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Mo Dahoud und Favre's System-Fehler (BVB)

Bembele, Münster, Samstag, 15.09.2018, 12:41 (vor 2885 Tagen) @ uwelito

Bei Ilkay G. erinnere ich mich immer an diese Szenen gegen Real Madrid, wo er kreuz und quer durch deren Mittelfeld und Abwehr dribbelt, als ständen da Slalomstangen. Da war er schon absolute Weltklasse.

Dahoud hatte gestern ganz viel Licht, aber eben auch in den Szenen, wo vorn im letzten Drittel Kreativität gefragt ist, Schatten. Er ackert unglaublich für die Mannschaft, holt hinten die Bälle, ist dann wieder im ZM anspielbar und soll vorne noch den tödlichen Pass spielen. Er ist gestern fast 13 KM gelaufen, so schrieb hier Einer, genau den Eindruck hatte man im Stadion auch. Er ist giftig in den Zweikämpfen.

Dahoud ist viel zu langsam im Antritt und auf Strecke (vergleichbar mit Khedira) und im Vergleich zu dem gleichaltrigen Gündogan trifft er zu oft falsche Entscheidungen (Schießen oder passen, zu lange gescheiterte Dribblings, krasse Fehlpässe obwohl unbedrängt).
Die KM-Lauf Leistung ist doch kein Kriterium, zumal wenn man viel unnötig läuft. Lieber habe ich einen Spieler, der nur 10 KM läuft, aber dabei einige Torvorlagen oder Torschüsse rauskommen.
Es liegt keinesfalls nur an Dahoud, aber auch (weil er ja auch als Kreativspieler gilt), dass wir in Hannover so gut wie keine Torchance (die beste für Reus war ja von einem 96er aufgelegt) und gestern - in einem Heimspiel!! - bis zur 85 Minute keine einzige Torchance rausgespielt haben. Mit Ausnahme des 2:1 und da war der Schuß auch gleich drin. Das ist offensiv ein Armutszeugnis, was Reus ja auch nach dem 96 Spiel schon bemängelt hatte.
Und das liegt leider auch am Trainer, da er immer wieder dieselben Spieler für Offensive und Kreativität bringt Philipp, Wolf, Dahoud, die alle drei in allen Pflichtspielen (wie zumeist auch Reus) offensiv enttäuscht haben, ja mehr noch Wolf und Philipp waren nahezu Totalausfälle (trotz des gestrigen 2:1 Treffers). Die, die das Problem beheben könnten durch ihre 1:1 Dribbelqualität läßt er aber stur auf der Bank oder auf der Tribüne und wechselt sie nur spät ein. Dass er Sancho nicht bringt bzw. immer erst zu spät einwechselt (gestern wurde Favre durch Larsens Verletzung gezwungen, ihn früher zu bringen), ist unerklärbar.

Die Ausrede, man brauche Zeit für System oder neue Spieler, zieht doch überhaupt nicht, wie gestern wieder bewiesen wurde. Technisch gute und spielintelligente Spieler finden sich überall zurecht, wie Alcacer gestern gezeigt hat, der sofort ins Kombinationsspiel fand. Warum hatte Favre ihn nicht schon in Hannover auf die Bank gesetzt, warum gestern nicht von Anfang an statt Philipp der ja - wie auch Reus und wie jeder, auch der Trainer, sehen konnte in den bisherigen Spielen - als Mittelstürmer nun überhaupt nicht zurecht kommt, einem fast leid tun konnte auf dieser Position.


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