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Frust? Wieso denn das? (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Mittwoch, 01.05.2019, 00:00 (vor 2568 Tagen) @ Wiber

Zum Thema ‚Frust‘, Alte Säcke und die diversen Dekaden:

70er:
Am Anfang stand der Abstieg. Vollkatastrophenclubführung, Vollkatastrophenfußball. Regionalliga West. Hoppy lief noch auf in der Roten Erde mit einem Wanst, als hätte er einen Medizinball verschluckt. War halt so. Der Terminus ‚Frustration‘ war höchstens ein paar Soziologiestudenten im 22. Semester und Apologeten der Frankfurter Schule geläufig. Nicht unbedingt unter der Anhängerschaft der Borussia zu finden. Der Begriff ‚Frust‘ war noch nicht kreiert. In dieser Zeit ihren In der Zeit spielte ich selbst in der B- und dann A-Jugend, hatte außer Sport/Fußball nur Mädels und Fete im Kopf. Netzer und Breitner waren meine Fußballhelden. Gut, mein Abitur stand auch auf der Agenda. Im Prinzip Leben im Hier und Jetzt, was kostet die Welt, wir steigen auch wieder auf. Hat Heinz Günther gesagt. Den kannte meine Familie sehr gut. Hatte Null Ahnung von Fußball, war Bergwerksdirektor und in der Reihe diverser Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik in Dortmund der zwölfte, den man inständig gebeten hat, doch den aufgrundgelaufenen morschen BVB-Kahn wieder flott zu machen. Er hat‘s gemacht und er hat Wort gehalten. Ja, auch dank des Westfalenstadions. Es ging aufwärts, ‚Otto lass die Löwen los‘. Meckerköppe gab und gibt es immer, scheint im Ruhrgebiet auch besonders ausgeprägt zu sein. Aber es geht auch anders. Mitte der 70er war ich beim Bund. Einmal kam ich freitagabends mit dem Zug im Dortmunder Hauptbahnhof an. Der BVB hatte ein Spiel gehabt und verlöre, wie ich von Fans auf dem Bahnsteig erfuhr. Die Stimmung war etwas getrübt. Am Bahnsteig stand ein Zug (ich glaube Richtung Lünen) voller junger BVB-Fans, die Fenster waren heruntergelassen. Da kam ein angetrunkener (sturzbsoffener) älterer Mann über den Bahnsteig getorkelt, sah die Waggons voller Fans und stimmte voller Inbrunst (Melodie ‚Jingle Bells‘) an: „Macht Euch nichts, macht Euch nichts, macht Euch nichts daraus, nächstes Jahr, nächstes Jahr steig‘n wir wieder auf!“ Die Fans stimmten sofort mit ein, ein Höllenlärm, Jubel, alles wieder im Lot. Einfach Freude an dem haben, was man hat. Und auf die Zukunft bauen. Nach dem Aufstieg war es auch ok. Kein toller Fußball, aber man hielt mit und unter Lattek ( und später Zebec) gab es sogar Phasen des spielerisch-taktisch überzeugenden Fußballs. Richtig geärgert (und da konnte ich dann mit dem Begriff ‚Frustration‘ etwas anfangen) habe ich mich ‚nur‘ (aber das so richtig und über lange Jahre hinweg fast bis heute) über unser Rekordspiel gegen die Gladbacher im Düsseldorfer Rheinstadion. Aber dieser ‚Frust‘ hat sich auf dieses eine Spiel
fokussiert und die nächste Saison schon gar nicht mehr berührt.

80er:
Die meiste Zeit war ich nicht in Deutschland. Fern der Heimat und ohne wirklich aktuelle Informationen. Da war mir relativ egal, was ich von der Borussia erfahren habe. Hauptsache, man hat etwas gehört. Immer eine Erinnerung an die Heimat. Was soll daran Frust sein?

90er:
Gab es in diesen Jahren Grund zum Frust? Ein Jahrzehnt voller Erfolge. Sieht man einmal vom Fastabstieg am Ende ab. Hitzfeld mochte ich, einige Spieler auch. Doch irgendwie baute sich bei mir eine merkwürdige Distanz zu dieser Mannschaft auf, und auch zu der Art und Weise, wie sich der Club darstellte. Dies änderte sich erst wieder Mitte der 00er, als Aki und Co den Club gerettet haben.

Für mich gibt es in dieser Saison keinen Grund zum Frust. Luxusprobleme. Wie war das noch? „Macht Euch nichts, macht Euch nichts, macht Euch nichts daraus, nächstes Jahr, nächstes Jahr, lauf‘n wir wieder auf!“ :-)


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