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Politisch korrekter langeweilekommentar (BVB)

HoschUn, Ort, Mittwoch, 31.07.2019, 17:24 (vor 2481 Tagen) @ istar

3. es war sehr positiv wie die Dänen Ihre Nationalflaggen und den Nationalstolz leben...und kein Mensch würde denen etwas rassistisches oder ähnliches unterstellen. Die meisten Vorurteile und "Beleidigungen" gingen da zwar Richtung der Ikea- Schweden...und oft habe ich auch gar nix verstanden aber dennoch war alles irgendwie entspannter als in Deutschland...vielleicht lags auch daran, dass alle Urlaub hatten ;)


Wenn Dänemark irgendwann mal für systematischen Völkermord und Angriffskriege in meiner oder der Lebenszeit meiner Eltern verantwortlich wäre, dann würde ich deren Nationalismus sicherlich auch eher kritisch betrachten.

In der Ukraine hat man auch keine Angst vor rumänischen Nationalismus, während man das uberpatriotische Flaggengeschwenke in Russland als etwas bedrohlicher wahrnimmt. Auch wieder so eine Geschichte mit Völkermord und Angriffskriegen. Erstaunlich wie so ein kleiner Völkermord die Eigen- und Fremdwahrnehmung der eigenen Nation verändern kann, oder?


Auf mich wirkte das eher wie gesunder Patriotismus und nicht Nationalismus

etwas "heikel" ist es meiner Erfahrung nach was den Umgang rund ums Königshaus angeht.... da sind Witzchen absolut tabu - jedenfalls soweit ich das erlebte


In der dänischen Sprache gibt es diese Unterscheidung im normalen Sprachgebrauch, wie bei uns oder in der englischen Sprache, nicht. Was nur konsequent ist, denn die Unterscheidung ist reichlich künstlich. In Dänemark ist es sogar eher umgekehrt: Patriotismus wird als negativ betrachtet und Nationalismus als positiv.


Die Unterscheidung ist keineswegs künstlich,sondern der springende Punkt.

Patriotismus bedeutet ,seinem eigenen Land gegenüber positiv eingestellt zu sein,
Nationalismus heißt,die eigene Nation zu überhöhen,Leute,die vermeintlich nicht dazugehören,auszugrenzen etc.

Im Dänischen ist man halt eher am Ursprung dieser Begriffe: Der Patriot ist loyal zu seiner Gemeinschaft bzw. zu seinem König. Es ist also egal ob du Däne, Deutscher oder Türke bist, solange du dem König und Dänemark treu dienst, bist du ein Patriot. Der Nationalist dagegen ist loyal zu einer Gemeinschaft von Menschen die gleiche Werte, Religion und / oder Herkunft teilen. Es ist also egal ob du ein fleißiger Bürger bist, am wichtigsten ist es Teil der Kultur zu sein. Und in diesem Sinne ist der Großteil der dänischen Rechten / Konservativen ganz offensichtlich nationalistisch eingestellt. In Deutschland musste man dafür extra das Wortungetüm "Verfassungspatriotismus" erfinden, also der Glaube an eine Gesellschaft zusammengehalten durch gemeinsame Wertvorstellungen. Wir Deutsche und auch der englische Sprachraum hat die ursprüngliche Bedeutung von Patriotismus einfach nur zu "Nationalismus, aber bitte ohne die schlechten Sachen" pervertiert. In anderen Sprachen gibt es diesen sprachlichen Selbstbetrug in der Form nicht. Patriotismus und Nationalismus bedeutet immer "Liebe zum Vaterland". Die Frage ist nur wie definiert man Vaterland und was bedeutet Liebe. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen Nationalismus und Patriotismus. Die Überhöhung des eigenen im Vergleich zum anderen ist dabei inhärent. Etwas was du liebst, hat immer mehr Bedeutung als etwas, was du nicht liebst. Es ist nur die Frage welches Handeln du daraus ableitest.


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