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Neu auf schwatzgelb.de: Zukunftsvision BVB: Tiefpunkt (BVB)

RE_LordVader, Freitag, 06.04.2018, 08:17 (vor 3032 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Der Artikel ist, wie auch die Einleitung zuvor, gut.

Ich verstehe auch den Ansatz der Schlussfolgerung... mein Problem ist, dass mit dieser (konsequent umgesetzt) für mich (und auch wohl einige andere) der Anreiz wegfällt, sich für den BVB zu interessieren. Keine Frage, mich würde nie ein anderer Verein interessieren (mir geht schon "Die Mannschaft" komplett am Arsch vorbei), aber ein großer Teil der Leidenschaft für den BVB (die sicherlich in meinem Falle in den 80ern und 90ern trotz zu Beginn sehr überschaubaren Erfolges deutlich heißer brannte) speißt sich daraus "anders" zu sein, als die anderen Vereine. Da geht es weniger um ein (sportlich) besser sein, das mit dem "zweiten Leuchtturm" fand ich damals schon einen Scheißspruch. Es geht um eine andere (vieleicht bessere) Art miteinander umzugehen ("Fest und treu zusammen!" aber auch neuer :"Männer und Frauen, alle Nationen"), eine intensivere Anfeuerung: Da hat (für mich) die von anderen übernommene und überall gleiche Ultra-Bewegung einiges zerstört.
Ja ich weiß sie machen auch viel tolles... aber in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten haben sie sich teils auch sehr aggressiv die Stimmungshoheit erkämpft... und kommen jetzt mit der Aufgabe auch nicht mehr klar. Sie haben sich so weit von den "normalen" (will sagen: Nicht Ultra) Fans abgegrenzt dass immer mehr auch nicht mehr von ihnen "mitgenommen" werden können.

Das immer schneller drehende Geldkarussel, was inzwischen nicht mehr nur ein Abbild dieser kalten egozentrischen neoliberalen Gesellschaft sondern sogar schon eine düstere Gesellschaftdystopie darstellt kommt halt noch hinzu. Dann setzt sich auch immer mehr die Erkenntnis durch, dass der BVB da kein Opfer ist, sondern eher (zumindest in D) die zweittreibenste Kraft...
Ja auch ich weiß: Früher war NICHT alles besser, sondern nur alles anders. Durch die geringere Medienpräsenz bekam man sicher einiges halt einfach nur nicht mit und Zeiten wo pro Spieltag nur von drei Spielen Ausschnitte gezeigt wurden, und sonst nix will selbst ich nicht zurück. Aber diese aktuelle Übersättigung ist halt ermüdend

Und im Moment scheint es, dass unsere Geschäftsnische (mit einem Gerüst an gestandenen, aber nicht für die ganz hohen Weihen geeigneten Spielern junge Talente zu entwickeln) einfach durch die Geschwindigkeit des aktuellen Marktes nicht mehr existent ist. Die Spieler die den Traum auf die ganz großen aufgegeben haben sind nicht mehr motiviert genug die Jungen wirklich mitzureißen und zu formen, und die Jungen sind entweder nach der ersten guten Saison weg oder werden nach zwei schlechteren aussortiert und weitergereicht um durch das nächste Talent ersetzt zu werden.
Identifikation und Kontinuität können so nicht entstehen, und auch der (von der reinen Papierform her erwartete) Erfolg beginnt auch auszubleiben...

All diese Sachen führen halt dazu, dass die Unterstützung wegbricht. Und da auch von Vereinsseite "den Gesetzen des Business" gefolgt wird und eben nicht "anders" gehandelt wird ist auch die letzte Motivation weg...

Um Padme zu zitieren: "You're going down a path where I can't follow"...

Und ja: Ich weiß, das ist nur eine Beschreibung der Situation, die keinerlei Lösungsansatz bietet... ich fürchte nur: Den gibt es auch nicht.

(edit: Den Nachsatz eingefügt)


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