Neu auf schwatzgelb.de: Der Zerfall des Leuchtturms (BVB)
Redaktion schwatzgelb.de
, Dortmund, Mittwoch, 09.05.2018, 10:55 (vor 2806 Tagen)
Die Fans gehen mit der Mannschaft aktuell schwer ins Gericht. Von Versagen und Charakterlosigkeit ist die Rede. Dabei sind die aktuellen Leistungsschwankungen vor allem das Ergebnis eines mehrjährigen sportlichen Verfallsprozesses, der durch den Anschlag noch beschleunigt wurde. Gefragt ist nun vor allem die sportliche Leitung.
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Neu auf schwatzgelb.de: Der Zerfall des Leuchtturms
Burgsmüller84, Mittwoch, 09.05.2018, 21:45 (vor 2805 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
bearbeitet von Burgsmüller84, Mittwoch, 09.05.2018, 21:49
Schöner Artikel, aber du scheinst den Namen des echten Zuständigen für die Zusammenstellung des Kaders nicht schreiben zu wollen (während der schon lange verflossene ehemalige Trainer sehr oft genannt wird). Michael Zorc hat große Verdienste um den Club, aber in den letzten Jahren lag er sehr oft sehr daneben, was die Beurteilung von sportlicher Leistungsfähigkeit und Charakter von Neuzugängen anbetrifft. Das kann man ruhig erwähnen. Auch, das von Zorc keinerlei (positive) Außendarstellung erfolgt und scheinbar keine vernünftige Strategie vorgegeben und verfolgt wird.
Es bleibt abzuwarten, ob die erfolgten Maßnahmen in der Zukunft ab August ihre Wirkung zeigen werden - oder ob unsere Neuzugänge erneut vor allem anderswo gescheiterte ehemalige Talente und Bayer Leverkusen-Selbstzufriedene sind. Auch wird er zeigen müssen, dass er neue Clubs für Spieler finden kann, die hier nicht (mehr) benötigt werden.
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FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Mittwoch, 09.05.2018, 20:55 (vor 2805 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Ein super Artikel, den Großteil deiner Ansichten teile ich.
Zum Thema Tuchel und Neustart. Ich fande und finde es sinnvoll, sich von einem existenten Kader zunächst einmal selbst einen Überblick verschaffen zu wollen. Im Nachgang macht es dein Eindruck, als wollte Tuchel nach der ersten Spielzeit den Kader radikal und leistungsorientiert umbauen. Bei der ein oder anderen Verpflichtung hätte dies einige Fragezeichen in Richtung der Transferpolitik aufgeworfen. Und auch gegenwärtig sieht man ja ganz offensichtlich, dass (auch trotz des Drucks der GF, auf Spieler XY nicht zu verzichten) Spieler die als "Leistungsträger" nach Dortmund (zurück)geholt worden sind, oftmals nicht einmal einen Platz in der Startelf finden. Gut, der Verein hat für diese privaten Kungeleien der GF finanziell geblutet, das Thema ist durch.
Interessant wird die kommende Saison. Jetzt wird sich zeigen, ob man die Fehler der Vergangenheit erkannt hat und in der Lage ist, diese abzustellen. Hinsichtlich der Kommunikationsstrategie des Vereins scheint dies bis heute nicht adäquat zu funktionieren, wie das kürzliche Interview von Rode zeigt.
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airjdcgf, Berlin, Donnerstag, 10.05.2018, 11:03 (vor 2805 Tagen) @ FourrierTrans
Die Transferperiode 2016 ist der Schlüssel. Es begann alles mit der Aussage am Ende der Spielzeit „die drei werden nicht gleichzeitig abgegeben“. Dann kamen Rückholaktionen und Kompensationsforderungen von Seiten des damaligen Trainers, der Götze eigentlich nicht wollte. Der Bruch mit Mislintat, der Spieler nach Anforderungen des Trainers suchte und brachte, die den Anforderungen aus Sicht des Trainers dann doch nicht genügten.
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istar, Mittwoch, 09.05.2018, 19:40 (vor 2805 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Ich frage mich, ob in diesen einen Satz oder Halbsatz von Klopp nicht zuviel hinein interpretiert wird.
Ich denke nämlich einfach, er wollte gehen,man hat versucht, ihn auf Teufel komm raus umzustimmen und in solchen Fällen baut die eine Seite so hohe Hürden auf, das da gar nicht drüber gesprungen werden kann.
Aber selbst wenn es so gemeint war, wie angenommen, es ist selbst bei einem Jürgen Klopp einfacher, weil u.a. auch billiger,den Trainer auszutauschen als die komplette Mannschaft.
Zu Tuchel: wenn ich mir eins bei ihm nicht vorstellen kann,dann das er konfliktscheu ist.Eher das Gegenteil würde ich annehmen. Siehe die Sache mit Mislintat.
Mag der Leuchtturm wanken,umkippen wird er nicht -;).
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hardau, Zürich, Mittwoch, 09.05.2018, 19:08 (vor 2806 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Ich freue mich immer, gute Artikel zu lesen die den Horizont erweitern!
Ich frage mich aber auch, ob wir mit unserer Art Fehler zu beurteilen nicht eine Fehlerkultur bewirtschaften, die sofort nach Sündenböcken sucht.
Es kann auch etwas Falsch laufen, ohne das die Verantwortlichen einen Fehler gemacht haben, siehe Anschlag oder Neymar-Transfer. Auch die Verpflichtung von Tuchel kann nicht unter Fehlentscheidung abgebucht werden, weil ohne die Geschehnisse des Anschlags, der Vertrag mit Tuchel wohl verlängert worden wäre.
Es gibt auch keine Erklärung dafür, die ins Fehlerraster passen würde, warum der BVB von der Sportpresse nach den ersten sieben Spielen unter Bosz zum Meisterschaftsanwärter erklärt wurde, um sich dann in den nächsten Spielen selbst aufzulösen!
Auch fand ich die Transfer von Weigl und Dembele und die Vertragsverlängerung mit Reus eine aussergewöhnlich gute Leistung, dazu gehört auch die Entwicklung von Pulisic zum Stammspieler und die Verpflichung von Akanj. Auch Philipp finde ich gut, Dahoud wohl auch.
Götze traue ich eine führende Rolle zu, ebenso Bürki. Die Verpflichtung von Hitz ist ein stiller aber sehr guter Transfer, er kann Bürki 1:1 ersetzen wenn es darauf ankommt. Ich hoffe dass Toprak bleibt.
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horstenberg, Block 62, Mittwoch, 09.05.2018, 18:33 (vor 2806 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Ein wirklich guter Artikel. Gehört sicher zu den Top-5, die ich bislang hier lesen durfte!
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Rupo, Ruhrpott, Mittwoch, 09.05.2018, 12:38 (vor 2806 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
bearbeitet von Rupo, Mittwoch, 09.05.2018, 12:43
Hi,
Du bist aber fleißig, zwei Artikel hintereinander...sind die anderen im Urlaub ;-)?
Zum Thema:
1. Zur Beschreibung der Ursache: Finde ich viel richtig geschrieben. Eine Sache widerspricht sich allerdings. Du bemerkst korrekterweise:
Als Jürgen Klopp 2015 zurücktrat, sprach er vergleichsweise offen an, dass er mit seiner Entscheidung verhindern wolle, dass sich an anderer Stelle sehr viel verändern müsse. Über diese Bemerkung wurde zumindest öffentlich erstaunlich wenig diskutiert, und der sportliche Erfolg in der ersten Tuchel-Saison ließ sie dann vollends in Vergessenheit geraten. Heute wüsste man gerne mehr darüber, was Klopp damals meinte und was es vielleicht mit unseren Problemen von heute zu tun hat.
Und monierst dann meiner Meinung fälschlicherweise:
Offenkundig wollte Tuchel eine neue Mannschaft mit eigener Handschrift aufbauen, vermutlich weil er der Ansicht war, dass sich eben doch mehr ändern musste als nur der Trainer. Ein sauberer Schnitt bei seinem Amtsantritt wäre wohl die bessere Wahl gewesen, mit der gewählten Strategie hingegen hat er so viel Porzellan zerschlagen, dass der Schaden am Ende größer war als der Nutzen.
Ich denke aus der Retrospektive, dass man von dem neuen Trainer nach Klopp (hier Tuchel) die Quadratur des Kreises wollte. Man wollte eine sanfte Veränderung des Kaders, dass halten des hohen Niveaus und die weitere Stabilisierung des Leuchtturms. Klopp musste ja gehen weil Er es sinngemäß auf den Punkt brachte: Entweder geht das Trainerteam oder wir bekommen alle Freiheiten den Kader umzubauen.
Sicherlich ist das umbauen des Kaders nicht so einfach, sowohl finanziell als auch bedingt durch die Vertragslaufzeiten bedingt zeitlich.
Man hat sich also nach einem neuen Trainer umgeschaut der mit dem vorhandenen Kader a) arbeiten b) weiterentwickeln konnte. André Schürrle war doch, soweit ich mich erinnern kann, wirklich der einzige Spielerwunsch von 'Format' dem Tuchel bekam, alles andere wurde ihm doch vorgesetzt.
Ähnliches passierte doch dann auch mit Bosz. Wenn ich so einen Trainer mit so einer Spielphilosophie hole, dann muss ich ihm auch den Kader so zusammen stellen, ging aber wohl nicht siehe weiter oben.
Dazu kommt dann erschwerend, dass der BVB mit 'verdienten' Spielern sowohl sportliche als auch charakterliche Altlasten mit sich rumträgt. Ich behaupte einfach mal, dass eine wirkliche Erneuerung der Kabine mit Spielern bestehend aus Sahin, Schmelzer, Weidenfeller nicht möglich ist - vor allem wenn diese eine Gruppe bilden.
2. Behebung der Ursache: Guckt man sich an warum Klopp so erfolgreich sein konnte, dann kamen mehrere Dinge zusammen.
- Der Verein war sportlich 'am Arsch'
- Der Verein war finanziell 'am Arsch'
- Watzke hatte genug damit zu tun den Verein am laufen zu halten. Er hielt sich überwiegend aus sportlichen Dingen raus
- Der Trainer Klopp bekam sportlich alle Freiheiten
- Klopp und Zorc bildeten ein sportlich erfolgreiches Gespann
Status Quo:
- Der Verein ist sportlich gesund, auch wenn man nicht um die Meisterschaft mitspielt und auch sonst fast alle sportlichen Ziele verfehlen wird (DFB Pokal, CL, EL Runden) incl. dem 'worst Case' das man eventuell die CL Quali vergeigt
- Der Verein ist finanziell gesund
- Watzke mischt sich überproportional in sportliche Dinge ein
- Die Trainer nach Klopp haben alle nicht die Freiheiten die Klopp hatte und sich auch erarbeiten konnte!
- Es scheint nicht so, dass Zorc mit den drei Trainern nach Klopp ein sportliches Gespann bilden konnte
Ich denke es wird Geduld, Zeit und Geld brauchen bis der Leuchtturm wieder funktioniert (Geld hat der BVB, aber auch Geduld und Zeit?), die Frage wäre aber auch ob wir überhaupt ein zweiter Leuchtturm sein wollen, müssen - aber wahrscheinlich haben wir bei 80TSD jedes zweite Wochenende im Stadion und Millionen vor den TV Geräten auch gar keine andere Chance mehr als 'Erfolg'.
Beste Grüße,
Thomas
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Adler, Karlsruhe, Mittwoch, 09.05.2018, 14:53 (vor 2806 Tagen) @ Rupo
Du bist aber fleißig, zwei Artikel hintereinander...sind die anderen im Urlaub ;-)?
Und zwei sehr gute dazu.
Dieser Artikel war sogar der Beste, den ich zu dem Thema gelesen habe. Er beinhaltet alle Aspekte, die man von außen beurteilen kann, die unsere aktuelle sportliche Situation erklären. Vielen Dank dafür!
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PatBorm, Mittwoch, 09.05.2018, 15:01 (vor 2806 Tagen) @ Adler
Danke :)
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PatBorm, Mittwoch, 09.05.2018, 13:52 (vor 2806 Tagen) @ Rupo
Hi,
Du bist aber fleißig, zwei Artikel hintereinander...sind die anderen im Urlaub ;-)?
Nein andersherum: Ich war im Urlaub und bin nun gut erholt und motiviert ^^
Zum Thema:
1. Zur Beschreibung der Ursache: Finde ich viel richtig geschrieben. Eine Sache widerspricht sich allerdings. Du bemerkst korrekterweise:
Als Jürgen Klopp 2015 zurücktrat, sprach er vergleichsweise offen an, dass er mit seiner Entscheidung verhindern wolle, dass sich an anderer Stelle sehr viel verändern müsse. Über diese Bemerkung wurde zumindest öffentlich erstaunlich wenig diskutiert, und der sportliche Erfolg in der ersten Tuchel-Saison ließ sie dann vollends in Vergessenheit geraten. Heute wüsste man gerne mehr darüber, was Klopp damals meinte und was es vielleicht mit unseren Problemen von heute zu tun hat.Und monierst dann meiner Meinung fälschlicherweise:
Offenkundig wollte Tuchel eine neue Mannschaft mit eigener Handschrift aufbauen, vermutlich weil er der Ansicht war, dass sich eben doch mehr ändern musste als nur der Trainer. Ein sauberer Schnitt bei seinem Amtsantritt wäre wohl die bessere Wahl gewesen, mit der gewählten Strategie hingegen hat er so viel Porzellan zerschlagen, dass der Schaden am Ende größer war als der Nutzen.
Ich sehe den Widerspruch nicht, eventuell verstehen wir uns miss? Ich denke, dass Tuchel glaubte, 2015 keine großen Transferforderungen stellen zu dürfen, obwohl seine Wunschmannschaft ganz anders aussah, als die aus dem letzten Kloppjahr. Das führte dann dazu, dass zu viele Spieler im Kader waren, mit denen er eigentlich nicht arbeiten wollte, was dann mittelfristig zu Verwerfungen führte.
Du hast auch recht, dass mit Schürrle nur ein expliziter Wunschspieler kam, aber auch Spieler wie Weigl, Bürki oder auch Castro im ersten Jahr oder Guerreiro im zweiten dürften seiner Vorstellung entsprochen haben. Es gab also schon einen personellen Austausch, mit dem er dann arbeitete. Nur glaube ich, dass es besser gewesen wäre, er hätte das Ziel von Anfang an offener kommuniziert und gleich im ersten Sommer konsequent umgesetzt. Er hätte sich sozusagen den Petric/Zidan-Wechsel von Klopp zum Vorbild nehmen sollen, als er noch den nötigen Kredit hatte, solche Maßnahmen durchzuziehen. Aber es fehlte ihm an offener Konfrontationsfähigkeit.
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airjdcgf, Berlin, Donnerstag, 10.05.2018, 11:11 (vor 2805 Tagen) @ PatBorm
Naja, Er kommt mit einem Ruf charakterlich schwierig zu sein, zu einem Verein, der ne ganze Nummer größer ist, als das was er bisher hatte. Da dann nicht mit der großen Veränderungskeule rein zu gehen, halte ich für nicht die schlechteste Strategie. Ich würde Deiner Analyse aber folgen, dass es im Nachgang betrachtet besser gewesen wäre, den Umbruch sofort einzuleiten.
Guter Artikel!
, Mittwoch, 09.05.2018, 11:33 (vor 2806 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Auch in Bezug auf die Fehler der Geschäftsleitung.
Ich bin ja eher der Romantiker, der sowohl verdienten Spielern, wie auch der GL (aus Gründen!) viel Vertrauensbonus gewährt. Aber es ist halt offensichtlich, dass da einiges quer gelaufen ist.
Einzig an diesem Satz reibe ich mich etwas:
Auch in dieser Mannschaft gibt es genug Spieler, denen der Verein aufrichtig am Herzen liegt und die gerne unsere Farben tragen.
Das bezweifle ich doch stark. Das sind maximal wenige Spieler, und mMn nicht genug.
Ich habe ja schon öfter ausgeführt, das ich da durchaus auch ein Problem mit fehlender Anfeuerung einzelner Spieler sehe, aber das lässt sich natürlich auch nicht so simpel lösen.
Aber ich denke schon, dass genau dies bei Spielern wie Murdo MacLeod, Chappi oder auch Kohler einiges zu der starken Bindung beitrug.
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, Mittwoch, 09.05.2018, 11:14 (vor 2806 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
Endlich mal sachliche Worte zur aktuellen Situation.
Danke dafür!
Auch gut, dass dieser Hass auf die Mannschaft angesprochen wird - der total zum fremdschämend und nicht mehr normal ist momentan.
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Thomas, Dortmund, Mittwoch, 09.05.2018, 11:18 (vor 2806 Tagen) @ jan.berlin
Auch gut, dass dieser Hass auf die Mannschaft angesprochen wird
Das ist auch irgendwo ein Querschnitt der Gesellschaft. Es wird an allen Ecken und Enden gepoltert und gemeckert und das über kleinste Kleinigkeiten (der Nachbar trennt den Müll nicht) bis hin zum "guten" alten "Merkel muss weg".
Artikel ist sehr gut. So etwas ist einfach die Stärke von SG oder ähnlichen Plattformen. Die Berufsjournalisten, hm tja nun ....