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Neu auf schwatzgelb.de: Es gibt auch kein Koscher-Zertifikat für die Speisen (BVB)

Redaktion schwatzgelb.de ⌂ @, Dortmund, Dienstag, 01.06.2021, 09:07 (vor 445 Tagen)

Zum Thema "ganzheitliche Inklusion gehört auch niemanden wegen seiner Religion auszugrenzen. Wie ist es jedoch in einem Stadion zu sein, aber sich nicht verpflegen zu können, weil die religiösen Vorschriften die angebotene Verpflegung verbieten? Darüber haben wir mit dem deutsch - israeli Adam gesprochen.


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Neu auf schwatzgelb.de: Es gibt auch kein Koscher-Zertifikat für die Speisen

Sascha, Dortmund, Dienstag, 01.06.2021, 09:29 (vor 445 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Ich finde es schön, wie pragmatisch Adam mit der Situation umgeht. Der Text zeigt nämlich auch sehr schön, wo Inklusion an ihre Grenzen stößt.

Es gibt rund 3.000 Menschen jüdischen Glaubens in Dortmund und die sind, wie jeder andere Fan auch, im Westfalenstadion willkommen. Aber wie viele von denen gehen tatsächlich zum Fußball? Und wer hängt einer strengen Glaubensausrichtung an und wer einer weniger strengen? Am Ende kommt man wohl bei einer sehr kleinen Zahl von Fans, die für das Catering überhaupt noch in Frage kommen. Und die haben genau die gleichen Voraussetzungen wie alle übrigen Fans auch. Verschiedene Geschmäcker, verschiedene Allergien oder Unverträglichkeiten.

Das ist dann eben auch ein Bereich, wo ein Fußballverein ein passendes Angebot an Lebensmitteln nicht bieten kann, weil es viel zu kleinteilig wird.

Da finde ich einfach, dass die pragmatische Lösung, sich dann eben rund um das Spiel herum selber zu verpflegen, nicht bedeutet, jemanden von der Gemeinschaft auszuschließen.

Neu auf schwatzgelb.de: Es gibt auch kein Koscher-Zertifikat für die Speisen

uwelito, Wambel/ Westpfalz, Dienstag, 01.06.2021, 11:25 (vor 445 Tagen) @ Sascha

Für Adam hat der BVB das Problem doch ganz einfach gelöst: es ist genug zu trinken im Angebot und er ist zufrieden.

Neu auf schwatzgelb.de: Es gibt auch kein Koscher-Zertifikat für die Speisen

Klopfer ⌂, Dortmund, Mittwoch, 02.06.2021, 00:37 (vor 444 Tagen) @ uwelito

Für Adam hat der BVB das Problem doch ganz einfach gelöst: es ist genug zu trinken im Angebot und er ist zufrieden.

Klar, mach ich genauso.
Das hat zwar bei mir nichts mit Religion zu tun, aber Grundbedürfnisse, was Nahrungsqualität bedeutet, hat wohl jeder und meine Bedürfnisse bleiben dort genauso unbefriedigt, wie die von Adam.

SGG
Klopfer

Neu auf schwatzgelb.de: Es gibt auch kein Koscher-Zertifikat für die Speisen

Sascha, Dortmund, Dienstag, 01.06.2021, 11:37 (vor 445 Tagen) @ uwelito

Klar. Und ich finde das auch richtig gut, wie er damit umgeht. Der BVB bietet nunmal Fußballspiele an und keine gastronomische Vollversorgung. Und da muss man einfach realistisch sein: es gibt halt irgendwo eine Grenze, ab der eine Bedürfnisbefriedigung logistisch nicht mehr möglich ist, weil es zu spezielle Einzelinteressen sind.

Das hat für mich auch nichts mit Inklusion oder so zu tun. Das, worum es dabei wirklich im Kern geht, nämlich die Verfolgung eines Fußballspiels des BVB, ist ja vollumfänglich gegeben.

Neu auf schwatzgelb.de: Es gibt auch kein Koscher-Zertifikat für die Speisen

pactum Trotmundense, Syburg, Dienstag, 01.06.2021, 11:55 (vor 445 Tagen) @ Sascha

Da sprichst du einen wichtigen Punkt an, der heute leider in der "man muss es jedem Recht machen, sonst ist man intolerant"-Empörungskultur, die insbesondere auf Twitter exzessiv gelebt wird, ziemlich untergeht. Selbst mit dem besten Willen, gerät man manchmal auch an eine Grenze. Du hast es exakt umrissen: es wird zu kleinteilig. Da ist dann auch Verständnis bei den Betroffenen verlangt, dass eben nicht alles für sie möglich gemacht werden kann. Insbesondere, wenn es sich um Einschränkungen handelt, die aufgrund einer Lebenseinstellung existiert und es nicht um körperliche Gegebenheiten geht.

Aber eine Frage stelle ich mir dann doch. Nehmen wir mal an, dass der BVB mal auf einen israelischen Verein trifft. Würde der BVB das Catering im Gästebereich wohl anpassen und koschere Speisen servieren? Wie handhabte er das bei Spielen gegen Galatasaray? Ich weiß aus dem Heimbereich, dass Catering von Halal-Speisen angeboten wird, daher vermute ich mal, man hat es im Gästebereich entsprechend auch und vermutlich ausschließlich.

Neu auf schwatzgelb.de: Es gibt auch kein Koscher-Zertifikat für die Speisen

simie, Krefeld, Dienstag, 01.06.2021, 13:56 (vor 444 Tagen) @ pactum Trotmundense


Aber eine Frage stelle ich mir dann doch. Nehmen wir mal an, dass der BVB mal auf einen israelischen Verein trifft. Würde der BVB das Catering im Gästebereich wohl anpassen und koschere Speisen servieren?

Das Problem wird einfach sein, wie auch im Interview angesprochen, dass es bei streng Gläubigen eben nicht ausreicht einfach auf ein paar Produkte zu verzichten, sondern es muss die gesamte Küche als kosher zertifiziert sein. Und das ist eben schwierig. So dürfen bestimmte Produkte nicht in der selben Küche zubereitet werden bzw es muss eine ganz klare Trennung der Arbeitsmaterialien (Messer etc.) vorliegen. Klar. Viele mit jüdischen Glauben sind nicht so streng.
Aber die Zertifizierung als koshere Küche dürfte außerhalb der Reichweite einer Stadiongastronomie liegen.

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