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Neu auf Schwatzgelb.de: 50+1 muss unangetastet bleiben. (BVB)

Sascha, Dortmund, Donnerstag, 01.03.2018, 21:19 (vor 2863 Tagen)

Am 22. März ist es so weit. Dann beraten Vertreter der DFL in einer „ergebnisoffenen Grundsatzdebatte“ über die weitere Zukunft der deutschen 50+1-Regel. Im Anschluss an den vorerst gescheiterten Versuch von Martin Kind, den Verein Hannover 96 zum Schleuderpreis für eine Investorengruppe einzusacken, möchte man gemeinsam erörtern, ob „neue Entwicklungsmöglichkeiten“ eröffnet werden können. Dieses wachsweiche Geseiere stammt leider von unserem Vereinspräsidenten Dr. Reinhard Rauball in seiner Funktion als DFL-Präsident. Es braucht nicht viel Aluhut, um zu prognostizieren, dass am Ende dieser Debatte mit Sicherheit kein „weiter wie bisher“ stehen wird, da sich in den letzten Wochen immer mehr Personen aus der Deckung gewagt und die 50+1-Regel öffentlich angezählt haben.

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Neu auf Schwatzgelb.de: 50+1 muss unangetastet bleiben.

Schleicheisen, Anner Rur ohne "h", Freitag, 02.03.2018, 12:55 (vor 2863 Tagen) @ Sascha
bearbeitet von Schleicheisen, Freitag, 02.03.2018, 12:59

Im Artikel wird das aus meiner Sicht (leider) Wesentliche richtig gesagt:

"Vermutlich spricht man dieses Thema nicht an, um dem Chefmahner in der DFL-Spitze Christian Seifert einen amtlichen Herzklabaster zu ersparen. Hatte der doch erst beim letzten Neujahrsempfang gefordert, dass man sich zu einem „gewissen Maß zum Kommerz bekennen müsse“. Alter, wann hasse das letzte Mal Fußball geguckt? Sitzplätze gibt es kaum noch für unter 40 €, Verletzungspausen werden höhnisch von irgendwelchen Apotheken präsentiert, wir gehen in Arenen und Parks mit grenzdebilen Namen statt in Stadien, es gibt mittlerweile sieben verschiedene Anstoßzeiten in der ersten Liga und für die nächste Saison braucht der Fan drei verschiedene Abos, um das komplette Fußballprogramm im TV sehen zu können. Im gewissen Maße zum Kommerz bekennen? Jeder, der den Fußball heutzutage verfolgt, tut das schon intensiv."

Und da würde ich die Gruppe "Jeder, der den Fussball heutzutage verfolgt" in die Untergruppen "interessierten" und die der "leidenschaftlichen" unterteilen. Die Interessierten konsumieren halt Fussball wie andere Dinge, die ihnen Freude machen (was ja vollkommen ok ist). Und den Interessierten wird es relativ egal sein wie das hässliche Kind heisst *hihi*, Hauptsache der Fussball ist gut und wem er gehört ist dann doch wirklich Sache für die Theoretiker. So, fürchte ich, sehen die das.

Wenn man sich dann mal die Vorgänge um die Gründung der HSV Fussball AG ansieht, was dort der "Investor Kühne" alles mit veranstaltet und verunstaltet hat und sich dann vergegenwärtigt, in welcher Situation die Entscheidungen der vergangenen Woche gefällt wurden- von den "Vereinsmitgliedern" natürlich- kann doch nur entsetzt wegrennen: wenn man den Protagonisten glauben mag war das die letzte Chance, die Dinge wieder in die Spur zu bringen, die letzte Schlacht der "zurück zum eV" gegen die "wenn Kühne geht holen wir uns das Geld vielleicht vom chinesischen Investor".

Von laut Wikipedia 78.008 Mitgliedern fanden dann immerhin fast 1400 Leuts den Weg zur Abstimmung und die wichtige Richtungsentscheidung in den Personalien dann 580 zu 565 Leuten entschieden...

Heisst grad 2% der Leute konnten sich überhaupt aufraffen ihre werte Stellungnahme in Stimmform abzugeben.

Das die Führungspersonen der Vereine und dann noch so einwandfreie Charaktere wie Herr Rummenigge gern noch mehr Geld umwälzen würden egal von wem es kommtist ja ebenso bekannt wie logisch denn: je mehr Geld fliesstd esto mehr kann man auch umleiten.

Heisst: wenns mal "richtig drum geht" wird es in keinem "Verein" den langen Widerstand geben, H96 ist nach 1860 ein weiterer wichtiger und interessanter Meilenstein wohin es gehen wird. Ich bin da pessimistisch dass der jetzige Widerstand ewig erhalten bleibt obwohl Herr Kind sich so unrechtmässig verhält wie es nur geht und allein deshalb eigentlich keine Chance haben dürfte.
Eigentlich.

Aufgrund obiger Äusserungen ist aber meine Befürchtung, dass eben diese Leute in den jeweiligen Kosntrukten 50+1 immer weiter aushölen werden wie sie es schon in der Vergangenheit gemacht haben und dadurch früher oder später alle "interessanten" Vereine in den Focus geraten werden oder schon sind.

Und da gehört Borussia ja ganz unzweifelhaft dazu.

Und ich hoffe sehr, dass "wir" dann genügend langen Atem haben um diesen letzten Rest Fussballromantik wenigstens für den BVB zu erhalten. Soll Rummenigge doch seinen Unsympathen- eV nach Asien verschachern wie er will :-)

Neu auf Schwatzgelb.de: 50+1 muss unangetastet bleiben.

Rupo, Ruhrpott, Freitag, 02.03.2018, 12:46 (vor 2863 Tagen) @ Sascha

Moin,
dickes Brett...

1. Faktisch besteht 50+1 wenn überhaupt nur noch als Flickenteppich in der Bundesliga:
A) Das
- Bayern
- BVB
Modell,haben sowohl eine Kapitalgesellschaft Struktur als auch potente Sponsoren im Rücken.
B) Das
- Wolfsburg
- Leverkusen
Werksmodell, haben einen Industriekonzern im Rücken.
B) Das
- Leipzig
- Hoffenheim
- HSV
Mäzenmodell, haben mindestens einen potenten Sponsor im Rücken.

schon mal drei Modelle die sich grundsätzlich vom Rest der Liga unterscheiden. Das Hannover (oder jeder andere Verein der momentan da in den Modellen nicht enthalten ist) mit Kind da auch irgendwie an die Fleischtöpfe möchte ist klar und legitim, solange es keine klare Regelung für alle gibt.

2. Ob die Fans überhaupt noch großartig Mitbestimmung haben, darüber kann man sich angesichts der Montagsspieltagdiskussion streiten, als jüngstes Beispiel.

3. Das aufblasen der Geldmenge ist meiner Meinung nach das beste Gegenargument. Leute wie Strunz proklamieren ja immer, dass 'mehr Geld auch mehr Qualität' bringt (interessant natürlich wer dieses Lied singt und wer davon profitiert). Was natürlich totaler Unfug ist, da einfach nur mehr Geld da ist - die Spielerverfügbarkeit aber endlich ist. Vielleicht gelingt es höchstens dann mal einen 'Star' zu halten aber um welchen Preis? Das die Bayern ernsthafte Konkurrenz bekommen glauben auch nur die Sport1 Fetischisten, denn wer würde denn als erster von Investoren profitieren?

4. Es müssen mal Alternativen aufgezeigt werden wie der Profifußball neu strukturiert werden muss und dazu gehören dann eben auch:
- Ablösedeckelung
- Gehaltsobergrenzen
- Draft Systeme
und zwar national und international.

Da das ganze aber illusorisch (wir leben in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem) und das fluten der Geldspeicher zu verlockend ist, wird 'der Markt' (komisch das er es nicht selber regelt) dereguliert werden.

Beste Grüße,
Thomas

Neu auf Schwatzgelb.de: 50+1 muss unangetastet bleiben.

Kayldall, Luxemburg, Freitag, 02.03.2018, 10:19 (vor 2863 Tagen) @ Sascha

Ich finde deinen Artikel sehr gut und bin auch mit nahezu allem darin einverstanden mit dir, allerdings frage ich mich, wovor du jetzt Angst hast. Der BVB hat ja eine ziemlich gute Struktur, zwar nur 5% Aktien(also 4+1 statt 50+1) aber die Aktionäre haben ja kein Stimmrecht im Verein. Was ich sagen will, der BVB ist ja relativ "safe", dass wir dabei bleiben, zumindest solange diese Verantwortlichen da sind und kein Umdenken stattfindet. Was die anderen Vereine tun kann uns ja relativ egal sein, wenn die dann in ihr Verderben damit laufen, das ist doch dann deren Entscheidung.

Du hast ja auch richtig geschrieben, dass das ganze Problem mit den Ausnahmen und dem verweichlichten Kurs der DFL/DFB angefangen hat als man Vereine wie Bayer Leverkusen und VFL Wolfsburg durchwinkte statt da Aenderungen zu verlangen damit man diese Vereine auch zukünftig akzeptiert in der Liga. Spätestens seitdem man nun international einen FC Salzburg hat und national weiterhin Red Bull(nicht Rasenballsport)Salzburg, da Red Bull ja nichts mehr mit Salzburg zu tun hat (ja nee is klar), wird doch deutlich, dass selbst die UEFA dagegen nichts machen will.

Ich glaub auch nicht, dass durch das Auflösen der 50+1 Regel jetzt Gladbach oder ein anderer Verein der Bundesliga mit Bayern konkurrieren könnte, aber vielleicht könnte Gladbach oder andere Bundesligaklubs mit Vereinen wie Burnley oder Brighton&Hove Albion wieder konkurrieren auf internationaler Ebene und bei Transfers und ich glaube genau das ist da gemeint.

Neu auf Schwatzgelb.de: 50+1 muss unangetastet bleiben.

Sascha, Dortmund, Freitag, 02.03.2018, 10:35 (vor 2863 Tagen) @ Kayldall

50+1 ist ein Thema der gesamten Liga und nicht nur ein BVB-Thema. Ganz davon ab, fällt 50+1 für alle, wird es irgendwann auch für den BVB wieder ein Thema. Nicht heute, nicht morgen - aber irgendwann wird jemand erklären, dass dieser Passus in der Satzung nicht mehr zeitgemäß sei.

Neu auf Schwatzgelb.de: 50+1 muss unangetastet bleiben.

Klopfer ⌂, Dortmund, Freitag, 02.03.2018, 11:12 (vor 2863 Tagen) @ Sascha

Nicht heute, nicht morgen - aber irgendwann wird jemand erklären, dass dieser Passus in der Satzung nicht mehr zeitgemäß sei.

Man muss dafür gar nicht weit in die Zukunft schauen. Es reicht völlig, wenn man sich vorstellt, wie es um den BVB jetzt stehen würde, wenn Homm bei seinem Investment in den BVB sich nicht an der 50+1-Regel die Zähne ausgebissen hätte.
Und dass die Gefahr groß ist, durch irgendwelche Spekulanten ausgesaugt zu werden, hat ja auch schon Manchester United zu spüren bekommen.

SGG
Klopfer

Neu auf Schwatzgelb.de: 50+1 muss unangetastet bleiben.

PokerFaith21, Bonn/Düsseldorf, Donnerstag, 01.03.2018, 21:51 (vor 2863 Tagen) @ Sascha

Bravo!!! Spricht mir aus der Seele.

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