequent dagegen vorgeht. dafür müsste sich aber auch die wahrnehmung ändern. solange z.b. ein lothar rumjammert, dass die gelb-rote arte wegen meckerns nicht das ist, was der zuschauer sehn will (wel er es nicht anders kennt), ändert sich nix. und vermutlich ändert sich auch nix. es hat sich praktisch eingebürgert.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

Daniel09, Dienstag, 04.02.2020, 12:22 (vor 2158 Tagen) @ Nummer3

Seit mittlerweile gut 15 Jahren bin ich jetzt Schiedsrichter in den Kreisligen.
Gut möglich, dass ich den ein oder anderen hier also auch schon einmal gepfiffen habe, bzw. er mich bei einer Spielleitung gesehen hat.

Ich frage mich bei der aktuellen Diskussion: Worüber wird eigentlich diskutiert?

Ich zitiere aus dem Regelheft:

Ein Spieler wird verwarnt bei:
- Protestieren durch Worte oder Handlungen

Im meinem DFBnet stehen pro Saison ca. 40-50 Spielleitungen, macht also im Schnitt allein in den letzten 10 Jahren mindestens 400 Spiele.

Früher habe ich viel durchgehen lassen und oftmals Verständnis gezeigt, Fußball ist ja ein emotionaler Sport, manche Spiele habe ich deswegen aus der Hand gegeben.… Vor einigen Jahren habe ich meinen Pfeifstil geändert, d.h:

Vor dem Spiel teile ich beiden Mannschaften in der Kabine mit, dass meine Entscheidungen auf dem Spielfeld unantastbar sind. Ebenso möchte ich „meine Ruhe“ haben. Was also fällt Spielern ein, ständig zu reklamieren und das Spiel mit abfälligen verbalen Äußerungen und Gesten den Schiedsrichter (mich) und das Spiel zu stören?

Was ist das Ergebnis meiner persönlichen Änderung? Ich habe auch bei „kritischen“ Spielen in der Regel Ruhe. Das erste Meckern wird konsequent geahndet. Es funktioniert also. In den letzten Jahren habe ich in Erinnerung, dass maximal 2-3 Spieler deshalb mit Gelb-Rot (Meckern/Meckern) geflogen sind.


Was geht in den Köpfen mancher Leute vor, einen neutralen Schiedsrichter wegen einer Entscheidung anzuschreien etc.?


Wieso funktioniert das in vielen anderen Sportarten, aber nicht beim Fußball?

Und: Es kann für den Amateurfußball nur von Vorteil sein, wenn es in den oberen „Fernseh“ligen auf die Agenda kommt und genauso geahndet wird, eben mit Gelb- und Gelb-Rot.

Danke für diesen ausführlichen Bericht. Ich bin seit fast 6 Jahren Jugendtrainer. Nur C-Jugend sicherlich ist man auch als Trainer mal mit einer Entscheidung einverstanden und ich wurde auch schon mal vom Schiri ermahnt weil ich mich so über eine Situation geärgert habe. Aber ich würde niemals einen Schiedsrichter in irgendeiner Form angehen. Entsprechend bin ich auch noch nie vom Platz geflogen oder habe gelb bekommen. Wichtig ist dass man sich nach dem Spiel die Hand schüttel kann und dabei auch in die Augen sehen kann. Ich hab in diesen 6 Jahren aber auch andere Dinge erlebt und gesehen, sei es von Eltern oder von anderen Trainern. Aber auch von Schiedsrichtern.

Es ging von Unbespielbarkeit des Platzes (Kunstrasen war gefroren und wir hätten darauf Eishockey spielen können) der Schiri wollte aber das Spiel über die Bühne bringen. Bis hin zu Schiedsrichtern die sich aufgeführte haben wie sonst wer. Kleine Anekdote. Kreisliga A Schiri steht im Stau und dadurch musste das Spiel 30 Minuten später angepfiffen werden. Der Junge wurde von seinen Eltern gebracht, tippe mal kaum älter als die Spieler auf dem Platz. Dass erste was kam war der Platz ist scheiße er würde das vermerken. Das zweite war, wir müssen hier schnell fertig werden, er wolle schließlich noch Bayern gucken. (Wohl gemerkt normaler Anpfiff ist 14:45 und ein C Jugend Spiel dauert 70 Minuten). Gepfiffen hat er dann als ob er die REgeln nicht kennen würde. Es war ein Graus. Und sowas ist leider auch dem Umstand geschuldet, dass keiner mehr Schiri sein will.

Entsprechend gibt es bei uns erst ab der C-Jugend angesetzte Schiris aber auch nur in der KLA. KLB und KLC muss der Gast pfeifen, was man da so erlebt macht es nicht besser. Interessant war es dann als wir mal ein Testspiel bei uns gegen eine Mannschaft aus Niedersachsen hatten (Anmerkung bei uns gibt es im Fußballkreis keine angesetzten für Testspiele in der CJugend) Ich war davon ausgegangen dass die Mannschaft als Gast pfeift. Er war aber alleine, weil er davon ausgegangen war, dass es einen Schiri gibt. Denn bei denen gibt es schon ab der D-Jugend auch bei Testspielen angesetzte Schiris.

Es trägt viel dazu bei, dass keiner pfeifen will und oft gibt es aber auch Schiris, die es leider nicht können oder falsch angehen.

Zum Thema E-Jugend aus dem anderen Post. Dort gibt es ja mittlerweile die FairPlay Regeln. Ob dass die Lösung ist ich weiß es nicht.

Es muss erst einmal dafür gesorgt werden, dass die Regeln konsequent umgesetzt werden. Ich sag nur auch in der Bundesliga falscher Einwurf und 6 Sekunden Regel.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

bobschulz, MS, Dienstag, 04.02.2020, 13:07 (vor 2158 Tagen) @ Daniel09

Seit mittlerweile gut 15 Jahren bin ich jetzt Schiedsrichter in den Kreisligen.
Gut möglich, dass ich den ein oder anderen hier also auch schon einmal gepfiffen habe, bzw. er mich bei einer Spielleitung gesehen hat.

Ich frage mich bei der aktuellen Diskussion: Worüber wird eigentlich diskutiert?

Ich zitiere aus dem Regelheft:

Ein Spieler wird verwarnt bei:
- Protestieren durch Worte oder Handlungen

Im meinem DFBnet stehen pro Saison ca. 40-50 Spielleitungen, macht also im Schnitt allein in den letzten 10 Jahren mindestens 400 Spiele.

Früher habe ich viel durchgehen lassen und oftmals Verständnis gezeigt, Fußball ist ja ein emotionaler Sport, manche Spiele habe ich deswegen aus der Hand gegeben.… Vor einigen Jahren habe ich meinen Pfeifstil geändert, d.h:

Vor dem Spiel teile ich beiden Mannschaften in der Kabine mit, dass meine Entscheidungen auf dem Spielfeld unantastbar sind. Ebenso möchte ich „meine Ruhe“ haben. Was also fällt Spielern ein, ständig zu reklamieren und das Spiel mit abfälligen verbalen Äußerungen und Gesten den Schiedsrichter (mich) und das Spiel zu stören?

Was ist das Ergebnis meiner persönlichen Änderung? Ich habe auch bei „kritischen“ Spielen in der Regel Ruhe. Das erste Meckern wird konsequent geahndet. Es funktioniert also. In den letzten Jahren habe ich in Erinnerung, dass maximal 2-3 Spieler deshalb mit Gelb-Rot (Meckern/Meckern) geflogen sind.


Was geht in den Köpfen mancher Leute vor, einen neutralen Schiedsrichter wegen einer Entscheidung anzuschreien etc.?


Wieso funktioniert das in vielen anderen Sportarten, aber nicht beim Fußball?

Und: Es kann für den Amateurfußball nur von Vorteil sein, wenn es in den oberen „Fernseh“ligen auf die Agenda kommt und genauso geahndet wird, eben mit Gelb- und Gelb-Rot.


Danke für diesen ausführlichen Bericht. Ich bin seit fast 6 Jahren Jugendtrainer. Nur C-Jugend sicherlich ist man auch als Trainer mal mit einer Entscheidung einverstanden und ich wurde auch schon mal vom Schiri ermahnt weil ich mich so über eine Situation geärgert habe. Aber ich würde niemals einen Schiedsrichter in irgendeiner Form angehen. Entsprechend bin ich auch noch nie vom Platz geflogen oder habe gelb bekommen. Wichtig ist dass man sich nach dem Spiel die Hand schüttel kann und dabei auch in die Augen sehen kann. Ich hab in diesen 6 Jahren aber auch andere Dinge erlebt und gesehen, sei es von Eltern oder von anderen Trainern. Aber auch von Schiedsrichtern.

Es ging von Unbespielbarkeit des Platzes (Kunstrasen war gefroren und wir hätten darauf Eishockey spielen können) der Schiri wollte aber das Spiel über die Bühne bringen. Bis hin zu Schiedsrichtern die sich aufgeführte haben wie sonst wer. Kleine Anekdote. Kreisliga A Schiri steht im Stau und dadurch musste das Spiel 30 Minuten später angepfiffen werden. Der Junge wurde von seinen Eltern gebracht, tippe mal kaum älter als die Spieler auf dem Platz. Dass erste was kam war der Platz ist scheiße er würde das vermerken. Das zweite war, wir müssen hier schnell fertig werden, er wolle schließlich noch Bayern gucken. (Wohl gemerkt normaler Anpfiff ist 14:45 und ein C Jugend Spiel dauert 70 Minuten). Gepfiffen hat er dann als ob er die REgeln nicht kennen würde. Es war ein Graus. Und sowas ist leider auch dem Umstand geschuldet, dass keiner mehr Schiri sein will.

Entsprechend gibt es bei uns erst ab der C-Jugend angesetzte Schiris aber auch nur in der KLA. KLB und KLC muss der Gast pfeifen, was man da so erlebt macht es nicht besser. Interessant war es dann als wir mal ein Testspiel bei uns gegen eine Mannschaft aus Niedersachsen hatten (Anmerkung bei uns gibt es im Fußballkreis keine angesetzten für Testspiele in der CJugend) Ich war davon ausgegangen dass die Mannschaft als Gast pfeift. Er war aber alleine, weil er davon ausgegangen war, dass es einen Schiri gibt. Denn bei denen gibt es schon ab der D-Jugend auch bei Testspielen angesetzte Schiris.

Es trägt viel dazu bei, dass keiner pfeifen will und oft gibt es aber auch Schiris, die es leider nicht können oder falsch angehen.

Zum Thema E-Jugend aus dem anderen Post. Dort gibt es ja mittlerweile die FairPlay Regeln. Ob dass die Lösung ist ich weiß es nicht.


Das sogenannte Fairplay führt zu nichts! Stille Seitenlinie schon eher! (Die Eltern bleiben vom Feld, nur Trainer und ein Betreuer sind auf dem Rasen; bei U9 ja nur das halbe Feld)
Die Kids gewöhnen sich nicht daran, dass einer entscheidet und die dreistere Mannschaft schießt den Ball aus und nimmt ihn sich.
Mit einigen Teams läuft das gut- man spricht den Trainer der anderen an und jeder guckt auf einer Spielfeldseite nach "Aus"- aber bei anderen Teams so eher naja. Als positives Beispiel seien hier mal die Mädels genannt, die durfte ich Samstag morgens im November pfeifen, da ein SR ausgefallen war und ich gerade im Trainerlehrgang die Basisregeln gelernt hatte. Gab keine Proteste und hinterher n Danke von den Mädels und den Trainern.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

todesbrei, Copitz, Dienstag, 04.02.2020, 13:33 (vor 2158 Tagen) @ bobschulz

Die Fair Play Regelung hat schon einiges bewirkt.

Final ist dann aber wirklich die "Stille Linie" heist die Eltern müssen dem Platz fern bleiben (wie Bobschulz auch schreibt)das final richtige Werkzeug. Es ist der helle wahnsinn wieviel eltern in ihren Kindern schon den kommenden Messi sehen und auch sehr begabt im Pübeln sind.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

Daniel09, Mittwoch, 05.02.2020, 09:14 (vor 2157 Tagen) @ todesbrei

Die Fair Play Regelung hat schon einiges bewirkt.

Final ist dann aber wirklich die "Stille Linie" heist die Eltern müssen dem Platz fern bleiben (wie Bobschulz auch schreibt)das final richtige Werkzeug. Es ist der helle wahnsinn wieviel eltern in ihren Kindern schon den kommenden Messi sehen und auch sehr begabt im Pübeln sind.

Ich weiß ja nicht ob das von Kreis zu Kreis anders ist. Aber bei uns ist es so in der Fairplay Liga dass die Trainer gemeinsam das Spiel leiten aus einer ich nenne es mal choaching zone und dass die Eltern weiter Abseits stehen muss und nicht direk am Rand.

Klar hast du immer mal wieder schwarze Schafe aber im großen und gnazen läuft das gut.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

todesbrei, Copitz, Dienstag, 04.02.2020, 12:09 (vor 2158 Tagen) @ Nummer3

Mich stört diese rudelbildung von diversen Wiederholungstätern auch immens muss ich sagen, bringt mich jeden Spieltag auf 180.

Nun muss ich aber gestehen das mir eben genau bei dieser Diskussion in unserer Kreisligamannschaft genau das gleiche Verhalten attestiert wurde. Meine Frau, sodenn sie mal zuschaut, meint auch das ich auf dem Platz eben genau jemand anders wäre.

Emotionen ? Dummheit ? Ich kann es euch gar nicht sagen, aber auf dem Platz ist halt auf dem Platz. Irgendwie eine andere Welt.

Wobei ich eher jemand bin der in die Konfrontation mit den Gegenspielern tritt, da kann aber eben auch mal der Schiri in den Weg kommen.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Weltschiris

bobschulz, MS, Dienstag, 04.02.2020, 08:48 (vor 2158 Tagen) @ Nummer3

Seit mittlerweile gut 15 Jahren bin ich jetzt Schiedsrichter in den Kreisligen.
Gut möglich, dass ich den ein oder anderen hier also auch schon einmal gepfiffen habe, bzw. er mich bei einer Spielleitung gesehen hat.

Ich frage mich bei der aktuellen Diskussion: Worüber wird eigentlich diskutiert?

Ich zitiere aus dem Regelheft:

Ein Spieler wird verwarnt bei:
- Protestieren durch Worte oder Handlungen

Im meinem DFBnet stehen pro Saison ca. 40-50 Spielleitungen, macht also im Schnitt allein in den letzten 10 Jahren mindestens 400 Spiele.

Früher habe ich viel durchgehen lassen und oftmals Verständnis gezeigt, Fußball ist ja ein emotionaler Sport, manche Spiele habe ich deswegen aus der Hand gegeben.… Vor einigen Jahren habe ich meinen Pfeifstil geändert, d.h:

Vor dem Spiel teile ich beiden Mannschaften in der Kabine mit, dass meine Entscheidungen auf dem Spielfeld unantastbar sind. Ebenso möchte ich „meine Ruhe“ haben. Was also fällt Spielern ein, ständig zu reklamieren und das Spiel mit abfälligen verbalen Äußerungen und Gesten den Schiedsrichter (mich) und das Spiel zu stören?

Was ist das Ergebnis meiner persönlichen Änderung? Ich habe auch bei „kritischen“ Spielen in der Regel Ruhe. Das erste Meckern wird konsequent geahndet. Es funktioniert also. In den letzten Jahren habe ich in Erinnerung, dass maximal 2-3 Spieler deshalb mit Gelb-Rot (Meckern/Meckern) geflogen sind.


Was geht in den Köpfen mancher Leute vor, einen neutralen Schiedsrichter wegen einer Entscheidung anzuschreien etc.?


Wieso funktioniert das in vielen anderen Sportarten, aber nicht beim Fußball?

Und: Es kann für den Amateurfußball nur von Vorteil sein, wenn es in den oberen „Fernseh“ligen auf die Agenda kommt und genauso geahndet wird, eben mit Gelb- und Gelb-Rot.

https://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/2002/Artikel/schiedsrichter-urgestein-urs-meier-im-interview-verdammt-nochmal-denkt-ihr-ich-bin-ein-idiot-i...

Urs Meier findet die g/r Karte im Kontext des Spiels über. Begründung liefert er mit. Grundsätzlich fordert er aber mehr Respekt für SR und deren Entscheidungen.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Weltschiris

pactum Trotmundense, Syburg, Dienstag, 04.02.2020, 11:54 (vor 2158 Tagen) @ bobschulz

Urs Meier findet die g/r Karte im Kontext des Spiels über. Begründung liefert er mit. Grundsätzlich fordert er aber mehr Respekt für SR und deren Entscheidungen.

Die Begründung "Kunstwerk" war so mit das dämlichste, was ich je gehört habe. Es ist der Spieler, der mit seinen Aktionen das "Kunstwerk" zerstört. Zumal so ein ständiger Meckerkopp Unruhe in ein Spiel bringt, weil er Zuschauer und Mitspieler aufwiegelt. Von einem Mann wie ihm verwundert mich die Aussage doch sehr. Der weitaus wichtigere Punkt war, was er am Ende anspricht. Wie konnten es Schiris so weit kommen lassen, dass sie sich permanent rechtfertigen und noch dazu, dass jemand anderes als der Spielführer einer Mannschaft das Wort an ihn richtet? Die Schiris haben ihre Autorität selbst untergraben mit ihrem "Lasst uns über alles reden"-Sozialarbeiter-Geschmuse.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

kerpe78, Emsland, Montag, 03.02.2020, 22:24 (vor 2159 Tagen) @ Nummer3

Mir geht das Reklamieren auch auf den Sack. Jetzt berichte ich aber mal vom Machtmissbrauch der Schiris. Es gibt ein Landkreis in denen sich die Schiris auf den Schiedsrichtertagungen damit brüsten, wieviel Spieler die vom Platz geschmissen haben. Desweiteren wurden in diesem Kreis auch schon öfter Dinge von Schiris in Spielberichten eingetragen, die so nicht stattgefunden haben, Folge waren natürlich höhere Sperren. Dann wurden Vereine vom Spielausschuß in Verbindung mit dem Schiedsrichterausschuß mit Punktabzügen bestraft, wenn die Vereine nicht genügend Schiris gestellt haben. Dies ohne Absprache mit dem NfV. Der hat es natürlich umgehend gestoppt. Sicher hat das Reklamieren Überhand genommen, dass Fehlverhalten der Schiris aber auch. Es läuft nicht nur in eine Richtung schief.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

pactum Trotmundense, Syburg, Dienstag, 04.02.2020, 11:57 (vor 2158 Tagen) @ kerpe78

Das, was du da beschreibst, ist für mich das Schlimmste, was einem Sport passieren kann. Solche Schiris gehören aus dem Sport entfernt. Wenn es einen Fußballkreis gibt, wo Schiris so drauf sind, muss der Verband einschreiten. Aber auch kein gutes Zeugnis für die Vereine, wenn sie solche Leute Schiedsrichter werden lassen.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

Smeller, Dortmund, Montag, 03.02.2020, 21:38 (vor 2159 Tagen) @ Nummer3

Wieso funktioniert das in vielen anderen Sportarten, aber nicht beim Fußball?

Das ist eine reine Erziehungssache. Im Fußball wurde soetwas einfach zu lange geduldet, während bei anderen Sportarten die Spieler erzogen wurden. Ein Kollege von mir hat Fußball und Handball gespielt. Beim Handball hat er nicht mal das Wort gegen den Schiedsrichter erhoben, beim Fußball hat er gemeckert wie ein Rohrspatz. Warum? Weil es beim Handball sofort bestraft wird und beim Fußball nicht, öfter als nicht das ganze Spiel lang.

Und: Es kann für den Amateurfußball nur von Vorteil sein, wenn es in den oberen „Fernseh“ligen auf die Agenda kommt und genauso geahndet wird, eben mit Gelb- und Gelb-Rot.

Das ist richtig, wenn diese Reklamationen nicht willkürlich geahndet werden. Nehmen wir das Spiel vom Samstagabend zwischen den Ponys und den Dosen. Als Schiedsrichter hier gelb/rot zu zeigen finde ich korrekt, wenn man die Szene isoliert betrachtet. Wenn man jetzt aber das gesamte Spiel sieht und mitbekommt, dass Spieler der Dosen selbst fürs gelb fordern und auf den Schiedsrichter zustürmen nichts bekommen, wirkt die Regelauslegung genauso willkürlich wie persönliche Strafen bei Fouls. Der Schiedsrichter hat 60 Minuten vergessen, dass er Karten dabei hat, und auf einmal ist jeder regelwidrige Zweikampf gelb, egal ob es das 5 Foul oder das erste Foul eines Spielers war.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

lothar.e, Dienstag, 04.02.2020, 12:00 (vor 2158 Tagen) @ Smeller

Genauso habe ich es auch gesehen. Wo ist die Verhältnismäßkeit gewesen. Alle taktischen Fouls ,vor allem der Leipziger, wurden nicht konsequent mit Gelb geahndet. Dazu die oft falschen Foulbewertungen von Stieler. Oder die unterschiedlichen Auslegungen der Foulspielregel, die eigentlich klar beschrieben ist, von verschiedenen Schiedsrichtern. Gräfe, den ich grundsätzlich mag, weil er sich am wenigsten von der Tatsache leiten läßt, welche Vereine gerade gegeneinander spielen, läßt viel zu viele Tacklings durchgehen, die von der Regel nicht gedeckt sind. Attacken ohne Chance auf den Ball zum Beispiel. Es ist wirklich schade, dass dies im Zusammenhang mit der isoliert betrachtet richtigen Entscheidung gegen Plea nicht tiefer diskutiert wurde. Konsequenz bei Meckern, Ballwegschießen, auf Schiedsrichter oder Spieler „losgehen“ absolut super. Aber wo bleibt die bei Foulspiel, insbesondere taktischem? Bei Fouls im Strafraum, die immer noch viel zu oft anders bewertet werten, als im Mittfeld etc.? So gesehen, bin ich dann auch bei allen, die sagen, die gelbrote gegen Plea war nicht verhältnismäßig im Sinne des Spiels.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

dozer, Dienstag, 04.02.2020, 09:42 (vor 2158 Tagen) @ Smeller

Ein Schiedsrichter muss sich nicht alles gefallen lassen und reklamieren und Schiedsrichter angehen darf auch gerne bestraft werden. Aber das wie hat in meinen Augen für die gelb/rote gesorgt. Das Spiel wurde hektischer und wenn in der Situation der Schiri auf den Spieler zugegangen wäre und ihm die Konsequenz seiner Reklamiererei zunächst verbal und dann mit der gelben verdeutlicht hätte, wäre die gelb/rote nie entstanden und das Spiel auch nicht so ausgeartet.

Deutsche Schiedsrichter wirken arrogant und eingeschnappt und sorgen mi ihrem Auftreten für Eskalation, statt Deeskalation.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

Talentförderer, Dortmund, Dienstag, 04.02.2020, 12:02 (vor 2158 Tagen) @ dozer

Arrogant ist es bei jeder Entscheidung rumzujammern und zu glauben der Schiri knickt vor Ehrfurcht ein. Selbst bei klarsten Fouls meinen Fußballer noch sie wären unschuldig. Wie dumm kann man sein?

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

pactum Trotmundense, Syburg, Dienstag, 04.02.2020, 11:49 (vor 2158 Tagen) @ dozer

Ein Schiedsrichter muss sich nicht alles gefallen lassen und reklamieren und Schiedsrichter angehen darf auch gerne bestraft werden. Aber das wie hat in meinen Augen für die gelb/rote gesorgt. Das Spiel wurde hektischer und wenn in der Situation der Schiri auf den Spieler zugegangen wäre und ihm die Konsequenz seiner Reklamiererei zunächst verbal und dann mit der gelben verdeutlicht hätte, wäre die gelb/rote nie entstanden und das Spiel auch nicht so ausgeartet.

Deutsche Schiedsrichter wirken arrogant und eingeschnappt und sorgen mi ihrem Auftreten für Eskalation, statt Deeskalation.

Arrogant sind die Spieler, die ernsthaft glauben ein Schiedsrichter wäre ihnen Rechenschaft schuldig und hätte eine Entscheidung zu erklären. Kein Schiri pfeift auf Verdacht. Keiner. Hat man ein Foulspiel gesehen, pfeift man es. Ist der Ball im Aus, pfeift man.

Vor allen Dingen: wie dumm sind die eigentlich? Hat schon einmal jemand die Erfahrung gemacht, dass ein Schiri seine Entscheidung ändert, weil irgendein Spieler auf ihn zu rennt und wild gestikulierend und mit teilweise nicht netten Worten im Mund? Kein Schiri ist unfehlbar. Klar gibt es falsche Entscheidungen. Aber wenn der Spieler keinen Fehler machen würde, gäbe es für den Schiri nichts zu tun.

Sorry, aber der Charakter eines Spielers zeigt sich im Umgang mit dem Schiedsrichter. Plea mag außerhalb des Spielfeldes vielleicht der geilste Typ auf Erden sein. Auf dem Feld hat er sich, nicht nur in dem Spiel, wie eine Charaktersau verhalten. Zumal keiner mitgekriegt hat was vielleicht auch vor und zwischen den Karten schon alles war. Vieles läuft während des Spiels auch durch Ermahnungen, die zugerufen werden.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

simie, Krefeld, Dienstag, 04.02.2020, 12:15 (vor 2158 Tagen) @ pactum Trotmundense

Die meisten sehen das Problem ja auch nicht in der Bestrafung von Plea, sondern darin, dass es jetzt einmal geschehen ist, dies jedoch nicht einmal in dem Spiel konsequent durchgezogen wurde. Geschweige denn in anderen Spielen.
Und teilweise wird solch ein Verhalten ja auch sogar gefördert, wenn Schiedsrichter den fehlenden Protest von Spielern als Bestätigung sehen, dass die Entscheidung richtig ist (" Ihre Spieler protestieren ja gar nicht" gesagt zu Klopp, mir ist leider das Spiel und der Schiedsrichter nicht mehr in Erinnerung).
Oder wenn man sich die Bayern anschaut, die dieses Mittel des ständigen Reklamierens strategisch seit Jahren einsetzen und davon auch profitieren.
Aber Mal schauen, vielleicht wird das in Zukunft ja tatsächlich flächendeckend unterbunden.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

Ausputzer, Düsseldorf, Dienstag, 04.02.2020, 15:31 (vor 2158 Tagen) @ simie

Und teilweise wird solch ein Verhalten ja auch sogar gefördert, wenn Schiedsrichter den fehlenden Protest von Spielern als Bestätigung sehen, dass die Entscheidung richtig ist (" Ihre Spieler protestieren ja gar nicht" gesagt zu Klopp, mir ist leider das Spiel und der Schiedsrichter nicht mehr in Erinnerung).
Oder wenn man sich die Bayern anschaut, die dieses Mittel des ständigen Reklamierens strategisch seit Jahren einsetzen und davon auch profitieren.

Ersteres ist mir auch in Erinnerung - bei letzterem stimme ich Dir uneingeschränkt zu. Das passt auch zu der Aussage/Frage vor Deinem Eintrag von pactum Trotmundense warum die das machen und ob je ein Schiedsrichter eine Entscheidung zurückgenommen hätte. Es geht ja gar nicht um die konkrete Situation, sondern darum die nächsten Pfiffe zu beeinflussen, bei Schiedsrichtern Unsicherheit aufkommen zu lassen und im Zweifel halt für den Meckerkopp/die Meckermannschaft (also die Bayern) zu entscheiden.

Aber Mal schauen, vielleicht wird das in Zukunft ja tatsächlich flächendeckend unterbunden.

Ich Deutschland bin ich da sehr skeptisch und befürchte eher ein Strohfeuer. Schön wär's, wenn ich mich irre.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

pactum Trotmundense, Syburg, Dienstag, 04.02.2020, 18:36 (vor 2158 Tagen) @ Ausputzer

Ersteres ist mir auch in Erinnerung - bei letzterem stimme ich Dir uneingeschränkt zu. Das passt auch zu der Aussage/Frage vor Deinem Eintrag von pactum Trotmundense warum die das machen und ob je ein Schiedsrichter eine Entscheidung zurückgenommen hätte. Es geht ja gar nicht um die konkrete Situation, sondern darum die nächsten Pfiffe zu beeinflussen, bei Schiedsrichtern Unsicherheit aufkommen zu lassen und im Zweifel halt für den Meckerkopp/die Meckermannschaft (also die Bayern) zu entscheiden.

Psychologisch betrachtet eine sehr naive Einstellung von den Spielern. Ein Schiedsrichter ist natürlich ein Mensch und wird auch von Emotionen gesteuert, wenn er auch versucht sie aus Gründen den Unparteilichkeit zu unterdrücken. Keiner wird gerne angemeckert. Das führt eher dazu, dass man diese Menschen gleich weniger leiden kann und auch gerne bereit ist bei denen ganz besonders korrekt zu sein.

Ich habe mich damals als Schiedsrichter manches Mal nach dem Spiel über mich geärgert, weil ich beim Nachdenken über das Spiel oftmals gemerkt habe wie sehr ich eine Mannschaft benachteiligt habe, nur weil sie unsympathisch war. Diesen Effekt habe ich damals auch von anderen Schiedsrichtern gehört. Man ist viel eher bereit ein Foul gegen so eine Mannschaft als weniger hart zu empfinden oder ein knappes Abseits als kein Abseits zu sehen, einen Strafstoß zu verweigern, etc. Man macht das in dem Moment nicht bewusst. Dafür steht man auf dem Feld auch viel zu sehr unter Strom.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

Flankengott ⌂ @, Dortmund, Dienstag, 04.02.2020, 12:55 (vor 2158 Tagen) @ simie

Die meisten sehen das Problem ja auch nicht in der Bestrafung von Plea, sondern darin, dass es jetzt einmal geschehen ist, dies jedoch nicht einmal in dem Spiel konsequent durchgezogen wurde. Geschweige denn in anderen Spielen.
Und teilweise wird solch ein Verhalten ja auch sogar gefördert, wenn Schiedsrichter den fehlenden Protest von Spielern als Bestätigung sehen, dass die Entscheidung richtig ist (" Ihre Spieler protestieren ja gar nicht" gesagt zu Klopp, mir ist leider das Spiel und der Schiedsrichter nicht mehr in Erinnerung).
Oder wenn man sich die Bayern anschaut, die dieses Mittel des ständigen Reklamierens strategisch seit Jahren einsetzen und davon auch profitieren.
Aber Mal schauen, vielleicht wird das in Zukunft ja tatsächlich flächendeckend unterbunden.

Ja sicherlich ;-)
Ich verstehe überhaupt nicht, wieso man sowas nun für die Rückrunde einführt.
Sowas mache ich in der Sommerpause und sage jedem "Verein" wie es nun läuft.
Dann ziehe ich den Scheiß 2-3 Spieltage übelst durch und lasse durch Schmerzen lernen. Irgendwann stellen sich die Vereine dann darauf ein und gut ist.
Man hat Jahrzehnte alles dafür getan, dass die Spieler das Motto "Respect" auf Bannern durch das Stadion tragen, mit Anpfiff sich aber genau anders verhalten.
Jetzt auf einmal möchte man hier den ersten Schritt wagen?

Ich bin da für ein radikales Gesamtpaket im Sommer
-Krampf zum Ende eines Spiels -> direkt die Trage ranschaffen und dann mindestens 2 Minuten runter vom Feld
-Pfiff gegen Team A -> Ball wird (wie beim Handball) direkt gestoppt und nicht mehr berührt + jegliche Spieler von Team A haben sich unverzüglich vom Ball zu entfernen und die richtigen Abstände einzuhalten.
-taktische Fouls fangen nicht erst in der Hälfte des Gegners an
-Fordern von Karten, Video Schiri etc -> direkt bestrafen
-Rudelbildung -> gelb für alle die sich im Rudel befinden
-Nachspielzeit gibt es auch wenn es 8:0 steht! Dieses "das Spiel ist ja eh entschieden" Motto ist aus meiner Sicht nicht angemessen. Wenn es 6 Wechsel und 8 Tore gab, habe ich auch anständig nachspielen zu lassen.
Szenario: letzter Spieltag und Team A führt 3:0, braucht aber noch mehr Tore um nen Platz nach oben zu rutschen....da pfeift doch auch kein Schiri pünktlich ab, wenn es Grund gab zum nachspielen. Was unterscheidet den 34. Spieltag vom 1. Spieltag?

Joa und dann natürlich noch das Rumgemecker....direkt gelb dafür uns in einigen Spieltag sieht der Sport dann auch wieder angenehmer aus.
Aber wie gesagt...dieses Erziehungs-Gesamt-Paket würde ich im Sommer schnüren. Einige Wochen vor Saisonstart, so dass sich jeder Verein darauf einstellen kann.

Zusatz: Und genug Zeit, damit sich die Schiris da natürlich ebenfalls drauf einstellen können. Und hier startet der unwahrscheinliche Part!

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

pactum Trotmundense, Syburg, Montag, 03.02.2020, 21:01 (vor 2159 Tagen) @ Nummer3

War bei mir ähnlich. Ich war in den 90ern Schiri und habe Anfang der Nuller-Jahre aufgehört. Mir ging diese ewige Meckerei auf den Sack. Ich war Landesliga-Schiedsrichter, aber die Hauptarbeit war natürlich Kreisliga und Jugendspiele. Es war irgendwann ätzend. Ich kann Beleidigungen in 17 Sprachen, nur weil ich Schiri war. Schon damals gab es auch ein Gewaltproblem, z.B. habe ich mal im Fußball-Kreis Iserlohn als Gastschiri ein Spiel zwischen einer türkischen und einer griechischen Mannschaft geleitet.

Als ich in der 70. Minute in die Kabine geflüchtet war, weil ich sonst im Krankenhaus gelandet wäre, wurde mir auch klar warum die Iserlohner keinen eigenen Schiri für das Spiel hatten. Die Spieler und vor allen Dingen auch die Zuschauer trugen den Zypern-Konflikt auf dem Felde aus.

Schön war es auch, wenn man eigentlich angehalten ist, dass man z.B. E-Jugendlichen keine Karten zeigt, aber ein Spieler permanent seine Mitspieler beleidigt und Gegenspieler tritt. Natürlich habe ich da die Rote Karte gezückt und dann war Tumult bei den Eltern. Überhaupt: Eltern beim Jugendfußball sind das Letzte. Besonders wenn die Kids in weißen Trikots spielen und dann den Boden küssen. Oftmals durch eigene Schuld. Das soll sich aber, so habe ich gehört, inzwischen deutlich gebessert haben.

Auch ich habe den Spielern vor dem Spiel ganz klar angesagt, was ich dulde und was nicht. So habe ich z.B. immer darauf verwiesen, dass ich es hasse, wenn jemand schnelle Freistoßausführungen verhindert indem er den Ball aufnimmt, wegschlägt oder sich schlichtweg vor den Ball stellt. Das empfinde ich persönlich auch heute noch als Unsportlichkeit gegenüber dem anderen Team. Beim ersten Mal habe ich den Spieler deutlich hörbar zurechtgewiesen, beim zweiten Mal gab es die Gelbe. Da war immer was los, obwohl das sogar vom Regelwerk ganz genau so vorgesehen ist.

Die bescheuerten Buli-Schiris halten sich nur nicht an die Regeln und das hat es uns in den unteren Ligen, die wir uns an die Regeln hielten, immer schwer gemacht, denn die Spieler kamen dann immer mit irgendwelchen Beispielen aus "ran" angeschissen, wo irgendein Spacken wie Heynemann, Krug oder Merk solche Dinge durchgehen ließ. Deswegen habe ich auch aufgehört, obwohl ich eigentlich in die Verbandsliga befördert werden sollte.

Kleiner Spaßfakt am Rande: es bildete sich mal eine Spielertraube zum Diskussionstee um mich herum, weil ich ein Foulspiel gepfiffen habe. Die gegnerische Mannschaft führte schnell aus während die Gegner mit mir Pow Wow halten wollten und hatten eine astreine 7 gegen 2-Situation, die natürlich zum Tor führte. Ich habe das Tor gegeben, was natürlich noch mehr Tumult und dann auch zu zwei Roten und drei Gelben führte.

Als der Schiedsrichterbeobachter nach dem Spiel in die Kabine kam, dachte ich eigentlich ich kriege einen Einlauf bis zur Bewusstlosigkeit. Stattdessen erhielt ich tatsächlich die volle Punktzahl und sogar die optionalen Punkte, die man besonders herausragenden Leistungen erhält. Dieser Beobachter war nicht irgendwer sondern war auch in der Bundesliga für den DFB Schiedsrichterbeobachter. Da ging das natürlich runter wie Öl. Zur Spruchkammer musste ich trotzdem, weil die eine Mannschaft Einspruch gegen die Spielwertung wegen "eklatanter Regelunkenntnis des Schiedsrichters" eingelegt hat. Die Gesichter der versammelten Mannschaft und Vereinsriege als der Staffelleiter den Beobachterbogen verlas... dieses Gefühl kann sich keiner vorstellen. Unnötig zu sagen, dass es natürlich Kreisliga war.

Ich war gerne Schiedsrichter. Es hatte viele schöne Momente. Letztlich war ich aber nicht mehr bereit mich dafür anmaulen zu lassen, dass ich auf die Einhaltung von Regeln achtete, die in erster Linie dem Schutz der Gesundheit eben jener Meckervögel dienten.

Wieso funktioniert das in vielen anderen Sportarten, aber nicht beim Fußball?

Ich sage es so böse wie es offen ist: der hohe Asi-Anteil bei den Spielern und Schiris, die es zulassen.

BTW: Emotionen im Fußball am Arsch. Ich habe in meinem Leben mehrere Sportarten ausgeübt. Sei es im Verein, in einer Schul- oder Hochschulmannschaft oder dem Betriebssport. Emotionen gibt es in jedem Sport. Doch nur im Fußball hat man die Chuzpe diese als Begründung für asoziales Verhalten anzubringen. Nicht, aber auch gar nichts rechtfertigt Asozialität. Schlechte Erziehung, mieses Umfeld oder scheiß Leben mögen sie erklären, aber nicht rechtfertigen.

Danke

jayjoe, Bremen, Montag, 03.02.2020, 23:34 (vor 2159 Tagen) @ pactum Trotmundense

Danke für deinen ausführlichen Beitrag.

Schiedsrichter-Diskussion - Sicht eines Kreisliga-Schiris

uwelito, Wambel forever, Montag, 03.02.2020, 22:31 (vor 2159 Tagen) @ pactum Trotmundense

Hi. Danke für den spannenden Beitrag.

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