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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm? (Sonstiges)

Rupo @, Saarland, Dienstag, 13. März 2018, 14:37 (vor 271 Tagen)

Moin,
wundert mich datt es dazu noch kenen Eintrag gibt...

Als ehemaliger Bezieher von Hartz IV eröffne ich mal die Diskussion.
Würde mich interessieren, was die a) Theoretiker und die b) Praktiker über Hatz IV denken und erfahren haben, mit allem drum und dran.

Kann man davon 'Leben' oder sind die Empfänger vom Staat verhältnismäßig aufgefangen und abgesichert?

Aus meiner knapp einjährigen Erfahrung kann ich sagen, dass es zum 'überleben' reichen könnte, zur Teilhabe am Leben nicht.

Ganz herzlichen Gruß an dieser Stelle an die Genossen der SPD, hier vor allem an Herrn Gerhard Schröder, Herrn Bundespräsident Steinmeier und die aktuelle Regierung der SPD....

Glück ab,
Thomas

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

FourrierTrans @, Dortmund, Mittwoch, 14. März 2018, 09:12 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Hallo Thomas!

Mal ein ganz persönlicher Beitrag von mir zu dem Thema "Sozialstaat" und gesellschaftliche/politische Entwicklungen an sich.

Ich habe nun (leider) keine "2" in der ersten Ziffer meines Alters stehen, arbeite als Ingenieur und darf mich daher erst einmal nicht beklagen. Ebenso habe ich noch keine wirkliche Erfahrung mit Arbeitslosigkeit ergo mit Hartz IV machen müssen.
Wenn ich aber einfach mal darüber nachdenke, wie sich dieses Land seit meiner Kindheit bzw. in meiner bisherigen Lebenszeit entwickelt hat, kann man eigentlich nur jedem (jungen) Menschen den Rat geben: Geb acht auf dein Umfeld, informiere dich, bilde dich weiter, mach dich unabhängig von jedweder Unterstützung und mach dir insbesondere ganz genau Gedanken darüber, wo du dein Geld bunkerst oder investierst und welche Altersvorsorge du planst, egal welchen Beruf du ausübst. Es kümmert sich im Zweifel niemand um dich und das wird in 10 Jahren noch deutlich düsterer aussehen.

Eine faire Entwicklung, unter Berücksichtigung derjenigen, die durch das "soziale Raster" fallen, gibt es nur noch sehr bedingt und wird es zukünftig aus meiner Sicht nahezu gar nicht mehr geben. Auch die ehemalige "Arbeiterklasse" und "Mittelschicht" wird zunehmend ausgedünnt, offensichtlich ist dies politisch so gewollt.
Ich komme aus einer ottonormalen "Arbeiterfamilie" und ich bin der erste in der Familie, der studiert hat. Mein erstes Semester ist nun schon einige Jahre her und es war nicht einfach, sich in einer gänzlich anderen "Gesellschaftsschicht" zu bewegen und es war im speziellen finanziell nicht einfach, obwohl ich durchgehend gearbeitet habe. Dies ist für "Arbeiterkinder" alles gegenwärtig noch viel schwieriger geworden. Wen das interessiert, dem empfehle ich die Seite "Arbeiterkind.de". Lesenswert und brutal erschreckend zugleich, wie abhängig Bildung vom Elternhaus geworden ist.
Man kann diese Entwicklungen aber auch in ganz vielen anderen alltäglichen Dingen erleben. Meine Eltern pflegen seit jeher einen gleichbleibenden Lebensstil. Als Kind sind sie mit mir in den Sommerferien auch mal 10 Tage nach Spanien geflogen, oder nach Italien. Da müssten sie heute schon 3 mal drüber nachdenken.

Ich persönlich mache mein Kreuzchen auch nur noch bei den großen Volksparteien, weil alles andere für mich eine noch schlechtere Entwicklung zur Folge hätte und ich nicht in einem von Rassisten regierten Land leben möchte. Dennoch hege ich keinerlei Hoffnungen oder Erwartungen an das Kreuzchen, was ich bei Wahlen mache. Ich weiß, dass da nichts zurückkommen wird und das diese gesellschaftliche Kahlrasur der (wie man so schön sagt) "kleinen Leute" immer weiter voranschreitet und ich glaube, sehr viele junge Menschen denken genauso.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Rupo @, Saarland, Mittwoch, 14. März 2018, 14:04 (vor 270 Tagen) @ FourrierTrans

Moin,
danke für die vielen zahlreichen Beiträge, die auch noch überwiegend sachlich geblieben sind.

Heute am Tage der Vereidigung der vierten Amtszeit von Angela Merkel, hat vor 15 Jahren Gerhard Schröder seine Agenda 2010 Rede im Bundestag gehalten.

Ich habe während der Hartz IV niemanden 'kennen' gelernt der es wirklich nur mit Hartz IV schafft. Zu den 'ich war auch mal im Studium': Hand hoch wer von euch bei den Eltern gelebt hat, oder Teilleistungen von diesen entgegengenommen hat ;-)...Essen, Wäsche, Auto ausleihen, mal nen Fuffi hier und da..ich war selber Student auf Bafög und hatte mehr als mit Hartz IV zur Verfügung.

Zum Verfahren an sich. Erst einmal muss die Hürde der Beantragung geschafft werden. Das überfordert dann schon mal viele. Hat man es geschafft ist man für ein halbes Jahr dabei. Das Problem ist aber, dass man meistens Mitten im Leben steht und Verträge und Abbuchungen weiter laufen wie:
- Versicherungen
- Ratenkredit zurück zahlen
- Mitgliedsbeitrag Vereine (BVB) zahlen
etc. etc.
dazu kommen dann unerwartete Sonderposten...

Theoretisch würde es so aussehen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosengeld_II
1. Miete wird übernommen (ohne Strom)
Einnahmen: Hartz IV Satz
davon ab: Strom

das wäre es...

in der Praxis hat man aber noch diverse Fixkosten (berechtigt oder nicht) die davon abgehen und man will ja auch wieder in das 'normale Leben' zurück Vorlaufkosten...

Alternativen gibt es, ich würde:
- das BGE (Bedingungslose Grundeinkommen) nennen
- Anhebung des Niedriglohnsektors
- Eindämmung der Leiharbeit
- 1 Euro Jobs streichen
- Grundlegende Arbeitsmarktreform
etc. etc.

Beste Grüße,
Thomas

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Klopfer ⌂, Dortmund, Mittwoch, 14. März 2018, 15:54 (vor 270 Tagen) @ Rupo
bearbeitet von Klopfer, Mittwoch, 14. März 2018, 15:58

O.k, das wird ann wohl so eine Art Zusammenfassung

Alternativen gibt es, ich würde:
- das BGE (Bedingungslose Grundeinkommen) nennen

Ist keine wirkliche Alternative für alle und das müsst sie sein, wenn sie funktionieren sollte. Das BGE würde die gesamten volkswirtschaftlichen Verflechtungen, die die Soziale Marktwirtschaft bisher erzeugt hat, zerfleddern. Da gibt es viel zu viele Unwägbarkeiten, die im Zweifelsfall die gesamte Wirtschaft ruinieren könnten. Für das Experiment ist unser Rahmen einfach zu groß.

- Anhebung des Niedriglohnsektors

War immer mein Reden. Die Löhne sind insgesamt zu niedrig, sie passen nicht zur hervorragenden Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft. Ist jetzt für mich als Unternehmer eigentlich nicht so mein Ding, aber dass die Gewerkschaften derzeit völlig unterperformen, sollte doch jedem auffallen.
Beispiel: VW baut eigenes Personal ab und holt sich dafür billige Leiahrbeiter und macht mal eben 11,4 Milliarden Gewinn. Sorry, ihr Witzbolde von der IG Metall, wie ihr so einen Mist zulassen könnt, ist mir völlig unverständlich.

- Eindämmung der Leiharbeit

Absolut deiner Meinung, siehe oben. Leiharbeit ist in jeder Hinsicht überflüssig, sie nutzt nur zum Bescheissen bei den Löhnen und den Sozialstandards.

- 1 Euro Jobs streichen

Natürlich, die Jobs selbst diskriminieren und wenn sie sinnvoll angewendet werden, machen sie den Kleinunternehmern wie Hausservice und Co. tödliche Konkurrenz.

- Grundlegende Arbeitsmarktreform

Ich denke, in den Vorschlägen da oben da oben steckt schon genug Reform drin, dass ist viel mehr als die zwei sich neutralisierenden Volksparteien in der GroKo so auf die Reihe bekommen werden.

SGG
Klopfer

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

markus @, Mittwoch, 14. März 2018, 23:10 (vor 270 Tagen) @ Klopfer
bearbeitet von markus, Mittwoch, 14. März 2018, 23:20

War immer mein Reden. Die Löhne sind insgesamt zu niedrig, sie passen nicht zur hervorragenden Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft. Ist jetzt für mich als Unternehmer eigentlich nicht so mein Ding, aber dass die Gewerkschaften derzeit völlig unterperformen, sollte doch jedem auffallen.

Das liegt doch aber am immer kleiner werdenden Organisationsgrad der Belegschaften. Schonmal die Mitgliederrückgänge der Gewerkschaften gesehen? In vielen Branchen sind Gewerkschaften gar nicht mehr streikfähig. Wie soll da also besser performed werden? Mit reinem betteln am Verhandlungstisch wirst du einen Arbeitgeber wohl kaum dazu bewegen, die Tasche weiter zu öffnen als unbedingt nötig.

Beispiel: VW baut eigenes Personal ab und holt sich dafür billige Leiahrbeiter und macht mal eben 11,4 Milliarden Gewinn. Sorry, ihr Witzbolde von der IG Metall, wie ihr so einen Mist zulassen könnt, ist mir völlig unverständlich.

Hier hat in erster Linie der Gesetzgeber derartige Möglichkeiten geschaffen. VW ist aber immerhin noch ein Unternehmen mit hohem Organisationsgrad und überdurchschnittlichen Gehältern inklusive ordentlicher Erfolgsbeteiligung. Da performed die IG Metall schon noch ziemlich gut, wenn man das mit Verdi in anderen Branchen vergleicht.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Guido @, Mittwoch, 14. März 2018, 17:04 (vor 270 Tagen) @ Klopfer

- Eindämmung der Leiharbeit


Absolut deiner Meinung, siehe oben. Leiharbeit ist in jeder Hinsicht überflüssig, sie nutzt nur zum Bescheissen bei den Löhnen und den Sozialstandards.

Das stimmt doch nicht. Was machst du in Unternehmen, wo du traditionell starke saisonale Schwankungen hast? Quartalsmäßig Hire & Fire? Der flexible Einsatz von Leiharbeitnehmern - selbst wenn sie gleich verdienen - ist da schon wichtig.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Klopfer ⌂, Dortmund, Mittwoch, 14. März 2018, 23:33 (vor 270 Tagen) @ Guido


Das stimmt doch nicht. Was machst du in Unternehmen, wo du traditionell starke saisonale Schwankungen hast? Quartalsmäßig Hire & Fire? Der flexible Einsatz von Leiharbeitnehmern - selbst wenn sie gleich verdienen - ist da schon wichtig.

Sie verdienen eben nicht gleich. Sie kosten vielleicht das gleiche, aber dazwischen sitzt immer noch der Arbeitnehmerverleiher.
Sieh dich doch mal um, fast alle Großkonzerne nutzen die Gesetze der Arbeitnehmerüberlassung aus, um ihre Kosten strukturell zu senken, da geht es nicht um Flexibilität oder saisonale Schwankungen.

SGG
Klopfer

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

markus @, Donnerstag, 15. März 2018, 07:02 (vor 270 Tagen) @ Klopfer

Sie verdienen eben nicht gleich. Sie kosten vielleicht das gleiche, aber dazwischen sitzt immer noch der Arbeitnehmerverleiher.
Sieh dich doch mal um, fast alle Großkonzerne nutzen die Gesetze der Arbeitnehmerüberlassung aus, um ihre Kosten strukturell zu senken, da geht es nicht um Flexibilität oder saisonale Schwankungen.

Was denn nun? Wenn sie das gleiche kosten, wie soll dann der Konzern Kosten senken?

Ich bin selbst in einem Großkonzern beschäftigt und dort im Betriebsrat. Durch das neue AÜG werden Leiharbeiter nach 9 Monaten gleichgestellt, erhalten somit die gleiche Vergütung wie Stammbeschäftigte. Weil da dann noch der Verleiher zwischen ist, kostet der Leiharbeitnehmer sogar deutlich mehr als der Stammbeschäftigte. Selbst in den ersten 9 Monaten ist der Leiharbeitnehmer teurer. Zumindest rein auf den Stundensatz gesehen.

Am Ende geht die Rechnung aber trotzdem auf, eben wegen der höheren Flexibilität. Du musst keine Abfindungen zahlen und dich nicht mit Kündigungsschutzklagen und negativen Schlagzeilen herumärgern, sondern meldest die Leiharbeitnehmer einfach ab. Diese erhalten dann entweder einen neuen Einsatz in einem anderen Unternehmen oder werden gekündigt. Da Leihfirmen in der Regel keinen Betriebsrat haben, gibt es keine Sozialplanleistungen.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Guido @, Donnerstag, 15. März 2018, 10:57 (vor 269 Tagen) @ markus

Alles richtig was du schreibst. Das ist genau die Realität der Leiharbeit aus Unternehmenssicht. Man muss allerdings auch sagen, dass derzeit "der Markt" etwas kippt. Der relative gute Arbeitsmarkt ermöglicht einigen Leiharbeitnehmern den Wechsel in Festbeschäftigung und die Unternehmer müssen derzeit gucken, dass sie die verlässliche Leiharbeitnehmer vielleicht doch besser langfristig bei sich beschäftigen, um die Qualität dauerhaft zu sichern.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

markus @, Donnerstag, 15. März 2018, 16:11 (vor 269 Tagen) @ Guido

Das stimmt. Zur Zeit werden zumindest gute Leiharbeitnehmer gerne mal übernommen. Das liegt zum einen am Fachkräftemangel und zum anderen daran, dass das neue AÜG nur noch eine Überlassungsdauer von maximal 18 Monaten zulässt.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

markus @, Mittwoch, 14. März 2018, 23:19 (vor 270 Tagen) @ Guido

Das stimmt doch nicht. Was machst du in Unternehmen, wo du traditionell starke saisonale Schwankungen hast? Quartalsmäßig Hire & Fire? Der flexible Einsatz von Leiharbeitnehmern - selbst wenn sie gleich verdienen - ist da schon wichtig.

Da stimmt aber auch nicht. Du verlagerst das quartalsmäßige Hire & Fire einfach nach unten. Ist ja schön, wenn der Entleiher dann keine eigenen Mitarbeiter kündigen muss. Dafür schmeißt dann halt der Verleiher die Mitarbeiter raus, sobald sie „abgemeldet“ werden, denn oftmals hat man für diese Leute dann keine neue Einsatzbeschäftigung.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Guido @, Donnerstag, 15. März 2018, 10:53 (vor 269 Tagen) @ markus

Da stimmt aber auch nicht. Du verlagerst das quartalsmäßige Hire & Fire einfach nach unten. Ist ja schön, wenn der Entleiher dann keine eigenen Mitarbeiter kündigen muss. Dafür schmeißt dann halt der Verleiher die Mitarbeiter raus, sobald sie „abgemeldet“ werden, denn oftmals hat man für diese Leute dann keine neue Einsatzbeschäftigung.

Ja klar. Das wird in den meisten Fällen so sein. Die Kernkompetenz der Zeitarbeitsfirmen ist die relativ unbürokratische Einstellung und Freistellung von Personal. Zudem geräuschlos für das Image des Unternehmens, welches temporär das Personal benötigt. Trotzdem: Die Alternative kann auch eine Verlagerung weiter ostwärts sein. Das Beispiel Amazon zeigt ja, dass das auch im Logistik-Bereich (der ja einer der größten Zeitarbeitsbereiche ist) funktioniert.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Daniel_nette @, Howi, Mittwoch, 14. März 2018, 17:30 (vor 270 Tagen) @ Guido

- Eindämmung der Leiharbeit


Absolut deiner Meinung, siehe oben. Leiharbeit ist in jeder Hinsicht überflüssig, sie nutzt nur zum Bescheissen bei den Löhnen und den Sozialstandards.


Das stimmt doch nicht. Was machst du in Unternehmen, wo du traditionell starke saisonale Schwankungen hast? Quartalsmäßig Hire & Fire? Der flexible Einsatz von Leiharbeitnehmern - selbst wenn sie gleich verdienen - ist da schon wichtig.

Sorry aber das betrifft doch maximal insgesamt 10-15% der Leiharbeiterjobs. Wozu gibt es befristete Arbeitsverträge?

Mit SGG Daniel

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Hartz 4 brachte für Einkommenslose Verbesserungen!

Zoon, Borussentraumland, Dienstag, 13. März 2018, 23:12 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Ganz herzlichen Gruß an dieser Stelle an die Genossen der SPD, hier vor allem an Herrn Gerhard Schröder, Herrn Bundespräsident Steinmeier und die aktuelle Regierung der SPD....

Und was gab es vor Hartz 4?

Für diejenigen, die vor ihrer Arbeitslosigkeit einen sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hatten und deren Arbeitslosengeld auslief, gab es Arbeitslosenhilfe. Wer viel verdient hatte, konnte damit auskommen; wer wenig verdient hatte, nicht und musste ergänzend Sozialhilfe beantragen.Für diejenigen, die vor ihrer Arbeitslosigkeit keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hatten (z.B. selbständige oder krank waren), gab es allenfalls Sozialhilfe.

Sozialhilfe nach dem BSHG gab es nur, wenn die dortigen - sehr geringen Vermögensfreibetragsgrenzen - nicht überschritten wurden. Ein Alleinstehender (unter 60 Jahren) durfte nicht mehr als 1.000 € auf seinem Konto haben. Im alten System gab es viele Arbeitslosenhilfebezieher, die mit ihrer Arbeitslosenhilfe ihre Existenz nicht decken konnten und Sozialhilfe nicht beziehen konnten, weil sie erstmal ihr Vermögen aufbrauchen mussten oder z.B. noch eine Mini-Lebensversicherung hatten, die ihre einzige Altersversorgung darstellte und die sie nicht angreifen und aufbrauchen wollten. Für Leistungsbezieher von Hartz 4 wurden diese Vermögensfreibeträge kräftig angehoben. Ein 50jähriger kann aktuell Hartz 4 beziehen mit einem selbstgenutzten Eigenheim, Vermögen von 7.500 €, einem PKW mit einem Verkehrswert von 7.500 € und einer Lebensversicherung mit einem Rückkaufswert von 37.500 € (bei vereinbartem Verwertungssausschluss).

Bei der Sozialhilfe gab es einen Regelsatz, der nach Kassenlage festgesetzt und selten angepasst wurde. Der Bestimmung des Hartz 4-Regelsatzes wurde das Statistikmodell zugrundegelegt. Mit dem Regelsatz-Urteil des BverfG aus dem Jahr 2010 wurde die Politik gezwungen, den Regelsatz in einem nachvollziehbaren und folgerichtigen Verfahren alle zwei Jahre zu aktualisieren. Danach gab es entsprechende Regelsatzanpassungen.

Beim alten System waren ehemals gutverdiendende Arbeitnehmer bevorzugt. Diesen wurden Leistungen der gehobenen Fürsorge gewährt, währenddessen der Rest bis auf einen Minifreibetrag sein Vermögen aufbrauchen musste und unzureichende Sozialhilfeleistungen bekam. Obwohl beides mit Steuermitteln finanziert wurde, bekamen die einen mehr als die anderen.

Und dieser Vorteil wurde von vielen Betroffenen auch genutzt, um vorzeitig in den entspannten Ruhestand zu gehen: Vom Arbeitgeber liess man sich die in Verhandlungen mit den Gewerkschaften zugesicherte Unkündbarkeit abkaufen. Mit Abfindung, Arbeitslosengeld der Versichertengemeinschaft und Arbeitslosenhilfe der Steuerzahler konnte man die Zeit bis zum Eintritt in die Altersrente überbrücken, obgleich man in dieser Zeit gar keine neue Arbeit mehr aufnehmen wollte und somit gar nicht arbeitslos war. Finanzieren durfte das letztlich die Sozialgemeinschaft.

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Hartz 4 brachte für Einkommenslose Verbesserungen!

Professor-van-Dusen @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 23:34 (vor 271 Tagen) @ Zoon

Danke. Insbesondere das Thema des letzten Absatzes hatte ich unten auch schon angesprochen. Das System aus ALG I und II halte ich grundsätzlich für eine Verbesserung. Trotzdem wurden bei der Einführung natürlich Fehler gemacht. So hätte zum Beispiel der Mindestlohn zwingend parallel eingeführt werden müssen. Auch die Höhe von ALG II ist sicherlich diskutabel (siehe dazu auch den unten von mir verlinkten Artikel).

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Hartz 4 brachte für Einkommenslose Verbesserungen!

Zoon, Borussentraumland, Dienstag, 13. März 2018, 23:53 (vor 271 Tagen) @ Professor-van-Dusen

Dem will ich gar nicht widersprechen. Mit meinem Beitrag will ich eigentlich nur aufzeigen, wie schlecht und fragwürdig das alte Leistungssystem war. Mit dem SGB II wurde die Situation der ärmsten Erwerbslosen verbessert. Nachteile gab es für die Arbeitslsoen mit ehemals gutem Einkommen.

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Hartz 4 brachte für Einkommenslose Verbesserungen!

Professor-van-Dusen @, Berlin, Mittwoch, 14. März 2018, 00:09 (vor 271 Tagen) @ Zoon

Jepp. Und wie ich ebenfalls unten schon schrieb: "Gerechtigkeit" für jeden einzelnen Fall wirst du eh niemals herstellen können, da jedes System immer missbraucht werden kann und wird.
Ich würde mir nur tendenziell ein positiveres Menschenbild wünschen, dass nicht hinter jedem Bedürftigen gleich einen faulen Betrüger vermutet. Lieber zahle ich von meinen Steuern und Abgaben für einige Arbeitsunwillige ein paar Euro zu viel, als auch nur einen Cent für eine wirklich bedürftige Familie zu wenig. Das sollten wir als Gesellschaft uns auch leisten können und wollen.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Tobse, Dienstag, 13. März 2018, 20:21 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Was ich interessant bei dem Thema finde, ist die Transparenz, die das ganze zwangsläufig mit sich bringt. Jeder kann sich irgendwie ansatzweise vorstellen, wie viel man sich von 416 Euro im Monat in etwa leisten (oder eben auch nicht leisten) kann. Ich fände es schön, wenn es eine ähnliche Transparenz auch geben würde, wenn es in der "öffentlichen Diskussion" bspw. mal wieder um das Thema der Erbschaftssteuer geht, wo meinem Empfinden nach immer eher mit Gefühlen oder abstrakten Argumenten und eher weniger auf Grundlage von transparenten und konkreten Zahlen und Größenordnungen argumentiert wird. Ich vermute allerdings, dass das von manchen Diskussionteilnehmern nicht unbedingt gewünscht ist, da man sonst vermutlich relativ schnell feststellen würde, dass auch die Leute, die gegen eine Erhöhung sind, auch nicht unbedingt verhungern würden, wenn sie einen etwas höheren Anteil ihres Erbes der Gemeinschaft zur Verfügung stellen würden ;)

Zum Thema ansich: Habe selbst nach meinem Studium knapp ein Jahr Hartz4 bezogen und wenn ich so im Rückblick darüber nachdenke, könnte ich auch einigermaßen viel dazu erzählen, merke ich gerade...;) Nur zu meinen (etwas skurillen) Erfahrungen mit dem Amt: Im Prinzip hat mich das Jobcenter in der Zeit weitestgehend "in Ruhe gelassen". Es gab in dem Zeitraum vllt 3-4 Beratungsgespräche mit einer Dame vom Jobcenter bzw. "Jobservice", die mir aber auch nicht wirklich weiterhelfen konnte, da man dort (so war zumindest mein Gefühl) eher selten mit Universitätsabsolventen zu tun hat und dementsprechend für mich so gut wie keine Angebote hatte (von merkwürdigen Vermittlungsversuchen zu Zeit- oder Leiharbeitsfirmen mal abgesehen...). Auch die "Pflichttermine" (Bewerbungstraining und Gang zu einer Jobbörse), nach denen mir bei einem Fernbleiben vermutlich Leistungen gekürzt worden wären, fielen dann eher spärlich aus. Abschließend kann ich sagen, dass das "Auffangnetz" Hartz4 für mich vor allem die Chance war, mich in dieser Zeit weiter in dem Bereich, in dem ich studiert habe, zu bewerben und nach langem und entnervendem Suchen durch ein freiwilliges und unentgeltliches Praktikum bei einem gemeinnützigen Verein schlussendlich den Job zu finden, in dem ich noch heute arbeite und bei dem ich vollkommen zufrieden bin (und das obwohl ich ein Gehalt beziehe, bei dem andere Menschen mit einem BWL-Masterabschluss vermutlich nichtmal ansatzweise ans morgendliche Aufstehen denken würden ;)).

Ach ja, besonders "spannend" fand ich damals, dass man sowas wie Urlaubstage hat und man seine Abwesenheit vom Wohnort im Prinzip beim Amt (an-)melden muss. Ich frag mich irgendwie bis heute, wieso man Urlaub vom Arbeitslosendasein benötigt...;)

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Die ganzen Hartz-Reformen sind doch eine Farce

Eisen @, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 20:09 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Ich persönlich vertrete die These, dass der ganze wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland rein gar nichts mit den Hartz-Gesetzen zu tun hat.

Hätte Schröder es wie Merkel gemacht und gewartet, was passiert, dann würden das Land wahrscheinlich genauso prosperieren. Dass ausgerechnet die SPD diese Sozialkeule rausgeholt hat, hat ihre Erosion begründet. Das traditionelle Arbeitermilieu hat ihr das (zu Recht) nie verziehen. Dies hat zur Gründung der Linkspartei und zum dauerhaften Verlust der SPD von 8-10 % geführt. Zusammen mit der Flüchtlingspolitik unserer allseits geschätzten Kanzelerin hat dies auch zum Aufstieg der AFD geführt.

Die Lebensleistung von Leuten, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben und dann vielleicht mit Anfang 50 arbeitslos geworden sind, wird mit Füße getreten. Die bekommen dann 12 oder 18 Monate Arbeitslosengeld und stehen danach auf einer Stufe mit Leuten, die ihren faulen Pelz noch nie bewegt haben (ja, solche gibt es auch).

Diese knapp 400 € im Monat sind doch zum Sterben zuviel und zum Leben zu wenig. Dass jetzt so ein arroganter Fatzke wie dieser Jens Spahn kommt und sich unqualifiziert und herablassend äußert, dies wundert mich nicht. Gerade die Konservativen sind ja häufig gut situiert und völlig empathielos. Was beschweren sich diese nutzlosen Asis überhaupt, können doch froh sein, dass sie in Deutschland überhaupt was zu Fressen bekommen. Genau das hat er doch gemeint. Das gleiche hätte auch vom Lindner und Konsorten kommen können, dabei könnten diese Schwätzer niemals von 400 € im Monat leben. Das geben die wahrscheinlich für Rotwein aus dem Barriquefaß aus. Es ist die Arroganz und Überheblichkeit der vermeintlichen Elite. Es sind auch die ersten, die der Mob sich holt, wenn die soziale Situation eskaliert (Frankreich 1789) oder den Weg in die Diktatur weisen (Deutschland 1933).

Meiner Meinung nach muss man diese Reform zurückdrehen und wieder klar zwischen Arbeitslosengeld und Sozialhilfe unterscheiden. Und die Sozialhilfesätze (analog Hartz 4 jetzt) müssten angemessen angehoben werden. Und zwar nicht um 3,80 € sondern schon eher so um 200 €. Bliebe noch das Problem Brüssel und EU. Es muss verhindert werden, dass halb Bulgarien und Rumänien in unsere Sozialsysteme einwandert. Mir ist egal, wie das rechtlich geregelt wird. Es muss möglich sein. Für solche Fälle war die EU auch nie gedacht und gemeint. Sonst brechen bei der AFD in den Umfragen alle Dämme.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

baxterbln @, Duisburg, Dienstag, 13. März 2018, 19:23 (vor 271 Tagen) @ Rupo
bearbeitet von baxterbln, Dienstag, 13. März 2018, 19:27

Hartes Thema und meiner Meinung nach auch nur wirklich objektiv zu beantworten wenn man selber mal in den Genuss von Sozialleistungen gekommen ist.

Ich versuche es aber trotzdem.

Habe mal als 18-jähriger für 1 Jahr Sozialhilfe bekommen (das ist allerdings schon 20 Jahre her) und da hat das Geld gerade so gereicht.

Später dann habe ich mit 27 für zwei Jahre Sozialhilfe erhalten (oder war das da schon Hartz?) da ich nach der Trennung mit meiner damaligen Freundin alleinerziehend wurde und das einfach mit dem normalen Job nicht zu vereinbaren war. Und das war schon ziemlich hartes Brot. Am Ende des Monats war da schon ziemlich hartes rechnen angesagt, um z.B. den Kühlschrank zu füllen. An irgendwelche Dinge wie Kino, Kneipe etc. war überhaupt nicht zu denken.

Ich arbeite Zeit einiger Zeit in als Lehrer für einen Träger der ABH Maßnahmen und Umschulungen anbietet und habe dort natürlich auch Kunden vom Jobcenter sitzen. Dort ist bei mir die Erfahrung, das es bei manchen am Ende des Monats nicht mal mehr für ein Toastbrot reicht.

Nach meinen Erfahrungen kann man als Single oder Paar durchaus "überleben", sofern man sich keine extras gönnt und auch mal ne Woche von Brot lebt.

Sobald Kinder im Spiel sind, sind die jetzigen Sätze fernab jeglicher Realitäten. Wer selber Kinder hat, weiß welche Kosten da im Spiel sind.

Darüber hinaus ermöglichen die Hartz 4 Sätze niemanden auch nur im Ansatz Rücklagen zu bilden um z. B. auch mal eine neue (gebrauchte) Waschmaschine zu kaufen, wenn die alte den Geist aufgegeben hat.

Sofern man irgendwann aufgrund eines Jobverlustes in Hartz 4 rutscht und wohl möglich noch einen Kredit offen hat, wird es richtig bitter. Mit den bisherigen Sätzen ist der überhaupt nicht weiter zu finanzieren. Hier ist dann der Weg in die Schuldenfalle auch vorprogrammiert.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

KUBAner, Dienstag, 13. März 2018, 19:13 (vor 271 Tagen) @ Rupo
bearbeitet von KUBAner, Dienstag, 13. März 2018, 19:18

Das Hartz IV - Gesetz war darauf ausgelegt, möglichst viele Individuen über einen Kamm zu scheren und so möglichst wenig Kapazitäten in die Leistungssachbearbeitung und mehr in die Arbeitsvermittlung zu investieren.

Dieser Schuss ging aber, nicht zuletzt durch die Sozialgerichte gehörig nach hinten los. Nahezu jeder "Leistungsfall" muss individuell berechnet und angegangen werden, sodass aktuell mindestens 50, wenn nicht sogar 60 % der Beschäftigten mit der Berechnung und Auszahlung von Leistungen beschäftigt sind und immer weniger mit der Arbeitsvermittlung.

Ich hätte kein Problem mit der Anhebung der Regelsätze für gewisse Personen (ältere, Alleinerziehende), wir dürfen aber nicht den Sozialtourismus ausweiten. Jeder EU-Bürger mit einer nachgewiesen Beschäftigung kann "aufstockend" Leistungen für die gesamte Familie beziehen. Die Beschäftigung muss nichtmal Sozialversicherungspflichtig sein...

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

senol83 @, Dienstag, 13. März 2018, 19:12 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Sozialsysteme sollten Menschen auffangen die es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen zu arbeiten. Krankheit oder Alter z.B. aber auch strukturschwache Regionen könnten da ein Grund sein. und dafür würde ich such mehr zahlen.
Ansonsten habe ich relativ wenig Verständnis dafür wie man es schafft teilweise über Jahre nicht aus H4 zu kommen.
Natürlich sind Netto 1200 zum Leben für eine 4köpfige Familie nicht viel- aber verhungern? wie schafft man das?

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 19:17 (vor 271 Tagen) @ senol83

Sozialsysteme sollten Menschen auffangen die es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen zu arbeiten. Krankheit oder Alter z.B. aber auch strukturschwache Regionen könnten da ein Grund sein. und dafür würde ich such mehr zahlen.
Ansonsten habe ich relativ wenig Verständnis dafür wie man es schafft teilweise über Jahre nicht aus H4 zu kommen.
Natürlich sind Netto 1200 zum Leben für eine 4köpfige Familie nicht viel- aber verhungern? wie schafft man das?

Das kann schneller gehen als man glaubt, in jungen Jahren ist die Chance noch größer ab einem bestimmten alter wird es aber trotz guter Ausbildung immer schwieriger.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Daddy @, Dienstag, 13. März 2018, 18:18 (vor 271 Tagen) @ Rupo
bearbeitet von Daddy, Dienstag, 13. März 2018, 18:22

Nach meinem BWL Studium war ich über ein Jahr auf Hartz IV angewiesen. Für mich alleine hats locker gereicht. Ich bin allerdings auch ein sparsamer Mensch und kann mein Geld vernünftig verwalten.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 18:44 (vor 271 Tagen) @ Daddy

Nach meinem BWL Studium war ich über ein Jahr auf Hartz IV angewiesen. Für mich alleine hats locker gereicht. Ich bin allerdings auch ein sparsamer Mensch und kann mein Geld vernünftig verwalten.

Während meiner Lehren hatte ich auch weniger Geld und man kam irgendwie klar. Problematisch wird es wenn man mal gut verdient hat und dann auf Hartz 4 zurückfällt. Da geht auch nicht nur ums Geld wenn ich daran denke als Hartz 4 eingeführt wurde war ich gutverdienender Küchenchef eines großen Hotels und habe im Traum nicht mit so einem Absturz gerechnet.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Ulrich @, Dienstag, 13. März 2018, 18:13 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Ganz schweres Thema. Auf der einen Seite muss jeder Euro den der Staat (oder auch die Rentenkassen, etc.) ausgeben zunächst einmal eingenommen werden. Und wir reden hier von wirklich sehr großen Summen. Auf der anderen Seite gibt es von durchaus glaubwürdigen Personen/ Institutionen die Aussage dass die Regelsätze zu niedrig sind.

Auffällig ist dass im Augenblick auf der einen Seite unsere Wirtschaft boomt, dass aber dieser Boom die Langzeitarbeitslosen die einen doch beträchtlichen Teil der Geldempfänger darstellen nicht erreicht. Hartz-4-Empfänger sind vielfach auf dem Arbeitsmarkt nicht vermittelbar. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits fassen viele Arbeitgeber Menschen die lange arbeitslos waren wenn überhaupt nur mit ganz langen Fingern an. Andererseits haben viele der betroffenen Personen unterschiedlichste Probleme die ihre Vermittlung schwer machen. Zudem gibt es in meinen Augen bei den Job-Centern massive Defizite. Das System ist darauf ausgelegt schnell Druck aufzubauen, aber Fördermaßnahmen, etc. sind in der Regel wenig effektiv. Rund um die Center herum hat sich ein ganzer Wirtschaftszweig entwickelt der Schulungsmaßnahmen, etc. anbietet die aber in der Regel den Betroffenen wenig bis gar nichts bringen. Hier gibt es viel Spreu und wenig Weizen. Statt viel Geld dafür auszugeben Menschen in immer neue Schulungen zu packen mit denen sie im Endeffekt wenig bis nichts anfangen könnten wäre es meiner Meinung nach Zeit neue Wege zu gehen, z.B. durch intensiveres Coaching statt dem Abhaken irgendwelcher Leistungsdaten wie x Bewerbungen im Monat, y Fortbildungsmaßnahmen im Jahr, etc.

Ein weiteres Problem ist der Niedriglohnsektor. Hier gibt es noch immer viele Menschen die gar nicht wissen dass sie Anspruch auf ergänzende Sozialleistungen haben oder für die die Inanspruchnahme zu kompliziert erscheint, und dies wohl teilweise zu Recht. Dazu kommt dass der Abstand zwischen Sozialhilfe bei Arbeitslosigkeit und Vollzeitbeschäftigung mit zusätzlichen ergänzenden Sozialleistungen zum Teil sehr gering sein kann.

Gerade in "angesagteren" Ballungsräumen kommt ein weiteres Problem hinzu, das sind die steigenden Preise auf dem Wohnungsmarkt und das viel zu niedrige Angebot an Sozialwohnungen. Häufig übersteigt die Nachfrage hier das Angebot um ein Vielfaches, und in den nächsten Jahren fallen zahlreiche Wohnungen aus der Sozialbindung heraus.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Voomy @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 16:58 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Dieses BGE-Thema ist zum Glück ein reines Internetphänomen und mit der Intensität seiner Verfechter höchstens noch mit der "Legalize It!" Bewegung gleichzusetzen. Es hat seinen Grund, warum die meisten Testprojekte gescheitert sind. Selbst das momentane Projekt in Finnland zeigt nicht, dass die prophezeiten Vorteile eines solchen Systems auch wirklich eintreten.

Vielleicht lässt sich das BGE in stark begrenzten Regionen sinnvoll umsetzen. Aber nicht als Ersatz für die Sozialleistungen in einer der größten Volkswirtschaften der Welt, die von Region zu Region grundlegend unterschiedlich ist, komplett andere wirtschaftliche Bedingungen und Voraussetzungen für den Alltag vorweist.

Internet-Scheindebatte. Mehr isses (zum Glück) nicht.

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Ollis @, Die A7 rauf und runter ;), Dienstag, 13. März 2018, 17:19 (vor 271 Tagen) @ Voomy

Vielleicht lässt sich das BGE in stark begrenzten Regionen sinnvoll umsetzen. Aber nicht als Ersatz für die Sozialleistungen in einer der größten Volkswirtschaften der Welt, die von Region zu Region grundlegend unterschiedlich ist, komplett andere wirtschaftliche Bedingungen und Voraussetzungen für den Alltag vorweist.

Internet-Scheindebatte. Mehr isses (zum Glück) nicht.

Also behalten wir die Hartz4-Sätze bei, die auch keine Rücksicht auf die Unterschiede in den Regionen bieten?

Ich haben den Wasserkopf ein halbes Jahr erleben dürfen, der die Hartz4-Regelungen "überwacht" bzw. die Menschen wieder in Arbeit bringen möchte. Da kommt man schon ins Grübeln, warum man sich eine solche Verwaltung leistet.

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Ulrich @, Dienstag, 13. März 2018, 18:19 (vor 271 Tagen) @ Ollis

Vielleicht lässt sich das BGE in stark begrenzten Regionen sinnvoll umsetzen. Aber nicht als Ersatz für die Sozialleistungen in einer der größten Volkswirtschaften der Welt, die von Region zu Region grundlegend unterschiedlich ist, komplett andere wirtschaftliche Bedingungen und Voraussetzungen für den Alltag vorweist.

Internet-Scheindebatte. Mehr isses (zum Glück) nicht.


Also behalten wir die Hartz4-Sätze bei, die auch keine Rücksicht auf die Unterschiede in den Regionen bieten?

Ich haben den Wasserkopf ein halbes Jahr erleben dürfen, der die Hartz4-Regelungen "überwacht" bzw. die Menschen wieder in Arbeit bringen möchte. Da kommt man schon ins Grübeln, warum man sich eine solche Verwaltung leistet.

Trotzdem wäre das BGE hoch problematisch. Bei uns gibt es zu Recht zunächst einmal den Grundsatz dass jede Person für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen muss. Erst wenn sie es nicht kann springt die Solidargemeinschaft ein. Jeder Euro, der als bedingungsloses Grundeinkommen ausgeschüttet wird muss zunächst einmal irgendwo eingenommen werden. Rechnet man dies auf 80 Millionen Einwohner durch dann ist so etwas nicht bezahlbar. Wo soll das Geld mittel- oder langfristig herkommen, insbesondere dann wenn es viele Empfänger gibt die es in Anspruch nehmen ohne zusätzlich irgend etwas zu leisten das Steuer- bzw. Sozialversicherungseinnahmen generiert? Zudem würde so ein System bewirken dass diejenigen die tatsächlich einzahlen sich "verschaukelt" fühlen würden. Dies wäre ein weiterer Sprengsatz für unser politisches System.

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Jurist81, Langenberg, Dienstag, 13. März 2018, 18:41 (vor 271 Tagen) @ Ulrich

Zudem wäre das BGE mit den offenen grenzen Deutschlands nicht kombinierbar. Eine absolute Scheindiskussion, die niemandem wirklich hilft. Man kann über die Ausgestaltung der sozialen Sicherungssystem und die Höhe der Sicherung sprechen und wird hierzu höchst unterschiedliche Ansichten hierzu präsentiert bekommen. Wenn man aber abkehrt von einem Sicherungsmittel hin zu einem Alimentierungsmittel und zugleich nicht den Zuzug in dieses System ausschließt, wird es zu sehr unschönen Verwerfungen in der Gesellschaft kommen.

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Fisheye @, Dienstag, 13. März 2018, 16:57 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Nein man kann davon nicht Leben. Hartz IV Sätze auf ein mit Art 1 GG konformes Niveau anheben, Mindestlohn und Steuerfreibetrag entsprechend raufsetzen. Problem solved.

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 17:14 (vor 271 Tagen) @ Fisheye

Nein man kann davon nicht Leben. Hartz IV Sätze auf ein mit Art 1 GG konformes Niveau anheben, Mindestlohn und Steuerfreibetrag entsprechend raufsetzen. Problem solved.

Problem nicht gelöst. Das würde ein ziemliches Loch in den Haushalt reißen: mehr Ausgaben für Hartz 4 und gleichzeitig weniger Steuereinnahmen.

Außerdem kann man davon leben. Ist noch keiner verhungert. Der durchschnittliche Student kommt mit weniger aus und blickt auf diese Zeit in der Regel mit Wehmut zurück.

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Blarry @, Essen, Dienstag, 13. März 2018, 18:21 (vor 271 Tagen) @ ojaz12

Problem nicht gelöst. Das würde ein ziemliches Loch in den Haushalt reißen: mehr Ausgaben für Hartz 4 und gleichzeitig weniger Steuereinnahmen.

2017 fielen für Ausgaben im Rahmen des SGB II 21 Milliarden Euro ab. Für den Verteidigungshaushalt waren 37 Milliarden vorgesehen, für 254'000 Angestellte. Deren Einkommen zum allergrößten Teil zu KMW, Heckler&Koch sowie McDonald's wandert. Nur mal so als Quervergleich.

Und seit wann resultiert mehr Konsum in weniger Steuereinnahmen? Meinste echt, mit 1100€ Grundeinkommen würde jeder Bezieher pausenlos nach Holland heizen, um dort günstig einzukaufen? Von jedem Euro des BGE gingen 19 Cent direkt wieder in die Staatskasse, und ein beträchtlicher Teil in die Breite der deutschen Wirtschaft. Weil der BGE-Bezieher dann nämlich nicht mehr bei Aldi oder Lidl Salatgurken holen muss, sondern auch mal wieder dem Bauern aufm Wochenmarkt einen Besuch abstatten kann.

Außerdem kann man davon leben. Ist noch keiner verhungert.

Ja, zum Glück gibts die Tafeln, nech?

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 20:08 (vor 271 Tagen) @ Blarry

Problem nicht gelöst. Das würde ein ziemliches Loch in den Haushalt reißen: mehr Ausgaben für Hartz 4 und gleichzeitig weniger Steuereinnahmen.


2017 fielen für Ausgaben im Rahmen des SGB II 21 Milliarden Euro ab. Für den Verteidigungshaushalt waren 37 Milliarden vorgesehen, für 254'000 Angestellte. Deren Einkommen zum allergrößten Teil zu KMW, Heckler&Koch sowie McDonald's wandert. Nur mal so als Quervergleich.

Und seit wann resultiert mehr Konsum in weniger Steuereinnahmen?

Die jährlich zu erwartenden Steuermehreinnahmen werden die jährlich anfallenden Mehrausgaben stets unterschreiten.

Es gibt weltweit kaum großzügigere Sozialstaaten als Deutschland. Da muss man meiner Meinung nach nach nicht noch einen draufsetzen. Die Abgabenquote ist schon jetzt unfassbar hoch. Die Wettbewerbsfähigkeit leidet.

Außerdem kann man davon leben. Ist noch keiner verhungert.

Ja, zum Glück gibts die Tafeln, nech?

Es mag viele Gründe geben warum Leute zur Tafel gehen. Manche beantragen vielleicht aus Scham oder Unwissen kein Hartz 4. Wer bei einem Hartz 4 Satz von 412 Euro in einem Land mit Aldi und Lidl Hunger leider, macht etwas falsch.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Shermi09nator @, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 20:25 (vor 271 Tagen) @ ojaz12

Es mag viele Gründe geben warum Leute zur Tafel gehen. Manche beantragen vielleicht aus Scham oder Unwissen kein Hartz 4. Wer bei einem Hartz 4 Satz von 412 Euro in einem Land mit Aldi und Lidl Hunger leider, macht etwas falsch.

Was den für 412 Euro ?

Es ist doch so, dass die Leute von diesen Regelsatz noch ihren Strom, Internet, Telefon, Versicherungen usw zahlen müssen.

Falls mal die Waschmaschine oder Kühlschrank im Arsch geht, muss das auch von irgendwas ersetzt werden.

Als Alleinstehender der vielleicht zuvor 30 Jahre gearbeitet hat, wird dann wohl Durchschnittlich 280-300 Euro im Monat zur Verpflegung haben- wenn überhaupt - damit stehen diese Leute also schlagartig auf dem selben Level, wie alles aus Bulgarien, Rumänien und was hier sonst noch fleißig reinwandert.

Diese ganze Hartz 4 Geschichte ist einfach nur ein Epic Fail.........

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 20:38 (vor 271 Tagen) @ Shermi09nator

Es mag viele Gründe geben warum Leute zur Tafel gehen. Manche beantragen vielleicht aus Scham oder Unwissen kein Hartz 4. Wer bei einem Hartz 4 Satz von 412 Euro in einem Land mit Aldi und Lidl Hunger leider, macht etwas falsch.


Was den für 412 Euro ?

Es ist doch so, dass die Leute von diesen Regelsatz noch ihren Strom, Internet, Telefon, Versicherungen usw zahlen müssen.

Falls mal die Waschmaschine oder Kühlschrank im Arsch geht, muss das auch von irgendwas ersetzt werden.

Als Alleinstehender der vielleicht zuvor 30 Jahre gearbeitet hat, wird dann wohl Durchschnittlich 280-300 Euro im Monat zur Verpflegung haben- wenn überhaupt - damit stehen diese Leute also schlagartig auf dem selben Level, wie alles aus Bulgarien, Rumänien und was hier sonst noch fleißig reinwandert.

Diese ganze Hartz 4 Geschichte ist einfach nur ein Epic Fail.........

30 Euro für Strom, 30 für Internet/Telefon. Welche Versicherung braucht den ein Hartz 4 Empfänger ausser einer Haftpflicht? Also mit diesen Pflichtausgabem kommst du nicht auf 100 pro Monat. Bleiben immernoch locker 300 fürs Essen. Also ehrlich, für 10 Euro pro Tag kann man sich schon einiges leisten, da kann sogar dick von werden. Zeit zum einkaufen, zubereiten und Kochkünste verbessern ist ja da.

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Voomy @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 21:31 (vor 271 Tagen) @ ojaz12

Keine Ahnung in welcher Realität du lebst, aber frag doch mal bei Herrn Spahn nach einem Praktikum. Es könnte die gleiche sein. Deine Zahlen sind völliger Humbug und auch als Hartz IV Empfänger braucht es mehr als eine Haftpflichtversicherung.

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 21:44 (vor 271 Tagen) @ Voomy

Mich würde auch interessieren welche Versicherungen du für Hartz 4 emfänger so unabdingbar hältst.

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 21:39 (vor 271 Tagen) @ Voomy

Auch hier im Thread gab es schon genug Erfahrungsberichte. Wer sparsam lebt, und das muss man eben wenn man vom Geld anderer lebt, kommt damit aus. Ich und zahlreiche andere Studenten sind über Jahre hinweg mit deutlich weniger gut ausgekommen und das ohne irgendwelche Reserven aufzubrauchen. Es wäre völlig fehl am Platze Hartz 4 so zu bemessen, dass damit weit mehr als die Grundbedürfnisse befriedigt werden. Es muss weiter Anreiz zum Arbeiten geben und es muss das Lohnabstandsgebot gelten. Grundsätzlich ist der deutsche Sozialstaat ohnehin einer der großzügigsten weltweit. Die abgabenquote ist dafür natürlich absolut grenzwertig und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

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Voomy @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 21:45 (vor 271 Tagen) @ ojaz12
bearbeitet von Voomy, Dienstag, 13. März 2018, 21:49

Es ging mir in meiner Antwort nicht darum ob Hartz IV zum Leben reicht oder nicht. Denn diese Aussage lässt sich pauschal überhaupt nicht beantworten. Reicht Hartz IV irgendwo in einer Kleinstadt in MeckPom? Vermutlich, mühelos. Mieten und Lebensunterhaltskosten sind dort sehr gering. Reicht es in einer der Großstädte? Am besten noch einer, die nicht wie Berlin, im Zweifel noch erschwingliche Mieten und Kosten hat? Ich bezweifel es.

Aber selbst wenn man es darauf festnageln möchte, dass Hartz IV reicht, brauchen wir doch bitte nicht auch noch so zu tun, als würde es den Leuten besser gehen als es der Fall ist. Wenn du schon die Beispiele aus dem Thread hier als Referenz nutzt sollte dir doch klar sein, dass es eben nicht mal so eben 400 Euro sind, die man für seine anderen Ausgaben einteilen kann. Weil es das System gar nicht hergibt, dass das in jedem Fall so reibungslos funktioniert.

Spahn hatte in seiner Grundaussage mit Sicherheit nicht vollkommen unrecht. Er hat aber auch nicht pauschal recht. Die Frage ist halt, ob man das als eine Person sagen sollte, die, abgesehen von einer Berufsausbildung, Zeit seines Lebens von Diäten aus öffentlicher Hand und über dem Niveau von 95% aller Menschen in Deutschland gelebt hat.

Edit: Wie wäre es mit der KFZ-Versicherung als erstes Beispiel? Private Krankenzusatzversicherungen, die durchaus Sinn machen - Zahnersatz zum Beispiel. Und auch als Hartz IV Empfänger brauchst du eigentlich eine Hausratsversicherung. Die nötigen Versicherungen unterscheiden sich nicht grundlegend von einem anderen Zustand.

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 21:59 (vor 271 Tagen) @ Voomy

Ich kann die Debatte um Spahn ja auch nicht nachvollziehen. Er hat aus meiner Sicht einfach objektiv recht. Ihm das nun so auszulegen, dass er das von oben herab gesagt hat ist einfach nur eine böswillige Interpretation. Ein Arzt muss auch nicht Krebs erlitten haben um ihn behandeln zu können. Mir geht diese Art von Empörungskultur auf den Sack.

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Voomy @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 22:13 (vor 271 Tagen) @ ojaz12

Dein Vergleich hinkt. Der Arzt hat eine jahrelange Ausbildung in diesem Gebiet gehabt, um befähigt zu sein, Diagnosen und Heilungsvorschläge zu machen. Aber es passt insofern: Spahn war in seiner politischen Karriere beinahe durchgehend im Gesundheitsausschuss tätig und im Gesundheitsministerium. Wenn er sich zum Thema Krebs geäußert hätte, hätte das vermutlich deutlich mehr Hand und Fuß gehabt. Durch seine Rolle im Finanzministerium sogar dann noch, wenn es um die Auswirkung unserer Sozialausgaben geht. Aber sonst sollte er sich zur Gesellschaftspolitik doch eher bedeckt halten.

Es gibt einen Grund für die Resortverteilung in unseren Ministerien. Du befragst ja auch nicht den Klempner zu deinen elektronischen Leitungen.

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 22:25 (vor 271 Tagen) @ Voomy

Dass in Deutschland jeder Politiker Minister für alles werden kann ist ein großer Witz, da bin ich bei dir.

Hinter den Hartz 4 Sätzen steckt aber doch ein ausgeklügeltes System auf das man sich berufen kann auch ohne jahrelang studiert zu haben. Nicht mehr ganz aktuell: https://rtlnext.rtl.de/cms/das-sind-die-aktuellen-hartz-iv-regelsae...

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Voomy @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 22:29 (vor 271 Tagen) @ ojaz12

Das ist richtig und das Verfassungsgericht hat ja auch dafür gesorgt, dass es in der Theorie gerechtere Regelsätze gibt. Fakt ist aber - und das haben Hartz IV Bezieher und Lohnempfänger gleichermaßen an der Backe kleben - ist, dass diese Anpassungen nicht ausreichend sind. Dadurch dass sie an die Lohnentwicklung gekoppelt sind, die Lohnentwicklung in Deutschland aber eine Katastrophe ist, gibt es schon seit Jahren Probleme mit den Regelsätzen. Wenn halt am Existenzminimum gearbeitet wird, merkst du noch viel eher, dass deine Erhöhungen die Inflation nicht mehr abdecken. Was in der Praxis bei Hartz IV vor allem und zuerst bei den Mieten zu sehen ist.

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Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 21:21 (vor 271 Tagen) @ ojaz12

Es mag viele Gründe geben warum Leute zur Tafel gehen. Manche beantragen vielleicht aus Scham oder Unwissen kein Hartz 4. Wer bei einem Hartz 4 Satz von 412 Euro in einem Land mit Aldi und Lidl Hunger leider, macht etwas falsch.


Was den für 412 Euro ?

Es ist doch so, dass die Leute von diesen Regelsatz noch ihren Strom, Internet, Telefon, Versicherungen usw zahlen müssen.

Falls mal die Waschmaschine oder Kühlschrank im Arsch geht, muss das auch von irgendwas ersetzt werden.

Als Alleinstehender der vielleicht zuvor 30 Jahre gearbeitet hat, wird dann wohl Durchschnittlich 280-300 Euro im Monat zur Verpflegung haben- wenn überhaupt - damit stehen diese Leute also schlagartig auf dem selben Level, wie alles aus Bulgarien, Rumänien und was hier sonst noch fleißig reinwandert.

Diese ganze Hartz 4 Geschichte ist einfach nur ein Epic Fail.........


30 Euro für Strom, 30 für Internet/Telefon. Welche Versicherung braucht den ein Hartz 4 Empfänger ausser einer Haftpflicht? Also mit diesen Pflichtausgabem kommst du nicht auf 100 pro Monat. Bleiben immernoch locker 300 fürs Essen. Also ehrlich, für 10 Euro pro Tag kann man sich schon einiges leisten, da kann sogar dick von werden. Zeit zum einkaufen, zubereiten und Kochkünste verbessern ist ja da.

Geht es noch dümmer.

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 21:26 (vor 271 Tagen) @ Garum

Sieht man doch an dir :)

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Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 21:54 (vor 271 Tagen) @ ojaz12

Sieht man doch an dir :)

Was hat das mit dumm zu tun.

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 22:01 (vor 271 Tagen) @ Garum

Dein Mangel an Argumenten und das fehlende Fragezeichen.

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Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 22:12 (vor 271 Tagen) @ ojaz12

Dein Mangel an Argumenten und das fehlende Fragezeichen.

Es ist schon immer wieder erstaunlich wie Menschen die es nicht mal ansatzweise betrifft, Leute immer wieder belehren wollen wie man mit wenig Geld auskommt.

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 22:21 (vor 271 Tagen) @ Garum

Ich bin selbst über viele Jahre zu Studentenzeiten mit weniger ausgekommen. Natürlich hilft es wenn man nach Sonderangeboten ausschau hält und keine blöden Entscheidungen trifft. Vielleicht sollte man das nicht bei jedem voraussetzen. Wenn das wirklich bei vielen das Problem sein sollte, dann könnte ja die Arbeitsagentur in der Richtiung Tips geben. Aber Sarrazin wurde für seine 4,80 pro Tag Rezepte ja zerrissen.

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Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 22:32 (vor 271 Tagen) @ ojaz12

Ich bin selbst über viele Jahre zu Studentenzeiten mit weniger ausgekommen. Natürlich hilft es wenn man nach Sonderangeboten ausschau hält und keine blöden Entscheidungen trifft. Vielleicht sollte man das nicht bei jedem voraussetzen. Wenn das wirklich bei vielen das Problem sein sollte, dann könnte ja die Arbeitsagentur in der Richtiung Tips geben. Aber Sarrazin wurde für seine 4,80 pro Tag Rezepte ja zerrissen.

Ich habe jahrelang Studenten durchgefüttert, würde aber nie auf die Idee kommen denen das in irgend einer weise anzulasten. Außerdem geht es den meisten Hartz 4 Empfängern überhaupt nicht ums Geld, die Diskussionen werden von anderen geführt. Als ich früher noch mein eigens Bistro hatte gab es auch noch Studentenermäßigung und auch für Auszubildende. Mir ist aufgefallen das es in meiner Stadt immer nur Ermäßigung für Studenten gab. Es geht ja auch nicht nur ums essen. Ab und an braucht man auch noch andere Dinge.

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 22:39 (vor 271 Tagen) @ Garum

Ich bin selbst über viele Jahre zu Studentenzeiten mit weniger ausgekommen. Natürlich hilft es wenn man nach Sonderangeboten ausschau hält und keine blöden Entscheidungen trifft. Vielleicht sollte man das nicht bei jedem voraussetzen. Wenn das wirklich bei vielen das Problem sein sollte, dann könnte ja die Arbeitsagentur in der Richtiung Tips geben. Aber Sarrazin wurde für seine 4,80 pro Tag Rezepte ja zerrissen.


Ich habe jahrelang Studenten durchgefüttert, würde aber nie auf die Idee kommen denen das in irgend einer weise anzulasten. Außerdem geht es den meisten Hartz 4 Empfängern überhaupt nicht ums Geld, die Diskussionen werden von anderen geführt. Als ich früher noch mein eigens Bistro hatte gab es auch noch Studentenermäßigung und auch für Auszubildende. Mir ist aufgefallen das es in meiner Stadt immer nur Ermäßigung für Studenten gab. Es geht ja auch nicht nur ums essen. Ab und an braucht man auch noch andere Dinge.

Das meine ich ja, als Eltern die Kinder auf Hartz 4 Niveau zu alimentieren ist schon ein ganz starkes Stück. Kaum zu schaffen.

Klar, es gibt viele Rabatte für Studenten. Die große Mehrheit betrifft aber eher dir kleine „Extras“ im Leben (auswärts essen, Drinks, Clubs...). Also nicht unbedingt die Grundbedürfnisse.

Was man auch berücksichtigen sollte - Dadurch, dass die Menschen viel mehr im Internet abhängen, hat sich die Schere zwischen Arm und Reich zumindest für einen großen Anteil des Alltags geschlossen, denn die Betätigungen sind genau die gleichen.

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Voomy @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 18:26 (vor 271 Tagen) @ Blarry

Wenn sich aber jetzt von 100 Bauern zehn entscheiden, dass sie dank dieser Finanzspritze ganz neue Möglichkeiten mit ihren Leben haben, konsumieren wir halt bald die Salatgurken aus Polen, das Brot aus Frankreich und Wein aus deutschen Anbaugebieten wird zu einer Mangelware. Bei den Argumenten pro BGE wird gerne vergessen, dass absolut niemand voraussehen kann, wie sich die Menschen verhalten, wenn sie nicht mehr per se arbeiten müssen. Stattdessen wird eine undefinierte Utopie als Realität verkauft.

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Fluegelflitzer @, Göttingen, Dienstag, 13. März 2018, 19:01 (vor 271 Tagen) @ Voomy

Wenn sich aber jetzt von 100 Bauern zehn entscheiden, dass sie dank dieser Finanzspritze ganz neue Möglichkeiten mit ihren Leben haben, konsumieren wir halt bald die Salatgurken aus Polen, das Brot aus Frankreich und Wein aus deutschen Anbaugebieten wird zu einer Mangelware. Bei den Argumenten pro BGE wird gerne vergessen, dass absolut niemand voraussehen kann, wie sich die Menschen verhalten, wenn sie nicht mehr per se arbeiten müssen. Stattdessen wird eine undefinierte Utopie als Realität verkauft.

Hmmm...also du redest davon, dass niemand vorhersehen kann, wie sich Menschen verhalten würden, wenn sie nicht mehr arbeiten müsten. Auf der anderen Seite behauptest du, vorherzusehen, dass 10% aller Bauern aufhören würden zu arbeiten, wenn sie ein Grundeinkommen beziehen würden.
Jede Möglichkeit einer Änderung des status quo als utopisch und unvorhersehbar zu bezeichnen, ist dann auch nicht wirklich konstruktiv. Psychologisch gibt es zumindestens Experiment, welche die Vermutung zulassen, dass eine Befreiung vom Zwang einer Arbeit nachzugehen, einen positiven Effekt auf die Arbeitswilligkeit von Menschen haben könnte.

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Voomy @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 19:28 (vor 271 Tagen) @ Fluegelflitzer

Ich gehe weder von einem noch vom anderen aus. Das eine ist nur ebenso wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie das andere Szenario. Und da ja beim Thema BGE immer gerne über die vermeintlichen Vorteile geredet wird, die damit verbunden sind, sollte halt nicht vergessen werden, dass es ausreichend Szenarien für düstere Nachteile gibt.

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Fluegelflitzer @, Göttingen, Dienstag, 13. März 2018, 19:37 (vor 271 Tagen) @ Voomy

Ich gehe weder von einem noch vom anderen aus. Das eine ist nur ebenso wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie das andere Szenario. Und da ja beim Thema BGE immer gerne über die vermeintlichen Vorteile geredet wird, die damit verbunden sind, sollte halt nicht vergessen werden, dass es ausreichend Szenarien für düstere Nachteile gibt.

Ich habe noch keine öffentliche Debatte gesehen, in denen der Tenor war, dass die positiven Aspekte des BGE klar überwiegen. Eher das Gegenteil.

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Ollis @, Die A7 rauf und runter ;), Dienstag, 13. März 2018, 17:28 (vor 271 Tagen) @ ojaz12

Außerdem kann man davon leben. Ist noch keiner verhungert. Der durchschnittliche Student kommt mit weniger aus und blickt auf diese Zeit in der Regel mit Wehmut zurück.

Ich habe die Studentenzeit (etwas länger ;)) und die Arbeitslosigkeit (zum Glück nur sehr kurz)erlebt und ein reiner Blick auf das durchschnittliche monatliche Einkommen, macht überhaupt keinen Sinn.

Viele Studenten haben Rücklagen aufgebaut, die sie über einen längeren Zeitraum nutzen, um das monatliche Einkommen aufzubessern. Viele Studenten arbeiten in den Semesterferien, um Rücklagen zu bilden.

Wenn ich auf Hartz4 angewiesen bin, habe ich diese Möglichkeiten nicht, zumindest, wenn ich mich an die Regeln halte. Rücklagen müssen zuerst aufgebraucht werden, den Vorteil der Studentenjobs habe ich in der Regel auch nicht.

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Fisheye @, Dienstag, 13. März 2018, 17:25 (vor 271 Tagen) @ ojaz12

Nein man kann davon nicht Leben. Hartz IV Sätze auf ein mit Art 1 GG konformes Niveau anheben, Mindestlohn und Steuerfreibetrag entsprechend raufsetzen. Problem solved.


Problem nicht gelöst. Das würde ein ziemliches Loch in den Haushalt reißen: mehr Ausgaben für Hartz 4 und gleichzeitig weniger Steuereinnahmen.

Außerdem kann man davon leben. Ist noch keiner verhungert. Der durchschnittliche Student kommt mit weniger aus und blickt auf diese Zeit in der Regel mit Wehmut zurück.

Mehrkosten lägen so bei 10 Milliarden € im Jahr. Das muss es uns Wert sein um allen Menschen in der Gesellschaft ein würdiges Leben zu ermöglichen.

Anyway höherer Konsum durch höhere Hartz 4 Sätze und höheren Mindestlohn führt zu mehr Konsum was wiederum Geld in die Staatskasse spült.

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Klopfer ⌂, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 20:31 (vor 271 Tagen) @ Fisheye
bearbeitet von Klopfer, Dienstag, 13. März 2018, 20:37

Mehrkosten lägen so bei 10 Milliarden € im Jahr. Das muss es uns Wert sein um allen Menschen in der Gesellschaft ein würdiges Leben zu ermöglichen.

82 Millionen Menschen in D mit je 1000 € /Monat würden dem Staat etwa 1 Billion € kosten, ist nicht so schwer zu rechnen.
Nun weiß man natürlich nicht genau, was man da alles gegenrechnen kann an Minderausgaben, aber ein Ansatz wäre wohl das hier:

Staatseinnahmen 2017 insgesamt etwa 1,5 Billionen €

Das hieße, alle öffentlichen Haushalte müssten 2/3 ihrer Ausgaben dadurch einsparen, dass keiner mehr arbeiten muss und dass alle anderen Sozialleistungen entfallen.

Dann frag doch einfach mal deinen Bürgermeiter, was der davon hält oder wie die Länder noch Schulen, Universitäten und Polizei bezahlen sollen, wenn sie 2/3 ihres Haushaltes für das BGE abgeben müssen.

Tut mir leid, es mag ja sein politisch motivierte Diplom-Volkswirte mit den Zahlen etwas anders umgehen als ich als Ingenieur, aber für mich sind 10 Milliarden in dem Geschäft Peanuts oder auf Deutsch eine Größe, die in den Rundungsbereich fällt.

Die erforderlichen Mehreinnahmen müssten garantiert im dreistelligen Milliardenbereich liegen, anders ist das gar nicht vorstellbar.
Und eines ist für mich sicher: Es wird keine Mehreinnahmen geben, eher Mindereinnahmen.

SGG
Klopfer

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Fisheye @, Dienstag, 13. März 2018, 22:54 (vor 271 Tagen) @ Klopfer

Bei den 10 Milliarden € ging es nicht ums BGE, sondern darum die Hartz IV Sätze (+ Mindestlohn, + Steuerfreibetrag als Rattenschwanz) so zu erhöhen das Menschen die von Hartz IV leben müssen auch in Würde davon leben können.

Die Sanktionspraxis gehört abgeschafft.

Das BGE ist nochmal ein anderes Thema.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Klopfer ⌂, Dortmund, Mittwoch, 14. März 2018, 09:44 (vor 270 Tagen) @ Fisheye

Bei den 10 Milliarden € ging es nicht ums BGE, sondern darum die Hartz IV Sätze (+ Mindestlohn, + Steuerfreibetrag als Rattenschwanz) so zu erhöhen das Menschen die von Hartz IV leben müssen auch in Würde davon leben können.

Sorry, mein Fehler, da war ich gerade gedanklich in einem anderen Thema.

Die Sanktionspraxis gehört abgeschafft.

Da stimme ich dir 100% zu und das sollte auch die 10 Mrd kosten dürfen.

In Sachen Grundversorgung muss einiges passieren, allerdings hängt das alles am Lohnniveau insgesamt. Hätten wir ähnliche Löhne wie in der Schweiz, dann würde sich die ganze Situation um ALG2 ziemlich entspannen.

SGG
Klopfer

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

markus @, Dienstag, 13. März 2018, 20:51 (vor 271 Tagen) @ Klopfer

82 Millionen Menschen in D mit je 1000 € /Monat würden dem Staat etwa 1 Billion € kosten, ist nicht so schwer zu rechnen.
Nun weiß man natürlich nicht genau, was man da alles gegenrechnen kann an Minderausgaben, aber ein Ansatz wäre wohl das hier:

Staatseinnahmen 2017 insgesamt etwa 1,5 Billionen €

Das hieße, alle öffentlichen Haushalte müssten 2/3 ihrer Ausgaben dadurch einsparen, dass keiner mehr arbeiten muss und dass alle anderen Sozialleistungen entfallen.

Fraglich ist doch, welche zusätzlichen Einnahmen für den Staat entstehen. Je öfter die 1000€ durch Konsum den Besitzer wechseln, desto mehr Steuereinnahmen gibt es. Nämlich jedesmal 19%.
Desweiteren gibt es verschiedene Ansätze wie das finanzierbar ist wie z.B. die negative Einkommenssteuer: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen
Letztendlich wäre das System nichts anderes als eine Umverteilung in der die Schere zwischen Arm und Reich zusammengeht.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Klopfer ⌂, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 21:09 (vor 271 Tagen) @ markus

82 Millionen Menschen in D mit je 1000 € /Monat würden dem Staat etwa 1 Billion € kosten, ist nicht so schwer zu rechnen.
Nun weiß man natürlich nicht genau, was man da alles gegenrechnen kann an Minderausgaben, aber ein Ansatz wäre wohl das hier:

Staatseinnahmen 2017 insgesamt etwa 1,5 Billionen €

Das hieße, alle öffentlichen Haushalte müssten 2/3 ihrer Ausgaben dadurch einsparen, dass keiner mehr arbeiten muss und dass alle anderen Sozialleistungen entfallen.


Fraglich ist doch, welche zusätzlichen Einnahmen für den Staat entstehen. Je öfter die 1000€ durch Konsum den Besitzer wechseln, desto mehr Steuereinnahmen gibt es. Nämlich jedesmal 19%.

Das stimmt so nicht, erstmal sind Mietzahlungen z.B. umsatzsteuerfrei, ebenso wie Immobilien, Öffentliche Gebühren oder medizinische Leistungen , dann gibt es auf Lebensmittel nur 7%, da bleibt bei 1000 € nicht mehr viel für 19 %, genau genommen sogar gar keine Mehreinnahme, weil diese 19 % für Konsumgüter auch schon nach dem alten System eingenommen worden wären.
Auf der anderen Seite würden dann die 1000€/Monat Einkommen aus der Lohnsteuer rausfallen, das wäre ein Riesenloch.

Desweiteren gibt es verschiedene Ansätze wie das finanzierbar ist wie z.B. die negative Einkommenssteuer: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen

Letztendlich wäre das System nichts anderes als eine Umverteilung in der die Schere zwischen Arm und Reich zusammengeht.

Umverteilung ? Erstmal muss es ja mal etwas zum verteilen geben, bevor es "umverteilt" werden kann.
Sorry, bevor da nicht die Einnahmenseite geklärt ist, würde ich mich da nicht auf irgendwelche Spekulationen einlassen, was alles umverteilt werden kann. Und komm mir jetzt nicht mit Vermögenssteuer. Wenn der Staat seine Umverteilung bei den Vermögen einziehen will, dann sind die Vermögen schneller irgendwo auf der Welt verschwunden, als der Fiskus gucken kann und damit auch ganz wichtiges Investitionskapital verloren. Dann geht hier gar nichts mehr.

SGG
Klopfer

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istar @, Dienstag, 13. März 2018, 21:47 (vor 271 Tagen) @ Klopfer

82 Millionen Menschen in D mit je 1000 € /Monat würden dem Staat etwa 1 Billion € kosten, ist nicht so schwer zu rechnen.
Nun weiß man natürlich nicht genau, was man da alles gegenrechnen kann an Minderausgaben, aber ein Ansatz wäre wohl das hier:

Staatseinnahmen 2017 insgesamt etwa 1,5 Billionen €

Das hieße, alle öffentlichen Haushalte müssten 2/3 ihrer Ausgaben dadurch einsparen, dass keiner mehr arbeiten muss und dass alle anderen Sozialleistungen entfallen.


Fraglich ist doch, welche zusätzlichen Einnahmen für den Staat entstehen. Je öfter die 1000€ durch Konsum den Besitzer wechseln, desto mehr Steuereinnahmen gibt es. Nämlich jedesmal 19%.


Das stimmt so nicht, erstmal sind Mietzahlungen z.B. umsatzsteuerfrei, ebenso wie Immobilien, Öffentliche Gebühren oder medizinische Leistungen , dann gibt es auf Lebensmittel nur 7%, da bleibt bei 1000 € nicht mehr viel für 19 %, genau genommen sogar gar keine Mehreinnahme, weil diese 19 % für Konsumgüter auch schon nach dem alten System eingenommen worden wären.
Auf der anderen Seite würden dann die 1000€/Monat Einkommen aus der Lohnsteuer rausfallen, das wäre ein Riesenloch.

Desweiteren gibt es verschiedene Ansätze wie das finanzierbar ist wie z.B. die negative Einkommenssteuer: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen

Letztendlich wäre das System nichts anderes als eine Umverteilung in der die Schere zwischen Arm und Reich zusammengeht.


Umverteilung ? Erstmal muss es ja mal etwas zum verteilen geben, bevor es "umverteilt" werden kann.
Sorry, bevor da nicht die Einnahmenseite geklärt ist, würde ich mich da nicht auf irgendwelche Spekulationen einlassen, was alles umverteilt werden kann. Und komm mir jetzt nicht mit Vermögenssteuer. Wenn der Staat seine Umverteilung bei den Vermögen einziehen will, dann sind die Vermögen schneller irgendwo auf der Welt verschwunden, als der Fiskus gucken kann und damit auch ganz wichtiges Investitionskapital verloren. Dann geht hier gar nichts mehr.

SGG
Klopfer

Ich nehme mal das Modell der Vermögenssteuer, mit dem meine speziellen Freunde von der Linkspartei in den letzten Wahlkampf gezogen sind :

-es sollten bei einem Freibetrag von 1 Mio. 5% Prozent sein.Pro Jahr, versteht sich.
Das bedeutet nichts anderes als Enteignung,denn mehr als 5% sind derzeit nicht so einfach zu realisieren .

Oder man zwingt Besitzer größerer Vermögen verstärkt in risikoreiche Geldanlagen.
Das ist kein gutes Signal für die Finanzstabilität.

Ich wäre nicht in der Position, diese Vermögenssteuer zahlen zu müssen. Wäre ich es,wäre ich ganz schnell weg.
Mir kann auch keiner verklickern, dass das gerecht wäre.Falls es überhaupt verfassungskonform sein sollte.

Zu Hartz 4: davor gab es das System der Arbeitslosenhilfe, die lag bei 56% des letzten Nettogehaltes.
Da war es also durchaus möglich, das jemand, der in grauer Vorzeit mal gut verdient hat,mehr Geld vom Amt bekam,als eine Verkäuferin in Vollzeit.

War das gerecht?

Zum BGE: eine Volkswirtschaft, die Fachkräftemangel hat,würde dadurch ökonomischen Selbstmord begehen.Es gibt nämlich nicht nur Traumjobs, mit denen man sich selbst verwirklicht,viele Jobs bis in die Mittelschicht werden einfach wegen der Kohle gemacht.
Ich jedenfalls würde erstmal sagen, tschö mit ö, ob für ein paar Monate oder bis zur Rente, würde man sehen.

Edit: dabei macht mir mein Job sogar (meistens ) Spaß.

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ojaz12 @, regensburg, Dienstag, 13. März 2018, 20:58 (vor 271 Tagen) @ markus

82 Millionen Menschen in D mit je 1000 € /Monat würden dem Staat etwa 1 Billion € kosten, ist nicht so schwer zu rechnen.
Nun weiß man natürlich nicht genau, was man da alles gegenrechnen kann an Minderausgaben, aber ein Ansatz wäre wohl das hier:

Staatseinnahmen 2017 insgesamt etwa 1,5 Billionen €

Das hieße, alle öffentlichen Haushalte müssten 2/3 ihrer Ausgaben dadurch einsparen, dass keiner mehr arbeiten muss und dass alle anderen Sozialleistungen entfallen.


Fraglich ist doch, welche zusätzlichen Einnahmen für den Staat entstehen. Je öfter die 1000€ durch Konsum den Besitzer wechseln, desto mehr Steuereinnahmen gibt es. Nämlich jedesmal 19%.
Desweiteren gibt es verschiedene Ansätze wie das finanzierbar ist wie z.B. die negative Einkommenssteuer: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen
Letztendlich wäre das System nichts anderes als eine Umverteilung in der die Schere zwischen Arm und Reich zusammengeht.

Fragt sich auch wieviele Leute einfach aufhören würden zu arbeiten. 30%? 50%? Da bricht so viel an Steuereinnahmen weg. Dann bekommen wir bestimmt nochmal ordentlich Zuzug von Leuten die das ganz attraktiv finden. Gleichzeitig werden die Reichen keine Lust haben auf eine Schere die zusammengeht und die Flucht ergreifen. Also wenn man Deutschland gegen die Wand fahren möchte, sollte man dieses bedingungslose grundeinkommen wirklich in Erwägung ziehen. Ich würde da erstmal andere Versuchskaninchen spielen lassen. Vielleicht lohnt es sich ja dann auszuwandern ;-).

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Voomy @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 17:27 (vor 271 Tagen) @ Fisheye

10 Milliarden um sie auf welchen Satz anzuheben? Das Problem ist doch nicht alleine die fixe Zahl, die es derzeit gibt. Der Mangel an Flexibilität im System, die aufgeblasene Verwaltung und die vielen Hürden und gesellschaftlichen Nachteile, die damit einhergehen, sind es ebenso. Mal davon ab dass sich unter den Kritikern von Hartz IV so viele unterschiedliche Definitionen von "lebenswürdig" befinden wie es Kritiker gibt.

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Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 15:57 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Ich finde die Hartz IV Regelung generell schlecht.

Jemand der 15-20 Jahre gearbeitet, dann seinen Job verliert, sollte anders behandelt werden als jemand der noch nie gearbeitet hat.

Alleinerziehende Mütter sollten volle Unterstützung bekommen. Dort würde ich jedoch auf Sachleistungen bzw. der Übernahme der Kosten für die Kinder setzten. Sport, Musik Unterricht, Kita etc. Nicht das Kinder kriegen zu einem Anreiz wird. Das Geld sollte den Kindern zugute kommen.

Hartz IV ist eine Grundsicherung, es soll kein schönes Leben bescheren. Schließlich lebt man von dem Geld anderer ohne einen Beitrag zu leisten. Zudem finde ich sollten Menschen die über Jahre von Hartz IV leben und jeglichen Job der ihrer Qualifikation entspricht verweigern, die Leistungen weiter gekürzt werden.

Ich wäre dafür, dass man die schwarzen Schafe die sich Dank Hartz 4 einen schönen Tage machen, härter bestraft, dafür den Menschen die wirklich bereit sind zu arbeiten jegliche Unterstützung bietet.

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Kulibi77, Dienstag, 13. März 2018, 16:39 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Du weisst schon dass ein Hartz IV Empfänger verpflichtet ist jede Arbeit anzunehmen, ansonsten kann das Geld auf 0 gekürzt werden?

Ich weiss ja nicht wo die berühmten schwarzen Schafe sind, aber soviele "faule Sozialschmarotzer" gibt es in der Wirklichkeit nicht.

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Ulrich @, Dienstag, 13. März 2018, 18:28 (vor 271 Tagen) @ Kulibi77

Du weisst schon dass ein Hartz IV Empfänger verpflichtet ist jede Arbeit anzunehmen, ansonsten kann das Geld auf 0 gekürzt werden?

Problematisch ist dass es viele Menschen gibt die auf Grund von unterschiedlichen Erkrankungen, etc. nicht mehr leistungsfähig sind und die ein normaler Vollzeitjob einfach überfordern würde. Selbst wer davon nicht betroffen ist hat nach längerer Arbeitslosigkeit eventuell das Problem nicht von "Null" auf "Hundert" umschalten zu können.


Ich weiss ja nicht wo die berühmten schwarzen Schafe sind, aber soviele "faule Sozialschmarotzer" gibt es in der Wirklichkeit nicht.

Ich tue mich schwer die Höhe dieser Zahl einzuschätzen, ich würde aber davon ausgehen dass sie deutlich in der Minderheit sind. Es gibt sie sicher, und fast jeder kennt zumindest vom Hörensagen Personen die von der Sozialhilfe leben und sich zusätzlich "schwarz" etwas hinzu verdienen. Die Spielräume sind hier aber in den letzten zwanzig, fünfundzwanzig Jahren deutlich kleiner geworden. Und fliegt so etwas auf dann versucht der Staat auch die Auftraggeber in Regress zu nehmen. Das Feld das wohl noch am stärksten floriert dürfte das der illegalen Reinigungskräfte in Privathaushalten sein. Aber sonst? Eventuell Handwerker die sich am Wochenende ein paar Euro hinzu verdienen. Aber auch hier dürfte der Umfang abgenommen haben.

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Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 17:02 (vor 271 Tagen) @ Kulibi77

Du weisst schon dass ein Hartz IV Empfänger verpflichtet ist jede Arbeit anzunehmen, ansonsten kann das Geld auf 0 gekürzt werden?

Ich weiß ja nicht wo die berühmten schwarzen Schafe sind, aber soviele "faule Sozialschmarotzer" gibt es in der Wirklichkeit nicht.

Gibt es dazu zahlen? Ich denke nicht.

Ich würde aber behaupten das ca 50% der Hartz IV Empfänger kein Interesse an einer Vollzeit Beschäftigung haben. Da sie völlig unqualifiziert sind und die angebotenen Jobs nicht ihre Vorstellung entsprechen, sie es also nicht einsehen zu arbeiten. Schließlich verdient am Ende ja nicht wirklich viel mehr als mit Hartz IV.

Das es genügend Wege gibt sich vor den Jobs zu drücken ist doch nicht erst seit Arno Dübel bekannt.

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Fluegelflitzer @, Göttingen, Dienstag, 13. März 2018, 19:03 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Du weisst schon dass ein Hartz IV Empfänger verpflichtet ist jede Arbeit anzunehmen, ansonsten kann das Geld auf 0 gekürzt werden?

Ich weiß ja nicht wo die berühmten schwarzen Schafe sind, aber soviele "faule Sozialschmarotzer" gibt es in der Wirklichkeit nicht.


Gibt es dazu zahlen? Ich denke nicht.

Ich würde aber behaupten das ca 50% der Hartz IV Empfänger kein Interesse an einer Vollzeit Beschäftigung haben. Da sie völlig unqualifiziert sind und die angebotenen Jobs nicht ihre Vorstellung entsprechen, sie es also nicht einsehen zu arbeiten. Schließlich verdient am Ende ja nicht wirklich viel mehr als mit Hartz IV.

Das es genügend Wege gibt sich vor den Jobs zu drücken ist doch nicht erst seit Arno Dübel bekannt.

Ich gehe sogar davon aus, dass nahezu 90% aller Hartz IV Empfänger kein Interesse an einem Job haben und zudem den ganzen Tag Bier trinken und RTL II gucken. Die Statistik dazu finde ich sicher gleich wieder.

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Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 19:08 (vor 271 Tagen) @ Fluegelflitzer

Du weisst schon dass ein Hartz IV Empfänger verpflichtet ist jede Arbeit anzunehmen, ansonsten kann das Geld auf 0 gekürzt werden?

Ich weiß ja nicht wo die berühmten schwarzen Schafe sind, aber soviele "faule Sozialschmarotzer" gibt es in der Wirklichkeit nicht.


Gibt es dazu zahlen? Ich denke nicht.

Ich würde aber behaupten das ca 50% der Hartz IV Empfänger kein Interesse an einer Vollzeit Beschäftigung haben. Da sie völlig unqualifiziert sind und die angebotenen Jobs nicht ihre Vorstellung entsprechen, sie es also nicht einsehen zu arbeiten. Schließlich verdient am Ende ja nicht wirklich viel mehr als mit Hartz IV.

Das es genügend Wege gibt sich vor den Jobs zu drücken ist doch nicht erst seit Arno Dübel bekannt.


Ich gehe sogar davon aus, dass nahezu 90% aller Hartz IV Empfänger kein Interesse an einem Job haben und zudem den ganzen Tag Bier trinken und RTL II gucken. Die Statistik dazu finde ich sicher gleich wieder.

Unter einer Flasche Rum mache ich es nicht.:-)

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Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 18:18 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Du weisst schon dass ein Hartz IV Empfänger verpflichtet ist jede Arbeit anzunehmen, ansonsten kann das Geld auf 0 gekürzt werden?

Ich weiß ja nicht wo die berühmten schwarzen Schafe sind, aber soviele "faule Sozialschmarotzer" gibt es in der Wirklichkeit nicht.


Gibt es dazu zahlen? Ich denke nicht.

Ich würde aber behaupten das ca 50% der Hartz IV Empfänger kein Interesse an einer Vollzeit Beschäftigung haben. Da sie völlig unqualifiziert sind und die angebotenen Jobs nicht ihre Vorstellung entsprechen, sie es also nicht einsehen zu arbeiten. Schließlich verdient am Ende ja nicht wirklich viel mehr als mit Hartz IV.

Das es genügend Wege gibt sich vor den Jobs zu drücken ist doch nicht erst seit Arno Dübel bekannt.

Man geht von ca. 10-15% aus von Leuten die Tatsächlich keinen Bock haben.
Erinnerst du dich als man vor ein paar Jahren in Berlin Leute zu Schneeschaufeln gesucht hat. Man konnte sich vor Bewerbern kaum retten. Selbst die sogenannten 1€ Jobs sind schnell vergeben.

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Elmar @, Dienstag, 13. März 2018, 17:20 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Zumindest nicht ganz deine Wahrnehmung

m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/studie-zu-arbeitslosen-nur-wenige-hartz-iv-empfaenger-faulenzen-a-713921.html

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Professor-van-Dusen @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 17:11 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Ich weiß ja nicht wo die berühmten schwarzen Schafe sind, aber soviele "faule Sozialschmarotzer" gibt es in der Wirklichkeit nicht.


Gibt es dazu zahlen? Ich denke nicht.

Ich würde aber behaupten das ca 50% der Hartz IV Empfänger kein Interesse an einer Vollzeit Beschäftigung haben.

Also sorry, aber das ist... originell. :D

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MirkoWSG @, Dienstag, 13. März 2018, 20:08 (vor 271 Tagen) @ Professor-van-Dusen

Naja, bei uns in der Logistik-Branche ist das aber an der Tagesordnung.
Da sagen die Bewerber von vornherein, daß sie für 1300 netto nicht 10+ Stunden am Tag arbeiten gehen.
Mehr zu bezahlen ist allerdings auch nicht möglich, weil die Firmen, die Rumänen und Bulgaren für 800 Euro arbeiten lassen, die Preise kaputtmachen.

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Professor-van-Dusen @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 23:02 (vor 271 Tagen) @ MirkoWSG

Erstens halte ich es trotzdem für eine gewagte These, von 50 Prozent Nicht-Arbeitswilligen auszugehen.
Zweitens wirkt die Behauptung besonders ulkig, wenn man einen Satz zuvor selbst leugnet, dass es dazu Zahlen gibt (und darum ging es mir in erster Linie). :)

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Muddi @, Dortmund-Berghofen, Dienstag, 13. März 2018, 17:40 (vor 271 Tagen) @ Professor-van-Dusen

Absolut.

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Michi2911 @, Bergkamen, Dienstag, 13. März 2018, 16:45 (vor 271 Tagen) @ Kulibi77
bearbeitet von Michi2911, Dienstag, 13. März 2018, 16:49

Du weisst schon dass ein Hartz IV Empfänger verpflichtet ist jede Arbeit anzunehmen, ansonsten kann das Geld auf 0 gekürzt werden?

Ich weiss ja nicht wo die berühmten schwarzen Schafe sind, aber soviele "faule Sozialschmarotzer" gibt es in der Wirklichkeit nicht.

Ich spreche jetzt nur von einigen:

Die kriegen es irgendwie hin. Krankenschein, andere Atteste oder gehen zum Psychologen. Hab es sogar schon im Fernsehen gesehen in einer Doku.

Die sind dann überfordert einfachste Tätigkeiten anzunehmen / durchzuführen obwohl sie es gar nicht sind. Die eine Frau hat dann Rücken oder Kopfschmerzen während dem anderen das Tempo zu schnell ist.

Einige werden dann richtig kreativ.

Ich möchte nicht wissen wie hoch diese Dunkelziffer ist.

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Ulrich @, Dienstag, 13. März 2018, 18:32 (vor 271 Tagen) @ Michi2911

Die kriegen es irgendwie hin. Krankenschein, andere Atteste oder gehen zum Psychologen. Hab es sogar schon im Fernsehen gesehen in einer Doku.

Lass mich raten. Privatfernsehen?

Als Kassenpatient ist die erste Hürde wohl schon zeitnah einen Termin bei einem Psychologen zu bekommen.

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Kulibi77, Dienstag, 13. März 2018, 17:12 (vor 271 Tagen) @ Michi2911

Du weisst schon dass ein Hartz IV Empfänger verpflichtet ist jede Arbeit anzunehmen, ansonsten kann das Geld auf 0 gekürzt werden?

Ich weiss ja nicht wo die berühmten schwarzen Schafe sind, aber soviele "faule Sozialschmarotzer" gibt es in der Wirklichkeit nicht.


Die kriegen es irgendwie hin. Krankenschein, andere Atteste oder gehen zum Psychologen.

Die sind dann überfordert einfachste Tätigkeiten anzunehmen, obwohl sie es gar nicht sind.

Glaub mir einige werden richtig kreativ.

Ich möchte nicht wissen wie hoch diese Dunkelziffer ist.

Dann macht sich der Arzt aber strafbar, wenn er falsche Gesundheitszeugnisse ausstellt. Ist aber bestimmt nicht die Aufgabe eines Sachbearbeiters ärztliche Expertisen in Frage zu stellen. Und soviele werden es trotzdem nicht sein.

Der Bund gibt ca. 22 Milliarden für HartzIV aus, das sind nicht mal 10% des Bundeshaushalts. Im übrigen gehen allein 4 Milliarden für die Verwaltungskosten drauf. Aber es macht bestimmt ganz viel Sinn noch mehr hunderte Millionen Euro für Beamte, Gutachter und Gerichte auszugeben, um auch noch dem letzten (vielleicht sogarwirklich faulen) armen Schlucker zu finden und ihm die verdiente Sanktion aufzudrücken. Wieder 50 Euro gespart! Deutsche Liebe zur Bürokratie...

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Fisheye @, Dienstag, 13. März 2018, 16:56 (vor 271 Tagen) @ Michi2911

Du weisst schon dass ein Hartz IV Empfänger verpflichtet ist jede Arbeit anzunehmen, ansonsten kann das Geld auf 0 gekürzt werden?

Ich weiss ja nicht wo die berühmten schwarzen Schafe sind, aber soviele "faule Sozialschmarotzer" gibt es in der Wirklichkeit nicht.


Ich spreche jetzt nur von einigen:

Die kriegen es irgendwie hin. Krankenschein, andere Atteste oder gehen zum Psychologen. Hab es sogar schon im Fernsehen gesehen in einer Doku.

Achso ja dann ist die Sache ja klar. Wahrscheinlich hast du auch noch was dazu in Springers schmierigen Blatt gelesen ?

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Michi2911 @, Bergkamen, Dienstag, 13. März 2018, 17:04 (vor 271 Tagen) @ Fisheye

Du weisst schon dass ein Hartz IV Empfänger verpflichtet ist jede Arbeit anzunehmen, ansonsten kann das Geld auf 0 gekürzt werden?

Ich weiss ja nicht wo die berühmten schwarzen Schafe sind, aber soviele "faule Sozialschmarotzer" gibt es in der Wirklichkeit nicht.


Ich spreche jetzt nur von einigen:

Die kriegen es irgendwie hin. Krankenschein, andere Atteste oder gehen zum Psychologen. Hab es sogar schon im Fernsehen gesehen in einer Doku.


Achso ja dann ist die Sache ja klar. Wahrscheinlich hast du auch noch was dazu in Springers schmierigen Blatt gelesen ?

Nein ich will damit nur sagen: Sozial Schmarotzer gibt es immer. Die kriegst du nicht zum arbeiten, oder wenn nur eine kurze Zeit.

Die die es wirklich wollen sind die leidtragenden.

Ein Ansatz wäre das man endlich vernünftige Löhne zahlt die deutlich über dem Hartz IV Nievau sind. Natürlich gibt es viele ungelernte Kräfte, die tun mir am meisten Leid weil sie meist im Niedriglohnsektor arbeiten müssen.

Hier sollte es vielleicht in Zukunft möglichkeiten geben diese mit verkürzten Ausbildungen / Quereinstiegen zum besseren Lohn zu verhelfen.

Eine Verkäufer Ausbildung dauert z.B. 2 Jahre. Hast du jemanden der über 40 ist, dass man ihn vielleicht innerhalb von 6 bis max. 12 Monaten dort weiterbilden kann. Im Moment dauert eine Umschulung /Weiterbildung 16 Monate beim IHK.

Als Verkäufer verdienst du jetzt nicht die Sterne vom Himmel, aber sicher mehr als Reinigungskraft oder Hilfsarbeiter im Niedriglohnsektor wo es nur Mindestlohn gibt.

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Professor-van-Dusen @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 16:30 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Ich finde die Hartz IV Regelung generell schlecht.

Jemand der 15-20 Jahre gearbeitet, dann seinen Job verliert, sollte anders behandelt werden als jemand der noch nie gearbeitet hat.

Wird er ja. Er bekommt meines Wissen ein Jahr (bzw. zwei Jahre bei Älteren) Arbeitslosengeld. Ob das gerecht ist? Ich weiß es nicht. Angeblich wurde die Zeit ja auch deshalb beschränkt, weil ältere Arbeitnehmer sich mit goldenem Handschlag von der Firma haben verabschieden lassen, um dann die Zeit bis zum regulären Renteneintritt mit dem Arbeitslosengeld zu überbrücken - ohne auf viel verzichten zu müssen. Auch eine Art von Missbrauch des Systems. Und damit kommst du auch schon schnell zum Kern des Problems: Einzelfallgerechtigkeit wirst du vermutlich nie herstellen, denn jedes System kann ausgenutzt werden.

Alleinerziehende Mütter sollten volle Unterstützung bekommen. Dort würde ich jedoch auf Sachleistungen bzw. der Übernahme der Kosten für die Kinder setzten. Sport, Musik Unterricht, Kita etc. Nicht das Kinder kriegen zu einem Anreiz wird. Das Geld sollte den Kindern zugute kommen.

Alleinerziehende Väter nicht? ;P

Hartz IV ist eine Grundsicherung, es soll kein schönes Leben bescheren. Schließlich lebt man von dem Geld anderer ohne einen Beitrag zu leisten. Zudem finde ich sollten Menschen die über Jahre von Hartz IV leben und jeglichen Job der ihrer Qualifikation entspricht verweigern, die Leistungen weiter gekürzt werden.

Ich wäre dafür, dass man die schwarzen Schafe die sich Dank Hartz 4 einen schönen Tage machen, härter bestraft, dafür den Menschen die wirklich bereit sind zu arbeiten jegliche Unterstützung bietet.

Das ist meines Wissens doch schon heute so, das recht hart "bestraft", also gekürzt wird. Und derzeit lässt sich leichter sagen, dass jeder irgendwo Arbeit finden kann. Aber es gab auch andere Zeiten und die wird es vermutlich auch wieder geben. Und was machst du dann mit denen, die sich bemühen, für die aber schlicht keine Arbeit da ist? Und wie unterscheidest du die sicher von denen, die sich nen Lenz machen wollen? Am Ende landest du eh wieder bei dem Punkt, dass es kaum eine Einzelfallgerechtigkeit gegen wird. Das Leben ist nun mal kompliziert. Deshalb würde ich generell weniger Parolen empfehlen. ;)

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Jahwio @, Südniedersachsen, Dienstag, 13. März 2018, 16:22 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Jemand der 15-20 Jahre gearbeitet, dann seinen Job verliert, sollte anders behandelt werden als jemand der noch nie gearbeitet hat.

Werden Sie doch? ALG I gibt es doch erstmal.

Alleinerziehende Mütter sollten volle Unterstützung bekommen.

Und alleinerziehende Väter? Wie wäre alleinerziehende Eltern?

Sonst Zustimmung. Wenn Hartz IV Miete- und Heizkosten übernimmt und anschließend noch 416 Euro auf das Konto kommen, ist das mehr, als ich gerade im Monat über habe als Selbstständiger nach all meinen Kosten. Ich erwarte Besserung, aber wenn das ALG II höher wäre, würde ich mir echt überlegen, warum ich dann noch 10 Stunden am Tag und oft am WE noch dazu arbeiten gehe, nur in der Hoffnung in den kommenden 5-10 Jahren deutlich mehr zu verdienen. Was im Grunde ja in gewisser Weise auch Zufall ist, ob die Geschäftsidee 100% funktioniert. ALG II ist sicher.

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Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 18:03 (vor 271 Tagen) @ Jahwio

Jemand der 15-20 Jahre gearbeitet, dann seinen Job verliert, sollte anders behandelt werden als jemand der noch nie gearbeitet hat.


Werden Sie doch? ALG I gibt es doch erstmal.

Alleinerziehende Mütter sollten volle Unterstützung bekommen.


Und alleinerziehende Väter? Wie wäre alleinerziehende Eltern?

Sonst Zustimmung. Wenn Hartz IV Miete- und Heizkosten übernimmt und anschließend noch 416 Euro auf das Konto kommen, ist das mehr, als ich gerade im Monat über habe als Selbstständiger nach all meinen Kosten. Ich erwarte Besserung, aber wenn das ALG II höher wäre, würde ich mir echt überlegen, warum ich dann noch 10 Stunden am Tag und oft am WE noch dazu arbeiten gehe, nur in der Hoffnung in den kommenden 5-10 Jahren deutlich mehr zu verdienen. Was im Grunde ja in gewisser Weise auch Zufall ist, ob die Geschäftsidee 100% funktioniert. ALG II ist sicher.

Wie immer wenn es um Hartz 4 geht ist leider sehr viel Halbwissen unterwegs.
Ich bin aktuell im Hartz 4 Bezug und habe dabei das Pech auch noch Arbeitsunfähig zu sein. Seit über einem Jahr kann ich Krankenhausaufenthalt meinen rechten Arm und Hand nicht mehr bewegen. So langsam kommt aber wieder Leben in den Arm.
Jedes halbe Jahr muss ich einen neuen Antrag stellen. Im Mai und im November so weit kein Problem, allerdings habe ich im November das Problem das von mir Unterlagen gefordert werden die Ich erst Ende des Jahres bekomme.
Der neue Antrag ist seit November 2017 nur vorläufig bewilligt die fehlenden Unterlagen sind allerdings schon 2 mal eingereicht.

Im Moment bekomme ich 718,41€

Ich habe Mietkosten in Höhe von 320,00 € und Stromkosten von 151,00€

Die Stromkosten sind deshalb so hoch weil ich Nachtspeicherheizung habe.

Sind also Festkosten von 471€ bleiben nach Abzug 247,41€ zum Leben über.
Davon gehen alleine jede Woche ca. 10€ Busfahrt zur Ergotherapie drauf.
Ich warte allerdings noch auf die Neuberechnung(seit ca. 3 Monaten und auf mein Pflegegeld)
Ich könnte noch mehr aus dem Nähkästchen plaudern wie das so ist wenn man von oben Durchgereicht wird. Ich komme aus der sogenannten Mittelschicht und habe mal was Dargestellt ist wirklich kein vergnügen auf Hartz 4 angewiesen zu sein und meine Perspektive mit 57 sieht nicht so gut aus. Seit einfach froh das ihr davon nicht betroffen seit. Das kann schneller gehen als man denkt.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Jahwio @, Südniedersachsen, Dienstag, 13. März 2018, 20:29 (vor 271 Tagen) @ Garum

1800 netto
710 Miete
500 KfW Kredit
60 Strom
250 Krankenversicherung
30 Internet

Und dann bin ich nicht mal Rentenversichert. Und die 250 Krankenkasse werden Ende des Jahres sicher mehr werden. Essen tue ich wirklich nur noch billigstes.

Klar, habe ich auch Annehmlichkeiten, die man als ALG II Empfänger nicht hat. Firmenwagen, Firmenhandy, keine Spritkosten, geht halt aus der Firma. Aber eigentlich müsste ich mich für rund 500,00 rentenversichern, habe 35.000 Schulden durch den Kredit und wenn das ganze den Bach runter geht bin kann ich die Finger heben.

Da ist ALG II im Augenblick recht verlockend: Kein Risiko der Privatinsolvenz, alle Versicherungen drin und ich müsste morgens nicht los.

Trotzdem hoffe ich einfach, dass mit Abzahlung des KfW Kredits mehr Geld in der Tasche bleibt. Aber meinen Alltags Lebensstil: Essen, Urlaub etc. würde das nicht verändern derzeit, wenn ich ALG II beziehen würde. Ich müsste vermutlich umziehen, aber das plane ich ohnehin, da das viel zu teuer ist bei meinem Einkommen gerade.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 21:17 (vor 271 Tagen) @ Jahwio

1800 netto
710 Miete
500 KfW Kredit
60 Strom
250 Krankenversicherung
30 Internet

Und dann bin ich nicht mal Rentenversichert. Und die 250 Krankenkasse werden Ende des Jahres sicher mehr werden. Essen tue ich wirklich nur noch billigstes.

Klar, habe ich auch Annehmlichkeiten, die man als ALG II Empfänger nicht hat. Firmenwagen, Firmenhandy, keine Spritkosten, geht halt aus der Firma. Aber eigentlich müsste ich mich für rund 500,00 rentenversichern, habe 35.000 Schulden durch den Kredit und wenn das ganze den Bach runter geht bin kann ich die Finger heben.

Da ist ALG II im Augenblick recht verlockend: Kein Risiko der Privatinsolvenz, alle Versicherungen drin und ich müsste morgens nicht los.

Trotzdem hoffe ich einfach, dass mit Abzahlung des KfW Kredits mehr Geld in der Tasche bleibt. Aber meinen Alltags Lebensstil: Essen, Urlaub etc. würde das nicht verändern derzeit, wenn ich ALG II beziehen würde. Ich müsste vermutlich umziehen, aber das plane ich ohnehin, da das viel zu teuer ist bei meinem Einkommen gerade.

Da würdest du dich aber wundern. Ich glaube du bekommst wahrscheinlich gar kein Hartz IV sondern gleich Sozialhilfe. Und wenn doch müsstest du dich richtig nackig machen. Du musst alles offen legen, das möchtest du nicht wirklich. Mit Hartz 4 bis du nicht mehr Selbst bestimmt.
Umziehen geht auch nicht so einfach.

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Jahwio @, Südniedersachsen, Dienstag, 13. März 2018, 22:00 (vor 271 Tagen) @ Garum

Ist ja auch ok: Jemand der arbeitet sollte schon mehr bekommen/Rechte haben, als jemand der ALG II bezieht. Sonst lohnt sich Arbeit für viele gar nicht mehr.

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Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 22:16 (vor 271 Tagen) @ Jahwio

Ist ja auch ok: Jemand der arbeitet sollte schon mehr bekommen/Rechte haben, als jemand der ALG II bezieht. Sonst lohnt sich Arbeit für viele gar nicht mehr.

Das sehe ich genau so. Jeden den ich kennenglernt habe möchte da eigentlich so schnell wie möglich wieder raus. Manchmal wunderst du dich warum das nicht klappt.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Wickiborusse @, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 19:47 (vor 271 Tagen) @ Garum

Dein Satz mit dem kaputten Arm und dem Krankenhausaufenthalt ist leider nicht vollständig.
Versteh ich richtig, dass sie dir deinen Arm im Krankenhaus durch eine OP verhunzt haben?
Oder was ist da passiert? Ich frage nicht aus Neugier, sondern um dich ggf. beraten zu können.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 20:07 (vor 271 Tagen) @ Wickiborusse

Dein Satz mit dem kaputten Arm und dem Krankenhausaufenthalt ist leider nicht vollständig.
Versteh ich richtig, dass sie dir deinen Arm im Krankenhaus durch eine OP verhunzt haben?
Oder was ist da passiert? Ich frage nicht aus Neugier, sondern um dich ggf. beraten zu können.

Um es mal kurz zu erklären. Ich bin am 12.12.2016 mit einer akuten Lungenentzündung und Sepsis ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ich wurde ins künstliche Koma gelegt und bei der Fixierung ist mir der Plexus Brachiales abgeklemmt worden. Als ich nach 12 Tagen aus dem Koma aufgeweckt wurde war der rechte Arm komplett bewegungsunfähig. Seitdem hat sich mein Leben komplett verändert mit REHA und alles was dazu gehört. Ich habe zur Zeit Pflegegrad 2 und dafür bekomme ich auch noch Geld da ging nur leider was mit der Krankenkasse schief das Geld wurde nachgezahlt. Da ich aber ein P-Konto habe kann ich auf das Geld nur bedingt zugreifen.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

MarcBVB @, Duisburg, Dienstag, 13. März 2018, 22:03 (vor 271 Tagen) @ Garum

Dein Satz mit dem kaputten Arm und dem Krankenhausaufenthalt ist leider nicht vollständig.
Versteh ich richtig, dass sie dir deinen Arm im Krankenhaus durch eine OP verhunzt haben?
Oder was ist da passiert? Ich frage nicht aus Neugier, sondern um dich ggf. beraten zu können.


Um es mal kurz zu erklären. Ich bin am 12.12.2016 mit einer akuten Lungenentzündung und Sepsis ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ich wurde ins künstliche Koma gelegt und bei der Fixierung ist mir der Plexus Brachiales abgeklemmt worden. Als ich nach 12 Tagen aus dem Koma aufgeweckt wurde war der rechte Arm komplett bewegungsunfähig. Seitdem hat sich mein Leben komplett verändert mit REHA und alles was dazu gehört. Ich habe zur Zeit Pflegegrad 2 und dafür bekomme ich auch noch Geld da ging nur leider was mit der Krankenkasse schief das Geld wurde nachgezahlt. Da ich aber ein P-Konto habe kann ich auf das Geld nur bedingt zugreifen.

Ich würde dir dringend zu der Konsultation eines Kollegen (FA für Medizinrecht) empfehlen.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 22:21 (vor 271 Tagen) @ MarcBVB

Dein Satz mit dem kaputten Arm und dem Krankenhausaufenthalt ist leider nicht vollständig.
Versteh ich richtig, dass sie dir deinen Arm im Krankenhaus durch eine OP verhunzt haben?
Oder was ist da passiert? Ich frage nicht aus Neugier, sondern um dich ggf. beraten zu können.


Um es mal kurz zu erklären. Ich bin am 12.12.2016 mit einer akuten Lungenentzündung und Sepsis ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ich wurde ins künstliche Koma gelegt und bei der Fixierung ist mir der Plexus Brachiales abgeklemmt worden. Als ich nach 12 Tagen aus dem Koma aufgeweckt wurde war der rechte Arm komplett bewegungsunfähig. Seitdem hat sich mein Leben komplett verändert mit REHA und alles was dazu gehört. Ich habe zur Zeit Pflegegrad 2 und dafür bekomme ich auch noch Geld da ging nur leider was mit der Krankenkasse schief das Geld wurde nachgezahlt. Da ich aber ein P-Konto habe kann ich auf das Geld nur bedingt zugreifen.


Ich würde dir dringend zu der Konsultation eines Kollegen (FA für Medizinrecht) empfehlen.

Davon gibt es in meiner Gegend so gut wie keine. Der nächste ist in Hannover.
Ich habe mich da schon mal versucht schlau zu machen, das Ende würde ich nicht mehr erleben. Ich habe zu allem Überfluss noch COPD im zweitem Stadium.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

MarcBVB @, Duisburg, Dienstag, 13. März 2018, 22:27 (vor 271 Tagen) @ Garum

Dein Satz mit dem kaputten Arm und dem Krankenhausaufenthalt ist leider nicht vollständig.
Versteh ich richtig, dass sie dir deinen Arm im Krankenhaus durch eine OP verhunzt haben?
Oder was ist da passiert? Ich frage nicht aus Neugier, sondern um dich ggf. beraten zu können.


Um es mal kurz zu erklären. Ich bin am 12.12.2016 mit einer akuten Lungenentzündung und Sepsis ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ich wurde ins künstliche Koma gelegt und bei der Fixierung ist mir der Plexus Brachiales abgeklemmt worden. Als ich nach 12 Tagen aus dem Koma aufgeweckt wurde war der rechte Arm komplett bewegungsunfähig. Seitdem hat sich mein Leben komplett verändert mit REHA und alles was dazu gehört. Ich habe zur Zeit Pflegegrad 2 und dafür bekomme ich auch noch Geld da ging nur leider was mit der Krankenkasse schief das Geld wurde nachgezahlt. Da ich aber ein P-Konto habe kann ich auf das Geld nur bedingt zugreifen.


Ich würde dir dringend zu der Konsultation eines Kollegen (FA für Medizinrecht) empfehlen.


Davon gibt es in meiner Gegend so gut wie keine. Der nächste ist in Hannover.
Ich habe mich da schon mal versucht schlau zu machen, das Ende würde ich nicht mehr erleben. Ich habe zu allem Überfluss noch COPD im zweitem Stadium.

Telefon geht auch. Als erstes Gutachten über den MD erstellen lassen. Oder selbständiges Beweisverfahren.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Wickiborusse @, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 20:22 (vor 271 Tagen) @ Garum

Alles klar. Ich wollte nur abprüfen, ob es sich ggf. um einen Arbeitsunfall infolge stationärer Behandlung handelt. Klassische Behandlungsfehler gehören allerdings nicht dazu.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

KUBAner, Dienstag, 13. März 2018, 19:26 (vor 271 Tagen) @ Garum

Jemand der 15-20 Jahre gearbeitet, dann seinen Job verliert, sollte anders behandelt werden als jemand der noch nie gearbeitet hat.


Werden Sie doch? ALG I gibt es doch erstmal.

Alleinerziehende Mütter sollten volle Unterstützung bekommen.


Und alleinerziehende Väter? Wie wäre alleinerziehende Eltern?

Sonst Zustimmung. Wenn Hartz IV Miete- und Heizkosten übernimmt und anschließend noch 416 Euro auf das Konto kommen, ist das mehr, als ich gerade im Monat über habe als Selbstständiger nach all meinen Kosten. Ich erwarte Besserung, aber wenn das ALG II höher wäre, würde ich mir echt überlegen, warum ich dann noch 10 Stunden am Tag und oft am WE noch dazu arbeiten gehe, nur in der Hoffnung in den kommenden 5-10 Jahren deutlich mehr zu verdienen. Was im Grunde ja in gewisser Weise auch Zufall ist, ob die Geschäftsidee 100% funktioniert. ALG II ist sicher.


Wie immer wenn es um Hartz 4 geht ist leider sehr viel Halbwissen unterwegs.
Ich bin aktuell im Hartz 4 Bezug und habe dabei das Pech auch noch Arbeitsunfähig zu sein. Seit über einem Jahr kann ich Krankenhausaufenthalt meinen rechten Arm und Hand nicht mehr bewegen. So langsam kommt aber wieder Leben in den Arm.
Jedes halbe Jahr muss ich einen neuen Antrag stellen. Im Mai und im November so weit kein Problem, allerdings habe ich im November das Problem das von mir Unterlagen gefordert werden die Ich erst Ende des Jahres bekomme.
Der neue Antrag ist seit November 2017 nur vorläufig bewilligt die fehlenden Unterlagen sind allerdings schon 2 mal eingereicht.

Im Moment bekomme ich 718,41€

Ich habe Mietkosten in Höhe von 320,00 € und Stromkosten von 151,00€

Die Stromkosten sind deshalb so hoch weil ich Nachtspeicherheizung habe.

Und von den Kosten bekommst du den Anteil für Heizung vom Jobcenter bezahlt, mindestens 80,- Euro nehme ich an? Und die Miete auch voll? Sind dann 400,- Euro für Unterkunft. Dazu dann 416,- Euro Regelsatz wenn du keine Rückzahlungen leisten musst. Woran liegt es das du nur 718,- Euro bekommst?

Auch von meiner Seite aus gute Besserung!

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 19:55 (vor 271 Tagen) @ KUBAner

Jemand der 15-20 Jahre gearbeitet, dann seinen Job verliert, sollte anders behandelt werden als jemand der noch nie gearbeitet hat.


Werden Sie doch? ALG I gibt es doch erstmal.

Alleinerziehende Mütter sollten volle Unterstützung bekommen.


Und alleinerziehende Väter? Wie wäre alleinerziehende Eltern?

Sonst Zustimmung. Wenn Hartz IV Miete- und Heizkosten übernimmt und anschließend noch 416 Euro auf das Konto kommen, ist das mehr, als ich gerade im Monat über habe als Selbstständiger nach all meinen Kosten. Ich erwarte Besserung, aber wenn das ALG II höher wäre, würde ich mir echt überlegen, warum ich dann noch 10 Stunden am Tag und oft am WE noch dazu arbeiten gehe, nur in der Hoffnung in den kommenden 5-10 Jahren deutlich mehr zu verdienen. Was im Grunde ja in gewisser Weise auch Zufall ist, ob die Geschäftsidee 100% funktioniert. ALG II ist sicher.


Wie immer wenn es um Hartz 4 geht ist leider sehr viel Halbwissen unterwegs.
Ich bin aktuell im Hartz 4 Bezug und habe dabei das Pech auch noch Arbeitsunfähig zu sein. Seit über einem Jahr kann ich Krankenhausaufenthalt meinen rechten Arm und Hand nicht mehr bewegen. So langsam kommt aber wieder Leben in den Arm.
Jedes halbe Jahr muss ich einen neuen Antrag stellen. Im Mai und im November so weit kein Problem, allerdings habe ich im November das Problem das von mir Unterlagen gefordert werden die Ich erst Ende des Jahres bekomme.
Der neue Antrag ist seit November 2017 nur vorläufig bewilligt die fehlenden Unterlagen sind allerdings schon 2 mal eingereicht.

Im Moment bekomme ich 718,41€

Ich habe Mietkosten in Höhe von 320,00 € und Stromkosten von 151,00€

Die Stromkosten sind deshalb so hoch weil ich Nachtspeicherheizung habe.


Und von den Kosten bekommst du den Anteil für Heizung vom Jobcenter bezahlt, mindestens 80,- Euro nehme ich an? Und die Miete auch voll? Sind dann 400,- Euro für Unterkunft. Dazu dann 416,- Euro Regelsatz wenn du keine Rückzahlungen leisten musst. Woran liegt es das du nur 718,- Euro bekommst?

Auch von meiner Seite aus gute Besserung!

Normalerweise liegt der Satz auch höher. Mein Jobcenter kommt aber dieses Jahr nicht so ganz aus den Puschen. Ich warte seit knapp 3 Monaten auf die Neuberechnung. Die Miete wird aber nicht voll übernommen weil meine Wohnung 2,5 qm zu groß ist und die Mietpauschale niedrig ist.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Ulrich @, Dienstag, 13. März 2018, 18:38 (vor 271 Tagen) @ Garum

Danke für die konkreten Zahlen, das ist echt heftig. Um damit über die Runden zu kommen muss man wirklich auf die allerbilligsten Produkte beim Discounter zugreifen, und was Bekleidung, Schuhe, etc. angeht muss man wohl 08/15-Durchschnittsgröße haben.

Was deinen Arm angeht, von meiner Seite Gute Besserung!

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 19:01 (vor 271 Tagen) @ Ulrich

Danke für die konkreten Zahlen, das ist echt heftig. Um damit über die Runden zu kommen muss man wirklich auf die allerbilligsten Produkte beim Discounter zugreifen, und was Bekleidung, Schuhe, etc. angeht muss man wohl 08/15-Durchschnittsgröße haben.

Was deinen Arm angeht, von meiner Seite Gute Besserung!

Das Problem bei mir ist auch noch das ich zwar kochen kann, aber mir zum Selbermachen die rechte Hand doch sehr fehlt. Ich lebe alleine und musste mich seit letztes Jahr ganz schön umstellen. Konnte ich mir früher eine Sack Kartoffeln kaufen konnte ich theoretisch eine Woche jeden Tag die Kartoffel unterschiedlich zubereiten zur Zeit kann ich sie nicht mal schälen. Ich musste mich komplett anders ernähren und auch noch teurer. So langsam aber sicher kommt wieder leben in den Arm nur die Hand macht noch Schwierigkeiten, die nächste REHA ist aber schon beantragt. Kann sich nur noch um Monate handeln. Und nur um mal einen vergleich zu nennen. Früher brauchte ich für eine normale Salatgurke ca. 20 Sek. um gleichmäßig dünne Scheiben zuhaben heute brauche ich fast 5 min.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 16:30 (vor 271 Tagen) @ Jahwio

Jemand der 15-20 Jahre gearbeitet, dann seinen Job verliert, sollte anders behandelt werden als jemand der noch nie gearbeitet hat.


Werden Sie doch? ALG I gibt es doch erstmal.

Alleinerziehende Mütter sollten volle Unterstützung bekommen.


Und alleinerziehende Väter? Wie wäre alleinerziehende Eltern?

Sonst Zustimmung. Wenn Hartz IV Miete- und Heizkosten übernimmt und anschließend noch 416 Euro auf das Konto kommen, ist das mehr, als ich gerade im Monat über habe als Selbstständiger nach all meinen Kosten. Ich erwarte Besserung, aber wenn das ALG II höher wäre, würde ich mir echt überlegen, warum ich dann noch 10 Stunden am Tag und oft am WE noch dazu arbeiten gehe, nur in der Hoffnung in den kommenden 5-10 Jahren deutlich mehr zu verdienen. Was im Grunde ja in gewisser Weise auch Zufall ist, ob die Geschäftsidee 100% funktioniert. ALG II ist sicher.

Natürlich, Väter genau so.

Das z.B. sollte gefördert werden. Menschen die einen Businessplan vorlegen, die nötige Qualifikation, Referenzen vorweisen können, könnten doch einen extra Zuschuss bekommen. Ich glaube so etwas gibt es sogar schon.

Wenn es nicht gerade Youtuber, Streamer, Rapper oder sonst ein Nischen Beschäftigung ist, bei denen nur 0,01% der Menschen erfolgreich sind.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Michi2911 @, Bergkamen, Dienstag, 13. März 2018, 16:40 (vor 271 Tagen) @ Sivas
bearbeitet von Michi2911, Dienstag, 13. März 2018, 16:44

Jemand der 15-20 Jahre gearbeitet, dann seinen Job verliert, sollte anders behandelt werden als jemand der noch nie gearbeitet hat.


Werden Sie doch? ALG I gibt es doch erstmal.

Alleinerziehende Mütter sollten volle Unterstützung bekommen.


Und alleinerziehende Väter? Wie wäre alleinerziehende Eltern?

Sonst Zustimmung. Wenn Hartz IV Miete- und Heizkosten übernimmt und anschließend noch 416 Euro auf das Konto kommen, ist das mehr, als ich gerade im Monat über habe als Selbstständiger nach all meinen Kosten. Ich erwarte Besserung, aber wenn das ALG II höher wäre, würde ich mir echt überlegen, warum ich dann noch 10 Stunden am Tag und oft am WE noch dazu arbeiten gehe, nur in der Hoffnung in den kommenden 5-10 Jahren deutlich mehr zu verdienen. Was im Grunde ja in gewisser Weise auch Zufall ist, ob die Geschäftsidee 100% funktioniert. ALG II ist sicher.


Natürlich, Väter genau so.

Das z.B. sollte gefördert werden. Menschen die einen Businessplan vorlegen, die nötige Qualifikation, Referenzen vorweisen können, könnten doch einen extra Zuschuss bekommen. Ich glaube so etwas gibt es sogar schon.

Wenn es nicht gerade Youtuber, Streamer, Rapper oder sonst ein Nischen Beschäftigung ist, bei denen nur 0,01% der Menschen erfolgreich sind.

Das Problem ist das viele Berufe hier in Deutschland einfach schlecht bezahlt sind. Als Verkäufer, Reinigungskraft, Florist (sind nur Beispiele) verdienst du in Vollzeit nicht viel mehr als ein Hartz IV bekommt, der übrigens die Wohnung bezahlt bekommt. Übrigens ist Vollzeit gar nicht selbstverständlich. Discounter wie Aldi, Netto usw. stellen häufig nur Halbtagskräfte ein. Mit 1100€ Netto, musst du erstmal Wohnung und andere Nebenkosten abdecken. Was bleibt dann übrig? 400-500€ wenn überhaupt. Alleine kommst du sicher noch um die Runden und verzichtest auf einiges, hast du jedoch Kinder dann wird es schwierig.

Deswegen ist die Wiedereingliederung so schwierig, es gibt einige Existenzen wie ich habe nichts gelernt und hab kein bock zu arbeiten. Für 8,87€ Mindestlohn stehe ich doch nicht auf? Ein wenig kann ich diese Leute verstehen, wenn gleich man eigentlich froh sein sollte wenn man etwas findet.

Zu denen die unverschuldet den Job verlieren: Diese Menschen tun mir am meisten leid. 1- 1 1/2 Jahre Arbeitslosengeld I fängt das nicht auf. Die Arbeiten 30 Jahre oder länger und müssen sich nach ALG I mit denen beim Jobcenter anstellen die ewig nichts gebacken bekommen. Dabei ist Krankheit oder Kündigung schuld wofür man nichts kann. Dann heißt es noch: Mach mit 55 oder Älter eine Umschulung. Trauriges Deutschland!

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

neusa @, Bochum, Dienstag, 13. März 2018, 19:57 (vor 271 Tagen) @ Michi2911

Möglicherweise ist der HartzIV Satz zu niedrig.
Auf der anderen Seite muss der (zum Teil bereits kaum vorhandene) Abstand zum Einkommen der arbeitenden Bevölkerung gewahrt bleiben. Der Umverteilungssatz ist bereits jetzt sehr hoch, vielleicht zu hoch.
Neben dem Regelsatz und der Miete erhalten Hartz IV Bezieher noch Kranken-, Renten- und Pflegeversicherungsbeiträge. Diese Landen aber natürlich direkt in einem anderen Topf. Dazu kommen weitere Leistungen wie z.B. die Befreiung vom Beitragssatz fürs Öffentlich-rechtliche Fernsehen.
Rechnen wir das alles mal zusammen kommen wir Pro Kopf schon heute auf ca. 1000€ Brutto. Die muss man im Niedriglohnsektor erstmal verdienen.

Noch ein Beispiel: Eine mir bekannte Person hat als Hartz IV Bezieher eine vom Job-Center geförderte Ausbildung begonnen und auch abgeschlossen. Neben dem Regelsatz wurden Fahrtkosten zur Berufsschule und zum Arbeitsplatz erstattet. Zum Berufsabschluss gab es 1600€ Prämie. Im Vergleich zu den "normalen" Auszubildenden, die mit einer Vergütung meist unterhalb des Regelsatzes (+ Miete) klarkommen mussten, ein klarer Vorteil.
Auf der anderen Seite gibt es auf diese Weise natürlich einen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten mehr, den es ohne vielleicht nicht gegeben hätte. Gerecht ist das natürlich nicht unbedingt.
Was ich damit sagen möchte, mit ausreichend Eigeninitative + Förderung vom Job-Center kommt eigentlich jeder irgendwo unter. Natürlich nicht in seinem Traumberuf. Es gibt einfach zu viele Menschen, die schon zu lange in Hartz IV stecken und denen in der Zeit jegliche Initiative abhanden gekommen ist. Das ist ein Teufelskreis.

Andererseits geht es mir auch ziemlich auf den Senkel das an allen Enden mehr Solidarität eingefordert wird. Wenn ich mir meine Gehaltsabrechnung anschaue und mir durchrechne das mindestens 30% der Abgaben (zzgl. Arbeitgeberbeiträge) bereits im Solidartopf landen fällt es mir schwer da noch mehr zu fordern.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Garum @, Bornum am Harz, Dienstag, 13. März 2018, 20:14 (vor 271 Tagen) @ neusa

Möglicherweise ist der HartzIV Satz zu niedrig.
Auf der anderen Seite muss der (zum Teil bereits kaum vorhandene) Abstand zum Einkommen der arbeitenden Bevölkerung gewahrt bleiben. Der Umverteilungssatz ist bereits jetzt sehr hoch, vielleicht zu hoch.
Neben dem Regelsatz und der Miete erhalten Hartz IV Bezieher noch Kranken-, Renten- und Pflegeversicherungsbeiträge. Diese Landen aber natürlich direkt in einem anderen Topf. Dazu kommen weitere Leistungen wie z.B. die Befreiung vom Beitragssatz fürs Öffentlich-rechtliche Fernsehen.
Rechnen wir das alles mal zusammen kommen wir Pro Kopf schon heute auf ca. 1000€ Brutto. Die muss man im Niedriglohnsektor erstmal verdienen.

Noch ein Beispiel: Eine mir bekannte Person hat als Hartz IV Bezieher eine vom Job-Center geförderte Ausbildung begonnen und auch abgeschlossen. Neben dem Regelsatz wurden Fahrtkosten zur Berufsschule und zum Arbeitsplatz erstattet. Zum Berufsabschluss gab es 1600€ Prämie. Im Vergleich zu den "normalen" Auszubildenden, die mit einer Vergütung meist unterhalb des Regelsatzes (+ Miete) klarkommen mussten, ein klarer Vorteil.
Auf der anderen Seite gibt es auf diese Weise natürlich einen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten mehr, den es ohne vielleicht nicht gegeben hätte. Gerecht ist das natürlich nicht unbedingt.
Was ich damit sagen möchte, mit ausreichend Eigeninitative + Förderung vom Job-Center kommt eigentlich jeder irgendwo unter. Natürlich nicht in seinem Traumberuf. Es gibt einfach zu viele Menschen, die schon zu lange in Hartz IV stecken und denen in der Zeit jegliche Initiative abhanden gekommen ist. Das ist ein Teufelskreis.

Andererseits geht es mir auch ziemlich auf den Senkel das an allen Enden mehr Solidarität eingefordert wird. Wenn ich mir meine Gehaltsabrechnung anschaue und mir durchrechne das mindestens 30% der Abgaben (zzgl. Arbeitgeberbeiträge) bereits im Solidartopf landen fällt es mir schwer da noch mehr zu fordern.

DER GANZ GROSSE WITZ IST ES DAS DIE HARTZ IV EMPFÄNGER GARNICHTS FORDERN.
Die Diskussion wird immer nur von anderen geführt.
Ich habe früher auch sehr gut verdient viel über Prämien da wurde auch immer reichlich abgezogen weil die immer am Jahresende kamen. Da hatte ich aber richtig Abzüge, wäre froh wenn ich mich heute darüber aufregen könnte.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

d0g1am. @, Salzburg, Dienstag, 13. März 2018, 16:13 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Hartz IV ist eine Grundsicherung, es soll kein schönes Leben bescheren.

So ist es! Ich kenne nicht viele Hartz IV Empfänger, aber die wenigen, die ich kenne, haben immer den dicksten Fernseher und das neueste Handy. Und beschweren sich dann am Ende, wenn die Kohle nicht auch noch für einen Urlaub reicht, weil man ja den Rest verraucht oder am Wochenende versäuft.

Und ich bin sehr wohl der Meinung, dass man mit Hartz IV (über)leben kann. Ich habe als Student lediglich mein Kindergeld + Nebenjob, Bafög bekomme ich keins. Die Hälfte davon geht für die Miete drauf, der Rest liegt sogar unter dem Hartz IV Satz. Natürlich kann ich damit kein Luxusleben führen, aber dafür ist Hartz IV doch auch gar nicht gedacht!

Hartz IV soll ja schließlich keine Dauer-, sondern eine Übergangslösung sein, bis man wieder einen Job hat, kein Jobersatz!

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Ulrich @, Dienstag, 13. März 2018, 18:41 (vor 271 Tagen) @ d0g1am.

Hartz IV ist eine Grundsicherung, es soll kein schönes Leben bescheren.


So ist es! Ich kenne nicht viele Hartz IV Empfänger, aber die wenigen, die ich kenne, haben immer den dicksten Fernseher und das neueste Handy. Und beschweren sich dann am Ende, wenn die Kohle nicht auch noch für einen Urlaub reicht, weil man ja den Rest verraucht oder am Wochenende versäuft.

Kennst Du die persönlich oder aus RTL2?

Bei den Hartz-4-Sätzen die in Deutschland ausgezahlt werden reicht es normalerweise nicht einmal für einen Billig-Fernseher oder ein Billig-Handy von Aldi. Da müssen die Betroffenen schon auf Gebraucht-Geräte ausweichen.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Klopfer ⌂, Dortmund, Mittwoch, 14. März 2018, 23:40 (vor 270 Tagen) @ Ulrich

Bei den Hartz-4-Sätzen die in Deutschland ausgezahlt werden reicht es normalerweise nicht einmal für einen Billig-Fernseher oder ein Billig-Handy von Aldi. Da müssen die Betroffenen schon auf Gebraucht-Geräte ausweichen.

Ja und ?
das mache ich auch und bin sicher nicht auf ALG2 angewiesen. Meine Handys und Fernseher, Computer, Jeans, Schuhe etc. sind alle bei Ebay gebraucht geschossen.
Aber das ist halt der Unterschied, mir macht es persönlich gar nichts aus, wenn ich mich aus wirtschaftlichen Gründen bei Statussymbolen zurücknehme.

SGG
Klopfer

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Absorber, Daheim, Dienstag, 13. März 2018, 18:06 (vor 271 Tagen) @ d0g1am.

Dann erkläre aber bitte den neuen Arbeitgebern, dass Du mit 53 noch mindestens 24 Jahre dem Unternehmen dienen kannst und alles gibst.

Ist doch Quatsch. Ich war in einem sehr guten Job 3500,- € netto aufwärts. Habe mich locken lassen, kannst noch mehr verdienen, komm zu uns. Gesagt getan, sichere Stelle weggeschmissen und in GELSENKIRCHEN verkackt, weil der Laden pleite machte. Firmenauto weg, Kohle weg, ALG I o.K. bla, bla.

Nun ging es weiter, macht man sich halt selbstständig. Plan der Bank vorgelegt, Kredit bis 60.000 kein Problem usw.....
Nach 3 Jahren und einigen Zahlungsausfällen der Gedanke.... geht nicht mehr.
Lieber Schluss mit selbstständig, Eigentumswohnung verkauft, gehst du wieder in deinen alten Job. Ja... Betonung auf alt. Erfahrung? Ne... müssen heute junge Leute sein... bla, bla. Ich bin in der Baubranche (Handel) aktiv. Was zählt da? Erfahrung, Kenntnisse, usw.... aber es half nichts. Kein Job.

Habe dann alles an Vermögen verprasst (wir haben davon GELEBT, nix mehr geleistet), bis das Konto leer war. Weil ich der Meinung war, Hartz4 gibt es nur wenn du nix mehr hast. Scheisse.... Hätte noch 8000,- Ocken Vermögen haben dürfen (bei meinem Alter 53 x 180 Euro) und hätte DANN schon Hartz4 beantragen dürfen. Wer hat es gewusst? Ich nicht....

Irgendwann waren die Münzen alle und ich habe Hartz4 beantragt.

Ich bin nach einem Jahr Hartz 4 wieder in Arbeit (durch Eigeninitiative) und sage jedem der hier meint... Hartz4=dolles Leben. MACHT ES MAL MIT.
Mit Frau und 2 Kindern..... Und du weißt am 16. nicht mehr was du den Rest des Monats einkaufen kannst, oder sonst irgendwas zu bezahlen, weil du einfach KEIN BARGELD ODER KREDITLINIE hast. Es wird alles auf Null gesetzt.

Und wir sind sparsam, bzw, wurden sparsam.... aber irgendwann ist dann auch mal Schluss. Und wenn die Herren Minister meinen, Hartz4 ist keine Armut.... ich würde es Herrn Spahn so wünschen. Aber lieber mal die Diäten auf über 8000,- Euro erhöhen... sind ja alle so arm.

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Erfahrung als Sachbearbeiter SGB XII

patrahn @, Gelsenkirchen, Dienstag, 13. März 2018, 15:49 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Ich sehe halbwegs volle Konten, halbwegs leere. Zufriedene Menschen und unzufriedene.
Es kommt halt darauf an wie man sonst wirtschaftet (insbesondere Haushaltsstromverbrauch).

Das einzige was ich problematisch sehe sind die vom Gesetzgeber angedachten Ansparungen aus dem Regelsatz für die Reparatur oder Anschaffung von Möbeln, oder Zuzahlungen für Medikamente etc. Da kann es dann doch sehr sehr knapp werden.

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Kruemelmonster09 @, Solingen, Dienstag, 13. März 2018, 15:34 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Im Grunde ist doch ein großes Problem, dass bei der ganzen Hartz IV Debatte ständig jemand versucht einander gegenseitig auszuspielen.

Ich würde die Themen Hartz IV und Geringverdiener zB grundsätzlich gern voneinander trennen. Wieso?
Hartz IV für sich alleine gestellt ist sicher zu wenig.
Hartz IV im Vergleich zu den Geringverdienern dieser Gesellschaft passt auch nicht, aber wohl fast schon wieder in die andere Richtung.

Grundsätzlich empfinde ich:
Es muss ein vernünftiger Mindestlohn geschaffen werden, der bei mindestens 10,50€ liegt. Danach muss auch der Hartz IV Satz zwingend angezogen werden.
Löst du jedoch das eine Problem nicht, fällt dir das Andere auf die Füße.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Professor-van-Dusen @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 15:27 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Dazu gab es letzte Woche einen ganz interessanten Artikel bei SPON, der die Berechnungsgrundlagen aufdröselt:

spiegel.de/wirtschaft/soziales/tafel-streit-wieso-hartz-iv-tatsaechlich-zu-wenig-zum-leben-ist-a-1197012.html

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Alones @, Budapest, Dienstag, 13. März 2018, 15:23 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Die aktuellen Äußerungen von Jens Spahn waren einfach nur widerlich und menschenverachtend. Man kann nur hoffen, dass sich dieser Typ nicht als nächster Kanzlerkandidat durchsetzt. Allerdings glaube ich nicht, dass er dafür das Format hat. Früher oder später wird er schon an seiner eigenen Blödheit scheitern.

Zu Hartz 4 nur soviel: weg damit. Und zwar so schnell wie möglich. Wir brauchen ein Bendigungsloses Grundeinkommen von mindestens 1.500 Euro. Und ja, das lässt sich finanzieren. Im Zuge der Digitalisierung werden wir um diesen Schritt ohnehin nicht rum kommen. Ansonsten war Hartz 4 einfach nur auf so vielen Ebenen falsch. Dieser Hass, den wir momentan in weiten Teilen Ostdeutschlands beobachten können, hat auch sehr viel damit zu tun. Der Aufstieg der AfD wäre ohne Hartz 4 gar nicht erst möglich gewesen. Wer das ignoriert und es sich schönredet, verkennt die Realität. Da hat lange Zeit etwas vor sich hingegärt und die Flüchtlinge waren dann nur der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen gebracht hat.

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qwpoeriu @, 48° 09´ N, 11° 35´ O, Dienstag, 13. März 2018, 16:13 (vor 271 Tagen) @ Alones

Der Aufstieg der AfD wäre ohne Hartz 4 gar nicht erst möglich gewesen. Wer das ignoriert und es sich schönredet, verkennt die Realität. Da hat lange Zeit etwas vor sich hingegärt und die Flüchtlinge waren dann nur der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen gebracht hat.

Ich stimme zwar absolut zu, aber genau diese Tatsache zeigt halt leider auch wieder, wie blöd dieser Haufen ist: Meuthen ist dem Spahn ja bereits zur Seite gesprungen. Teile und herrsche ... fühlt Euch als was besseres, weil Ihr Deutsche seid!

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Thomas ⌂ @, Dienstag, 13. März 2018, 15:27 (vor 271 Tagen) @ Alones

ein Bendigungsloses Grundeinkommen von mindestens 1.500 Euro

Jetzt kommt der Thread garantiert in Schwung. 1500 Euro sind natürlich zuviel, aber um die 900-1000 Euro sollten es schon sein. Problem ist aber immer für mich, ich weiss es heisst "bedingungslos", aber wer ist bezugsberechtigt und ein "jeder" als Antwort ist mir zu einfach.

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kriwi09 @, Dienstag, 13. März 2018, 18:02 (vor 271 Tagen) @ Thomas

416 Euro plus Partner 374 Euro plus Kindersätze von 240 bis 316 Euro plus angemessene Wohnungsgröße und Kosten.

roundabout 2000 Euro Netto für 4 Personen, ohne Handschlag bzw deshalb sind so viele geringverdienende Menschen Aufstocker.
höhere Sätze noch mehr Aufstocker = schlecht für Statistik = schlecht für Politik.

Wer nicht selber kocht, kann auch mit 3000 Euro Netto nicht auskommen.
Apple Iphone ist in Hartz IV nicht vorgesehen. Vergessen viele.

Erst das Essen und Saufen, dann Kleidung, dann das Vergnügen und die Laster wie Kippen.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

KUBAner, Dienstag, 13. März 2018, 19:32 (vor 271 Tagen) @ kriwi09

416 Euro plus Partner 374 Euro plus Kindersätze von 240 bis 316 Euro plus angemessene Wohnungsgröße und Kosten.

roundabout 2000 Euro Netto für 4 Personen, ohne Handschlag bzw deshalb sind so viele geringverdienende Menschen Aufstocker.
höhere Sätze noch mehr Aufstocker = schlecht für Statistik = schlecht für Politik.

Wer nicht selber kocht, kann auch mit 3000 Euro Netto nicht auskommen.
Apple Iphone ist in Hartz IV nicht vorgesehen. Vergessen viele.

Erst das Essen und Saufen, dann Kleidung, dann das Vergnügen und die Laster wie Kippen.

Wenn Partner Leistungen beantragen bekommen beide nur je 374,- Euro, nicht einer den vollen Satz. Und vom Regelsatz der Kinder wird das Kindergeld voll abgezogen, also z.B. 240 - 194,- Euro = 46,- Euro für ein Kind von 0-6 Jahren.

Aber erzähl ruhig mehr...

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Kulibi77, Dienstag, 13. März 2018, 16:45 (vor 271 Tagen) @ Thomas

Dieser pauschale Betrag ist sowieso Unsinn. In vielen Gegenden Deutschlands bekommst du keine 25qm Einraumwohnung für weniger als 600 Euro warm. Dann kommennoch 142 Euro KKV dazu. Sind schon mal 750 Euro weg und kein einziges Lebensmittel wurde gekauft.

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Klopfer ⌂, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 16:06 (vor 271 Tagen) @ Thomas
bearbeitet von Klopfer, Dienstag, 13. März 2018, 16:14

Problem ist aber immer für mich, ich weiss es heisst "bedingungslos", aber wer ist bezugsberechtigt und ein "jeder" als Antwort ist mir zu einfach.

Genau an diesem Punkt wird das bedingungslose Grundeinkommen immer scheitern.
Bei gegebener Freizügigkeit in der EU wird ein schwer arbeitendender EU-Ausländer schnell seinen schlecht bezahlten Job in der Heimat aufgeben und nach Deutschland übersiedeln, um hier nichts zu tun, oder besser noch BGE kassieren und schwarz arbeiten, auch weil der Bedarf nach Schwarzarbeitern immens sein wird.

Dieses bedingungslose Grundeinkommen ist keine sehr gute Idee, aber sie hat zugegeben einen gewissen Charme. Das BGE löst allerdings keine Probleme, sondern schafft nur neue Probleme, vor allem politische.

SGG
Klopfer

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Ein Mindestlohn wird immer scheitern

Freyr @, Dienstag, 13. März 2018, 16:41 (vor 271 Tagen) @ Klopfer

Der Mindestlohn wäre völlig hanebüchen, so der Tenor des allgemeinen Diskurses darüber. Ich rede nicht von den letzten Monaten der Diskussion um 2014, sondern um die Jahrtausendwende. Da war der Mindestlohn gar nicht abzusehen und du wurdest mit der Forderung entweder nicht ernst genommen oder als ökonomisch unversierter Laie abgestempelt. Denn es war doch für jeden völlig klar, dass er nur zu Nachteilen führt (Rationalisierung, Knappheitsrente)! (Selbst die Beispiele aus den z.B. USA wurden abgeschmettert)

Allerdings, die vielbeschworene Apokalypse auf dem Arbeitsmarkt durch den Mindestlohn hat sich nicht bewahrheiten. Es wurden nicht massenhaft Jobs vernichtet.

Ja ich weiß. Der Mindestlohn ist ja etwas GANZ anderes als das BGE ;)
Und vor dem Mindestlohn gab es sicherlich auch schon Beispiele, und die waren damals GANZ anders als der Mindestlohn.

(Das sollte eine allgemeine Antwort werden und weniger auf dich bezogen. Du hast die von mir genommen Aussagen zum Mindestlohn wahrscheinlich nicht getätigt)

Aber es verdeutlicht manche Denkweise. Viele können es sich nicht vorstellen, dabei gab es schon zuhauf soziale Veränderungen die man sich nicht vorstellen konnte. Es wäre ja schon viel gewonnen wenn man sich genau das vergegenwärtigt und überlegt: Moment, vielleicht gibt es ja doch Wege für den BGE.

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Alones @, Budapest, Dienstag, 13. März 2018, 16:19 (vor 271 Tagen) @ Klopfer

Problem ist aber immer für mich, ich weiss es heisst "bedingungslos", aber wer ist bezugsberechtigt und ein "jeder" als Antwort ist mir zu einfach.


Genau an diesem Punkt wird das bedingungslose Grundeinkommen immer scheitern.
Bei gegebener Freizügigkeit in der EU wird ein schwer arbeitendender EU-Ausländer schnell seinen schlecht bezahlten Job in der Heimat aufgeben und nach Deutschland übersiedeln, um hier nichts zu tun, oder besser noch BGE kassieren und schwarz arbeiten, auch weil der Bedarf nach Schwarzarbeitern immens sein wird.

Ganz verrückte Idee: wie wäre es denn damit, wenn ein europäisches BGE eingeführt wird? Auch andere Länder werden von der Digitalisierung betroffen sein. Hinzu muss der Brain Drain aus diesen Ländern endlich gestoppt werden. Wenn wir nicht bald anfangen ein solidarisches und soziales Europa aufzubauen, wird das ganze Projekt EU früher oder später implodieren. Ich würde sogar behaupten, dass man in Polen, Tschechien, Slovakai und Ungarn dann auch kein Problem mehr damit hätte, ein paar Flüchtlinge aufzunehmen, wenn im Gegenzug ein europaweites BGE eingeführt werden sollte.

Dieses bedingungslose Grundeinkommen ist keine sehr gute Idee, sie hat zugegeben einen gewissen Charme. Das BGE löst allerdings keine Probleme, sondern schafft nur neue Probleme, vor allem politische.

SGG
Klopfer

Aber Hartz 4, Massenarbeitslosigkeit und Verarmung immer größerer Gesellschaftsschichten, die sich dann politisch radikalisieren, sind eine sehr gute Idee? Denn das wird die Folge der Digitalisierung sein, wenn nicht langsam mal die notwendigen politischen Maßnahmen eingeleitet werden. Dieses "weiter so" wird uns noch ganz übel auf die Füße fallen. Leider wird das böse Erwachen wohl erst wieder kommen, wenn es schon zu spät ist.

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herrNick @, Dienstag, 13. März 2018, 18:21 (vor 271 Tagen) @ Alones

Problem ist aber immer für mich, ich weiss es heisst "bedingungslos", aber wer ist bezugsberechtigt und ein "jeder" als Antwort ist mir zu einfach.


Genau an diesem Punkt wird das bedingungslose Grundeinkommen immer scheitern.
Bei gegebener Freizügigkeit in der EU wird ein schwer arbeitendender EU-Ausländer schnell seinen schlecht bezahlten Job in der Heimat aufgeben und nach Deutschland übersiedeln, um hier nichts zu tun, oder besser noch BGE kassieren und schwarz arbeiten, auch weil der Bedarf nach Schwarzarbeitern immens sein wird.


Ganz verrückte Idee: wie wäre es denn damit, wenn ein europäisches BGE eingeführt wird? Auch andere Länder werden von der Digitalisierung betroffen sein. Hinzu muss der Brain Drain aus diesen Ländern endlich gestoppt werden. Wenn wir nicht bald anfangen ein solidarisches und soziales Europa aufzubauen, wird das ganze Projekt EU früher oder später implodieren. Ich würde sogar behaupten, dass man in Polen, Tschechien, Slovakai und Ungarn dann auch kein Problem mehr damit hätte, ein paar Flüchtlinge aufzunehmen, wenn im Gegenzug ein europaweites BGE eingeführt werden sollte.

Dieses bedingungslose Grundeinkommen ist keine sehr gute Idee, sie hat zugegeben einen gewissen Charme. Das BGE löst allerdings keine Probleme, sondern schafft nur neue Probleme, vor allem politische.

SGG
Klopfer


Aber Hartz 4, Massenarbeitslosigkeit und Verarmung immer größerer Gesellschaftsschichten, die sich dann politisch radikalisieren, sind eine sehr gute Idee? Denn das wird die Folge der Digitalisierung sein, wenn nicht langsam mal die notwendigen politischen Maßnahmen eingeleitet werden. Dieses "weiter so" wird uns noch ganz übel auf die Füße fallen. Leider wird das böse Erwachen wohl erst wieder kommen, wenn es schon zu spät ist.

Ich hätte die Befürchtung, dass die 200, 300 Euro im Monat beim Thema politische Radikalisierung gar keinen Unterschied machen. Ich nehme an es liegt eher an einem diffusen Omachtsgefühl gegen dass sich Menschen radikalisieren. Relativ Unabhängig vom Geld.

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Fluegelflitzer @, Göttingen, Dienstag, 13. März 2018, 16:32 (vor 271 Tagen) @ Alones

Problem ist aber immer für mich, ich weiss es heisst "bedingungslos", aber wer ist bezugsberechtigt und ein "jeder" als Antwort ist mir zu einfach.


Genau an diesem Punkt wird das bedingungslose Grundeinkommen immer scheitern.
Bei gegebener Freizügigkeit in der EU wird ein schwer arbeitendender EU-Ausländer schnell seinen schlecht bezahlten Job in der Heimat aufgeben und nach Deutschland übersiedeln, um hier nichts zu tun, oder besser noch BGE kassieren und schwarz arbeiten, auch weil der Bedarf nach Schwarzarbeitern immens sein wird.


Ganz verrückte Idee: wie wäre es denn damit, wenn ein europäisches BGE eingeführt wird? Auch andere Länder werden von der Digitalisierung betroffen sein. Hinzu muss der Brain Drain aus diesen Ländern endlich gestoppt werden. Wenn wir nicht bald anfangen ein solidarisches und soziales Europa aufzubauen, wird das ganze Projekt EU früher oder später implodieren. Ich würde sogar behaupten, dass man in Polen, Tschechien, Slovakai und Ungarn dann auch kein Problem mehr damit hätte, ein paar Flüchtlinge aufzunehmen, wenn im Gegenzug ein europaweites BGE eingeführt werden sollte.

Dieses bedingungslose Grundeinkommen ist keine sehr gute Idee, sie hat zugegeben einen gewissen Charme. Das BGE löst allerdings keine Probleme, sondern schafft nur neue Probleme, vor allem politische.

SGG
Klopfer


Aber Hartz 4, Massenarbeitslosigkeit und Verarmung immer größerer Gesellschaftsschichten, die sich dann politisch radikalisieren, sind eine sehr gute Idee? Denn das wird die Folge der Digitalisierung sein, wenn nicht langsam mal die notwendigen politischen Maßnahmen eingeleitet werden. Dieses "weiter so" wird uns noch ganz übel auf die Füße fallen. Leider wird das böse Erwachen wohl erst wieder kommen, wenn es schon zu spät ist.

Im Prinzip ja eine Idee in die richtige Richtung mit dem europäischen Grundeinkommen, aber es scheitert doch schon daran, dass arme Länder kein Grundeinkommen bezahlen könnten, dass gleichwertig mit dem in Ländern wie Deutschland wäre. Der Anreiz, in lukrativere Sozialsysteme überzusiedeln wäre immer noch da.

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Alones @, Budapest, Dienstag, 13. März 2018, 16:55 (vor 271 Tagen) @ Fluegelflitzer

Im Prinzip ja eine Idee in die richtige Richtung mit dem europäischen Grundeinkommen, aber es scheitert doch schon daran, dass arme Länder kein Grundeinkommen bezahlen könnten, dass gleichwertig mit dem in Ländern wie Deutschland wäre. Der Anreiz, in lukrativere Sozialsysteme überzusiedeln wäre immer noch da.

Dann werden die reichen Länder ihren Teil dazu beitragen müssen. Ja, die EU würde zu einer Transferunion werden. Aber das muss es uns wert sein, wenn wir die EU noch retten wollen. Wenn ich mir anschaue, was aktuell überall los ist (aktuellstes Beispiel Wahlen in Italien), dann komme ich zu dem Schluss, dass grundsätzliche Veränderungen her müssen. Mittlerweile gelten Leute wie Berlusconi oder Orban schon fast als Hoffnungsträger bzw. Stabilisatoren bei Wahlen. Das kann es doch wirklich nicht sein.

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Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 17:05 (vor 271 Tagen) @ Alones
bearbeitet von Sivas, Dienstag, 13. März 2018, 17:11

Was würde passierten wenn wir jedem Menschen in Europa pro Monate 1000€ geben würde.

Hätten wir damit etwas verbessert? (Bedenke Marktwirtschaft, Angebot & Nachfrage)

Das was mir Angst macht ist das aktuelle Topic. Es kann doch nicht ernsthaft jemand glauben das die Mieten, Lebensunterhalt etc nicht stiegen. wenn wir jedem Menschen in Deutschland oder Europa, 1000€ mehr zu Verfügung stellen.

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Alones @, Budapest, Dienstag, 13. März 2018, 17:17 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Das was mir Angst macht ist das aktuelle Topic. Es kann doch nicht ernsthaft jemand glauben das die Mieten, Lebensunterhalt etc nicht stiegen. wenn wir jedem Menschen in Deutschland oder Europa, 1000€ mehr zu Verfügung stellen.

Schon mal was von Mietpreisbremse oder sozialem Wohnungsbau gehört? Das lässt sich alles politisch steuern. Der Mechanismus, dass dann zwangsläufig gleich alles teurer wird, ist so nicht gegeben. Das wurde auch beim Mindestlohn behauptet. Und was ist passiert? Nichts.

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Alones @, Budapest, Dienstag, 13. März 2018, 17:15 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Was würde passierten wenn wir jedem Menschen in Europa pro Monate 1000€ geben würde.

Hätten wir damit etwas verbessert? (Bedenke Marktwirtschaft, Angebot & Nachfrage)

Wir hätten dann sehr viel verbessert. Die Menschen in Osteuropa z.B. fühlen sich gedemütigt. Für dieselbe Arbeit bekommen sie weit weniger, als jemand aus Deutschland. Besonders bitter wird es, wenn sich dann z.B. noch um Unternehmen wie Audi handelt, die aus Kostengründen billig im Ausland produzieren. Das wird nicht mehr lange gutgehen.

Ganz nebenbei würde dann auch der Konsum extrem anziehen. Das ist ja auch mit der Grund, dass selbst im Silicon Valley der Ruf nach einem BGE immer lauter wird. Schließlich muss es auch noch Leute geben, die Apple & Co.-Produkte überhaupt konsumieren können. Oder wie soll das sonst funktionieren, wenn immer mehr Jobs durch die Digitalisierung wegfallen?

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Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 17:29 (vor 271 Tagen) @ Alones
bearbeitet von Sivas, Dienstag, 13. März 2018, 17:33

Was würde passierten wenn wir jedem Menschen in Europa pro Monate 1000€ geben würde.

Hätten wir damit etwas verbessert? (Bedenke Marktwirtschaft, Angebot & Nachfrage)


Wir hätten dann sehr viel verbessert. Die Menschen in Osteuropa z.B. fühlen sich gedemütigt. Für dieselbe Arbeit bekommen sie weit weniger, als jemand aus Deutschland. Besonders bitter wird es, wenn sich dann z.B. noch um Unternehmen wie Audi handelt, die aus Kostengründen billig im Ausland produzieren. Das wird nicht mehr lange gutgehen.

Ganz nebenbei würde dann auch der Konsum extrem anziehen. Das ist ja auch mit der Grund, dass selbst im Silicon Valley der Ruf nach einem BGE immer lauter wird. Schließlich muss es auch noch Leute geben, die Apple & Co.-Produkte überhaupt konsumieren können. Oder wie soll das sonst funktionieren, wenn immer mehr Jobs durch die Digitalisierung wegfallen?

Ich behaupte nein.

Wenn wir jedem Menschen 1000€ geben, steigen ganz einfach die Preise. Dann haben arme Menschen eben 1000€ von denen sie nicht leben können. Und nicht mehr 417€ Hartz IV.Dann hat der Pole zwar 1000€, diese wird dann direkt auf Miete etc umgelegt, da ja jeder diese 1000€ hat. Angebot & Nachfrage.

Jetzt soll das BGE also dazu genutzt werden Konzerne wie Appel am Leben zu halten? Wenn Appel nicht in China produzieren würde, aber dennoch eine Gewinnspannen von 1000%? eintreiben will, würde das Geschäftsmodell nicht funktionieren. Da wohl niemand 3-4k€ für eine Handy zahlen würde.
Unternehmen produzieren in Billiglohnländern, um den Gewinn zu maximieren, nicht um die Wirtschaft anzukurbeln.

Die Opfer der Digitalisierung werden durchs Raster fallen und in den Sozialkassen landen. Einzig Lösung bezahlbaren Wohnraum, Essens ausgaben, kostenlose Bildungsmöglichkeiten. Dinge die nicht auf maximalen Gewinn abzielen. Mehr staatliche Einrichtungen, in Österreich wurde z.B. nicht alles privatisiert. Dort gibt es diese Wohnungsnot nicht so extrem.
Am Ende ist es wie in der Natur, wenn nicht genügend Nahrung da ist, geht die Population zurück.
Clever wäre es also den demographischen Wandel als einen Segen zu betrachten, was wäre so schlimm daran wenn Deutschland im Jahr 2070 Nur noch 70Mio Einwohner hätte.
Dafür aber Vollbeschäftigung und einen hohen Lebensstandart.

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Alones @, Budapest, Dienstag, 13. März 2018, 17:46 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Ich behaupte nein.

Dann behaupte mal. Dadurch wird es aber nicht richtiger.

Wenn wir jedem Menschen 1000€ geben, steigen ganz einfach die Preise. Dann haben arme Menschen eben 1000€ von denen sie nicht leben können. Und nicht mehr 417€ Hartz IV.Dann hat der Pole zwar 1000€, diese wird dann direkt auf Miete etc umgelegt, da ja jeder diese 1000€ hat. Angebot & Nachfrage.

Kannst du auch noch was anderes als "Angebot & Nachfrage"? Hast du meinen Beitrag überhaupt gelesen? Bezüglich der Miete kann man ganz einfach sagen "nicht mehr als 10 oder 20 Euro pro Quadratmeter". Das kann man gesetzlich regeln. Oder man betreibt viel sozialen Wohnungsbau. Das lässt sich politisch regeln. Es muss nur gewollt sein, dann steigen überhaupt keine Mieten.

Jetzt soll das BGE also dazu genutzt werden Konzerne wie Appel am Leben zu halten? Wenn Appel nicht in China produzieren würde, aber dennoch eine Gewinnspannen von 1000%? eintreiben will, würde das Geschäftsmodell nicht funktionieren. Da wohl niemand 3-4k€ für eine Handy zahlen würde.

Apple produziert hauptsächlich in China, weil die Arbeitskosten billiger sind. In Zukunft wird diese Arbeit allerdings auch in China von Maschinen erledigt, bzw. es ist fast egal, wo Apple produziert, denn die Arbeit wird überall von Maschinen erledigt. Und ja, bezüglich der Standortwahl kommen dann noch Faktoren wie Steuern, Infrastruktur und Wertschöpfungsketten etc. hinzu. Dein Argument geht einfach nicht auf.

Die Opfer der Digitalisierung werden durchs Raster fallen und in den Sozialkassen landen. Einzig Lösung bezahlbaren Wohnraum, Essens ausgaben, kostenlose Bildungsmöglichkeiten. Dinge die nicht auf maximalen Gewinn abzielen. Mehr staatliche Einrichtungen, in Österreich wurde z.B. nicht alles privatisiert. Dort gibt es diese Wohnungsnot nicht so extrem.
Am Ende ist es wie in der Natur, wenn nicht genügend Nahrung da ist, geht die Population zurück.

Schöne Zukunftsvision. Sollen die Armen doch so lange vor die Hunde gehen, bis es keine Armen mehr gibt.

Clever wäre es also den demographischen Wandel als einen Segen zu betrachten, was wäre so schlimm daran wenn Deutschland im Jahr 2070 Nur noch 70Mio Einwohner hätte.
Dafür aber Vollbeschäftigung und einen hohen Lebensstandart.

Allein schon der Teil mit der Vollbeschäftigung wird nicht funktionieren, weil es keine Jobs für 70 Millionen Menschen geben wird. Ansonsten spielt der demographische Wandel nur eine untergeordnete Rolle, weil sich die Produktivität (insbesondere im Zeitalter der Digitalisierung) unabhängig davon entwickelt. Zumal auch das nicht aufgeht. In den nächsten Jahrzehnten werden wir bis zu 200 Mio. Flüchtlinge bekommen, von denen ein Großteil versuchen wird, nach Europa zu kommen. Die werden sich nicht auf Dauer zurückhalten lassen.

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Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 18:37 (vor 271 Tagen) @ Alones
bearbeitet von Sivas, Dienstag, 13. März 2018, 18:44

Nein, ich kann nicht anders als Angebot & Nachfrage. Da es das Grundprinzip ist und eine Traumwelt wie du sie versucht zu erbauen zu nicht macht.

Du erkennst ja selber das ich Recht habe. Jetzt forderst du zu dem BGE eine Mietbremse max 10-20€/m², sozialen Wohnungsbau etc die Liste ist endlos und lässt sich mit Lebenshaltungskosten zusammenfassen. Es muss also das Angebot vergrößert werden.

Warum also das Angebot nicht einfach jetzt erhöhen? Nur wenn man das Angebot erhöht, wird man die Preise senken können. Mehr Geld zu verteilen würde absolut nichts ändern.

Ich denke in Zukunft wird das System dahin angepassten, dass Sozialleistungen zu 100% transparent sind, dass Hartz IV Empfänger kein Bargeld mehr bekommen, sondern mit dem Handy etc ihre Leistungen abrufen bzw entwerte. Ich heiße das nicht für gut, anders werden die Massen denke ich aber nicht zu bewältigen sein. Und so würde sich Missbrauch vermeiden lassen.

Bezüglich Digitalisierung Ich habe nicht gesagt das die Aussichten schön sind, es geht jedoch um eine realistische Einschätzung. Und da würde ich sagen, den Menschen ohne Arbeit das Leben so angenehm wie möglich machen. Was nur passiert wenn das Angebot erhört wird, nicht wenn man jedem 1000€ in die Hand drückt.


Du erkennst ja selber welcher Teil der Welt rasant wächst, 200Mio Flüchtlinge sind da noch relativ milde geschätzt denke ich. Nach Europa wollen und nach Europa kommen sind zwei unterschiedlich Dinge. Ich bin mir ziemlicher, dass in Zukunft so gut wie niemand mehr bis nach Europa kommt. Die Vorschläge die aus Frankreich, Schweden, Dänemark usw kommen sind radikal aber nötig.
Es kann nicht sein das wir einem kleinen Prozentsatz Asyl bieten und glauben damit wären die Problem gelöst. Ich denke in Zukunft wird man Asyl stark einschränken, dafür die Vor Ort Hilfe stark ausbauen und sein eigenes wirtschaftliches Handel überdenken. Dann darf man auch wieder von Hilfe sprechen.

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Voomy @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 17:19 (vor 271 Tagen) @ Alones

Die Menschen in Osteuropa zahlen dafür auch nur einen Bruchteil dessen, was sie in Deutschland bezahlen würden. Was den Menschen in Osteuropa durchaus klar ist. In Rumänien, der Slowakei und Bulgarien gehen sie nicht auf die Straße, weil sie sich von westlichen Unternehmen ausgebeutet fühlen, sondern weil sie genau wissen, dass ihr staatliches Vorankommen von ihren korrupten Regierungen verhindert wird.

Und wo sollen diese seriösen Stimmen aus dem Silicon Valley sein, die ein BGE nach dem Modell fordern, das hier in Deutschland immer wieder eingebracht wird? Du beziehst dich da aber nicht auf die Quelle aus Forbes Ende letzten Jahres, hm? Da geht es nämlich genau um ein vollkommen anderes Modell.

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Alones @, Budapest, Dienstag, 13. März 2018, 17:32 (vor 271 Tagen) @ Voomy

Die Menschen in Osteuropa zahlen dafür auch nur einen Bruchteil dessen, was sie in Deutschland bezahlen würden. Was den Menschen in Osteuropa durchaus klar ist. In Rumänien, der Slowakei und Bulgarien gehen sie nicht auf die Straße, weil sie sich von westlichen Unternehmen ausgebeutet fühlen, sondern weil sie genau wissen, dass ihr staatliches Vorankommen von ihren korrupten Regierungen verhindert wird.

Lebensmittel sind in Osteuropa kaum billiger als in Deutschland. Oftmals bekommt sogar für den gleichen Preis eine schlechtere Qualität. Bei uns hat man sich über den sogenannten Nutella-Gipfel lustig gemacht, frei nach dem Motto "Was wollen die blöden Osteuropäer jetzt schon wieder?", aber das hatte tatsächlich einen realen Hintergrund. Und auch was die Mieten angeht, kann man das pauschal so nicht sagen. Klar, wenn du irgendwo auf dem Land wohnst, mag das schon stimmen. Aber wer glaubt, dass die Mieten in Warschau, Prag und Budapest billig sind, weiß nicht wovon er spricht. Trotzdem verdienen die Menschen in der Regel viel weniger als in Westeuropa. Selbst, wenn sie für ein Unternehmen aus Westeuropa arbeiten. Man muss sicherlich auch noch über Steuern reden, aber es geht um das grundsätzliche Problem, dass sich viele Menschen in Osteuropa verarscht und ausgebeutet fühlen. Deshalb kann ich auch von vielen die Antihaltung in der Flüchtlingsfrage nachvollziehen.

Und wo sollen diese seriösen Stimmen aus dem Silicon Valley sein, die ein BGE nach dem Modell fordern, das hier in Deutschland immer wieder eingebracht wird?

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/...

Wie das BGE aussehen soll, darüber kann man ja streiten. Aber grundsätzlich gehen die Überlegungen in dieselbe Richtung.

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Blarry @, Essen, Dienstag, 13. März 2018, 18:36 (vor 271 Tagen) @ Alones

Die Zeiten, als Polen oder Tschechien noch Schlaraffenländer für westliche Konsumtouris waren, sind aber sowas von vorbei. Lass die Kosten für Nahrungsmittel, sofern nicht aus "westlicher" Produktion, noch 30-40% unter deutschen Preisen liegen, das Einkommen tut es nicht. Habe beruflich jeden Tag mit Polen zu tun die an der Altersarmut kratzen, weil die Lebenshaltungskosten Jahr für Jahr ansteigen, Arbeitsentgelte und Renten aber nicht Schritt halten. Da ist der Polizist, der als Alleinverdiener nach 30 Dienstjahren angeschossen wurde und aus dem Dienst schied und seine Familie nun mit 200€ Rente im Monat auskommen muss. Da sind Lehrerinnen, die mit 62 noch zum Erdbeerenpflücken gen Westen ziehen, um übers Jahr gesehen über die Runden zu kommen oder der Enkelin ein hübsches Kleid zur Kommunion kaufen zu können.

Es ist ein einziges Trauerspiel, und zahlreiche Branchen der deutschen Wirtschaft sollten Herrn Gorbatschow die Füße küssen, dass er dafür gesorgt hat, dass Osteuropäer dem verwöhnten Westen heute so ein Niedriglohnpotenzial zur Verfügung stellen.

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Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 18:55 (vor 271 Tagen) @ Blarry

Ist doch in Deutschland nicht anders oder glaubst du die ganzen Rentner gehen zum Spaß den 450€ Jobs nach, sammeln Pfandflaschen.

Hier betrifft es nur NOCH nicht so viele.
Das die Rentenfinanzierung nur bis 2030 geplant wurde hat schon einen Grund. Dann ist es dahin mit dem "stabilen" Rentenniveau, da die Anzahl an Rentner drastisch ansteigt und die Beitragszahler weiter sinken.

Aber diese Dinge sind so weit weg, irrelevant für unsere Politiker.

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Kulibi77, Dienstag, 13. März 2018, 19:17 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Die Löhne werden aber auch steigen...

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Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 19:33 (vor 271 Tagen) @ Kulibi77

Die Löhne werden aber auch steigen...

Wie kommst du drauf? In Deutschland stagnieren die Löhne seit Jahren.

zeit.de/wirtschaft/2017-03/wohlstand-deutschland-mittelschicht-abstieg-sozialsystem-loehne

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Kulibi77, Dienstag, 13. März 2018, 18:55 (vor 271 Tagen) @ Blarry

Da ist der Polizist, der als Alleinverdiener nach 30 Dienstjahren angeschossen wurde und aus dem Dienst schied und seine Familie nun mit 200€ Rente im Monat auskommen muss.

Das kann nicht sein. Erstens beträgt die gesetzliche Mindestrente 240 Euro. Zweitens hat er bereits nach 15 Jahren einen Pensionsanspruch von 40% seines letzten Gehaltes. Nach 30 Jahren deutlich mehr als das. Deutlich mehr als 200 Eur
o.

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KUBAner, Dienstag, 13. März 2018, 19:52 (vor 271 Tagen) @ Kulibi77
bearbeitet von KUBAner, Dienstag, 13. März 2018, 19:56

Da ist der Polizist, der als Alleinverdiener nach 30 Dienstjahren angeschossen wurde und aus dem Dienst schied und seine Familie nun mit 200€ Rente im Monat auskommen muss.


Das kann nicht sein. Erstens beträgt die gesetzliche Mindestrente 240 Euro. Zweitens hat er bereits nach 15 Jahren einen Pensionsanspruch von 40% seines letzten Gehaltes. Nach 30 Jahren deutlich mehr als das. Deutlich mehr als 200 Eur
o.

Er redet von polnischen Polizisten?

Edit: du vermutlich auch, mein Fehler :-)

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Wickiborusse @, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 19:55 (vor 271 Tagen) @ KUBAner

Er redet vom bedingungslosen Grundeinkommen für alle Polen.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Kulibi77, Dienstag, 13. März 2018, 17:59 (vor 271 Tagen) @ Alones

Die meisten arbeitenden Polen zahlen überhaupt keine Einkommenssteuer oder maximal 18% ab 20.000 Euro Jahreseinkommen.

Das größte Problem Polens ist Fachkräftemangel. Es gibt kaum gut ausgebildete Leute. Sie sind zu hunderttausenden in den 90ern ausgewandert.

Ein Facharbeiter verdient in Polen im Durschnitt 2000 Euro im Monat und die Löhne steigen rasant, weil es eben einen Fachkräftemangel gibt. Wer in Polen gut ausgebildet ist, der kann einen sehr guten Lohn erzielen.

Die Realität ist aber, dass Millionen Polen nicht für den westlichen Arbeitsmarkt des 21. Jahrhunderts qualifiziert sind. Ein ähnliches strukturelles Problem gibt/gab es auch in Ostdeutschland. Nur eben aufgefangen von westdeutschen Subventionen und dem westdeutschen Sozialsystem. Dieses Fangnetz hat Polen nicht.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Voomy @, Berlin, Dienstag, 13. März 2018, 17:41 (vor 271 Tagen) @ Alones

Du zahlst in Städten wie Prag noch immer für vergleichbare Immobilien zwanzig bis dreißig Prozent weniger. Ebenso in Sofia, Bratislava, Bukarest oder sonstwo. Mal davon ab, dass du in diesen Städten simpel auch mehr verdienst. Ich hab hier Angebote für Jobs in Prag eigentlich dauernd rumliegen. Dass du auf dem Land in Tschechien deutlich weniger verdienst als auf dem Land in Deutschland - ja. Aber das sind generelle Probleme der Globalisierung und vor allem der Urbanisierung. In Brandenburg sterben auch Dörfer aus, weil es dort keine Arbeit mehr gibt. Wenn man keine - sorry für die Polemik - Arbeiterrevolution nach dem Vorbild Kambodschas unter Pot durchführen will, ist das ein Vorgang, der nun einmal das 20. und 21. Jahrhundert bestimmt.

Das BGE löst all diese Probleme nicht. Und die Debatte darüber lenkt von den eigentlichen Kernthemen ab. Mal davon ab, dass das BGE mitnichten so zukunftsgerichtet ist, wie es gerne verkauft wird. Wir werden in Deutschland in den nächsten 30 Jahren ohnehin einen spürbaren Rückgang bei der arbeitsfähigen Bevölkerung haben. Es ist nicht so dass die Digitalisierung da viele Jobs wegnehmen wird. Sie werden so oder so wegfallen, weil es niemanden mehr gibt, der sie ausfüllen kann.

Dass die Amerikaner, besonders in Kalifornien, ein Interesse daran haben - geschenkt. Da geht es aber in den meisten Fällen darum, dass nun einmal kein soziales Auffangnetz wie bei uns besteht. Das BGE hat da einen ganz anderen Reiz, weil es quasi so etwas wie der Ansatz eines Sozialsystems wäre.

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Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 17:36 (vor 271 Tagen) @ Alones

Dann guck dir mal an wer in Prag wohnt. Nicht die Arbeiterschicht. Die wohnen in den Vororten.


Was passiert also wenn du jedem 1000€ gibst? Wohnen dann alle in Prag? Nein, da dort nicht plötzlich 100.000 neue Wohnung vom Himmel fallen.

Mit Geld werden die Problem nicht gelöst, solange die Angebote die selben bleiben. Daher ist Geld die völlig falsche Stellschraube.

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UBB @, Dienstag, 13. März 2018, 15:28 (vor 271 Tagen) @ Thomas

1000-1500 pro Person? Plus Mietkosten und sonstigen Beträgen (Umzug, Waschmaschine etc.)...

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Thomas ⌂ @, Dienstag, 13. März 2018, 15:31 (vor 271 Tagen) @ UBB

1000-1500 pro Person? Plus Mietkosten und sonstigen Beträgen (Umzug, Waschmaschine etc.)...

nein, es gibt sonst nichts mehr. Alles wird abgeschafft, alle sonstigen Sozialleistungen, nur dieser Betrag. D.h. aber auch, dass alle Stellen, die sich mit der Berechnung von Sätzen oder Bedürftigkeiten beschäftigen, eingespart werden könnten.

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Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 16:04 (vor 271 Tagen) @ Thomas

1000-1500 pro Person? Plus Mietkosten und sonstigen Beträgen (Umzug, Waschmaschine etc.)...


nein, es gibt sonst nichts mehr. Alles wird abgeschafft, alle sonstigen Sozialleistungen, nur dieser Betrag. D.h. aber auch, dass alle Stellen, die sich mit der Berechnung von Sätzen oder Bedürftigkeiten beschäftigen, eingespart werden könnten.

Heißt eine Art Grundeinkommen?

Was machen die Geringverdiener? Die ohnehin nur auf 1000-1500 Netto im Monat kommen? Kündigen die alle und genießen ihr Leben? In Deutschland haben wir im übrigen den größten Niedriglohnsektor Europas.

Wenn mir jemand mein Netto Gehalt einfach so bezahlt, dann würde ich meinen Job auch kündigen oder meinen Chef sagen ich will 30% mehr Gehalt.

Das funktioniert alles nur in einer perfekten Welt, wo die Menschen ja alle gerne zu arbeiten gehen und die 40 Stunden auch so machen. Die Grünen fordern ja ähnliches, wie immer nicht mal im Ansatz über die Folgen nachgedacht.

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Thomas ⌂ @, Dienstag, 13. März 2018, 16:14 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Was machen die Geringverdiener? Die ohnehin nur auf 1000-1500 Netto im Monat kommen? Kündigen die alle und genießen ihr Leben?

Nein, die Kohle kommt ja obendrauf. Also Grundeinkommen plus die Arbeit. Aber gutes Beispiel. Hast Du einen Scheissjob, aber bist auf die Kohle angewiesen, hast Du die Möglichkeit vielleicht einen anderen Job zu machen, der zwar nicht so gut bezahlt ist, aber Dich nicht kaputt macht oder ins Burnout führt. Weil Du hast ja eine Grundlage.

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Klopfer ⌂, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 16:17 (vor 271 Tagen) @ Thomas

Nein, die Kohle kommt ja obendrauf. Also Grundeinkommen plus die Arbeit. Aber gutes Beispiel. Hast Du einen Scheissjob, aber bist auf die Kohle angewiesen, hast Du die Möglichkeit vielleicht einen anderen Job zu machen, der zwar nicht so gut bezahlt ist, aber Dich nicht kaputt macht oder ins Burnout führt. Weil Du hast ja eine Grundlage.

Und wer macht dann deinen Scheißjob ? Ist ja dann keiner auf die Kohle angewiesen.

SGG
Klopfer

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BeefSG @, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 16:37 (vor 271 Tagen) @ Klopfer

Warum ist es denn ein "Scheißjob"?
Der Arbeitgeber kann dafür sorgen, dass der Job attraktiver wird. Arbeitgeber müssen sich dann mehr um die Arbeitnehmer bemühen. Ggf. weniger Stunden, mehr Pause, deutlich bessere Bedingungen, ein gutes Arbeitsklima und dann werden sich auch darauf genug Leute bewerben.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Klopfer ⌂, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 16:46 (vor 271 Tagen) @ BeefSG

Warum ist es denn ein "Scheißjob"?
Der Arbeitgeber kann dafür sorgen, dass der Job attraktiver wird. Arbeitgeber müssen sich dann mehr um die Arbeitnehmer bemühen. Ggf. weniger Stunden, mehr Pause, deutlich bessere Bedingungen, ein gutes Arbeitsklima und dann werden sich auch darauf genug Leute bewerben.

Ja klar, schön in der Theorie, aber in der Praxis gibt es gerade im öffentlichen und sozialen Bereich viele nicht so angenehme Berufe, die nur attraktiv sind, weil vom Staat eine gute soziale Absicherung geboten wird. Dieser Vorteil fällt ja dann komplett weg.
Und mit weniger Stunden und mehr Pause gegen gar nicht arbeiten müssen zu konkurrieren, das wird sicher schwierig ;-)


SGG
Klopfer

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

BeefSG @, Dortmund, Mittwoch, 14. März 2018, 00:06 (vor 271 Tagen) @ Klopfer

Warum ist es denn ein "Scheißjob"?
Der Arbeitgeber kann dafür sorgen, dass der Job attraktiver wird. Arbeitgeber müssen sich dann mehr um die Arbeitnehmer bemühen. Ggf. weniger Stunden, mehr Pause, deutlich bessere Bedingungen, ein gutes Arbeitsklima und dann werden sich auch darauf genug Leute bewerben.


Ja klar, schön in der Theorie, aber in der Praxis gibt es gerade im öffentlichen und sozialen Bereich viele nicht so angenehme Berufe, die nur attraktiv sind, weil vom Staat eine gute soziale Absicherung geboten wird. Dieser Vorteil fällt ja dann komplett weg.
Und mit weniger Stunden und mehr Pause gegen gar nicht arbeiten müssen zu konkurrieren, das wird sicher schwierig ;-)


SGG
Klopfer

Also im sozialen Bereich glaube ich, dass diese Menschen voll hinter der Sache stehen und die Arbeit aus Leidenschaft machen. Zumindest habe ich die meisten Menschen aus dem Bereich so erlebt.
Verwaltungsjobs oder "Fließbandarbeit" sind dann halt Jobs, die nur dazu dienen, um den eigenen Lebenstandard weiter zu erhöhen. Dabei stehen dann Arbeitgeber in Pflicht ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Im Grunde sollte der finanzielle Druck deutlich zurück gehen. Der Gedanke, dass Arbeitnehmer freier am Arbeitsmarkt agieren können und auch ohne Job neue Wege einschlagen können (Selbsständigkeit, Umschulung, Weiterbildung), ohne das Gefühl zu haben, dass wenn es schief geht, der gesamte Boden gegebenfalls wegbricht, gefällt mir schon. Wer lieber sein Hobby ausüben möchte oder für eine Weltreise sparen will, geht halt arbeiten.

Ich glaube allerdings auch, dass die Gesellschaft lernen müsste, wie man damit umgeht. Das Bewusstsein zu entwickeln, dass diese finanzielle Sicherheit nicht dafür da ist, um die Welt um sich herum auszusaugen, sondern um es für die eigene Entwicklung oder das persönliche Umfeld zu nutzen, wird sicherlich dauern. Daraus könnten Probleme entstehen, die früh genug angegangen werden müssen.

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Capsi Capslock @, Frankfurt Oder, Dienstag, 13. März 2018, 16:25 (vor 271 Tagen) @ Klopfer

Es macht der den Scheissjob der dafür qualifiziert ist und mit dem Grundeinkommen + Gehalt gut leben kann.

Wenn man für 1400 Euro Brutto arbeiten geht sind 1000 Euro zusätzlich ne menge Geld.

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Thomas ⌂ @, Dienstag, 13. März 2018, 16:20 (vor 271 Tagen) @ Klopfer

Und wer macht dann deinen Scheißjob ? Ist ja dann keiner auf die Kohle angewiesen.

Das ist ja immer im Sinne des Betrachters. Ich liebe es, Regale um- und einzuräumen. Andere finden es vielleicht zum kotzen.

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Fluegelflitzer @, Göttingen, Dienstag, 13. März 2018, 16:06 (vor 271 Tagen) @ Sivas

1000-1500 pro Person? Plus Mietkosten und sonstigen Beträgen (Umzug, Waschmaschine etc.)...


nein, es gibt sonst nichts mehr. Alles wird abgeschafft, alle sonstigen Sozialleistungen, nur dieser Betrag. D.h. aber auch, dass alle Stellen, die sich mit der Berechnung von Sätzen oder Bedürftigkeiten beschäftigen, eingespart werden könnten.


Heißt eine Art Grundeinkommen?

Was machen die Geringverdiener? Die ohnehin nur auf 1000-1500 Netto im Monat kommen? Kündigen die alle und genießen ihr Leben? In Deutschland haben wir im übrigen den größten Niedriglohnsektor Europas.

Warum sollten die aufhören zu arbeiten? Ich habe doch lieber 2000 Euro als 1000 Euro.


Wenn mir jemand mein Netto Gehalt einfach so bezahlt, dann würde ich meinen Job auch kündigen oder meinen Chef sagen ich will 30% mehr Gehalt.

Das funktioniert alles nur in einer perfekten Welt, wo die Menschen ja alle gerne zu arbeiten gehen und die 40 Stunden auch so machen. Die Grünen fordern ja ähnliches, wie immer nicht mal im Ansatz über die Folgen nachgedacht.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

UBB @, Dienstag, 13. März 2018, 15:39 (vor 271 Tagen) @ Thomas

Ok.

Aber ich persönlich finde dieses - alle in einen Topf - eher als Fehler.

Wenn ich sehe, dass in meinem Umfeld mehrere Personen sind, die gar keinen Bock auf arbeiten haben oder Geld für Kücheneinrichtung in PS Spiele investieren, frage ich mich ernsthaft warum sollen die 2000 EUR netto bekommen? (Partner).

Auf der anderen Seite sehe ich Personen, die sich kaputt malocht haben und nun von dem Geld leben müssen.

Oder Personen, die sich ebenfalls Kaputt malocht haben denen aber ihre Einkünfte bis aufs Minimum gekürzt werden, weil sie eine pflegebedürftige ehefrau im Pflegeheim liegen haben...

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Thomas ⌂ @, Dienstag, 13. März 2018, 15:49 (vor 271 Tagen) @ UBB

Wenn ich sehe, dass in meinem Umfeld mehrere Personen sind, die gar keinen Bock auf arbeiten haben oder Geld für Kücheneinrichtung in PS Spiele investieren, frage ich mich ernsthaft warum sollen die 2000 EUR netto bekommen? (Partner).

Wenn dem Pärchen die 2000 Euro reichen, um auf der Couch zu sitzen, dann solls so sein. Ich und meine Partnerin nehmen die 2000 und machen noch dazu den Job, den die Couchsitzer nicht machen wollen und kriegen die Kohle noch obendrauf!
Oder ich traue mich, mit der Kohle im Rücken selbständig zu machen, wenn ich da mal ne Zeit habe, in der es nicht so läuft, fängt mich das BGE auf.
Usw.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 16:09 (vor 271 Tagen) @ Thomas

Wenn ich sehe, dass in meinem Umfeld mehrere Personen sind, die gar keinen Bock auf arbeiten haben oder Geld für Kücheneinrichtung in PS Spiele investieren, frage ich mich ernsthaft warum sollen die 2000 EUR netto bekommen? (Partner).


Wenn dem Pärchen die 2000 Euro reichen, um auf der Couch zu sitzen, dann solls so sein. Ich und meine Partnerin nehmen die 2000 und machen noch dazu den Job, den die Couchsitzer nicht machen wollen und kriegen die Kohle noch obendrauf!
Oder ich traue mich, mit der Kohle im Rücken selbständig zu machen, wenn ich da mal ne Zeit habe, in der es nicht so läuft, fängt mich das BGE auf.
Usw.

Genau, so einfach ist das.

Nehmen wir an wir haben ein Grundeinkommen von 1,5k. Innerhalb von 2 Wochen würde ich als Vermieter die Mieten anziehen. Herrlich dieser Konkurrenzkap. Danke Experten, die Armutsgrenze auf 1,5k schieben, keine einziges Problem lösen.

Ich werde nie Verstehen wie Menschen auf solche Ideen kommen. Das Prinzip Angebot & Nachfrage lässt sich nicht aushebeln. Außer man riegelt Deutschland ab und lebt in einem zu 100% geschlossenen System.

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Gedankenexperiment

patrahn @, Gelsenkirchen, Dienstag, 13. März 2018, 15:54 (vor 271 Tagen) @ Thomas

Frage: scheitert das Grundeinkommen nicht eventuell schon daran, dass wenn es zu attraktiv wäre nicht arbeiten zu gehen keiner mehr arbeitet der die Summen erwirtschaftet, die dann wieder für das Grundeinkommen genutzt werden?

Gerade deshalb DARF eine Sozialleistung einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Eine Arbeit MUSS 100x attraktiver sein als ein Grundeinkommen zu beziehen.

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Gedankenexperiment

Thomas ⌂ @, Dienstag, 13. März 2018, 16:10 (vor 271 Tagen) @ patrahn

Frage: scheitert das Grundeinkommen nicht eventuell schon daran, dass wenn es zu attraktiv wäre nicht arbeiten zu gehen keiner mehr arbeitet der die Summen erwirtschaftet, die dann wieder für das Grundeinkommen genutzt werden?

Gerade deshalb DARF eine Sozialleistung einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Eine Arbeit MUSS 100x attraktiver sein als ein Grundeinkommen zu beziehen.

Es wird immer Leute geben, die sagen, dass Ihnen 1000 Euro nicht reichen. Man möchte in Bewegung sein, etwas verändern, gestalten und dann aber auch einen gewissen Lebensstandard haben, der mit 1000 Euro nicht möglich wäre. Zudem heisst es ja nicht Grundeinkommen ODER Arbeit, also der Neidfaktor "der sitzt für das gleiche Geld, das ich verdiene auf der Couch" fällt weg, weil man eben auch diesen Betrag in der Tasche hat.
Oder stell Dir jemanden vor, dem es Spaß macht ehrenamtlich zu arbeiten. Leider muss er aber auch noch was verdienen, weil er sonst vor lauter Ehrenamt keine Einnahmen hat. Auch das würde vieles einfacher machen.
Ein BGE würde vieles verändern, aber das auch mehr Ebenen, als wir uns heute hier in einer solchen Diskussion vorstellen könnten.
Stell Dir zum Schluss vor, wie viele Kapazitäten die Gerichte frei hätten, wenn die ganzen Klagen gegen H4 plötzlich nichtig wären.

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Gedankenexperiment

Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 16:22 (vor 271 Tagen) @ Thomas

Ein BGE würde einzig und allein die Hartz 4 Grenze verschieben. Es ändert nichts. Die Menschen die vorher keinen Job haben, werden auch danach keinen haben.

Die Menschen die einen Job haben, werden so wie vorher arbeite um ihren Leben zu finanzieren. Jetzt sind die Lebenshaltungskosten einfach um 1,5k verschoben worden.

Die Menschen werden nicht mehr haben als jetzt mit Hartz 4, da die Preise steigen werden.

Angebot & Nachfrage

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Gedankenexperiment

Basti Van Basten @, Romania, Dienstag, 13. März 2018, 16:30 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Ein BGE würde einzig und allein die Hartz 4 Grenze verschieben. Es ändert nichts. Die Menschen die vorher keinen Job haben, werden auch danach keinen haben.

Die Menschen die einen Job haben, werden so wie vorher arbeite um ihren Leben zu finanzieren. Jetzt sind die Lebenshaltungskosten einfach um 1,5k verschoben worden.

Die Menschen werden nicht mehr haben als jetzt mit Hartz 4, da die Preise steigen werden.

Angebot & Nachfrage

Das BGE würde aber die Hemmschwelle senken, einer Arbeit nachzugehen, die kein regelmäßiges Einkommen verspricht. Wenn du jetzt Hartz IV bekommst und eine Arbeit machen willst, wo du vielleicht 3 oder 4 Aufträge im Monat hast und dafür am Ende 300 Euro bekommst, dann lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt nicht, da das meiste verrechnet wird, du Fahrtkosten hast usw.

Mit dem BGE könnte jeder flexibel und ohne Angst mal mehr, mal weniger hinzuverdienen. Je nachdem wie es gerade passt.

Zudem müssen wir schauen, was wir mit den Menschen machen, die in den kommenden Jahren ihre Arbeit verlieren. Die Maschinen in den Fabriken waren nur der Anfang. Was automatisiert werden kann, wird in absehbarer Zukunft auch automatisiert werden. Autonomes Fahren ist bald serienreif, Lieferungen mit Dronen könnten ebenfalls bald in vielen Gegenden erfolgen. Was machen wir dann mit den ganzen Fahrern und wer sonst noch seinen Job verliert? Darauf gibt's bisher noch zu wenige Antworten.

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Gedankenexperiment

Sivas @, Dienstag, 13. März 2018, 16:37 (vor 271 Tagen) @ Basti Van Basten
bearbeitet von Sivas, Dienstag, 13. März 2018, 16:46

Ein BGE würde einzig und allein die Hartz 4 Grenze verschieben. Es ändert nichts. Die Menschen die vorher keinen Job haben, werden auch danach keinen haben.

Die Menschen die einen Job haben, werden so wie vorher arbeite um ihren Leben zu finanzieren. Jetzt sind die Lebenshaltungskosten einfach um 1,5k verschoben worden.

Die Menschen werden nicht mehr haben als jetzt mit Hartz 4, da die Preise steigen werden.

Angebot & Nachfrage


Das BGE würde aber die Hemmschwelle senken, einer Arbeit nachzugehen, die kein regelmäßiges Einkommen verspricht. Wenn du jetzt Hartz IV bekommst und eine Arbeit machen willst, wo du vielleicht 3 oder 4 Aufträge im Monat hast und dafür am Ende 300 Euro bekommst, dann lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt nicht, da das meiste verrechnet wird, du Fahrtkosten hast usw.

Mit dem BGE könnte jeder flexibel und ohne Angst mal mehr, mal weniger hinzuverdienen. Je nachdem wie es gerade passt.

Zudem müssen wir schauen, was wir mit den Menschen machen, die in den kommenden Jahren ihre Arbeit verlieren. Die Maschinen in den Fabriken waren nur der Anfang. Was automatisiert werden kann, wird in absehbarer Zukunft auch automatisiert werden. Autonomes Fahren ist bald serienreif, Lieferungen mit Dronen könnten ebenfalls bald in vielen Gegenden erfolgen. Was machen wir dann mit den ganzen Fahrern und wer sonst noch seinen Job verliert? Darauf gibt's bisher noch zu wenige Antworten.

Auch das widerspricht jeglichen Marktgesetzen.

Die Hemmschwelle ist die selbe, nur das du jetzt nicht mit dem Wort Hartz IV aufgefangen wirst, sondern mit BGE. Sobald sich der Markt eingependelt hat, werden die Personen die nur vom BGE leben, genau so viel/wenig haben wie die jetzigen Hartz IV Empfänger.

Was hält dich also davon aber diesen Schritt nicht jetzt schon zu gehen? Schlimmer als Hartz IV kann es nicht werden.

Die Menschen werden durchs Raster fallen und in den Sozialkassen landen. Einzig Lösung bezahlbaren Wohnraum, Essens ausgaben, kostenlose Bildungsmöglichkeitnen usw.
Am Ende ist es wie in der Natur, wenn nicht genügend Nahrung da ist, geht die Population zurück.
Clever wäre es also den demographischen Wandel als einen Segen zu betrachten, was wäre so schlimm daran wenn Deutschland im Jahr 2070 Nur noch 70Mio Einwohner hätte.
Dafür aber Vollbeschäftigung und einen hohen Lebensstandart.

Ich denke das solche Dinge absolut offenen Diskutiert werden müssen, um sie zu planen.

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Thomas ⌂ @, Dienstag, 13. März 2018, 16:28 (vor 271 Tagen) @ Sivas

Die Menschen die einen Job haben, werden so wie vorher arbeite um ihren Leben zu finanzieren.

Das wird ja hier im Thread schon angezweifelt. Einigt Euch mal ;-)

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patrahn @, Gelsenkirchen, Dienstag, 13. März 2018, 16:18 (vor 271 Tagen) @ Thomas

Plakativ gesprochen kämen dann aus den EU Ländern Bulgarien und Rumänien Menschen, für die dieses Grundeinkommen super attraktiv ist. Und die deutschen die sagen dass ihnen das Geld reicht und kündigen. Wer soll das dann alles bezahlen?

Für ein BGE passt weder der Mensch, noch die politischen Rahmenbedingungen.

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Gedankenexperiment

Thomas ⌂ @, Dienstag, 13. März 2018, 16:27 (vor 271 Tagen) @ patrahn

Plakativ gesprochen kämen dann aus den EU Ländern Bulgarien und Rumänien Menschen, für die dieses Grundeinkommen super attraktiv ist. Und die deutschen die sagen dass ihnen das Geld reicht und kündigen. Wer soll das dann alles bezahlen?

Für ein BGE passt weder der Mensch, noch die politischen Rahmenbedingungen.

Das mit den Zuzügen, ist das Problem, das ich auch sehe und nicht wegdiskutieren kann. Aber werden wirklich so viele kündigen? Wird der Buchhalter, der 2500 Euro nach Hause bringt für 1000 Euro seinen Job aufgeben? Nein, aber vielleicht sattelt er um und wird für 1500 Euro Gärtner. Wer weiss das schon.

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Gedankenexperiment

ener @, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 16:04 (vor 271 Tagen) @ patrahn

Frage: scheitert das Grundeinkommen nicht eventuell schon daran, dass wenn es zu attraktiv wäre nicht arbeiten zu gehen keiner mehr arbeitet der die Summen erwirtschaftet, die dann wieder für das Grundeinkommen genutzt werden?

Gerade deshalb DARF eine Sozialleistung einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Eine Arbeit MUSS 100x attraktiver sein als ein Grundeinkommen zu beziehen.

Das ist doch jetzt auch nicht 100x attraktiver. Wenn ich 39 Stunden die Woche zum Mindestlohn arbeiten gehe, und netto bei gerade einmal 1.032,88 € lande, dann ist der Hartz 4 Satz auch nicht mehr weit davon entfernt. Klar, bei einer Familie mit Kindern sieht das alles wieder anders aus. Aber für so einen Lohn ist es doch klar, dass man dann eher nicht arbeiten möchte.

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3 Euro fürs Essen

Fluegelflitzer @, Göttingen, Dienstag, 13. März 2018, 15:16 (vor 271 Tagen) @ Rupo
bearbeitet von Fluegelflitzer, Dienstag, 13. März 2018, 15:19

Was immer man auch über die Höhe des Satzes für erwachsene Single denkt, aber die circa drei Euro, die im Satz für Lebensmittel für Kinder enthalten sind, sind einfach für mich unfassbar. Kinder können nichts für die Lebensumstände ihrer Eltern und die Zahlungen sollten so angepasst werden, dass wenigstens eine ordentliche Ernährung in dieser Zeit der Entwicklung gewährleistet ist.
Ich würde auch behaupten, dass ein Erwachsener sich nicht für knapp unter 5 Euro am Tag halbwegs gesund ernähren kann, aber da hat die Nudeln- und Discounterhackfleischfraktion erfahrungsgemäß immer eine andere Meinung.

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3 Euro fürs Essen

nickeltiegel @, 44139, Dienstag, 13. März 2018, 16:12 (vor 271 Tagen) @ Fluegelflitzer

Was immer man auch über die Höhe des Satzes für erwachsene Single denkt, aber die circa drei Euro, die im Satz für Lebensmittel für Kinder enthalten sind, sind einfach für mich unfassbar. Kinder können nichts für die Lebensumstände ihrer Eltern und die Zahlungen sollten so angepasst werden, dass wenigstens eine ordentliche Ernährung in dieser Zeit der Entwicklung gewährleistet ist.
Ich würde auch behaupten, dass ein Erwachsener sich nicht für knapp unter 5 Euro am Tag halbwegs gesund ernähren kann, aber da hat die Nudeln- und Discounterhackfleischfraktion erfahrungsgemäß immer eine andere Meinung.

Mein Vater war der Meinung, 5 € pro Tag reichen. Wenn man einigermaßen gut einkaufen kann, geht das schon mit der halbwegs gesunden Ernährung.

Ansonsten hast Du absolut recht. Kinder lernen und entwickeln sich. Und da ist es wirklich nicht hilfreich, wenn man günstig statt ausgewogen ernähren muss.

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3 Euro fürs Essen

Fluegelflitzer @, Göttingen, Dienstag, 13. März 2018, 16:29 (vor 271 Tagen) @ nickeltiegel

Was immer man auch über die Höhe des Satzes für erwachsene Single denkt, aber die circa drei Euro, die im Satz für Lebensmittel für Kinder enthalten sind, sind einfach für mich unfassbar. Kinder können nichts für die Lebensumstände ihrer Eltern und die Zahlungen sollten so angepasst werden, dass wenigstens eine ordentliche Ernährung in dieser Zeit der Entwicklung gewährleistet ist.
Ich würde auch behaupten, dass ein Erwachsener sich nicht für knapp unter 5 Euro am Tag halbwegs gesund ernähren kann, aber da hat die Nudeln- und Discounterhackfleischfraktion erfahrungsgemäß immer eine andere Meinung.


Mein Vater war der Meinung, 5 € pro Tag reichen. Wenn man einigermaßen gut einkaufen kann, geht das schon mit der halbwegs gesunden Ernährung.

Ansonsten hast Du absolut recht. Kinder lernen und entwickeln sich. Und da ist es wirklich nicht hilfreich, wenn man günstig statt ausgewogen ernähren muss.

Ja, so halbwegs kann man hinkommen. Ich habe während des Studium so 6€ am Tag, also 180 im Monat, für Essen und Trinken ausgegeben und konnte mich recht ausgewogen ernähren. Langfristig unter 5€ wäre aber arg knapp geworden und heute würde das auch bei gestiegenen Preisen wohl nicht mehr reichen.
Wir Deutschen sind aber auch einfach eine Nation, in der gutes Essen generell einen viel kleineren Wert hat, als in anderen Ländern und wir geben sehr wenig im Verhältniss zu anderen Bereichen fürs Essen aus. Daher wohl diese Geiz ist Geil Mentalität beim Essen. Vor ein paar Tagen gabs zum Beispiel einen Artikel in einer Zeitung mit 4 Buchstaben, wo eine Ernährungs"wissenschaftlerin" erklärt, wie man Kinder sogar für weniger als 3€ am Tag perfekt ernähren kann.

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wenn man auf verarbeitete Scheisse steht

Zechenkind66 @, Dorrmund, Mittwoch, 14. März 2018, 19:15 (vor 270 Tagen) @ Fluegelflitzer

mag das ausreichen..

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3 Euro fürs Essen

Muddi @, Dortmund-Berghofen, Dienstag, 13. März 2018, 15:36 (vor 271 Tagen) @ Fluegelflitzer

Es könnte schon helfen, wenn das Kindergeld nicht als "Zu berücksichtigendes monatliches Einkommen" direkt wieder abgezogen wird.

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3 Euro fürs Essen

DerJungeMitDemBall ⌂ @, Göttingen, Dienstag, 13. März 2018, 15:27 (vor 271 Tagen) @ Fluegelflitzer

Ich würde auch behaupten, dass ein Erwachsener sich nicht für knapp unter 5 Euro am Tag halbwegs gesund ernähren kann, aber da hat die Nudeln- und Discounterhackfleischfraktion erfahrungsgemäß immer eine andere Meinung.

Mich hatte es für eine Weile direkt nach dem Studium getroffen. Insofern stimme ich Dir zu: Du kannst dich davon ernähren, aber gesund und bewusst sicherlich nicht. Durch das knappe Studienbudget war ich aber glücklicherweise hinsichtlich des Einkaufs "trainiert".

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3 Euro fürs Essen

dan @, DO-Hafen, Dienstag, 13. März 2018, 17:31 (vor 271 Tagen) @ DerJungeMitDemBall
bearbeitet von dan, Dienstag, 13. März 2018, 17:35

Ich würde auch behaupten, dass ein Erwachsener sich nicht für knapp unter 5 Euro am Tag halbwegs gesund ernähren kann, aber da hat die Nudeln- und Discounterhackfleischfraktion erfahrungsgemäß immer eine andere Meinung.


Mich hatte es für eine Weile direkt nach dem Studium getroffen. Insofern stimme ich Dir zu: Du kannst dich davon ernähren, aber gesund und bewusst sicherlich nicht. Durch das knappe Studienbudget war ich aber glücklicherweise hinsichtlich des Einkaufs "trainiert".

Ich habe mich während des Studiums für 120-150 Euro monatlich ernährt und das gewiss gesund und bin immer satt geworden (auch bei 3-4x Sport die Woche). Gut, zugegeben, ich bin Vegetarier und dadurch fällt schon ein großer Kostenfaktor weg (sehe Fleisch und Wurst aber ohnehin als Luxus und nicht als Grundnahrungsmittel, das mehrmals täglich verzehrt werden sollte), aber saisonales Obst und Gemüse ist hier sehr günstig (abgesehen von Bio und/oder "Luxus"- Obst- und Gemüsearten wie Erdbeeren, Spargel, Avocado,..., aber diese sind auch nicht unbedingt notwendig) und Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Brot, Haferflocken, Reis, Nudeln, ..., sind ebenfalls günstig.

Äpfel, Bananen, Kartoffeln, diverse Kohlsorten, Paprika, rote Beete, Möhren, Erbsen,..., kosten alles nicht die Welt und reichen in Kombination und Abwechslung von nur 2-4 Sorten in geringer Menge am Tag völlig aus um den Bedarf an Vitaminen zu decken. Dazu Nüsse (zugegeben teuer, aber davon reicht ebenfalls eine geringe Menge und dementsprechend reicht eine Packung länger) Brot/Haferflocken, das ein oder andere Milchprodukt und es ist auch der Bedarf (eines erwachsenen Mannes) an essentiellen Makronährstoffen, Mineralstoffen und Spurenelelemten gedeckt.

Bin inzwischen am Arbeiten und habe die Ernährung genauso beibehalten, da ich damit zufrieden bin (sehe es also nicht als Qual an ;)). Der einzige Unterschied ist, dass ich am Wochenende auch mal auswärts essen gehe (was vorher eher schwierig war).

Wenn man will, dann ist es ganz einfach, ehrlich und es lässt sich auch lecker und abwechslungsreich gestalten. Dazu braucht man nur etwas Disziplin (z.B. im Supermarkt zu den schnöden Haferflocken statt zu der bunten Müslipackung greifen) und etwas Planung (eher die Stullen von zu Hause mitnehmen als zum Bäcker zu laufen und die belegten Brötchen zu kaufen). Aber es ist definitiv möglich.

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3 Euro fürs Essen

Fluegelflitzer @, Göttingen, Dienstag, 13. März 2018, 16:04 (vor 271 Tagen) @ DerJungeMitDemBall

Ich würde auch behaupten, dass ein Erwachsener sich nicht für knapp unter 5 Euro am Tag halbwegs gesund ernähren kann, aber da hat die Nudeln- und Discounterhackfleischfraktion erfahrungsgemäß immer eine andere Meinung.


Mich hatte es für eine Weile direkt nach dem Studium getroffen. Insofern stimme ich Dir zu: Du kannst dich davon ernähren, aber gesund und bewusst sicherlich nicht. Durch das knappe Studienbudget war ich aber glücklicherweise hinsichtlich des Einkaufs "trainiert".

Ja, dass Studium ist teilweise schon ganz gutes Survivaltraining ;) Als bei mir klar war, dass ich nach dem Master nicht sofort nahtlos anschließen kann, habe ich lieber noch ein Jahr Studiengebühren gezahlt, um weiter als Werksstudent arbeiten zu können(plus Wohngeld). Dadurch hatte ich genug zum vernünftigen Leben, konnte selbst bestimmen, was ich genau mache und musste mich nicht mit ekligen Leuten vom Amt rumschlagen.

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3 Euro fürs Essen

patrahn @, Gelsenkirchen, Dienstag, 13. März 2018, 16:14 (vor 271 Tagen) @ Fluegelflitzer

Eklige Leute vom Amt, aha. Wenn Personen ihren Mitwirkungspflichten nachkommen gibt es keinen Grund eklig zu sein. Die Leute, die nicht melden dass sie umgezogen sind, jemanden in die Wohnung aufgenommen haben, dass sie einer Tätigkeiten usw. Diese machen das Sachbearbeiter Leben schwer.

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3 Euro fürs Essen

Fluegelflitzer @, Göttingen, Dienstag, 13. März 2018, 16:23 (vor 271 Tagen) @ patrahn

Eklige Leute vom Amt, aha. Wenn Personen ihren Mitwirkungspflichten nachkommen gibt es keinen Grund eklig zu sein. Die Leute, die nicht melden dass sie umgezogen sind, jemanden in die Wohnung aufgenommen haben, dass sie einer Tätigkeiten usw. Diese machen das Sachbearbeiter Leben schwer.

Sollte nicht heißen, dass jeder da eklig ist, aber ich habe in meinem bisherigen Leben genug Erfahrungen mit Bürokraten gemacht, die ihren Ermessungsspielraum so ausnutzen, um Menschen, denen es eh schon gerade nicht so toll geht, dass Leben maximal schwer zu machen, um ihre eigenen Minderwrtigkeitskomplex auszugleichen. Das Risiko, es nochmal mit so einer Person zu tun zu bekommen, wollte ich nicht eingehen.
Auch aus dem Bekanntenkreis höre ich immer mal wieder, dass es schon einen extremen Unterschied machen kann, an welchen Sacharbeiter man gerät. Manche tun richtig viel für einen und man merkt, dass sie im Rahmen ihrer Tätigkeit den Menschen wirklich helfen wollen. Andere machen einfach nur strikt Dienst nach Vorschrift und wiederum andere haben scheinbar einfach nur große Freude am Elend anderer Menschen.

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3 Euro fürs Essen

patrahn @, Gelsenkirchen, Dienstag, 13. März 2018, 16:29 (vor 271 Tagen) @ Fluegelflitzer

Der Sachbearbeiter ist halt kein Sozialarbeiter. Du handelst halt in dem Spielraum , den dir der Gesetzgeber lässt oder nicht lässt. Den Menschen dort helfen zu wollen ist die falsche Prämisse. Meine Aufgabe ist es das geltende Recht nach bestem Wissen und Gewissen umzusetzen. Da kommen dann positive aber auch negative Entscheidungen heraus. Aber immer freundlich und nicht von oben herab.

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3 Euro fürs Essen

Muddi @, Dortmund-Berghofen, Dienstag, 13. März 2018, 16:51 (vor 271 Tagen) @ patrahn

Vielleicht sollte es einfach mehr Fallmanager geben. Die haben weniger BGs zu Verwalten und können dementsprechend die Kunden individuell fördern. Ich z.B. habe vor 2 Jahren nach einer AGH(1,5€ pro Std.) im Lagerbereich gefragt und bin jetzt seit 1 Jahr in der Sozialen Teilhabe(Mindestlohn) im gleichen Betrieb. Aber das eigentlich nur wegen des Fallmanagements. Vorher wurde ich auch nur verwaltet.

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3 Euro fürs Essen

CB @, Dienstag, 13. März 2018, 16:10 (vor 271 Tagen) @ Fluegelflitzer

Ja, dass Studium ist teilweise schon ganz gutes Survivaltraining ;)

Der Vorteil am arm sein im Studium ist, dass die meisten Leute um dich herum auch arm sind. Da sind sich alle einige, dass der Sonntagsbrunch für 6,50 Euro perfekt ist und dass ein Zimmer in einem Hostel nicht mehr als 10 Euro kosten darf. Zudem weißt du im Studium, dass diese Phase zeitlich begrenzt ist. Und, du hast als Student wenige finanzielle Verpflichtungen.

Als Student habe ich wunderbar am Leben teilhaben können mit teilweise wenige als dem Hartz 4 Satz. Heute, nur ein paar Jahre später, wäre das kaum noch möglich.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

ener @, Dortmund, Dienstag, 13. März 2018, 15:02 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Überleben ja, am Leben teilhaben nein, wie der Poster unter mir schon sagte. Jedoch auch nur, wenn man den vollen Satz an Hartz 4 Leistungen bekommt. Wird es weniger, da es evtl auf die Miete umgeleitet werden muss, dann wird es natürlich weitaus schwieriger.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

patrahn @, Gelsenkirchen, Dienstag, 13. März 2018, 15:56 (vor 271 Tagen) @ ener

Du hast, wenn keine Regelsatzkürzung vorliegt oder deine Miete unangemessen hoch immer mindestens deine 416,00. Bei Einkommen hast du ja auch Freibeträge. Da ist es rechnerisch egal ob da was für die Miete abgezweigt wird.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Thomas ⌂ @, Dienstag, 13. März 2018, 14:47 (vor 271 Tagen) @ Rupo

Ich bin froh nicht davon leben zu müssen und möchte auch mit niemandem tauschen, war aber trotzdem überrascht, als ich (auch Aufgrund der Äußerungen von Spahn) zufällig heute morgen mal einen H4-Rechner angeworfen habe, was da so unter dem Strich rauskommen kann. Ich habe mit Partnerin schon eine Zeitlang von weniger gelebt, ohne dass ich Unterstützung bekommen habe, aber mir wurde auch nicht vorher alles unterm Hintern weggerissen, so wie das passiert, bevor man Anrecht auf diese Unterstützung hat.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Elmar @, Dienstag, 13. März 2018, 15:00 (vor 271 Tagen) @ Thomas

Wenn ich richtig gerechnet habe:
2 erwachsene + Kleinkind ca. 950 nach Abzug der Miete für alles!
Das sind rund 30€ am Tag für sämtliche Kosten.
Da darf aber auch gar nichts außergewöhnliches passieren.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Blarry @, Essen, Dienstag, 13. März 2018, 14:55 (vor 271 Tagen) @ Thomas

Bitte nicht außer Acht lassen, dass aufgrund der Mietpreisentwicklung der letzten Jahre der H4-Satz nicht mehr Vielen vollumfänglich zum Lehenserhalt zur Verfügung steht. Davon wird meist ein Teil zur Deckung der Wohnungskosten umgeleitet, weil der gewährte Mietzuschuss mit den Mieten nicht mehr mitkommt. Und das auf einem finanziellen Level, wo 40€ mehr oder weniger im Monat signifikant sind.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

nemix @, Dienstag, 13. März 2018, 15:06 (vor 271 Tagen) @ Blarry

Ich behaupte mal das man als Single von dem Regelsatz (416€) einigermaßen vernünftig Leben kann, wenn Miete usw. übernommen wird (sprich günstige 1,5-2 Zimmer). Da ist dann aber nichts mit sparen oder mal eben am Wochenende rausgehen.
Schlimm wird es wenn Familien betroffen sind, die vorher einen gewissen Lebensstandard hatten und evtl. Haus/Auto finanzieren. Da bricht dann schon in ALG1 vieles zusammen und es geht leider mega schnell abwärts.
Durch ein Familienmitglied bei der Arbeitsagentur (Jobcenter ist 2 Strassen weiter), bekommt man da leider einige Stories mit. Da wird aus dem erfolgreichen Berater mit Kindern und Haus/Autos nach einem Burnout und ewigem Kampf mit Berufsgenossenschaft und Arbeitsagentur ein H4 Fall. Kurz danach zerbricht die Ehe, Haus und Autos sind längst weg und es geht weiter steil bergab.

H4 ist immer noch besser als das nicht vorhandene Sozialsystem in anderen Ländern, trotzdem ist die One Size Fits all Lösung und die schlechte Mitarbeiterqualität in den Jobcentern nicht gerade der optimale Weg.

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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm?

Blarry @, Essen, Dienstag, 13. März 2018, 18:10 (vor 271 Tagen) @ nemix

Ich behaupte mal das man als Single von dem Regelsatz (416€) einigermaßen vernünftig Leben kann, wenn Miete usw. übernommen wird (sprich günstige 1,5-2 Zimmer). Da ist dann aber nichts mit sparen oder mal eben am Wochenende rausgehen.

Nur dass eben nicht allzu viel Miete übernommen wird, und "usw." schonmal gar nichts darüberhinaus. In Essen gibts seit 1. März für einen Einpersonenhaushalt maximal 354€ Wohnzuschuss. Dafür muss man schon in Stadtteile ziehen, die man nach Anbruch der Dunkelheit nur noch im Schützenpanzer verlassen kann. Nicht zu vergessen, dass der Zuschuss lediglich für Kaltmiete, Warmwasser und Heizkosten zusteht und gerade der letzte Posten im Ruhrgebiet oftmals noch über Nachtspeicheröfen, also über die Stromrechnung fällig wird. Die man selber tragen darf.

Überhaupt bleiben von den 416€ schon zum Leben wenig übrig. Lass 50€ für generelle Mietnebenkosten draufgehen, 20€ fürn Handyvertrag, 40€ für Internet/Telefon, 50€ für Strom, 5€ Girokontogebühren, bleiben vielleicht 250€ übrig. Und darin ist noch keinerlei Transport enthalten (Sozialtickets sind ja neuerdings kommunistischer Unfug, der unsere abendländische Zivilisation bedroht), keine Kosten für Arzneimittel oder sonstige diätetische Erfordernisse im Krankheitsfall. Dann willst Du natürlich noch mal ins Kino oder ins Stadion, World of Warcraft kostet auch seine 13€ im Monat - all das musst Du Dir schon zusammensparen, und zwar beim Essen. Am Ende haste vielleicht 4 oder 5 Euro am Tag, von denen Du Dich gesund ernähren willst, was alleinstehend aufgrund der meist auf Familien portionierten Nahrungsmittel viel schwieriger ist als wenn man für drei Personen kochen möchte.

Schlimm wird es wenn Familien betroffen sind, die vorher einen gewissen Lebensstandard hatten und evtl. Haus/Auto finanzieren. Da bricht dann schon in ALG1 vieles zusammen und es geht leider mega schnell abwärts.
Durch ein Familienmitglied bei der Arbeitsagentur (Jobcenter ist 2 Strassen weiter), bekommt man da leider einige Stories mit. Da wird aus dem erfolgreichen Berater mit Kindern und Haus/Autos nach einem Burnout und ewigem Kampf mit Berufsgenossenschaft und Arbeitsagentur ein H4 Fall. Kurz danach zerbricht die Ehe, Haus und Autos sind längst weg und es geht weiter steil bergab.

Teil 2: gerade nach solchen "wirtschaftlichen Abstürzen" stehen oft Schulden, die zu begleichen im Rahmen des Hartz-IV-Satzes nullkommanull Spielraum herrscht, Den- oder Diejenige noch weiter runterziehen, Schufa-Einträge erschaffen die einem noch Jahre später das Genick brechen.

Es ist schon arg auf Kante genäht. Natürlich soll es das irgendwo auch sein, aber "vernünftig" leben geht mit Hartz IV eigentlich nur, wenn man weder Hobbies noch Freunde noch ein sinnerfülltes Leben vorzuweisen hat. Was irgendwo auch eine Aussage über die Wirksamkeit des SGB II ist.

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