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Neu auf schwatzgelb.de: eSport ohne den BVB (BVB)

Blarry, Essen, Samstag, 26.08.2017, 12:01 (vor 3064 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Ich teile Deine Meinung, Sascha, im Großen und Ganzen schon. Eine E-Sport-Abteilung wäre zwar nice to have, aber irgendwo auch unproduktiv und hätte Probleme, sich finanziell selbst auf den Beinen zu halten. Das haben die Dinger einfach so an sich. Ich finde den Artikel an Stellen aber gar nicht schön ausargumentiert.

(Gehe davon aus, dass Zitate aus dem Text auf dieser Seite hier im Forum implizit erlaubt sind. Ansonsten bitte kürzen oder so)

[Tischtennis etc.] sind Überbleibsel von Borussia Dortmunds Herkunft als Verein für den Breitensport, [E-Sport] ein weiterer Schritt auf den weltweiten Unterhaltungsmarkt.

Zocken ist der "Breitensport" der 2000er und 2010er Jahre, wird von signifikant mehr jungen Leuten aktiv und regelmäßig betrieben als Handball oder Tischtennis. Gleichzeitig werden noch viele Monde und Winter vergehen, bis der E-Sport auf dem weltweiten Unterhaltungsmarkt an anderen Aktivitäten vorbeizieht. Fußball zum Beispiel, wie ihn der BVB auch bietet. Unter "Unterhaltungsmarkt" fällt für mich ohnehin alles, was sich als "spectator sport" beschreiben lässt. Gucken Zuschauer zu, dient es zu ihrer Unterhaltung. Gilt auch für die Handball-Damen.

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Soll ein Fußballclub wie der BVB auch auf andere Märkte expandieren, nur weil es Geld bringt? Nun, der BVB hat hier schon eine gewisse Erfahrung gesammelt und das waren nicht die besten.

Stichwort: "Größenordnung". Eine eigene Sportartikelherstellung ist mit dem Aufwand zum Betrieb einer E-Sport-Abteilung nicht zu vergleichen. Die brauchen Spieler, paar Playsis und Fernseher, ein Management das Flüge und Hotels bucht, Social-Media-Menschen. Das wars im Prinzip. Die gesamte Infrastruktur im Umfeld ist bereits vorhanden, weil extern gestellt (Turnierveranstalter, Twitch, etc.).

Und Sportsandbytes wird auf dem IT-Markt auch nicht gerade in einem Atemzug mit IBM, Apple und Microsoft genannt.

Borussia Dortmund wir auch nicht in einem Atemzug mit Real Madrid oder Manchester United genannt. Und hier sind wir, und existieren immer noch vor uns hin.

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[...]aber was passiert denn, wenn dieses Modell wirklich funktioniert? Dann werden auch Real Madrid, der FC Barcelona und Manchester United in den eSport drängen.

Da weiß ich nicht so recht, worauf Du hinaus willst. Madrid, Barcelona und Manchester sind auf dem Fußballmarkt. Trotzdem spielen wir ab und zu Fußball gegen die, und nicht immer so unerfolgreich. Angst vor der Konkurrenz ist so ziemlich die Eigenschaft, die im Sport gar keinen Platz hat. Egal, welche Sportart man betreibt. Abgesehen davon ist der E-Sport kein Markt, den neu hinzuströmende Fußballklubs unter sich aufteilen, nur weil sie plötzlich da sind. Dort bestehen über zwei Jahrzehnte gewachsene Strukturen, die sich nicht einfach so überschreiben lassen, nur weil man der FC Barcelona ist. Natürlich würden die ganz großen Klubs erstmal für Medienrummel und wachsendes Interesse sorgen. Gleichzeitig werden sie nicht in der Lage sein, von einem Tag auf den anderen nur aufgrund ihrer Präsenz die alten Platzhirsche abzulösen.

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Mit wem werden wohl die großen Softwareschmieden und Konsolenhersteller lieber zusammenarbeiten?

In der Diskussion irrelevant, weil Microsoft/Sony/EA lediglich die technischen Plattformen stellen und ansonsten keinen aktiven Einfluss ins Geschehen nehmen. Konami käme nie auf die Idee, jedem unserer Spieler ein 99er Rating zu verpassen, nur weil sie mit uns kooperieren (was sie heute ja schon tun). (Wobei, es ist Konami. Denen ist jeder Scheiß zuzutrauen. #FucKonami)

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Wenn Fußballvereine bewusst auf andere Märkte expandieren und sich somit letztendlich nicht mehr von ganz normalen Wirtschaftsunternehmen unterscheiden, verwässert das den Sport endgültig.

Inwiefern verwässert es die Sportart, die die Lizenzspielerabteilung ausübt, wenn es im BVB gleichzeitig eine andere Abteilung gibt, die etwas anderes tut?

Aus finanzieller Sicht braucht niemand den Fehler zu machen und glauben, dass sich damit das große Geld machen ließe. Auf dem Niveau, auf dem die Blauen und Wolfsburg spielen, geht es um vier- oder fünfstellige Preisgelder. Damit finanziert sich lediglich der laufende Betrieb. Hat schon seinen Grund, warum auch große E-Sport-Troupes nicht auf Sponsoren verzichten. Weil sies nicht können. E-Sport geht i.d.R. nur mit Zuschüssen von außen und ist damit für Unternehmen, die da einsteigen wollen, hauptsächlich PR. In meinen Augen angenehmere PR als der BVB-Logo-Toaster mit Tormelodie.

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Die Kluft zum breiten Rest wird noch größer als sie eh schon ist, die sportlichen Machtverhältnisse noch weiter zementiert, statt, was dringend nötig wäre, sie zu verringern.

Bist Du jetzt im Fußball oder im E-Sport?

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Nicht zuletzt würden sich die Vereine noch stärker vom fußballsportlichen Erfolg entkoppeln.

Wie gesagt, dafür sind die Summen, um die es darin geht, um den Faktor 100 bis 10000 zu klein.

Grundsätzlich ist die Abkopplung der Finanzlage vom sportlichen Erfolg das, was jeder Verein sich wünscht, um das Überleben des Vereins in sportlich schwierigen Fahrwassern abzusichern. Man stelle sich vor, wir wären nach der 14/15er Saison auf Jahre im Niemandsland zwischen Platz 7 und 14 versumpft. Das Wirtschaftliche soll sich aufs Sportliche auswirken, nicht andersrum. Dafür hängen eben doch zu große Beträge drin, ebenso wie Arbeitsplätze.

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Wie gesagt, ich brauche auch nicht unbedingt eine E-Sport-Abteilung im BVB. Würde mich aber auch nicht jucken, wenns eine gäbe. Weil die Auswirkungen auf den Profifußballverein (und aller Romantik zum Trotz: Handball, Tischtennis etc. verfolgt ihr eh nicht :P) bestenfalls im Promillebereich zu spüren wären. Da überschätzt Du die realistischen Potenziale einfach massiv.


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