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U 21: The return of the ‚Raute‘ (Fußball allgemein)

Will Kane @, Saarbrücken, Mittwoch, 12. September 2018, 17:57 (vor 10 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Leider habe ich das EM-Qualifikationsspiel der deutschen U21 in Irland nicht sehen können (ich glaube, es wurde auch gar nicht übertragen),dafür allerdings das Testspiel gegen Mexiko einige Tage zuvor. Von der recht ansprechenden Leistung des deutschen Teams und einzelner Spieler einmal abgesehen ist mir folgendes aufgefallen:

- Die deutsche Mannschaft spielte in einem (für sie neuen) 4-4-2. Um es noch präziser zu sagen in der Variante mit Mittelfeldraute. So wie weiland Thomas Schaaf bei Werder hat spielen lassen.

- Vor der Viererkette agierte ein Solo-6er als Defensivorganisator und gleichzeitig als Zentrale des Spielaufbaus, unterstützt von den Innnenverteidigern und den vor ihm agierenden Mittelfeldspielern.

- Diese Mittelfeldspieler (M. Eggestein, Henrichs) agierten klar mehr als 8er denn als Flügelspieler, wie es sonst eher üblich ist bei diesem System. Dadurch hielt man das Zentrum kompakt. Dabei nutzten beide 8er immer wieder auch die Räume auf den Flügeln.

- Diese Räume auf den Flügeln wurden auch immer wieder von den Außenverteidigern für Vorstöße genutzt.

- Zentral hinter den beiden Spitzen war ein klarer 10er positioniert, um die beiden Spitzen in Szene zu setzen oder selbst zum Abschluss zu kommen (Waldschmidt)

- Die beiden Spitzen waren sehr variabel, wichen auch auf die Flügel aus oder ließen sich fallen, aber das Sturmzentrum war immer besetzt.

Wie ich gelesen habe, hat die deutsche Elf in Irland ebenfalls so gespielt. Mit Erfolg. Offenbar tut sich einiges beim DFB-Nachwuchs.

Bereits Robin Dutt hatte als DFB-Sportdirektor die Idee, alle Nachwuchsmannschaften in einem 4-4-2 spielen zu lassen. Der Gedanke dahinter war, dass man so immer zwei statt nur einen Stürmer auf dem Feld habe und somit auch mehr Spieler auf der Sturmposition schule. Stürmermangel herrschte auch seinerzeit bereits. Nur konnte Dutt sich nicht durchsetzen. Zum einen war die Maßgabe aus dem Bereich der A-Nationalelf ein 4-2-3-1 zu spielen, weil Löw sich darauf festgelegt hatte. Zum anderen fand Dutt im damaligen Trainerstab des DFB-Nachwuchsbereiches keine Unterstützung. Sein Wechsel zu Werder als Trainer war gar nicht so überraschend, wie manche es damals empfangen hatten.

Die Mittelfeldraute ist eine sehr offensive Variante, mit der man sehr viel Druck auf den Gegner ausüben kann. Sie birgt allerdings auch einige bekannte Gefahren. Je nachdem, wie hoch die gesamte Mannschaft steht und je nach Ausprägung der Kompaktheit im zentralen Mittelfeld ist man konteranfällig. Interessant fand ich, wie Kuntz dieses Problem angegangen ist. Die Spielweise mit 2 8ern erwähnte ich bereits; insgesamt agierte die Mannschaft aber vor allem gegen den Ball sehr gut.

Mal schauen, wie hier die Entwicklung weitergeht. Es kommt halt alles irgendwann wieder...

 

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